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Der Israelit · 1935-09-26 · Heft 39 (26.9.1935) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 39 (26.9.1935)
Date
1935-09-26
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
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26. September 1935 Der Israelit Nr. 39 Seite 11 Großen Eindruck machte die Begrüßungsrede, mit der Oberrabbiner JU s i e.l, der Chächam^Baschi. von Tel Awiw, die Versammlung beehrte. Er-sprach über den Tiefstand des religiösen Lebens in Tel Awiw und gab der Hoffnung Ausdruck, daß es Agudas J i s r o e 1 vergönnt sei, an der Besserung der Verhältnisse iZü ihrem Teile mitzuwirken. Insbesondere sei 'die Bnos Agudas J i s r o e 1 - B~e w e gu n g aufs wärmste zu begrüßen, von der ein Strom der Reinheit und d<es Znius ausgehen, könne auf das Leben von.Tel.Awiw. Ebenso sei die Poale Agudas Jisroel- Bewegung" als Gegengift gegen den übermächtigen Marxismus von höchster Bedeutung für die Gesamtheit. Redner gab dem Wunsche nach einer allseitigen Verständigung mit der Agudas Jisroel Ausdruck, von der ihn und seine Freunde nur die Betonung des Selbständigkeitsstahdpunktes der Orthodoxie trenne. 'Nach Oberrabbiner Usiel ergriff Rabbi Refoel Katzen •eilenbogen das Wort zu einer feurigen Ansprache. Das Schlußwort hatte Rabbi Salman Jenkelewitz. Die Versammlung bedeutet den Beginn einer Kampagne für den Keren Hajischuw, die hoffentlich praktischen Erfolg zeitigen wird. Wie ich erfahre, hat sich die Agentur der Welt- Agudo in den letzten Tagen eifrig mit der Frage der Einberufung der Kenessio Gedaulo nach Jerusalem beschäftigt. Für die Einberufung nach dem heiligen Lande sprachen zahlreiche Momente, die kaum einer Hervorhebung bedürfen. Die Frage ist, ob die Regierung die nötigen Einreiseerlaubnisse gewähren, würde, nachdem bei der Einberufung eines Weltkongresses für die hebräische Sprache Schwierigkeiten gemacht wurden und die arabische Presse nichtaufhört zu behaupten, es seien von Besuchern der Makkabiade 6000 Juden im Lande geblieben. Abgesehen von der Frage der Einreiseerlaubnisse ist natürlich auch zu bedenken, daß die Zahl der Teilnehmer aus der Diaspora im Falle der Einberufung nach Jerusalem kleiner sein würde, als in einer europäischen Stadt. Indessen sprechen so viele Gesichtspunkte trotz allem für den Versuch, die Kenessio Gedäulo in Erez Jisroel zu veranstalten, daß die negativen Momente wohl zurückgestellt werden müssen, r Der GererRabbi ist am Mittwoch, wie bereits gemeldet, in Haifa angelangt. Am Donnerstag wurde in Jerusalem ein großer Empfang für den Rabbi veranstaltet. Am Freitag stattete der Rabbi "einen Besuch bei Oberrabbiner Duschinski ab. Den ganzen Sabbat hindurch gab es ein Gewoge von Besuchern in der Jeschiwas Sefath Emess, wo der Rabbi sein Quartier aufgeschlagen hat. Im Laufe der Woche fand eine erneute, eingehende Aussprache des Rabbi mit Oberrabbiner Duschinski statt. Die Frage der 50 Zertifikate für Zöglinge der Novarodoker Jeschiwo an Tel Awiw ist grundsätzlich befriedigend gelöst und'es ist nur das entsprechende Zeugnis der Gesundheitsabteilung beizubringen für die Aufnahmefähigkeit der Jeschiwa. Mn. G.-P. Von den Poale Agudas Jisroel. T e 1 A w i w , 12. kept. Ueber die von der Abteilung Jerusalem veranstaltete öffentliche Versammlung zu Gunsten der Beschäftigung gesetzestreuer jüdischer Arbeiter ist an anderer Stelle berichtet. Die Propaganda der Abteilung Jerusalem auf diesem Gebiete hat, wie festgestellt werden kann, bereits einige praktische Erfolge gezeitigt. — In Bne Brak hat der neue Waad die Intensität der Arbeit gesteigert. Es wurden Schiurim in .Gemoro, Mussar und Dinim eingerichtet und es finden wöchentliche Zusammenkünfte mit Vorträgen statt. Neue Arbeitsgelegenheiten wurden erschlossen. — In Haifa ist auf dem Arbeitsmarkt eine Abschwächung wahrzunehmen, wenn die Abteilung auch nicht unmittelbar davon berührt wird. Die Zahl der Mitglieder vergrößert sich. Gelernt wird jeden Abend. An den beiden letzten Sabbaten sprach Chawer Berliner über unsere Aufgabe als Bne Thora und Chawer Zioni über den Aufenthaltsort der zehn Stämme. Der S. R. Hirsch-Kreis veranstaltete eine öffentliche Versammlung, in der die Herren Lange, Balsam und Glückman sprachen. Es wurde beschlossen, Schiurim und Referate für die sieh mehrenden westeuropäischen Einwanderer einzurichten. Viele Genossen * konnten bei dem Chausseebau in Kirjath Ramb a m beschäftigt werden. -— In P e t.a c h Tikwah hat der Waad beschlossen, fürs erste nur solche neue Olim anzunehmen, die bereit sind, in der Landwirtschaft zu -arbeiten. In R a a n a n a ist neben dem Kibbuz El-Hamatara in der letzten Zeit auch eine Abteilung der Poale Agudas Jisroel gegründet worden. Die Abteilung setzt sich aus Einzelmitgliedern der Poale Agudas Jisroel zuasmmeri, die dem Kibbuz nicht angehören. Es -könnten noch einige Chawerim unterkommen. Fast alle sind in fester Arbeit beschäftigt, In T el A w i w fand am letzten Sonntag eine Gedenkfeier für Dr. Schmuel Deutschlands ^"sr statt, an der sich zahlreiche Mitglieder und Gäste beteiligten. Es sprachen der litauische Konsul Dr. R a c hmilewitz und Rabbi Dovid Zwi -Silberstein. Die Redner zeichneten die große Persönlichkeit des Inserate für *113D Dl* in drei Größen zum Sondertarif I* Allen lb. Verwandten u. Freunden herzl. | naio TO'nn im ' f Max Wolf, Dresden, Leipzigerstraße 59 f Unserer werten Kundschaft wünscht rmasn nmo na-rm; Bäckerei Heinemann Wwe. Halberstadt, Bahnhofstraße 122 ™i Allen Verwandten, Freunden und Be- ♦ kannten nur auf diesem Wege die herzl lw"> nnaun naw nwnn imt Familie Abraham Seligmann Jerusalem 10 mm 2 sp. 3.00 15 mm 2sp. 4.50 20 mm 2 sp. '6.00 Die Beträge wolle man auf Postscheckkonto Nr. 19 802 überweisen, den Text durch Postkarte einsenden. Texte müssen bis zum 2. Oktober in unserem Besitze sein. Frankfurt a. M. Die Anzeigen-Verwaltung des Israelit Heimgegangenen in warmen Worten und schilderten seine gewaltigen Erfolge auf dem Gebiete des orthodoxen Erziehungswesens. Die Vorbereitungen für die allgemeine Poale Agudas Jisroel-Versammlung, die in Jerusalem am Cholhamoed Sukkos stattfinden soll, haben bereits begonnen. - Personalien. Leipzig, 23. Sept. Oberkantor Hillel Schneider, der auch vielen auswärtigen Messebesuchern so wohlbekannte Chasan der Synagoge Keilstraße, feiert am 5. Oktober seinen 7 5, G e b u r t s t a g,- Es ist nicht übertrieben, wenn wir Hillel Schneider den populärsten Juden der Großgemeinde Leipzig nennen. Nicht nur, daß er in seiner Synagoge durch sein wundervolles litauisches Chasonus und durch seine Souveränität als „Baal tefdlla" (in wörtlichem Sinne} gemeinschaftsbildend gewirkt hat — seine Tätigkeit als Mohel, dessen Stammrolle der Knäblein bis ins siebente Tausend reicht, hat seine schöne, würdige, echt jüdische Erscheinung in jedes jüdische Haus Leipzigs geführt, gleich welcher ,,Richtung" es angehören möge. In erstaunlicher Frische steht dieser „seidene Jid" wie ein ruhender Pol der Jüdischkeit in unserer Mitte, und wir wünschen, daß er uns so erhalten bleiben möge. n:>w d' »9i ns» 1» Dr. R. München, 21. Sept. In München verschied plötzlich im Alter von kaum 46 Jahren der bekannte Nervenarzt Dr. F e u c h t w a n g e r , ein Sohn des verdienstvollen Vorsitzenden von ,,Ohel Jakob", Lothar Feuchtwanger b"w Erich Feuchtwanger war in den wissenschaftlichen Kreisen durch verschiedene tiefgründige Veröffentlichungen bekannt geworden; insbesondere haben seine Werke .über das Stirnhirn und Amusie Weltruf erlangt. Auf dem jüngsten Psychologen-Weltkongreß im Frühsommer hat der^allzufrüh Dahingegangene noch ein" viel beachtetes Referat erstattet. Im Weltkrieg wirkte Erich Feuchtwanger trotz mehrmaliger Verwundung lange Jahre als Stabsarzt und erhielt hohe Ordensauszeichnungen; seit Kriegsende galt Feuchtwangers besondere Obsorge den Hirngeschädigten und die letzten-Jahre arbeitete er auch besonders anstrengt an der Heckscher'schen Nerven-Heil- und Forschungs-Anstalt zu München, .die des Arztes und Forschefs in ehrenden Worten gedachte. Zu seinen noch nicht völlig abgeschlossenen Studien über Amusie war Feuchtwanger besonders befähigt durch seine eiigne hohe künstlerische Veranlagung. Auf dem Neuen Israelitischen Friedhof gedachte zuerst Rabbiner Dr. Ernst Ehrentreu des verdienstreiehen Lebens Erich Feuchtwangers und erinnerte auch an das segensreiche Wirken Lothar Feuchtwangers. Nach ihm ergriff der Chefarzt der Heckscherfsehen Nerven-Heil- und Forschungs- Anstalt, Prof. Dr. I s s e r 1 i n , das Wort und zeichnete die Bedeutung des Gelehrten und' Arztes Erich Feuchtwanger, «in ehemaliger Patient gab der Dankbarkeit der Kranken Ausdruck und Landgerichtsrat Dr. Max Bretzfelder würdigte als Vorsitzender der Münchner Ortsgruppe des Reichsbundes Jüdischer Frontsoldaten, das Leben Erich Feuchtwangers, des tapferen Kameraden des Weltkriegs. Die zahlreiche Beteiligung an der Trauerfeier, zu der sich eine, große Schar von ehemaligen Patienten Erich Feuchtwangers eingefunden hatte, bewies die große Beliebtheit dieses hervorragenden Arztes und feinsinnigen und gütigen Menschen. H. L. Fischach, 23. Sept. Herr Oberlehrer S. Frank, Fdschach feiert dieser Tage seinen 6 0. Ge b u r t s - tag. Zu diesem Anlaß wird ihm aus dem Kreis seiner Schüler der Dank entgegengebracht für seine aufopferungsvolle Erziehungsarbeit, die stets das Streben leitete, junge Menschen zu min-verwurzelten Juden heranzubilden, sie zu befähigen, Weltanschauung und Charakter im Leben zu bewähren. Möge ihn avn die Frucht seiner Arbeit in körperlicher und geistiger Frische «r"ifts>- ernten lassen. Vermischtes. Berlin, 23—Sept. Das Präsidium der „Staatszionistischen Organisation" veröffentlicht folgende Erklärung: „Die Mitteilung der „Reichsvertretung der deutschen Juden" in Nr. 216 der „ITA." veranlaßt uns zu der Feststellung, daß diese Erklärung geeignet ist, in der jüdischen und nichtjüdischen Oeffentlichkeit einen falschen Eindruck hervorzurufen. Als „verantwortliche Führung des Judentums in Deutschland" wird die „Reichsvertretung" nur von sich selbst und von einem Teil der Judenheit in Deutschland betrachtet, "Die „Staalszic-nisUsehe Organisation" lehnt es nach wie vor ab, sich durch diese Reichsvertretung vertreten zu lassen. Sie stützt sich hierbei einmal auf die Tatsache, daß die Reichsvertretung nicht durch die verfassungsmäßig zuständigen Körperschaften des Judentums in Deutschland, sondern in willkürlicher und einseitiger Weise 'gebildet wurde. Vor allen Dingen aber darf die Konstruktion des jüdischen Lebens auf der Basis einer nationalen Minderheit nicht von einem Gremium geleitet werden, dessen Mehrheit sich bis vorgestern dieser nationalen Minderheit nicht als zugehörig empfand und in dem nicht nur die „Staatszionistische Organisation", sondern auch andere wichtige Faktoren der nationalen Judenheit nicht vertreten sind. Berlin, 18. Sept. Die Reichsvertretung der deutschen Juden ersucht alle Künstler, welche in den letzten dTagen ein Schreiben der Reichsmusikkammer betr. ihre Mitgliedschaft bei'der Reichsmusikkammer erhalten haben, sich umgehend schriftlich, unter Mitteilung ihrer Adresse und ihrer bisherigen Berufsart, beim Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland (Sonderdezernat F.), Berlin SW 68, Charlottenstr. 90—92, zu melden. Von persönlichen Besuchen bittet man abzusehen, da eine generelle Mitteilung an jeden sich Meldenden rechtzeitig erfolgt. Dinslaken, 20. Sept. Zu der in der letzten Nummer unter der Rubrik „Die Woche" veröffentlichten Notiz, daß das Dinslakener Waisenhaus im Hinblick auf sieine Notlage^verkleinert und zum Teil nach dem heiligen Lande überführt werden solle, wird uns von unterrichteter Seite mitgeteilt, daß die Nachricht in dieser Fassung den Tatsachen nicht entspricht. Wohl ist beabsichtigt, einen Teil der Zöglinge des Dinslakener Waisenhauses dn ein in Palästina neu zu errichtendes Zweigheim zu verlegen. Daneben sollen in dieses palästinensische Heim Kinder aus allen gesetzestreuen Kreisen neu aufgenommen werden. Da aber diese jungen Menschen vor ihrem Eintritt erst eine Probezeit in dem Dinslakener Haus durchmachen müssen, so erfordert die Durchführung des Planes sogar eine Vergrößerung des Dnslakener Betriebes. Berlin, 17. Sept. Der ITA. wird mitgeteilt: Unter Bezugnahme auf die in Arbeitslosenkreisen aufgetauchten Zweifel, ob die i. J. 1928 verfügte Befreiung jüdischer Arbeitsloser von der Pflicht zur. Meldung beim Arbeitsamt am Sonnabend und an den jüdischen Feiertagen noch dn Gltung ist, wird vom Reichsbund gesetzestreuer jüdischer Gemeindien ein Runderlaß vom 9. September 1934 in Erinnerung gebracht. In disem Erlaß des Präsidenten der Reichsanstalt für

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