Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 38 (19.9.1935)
- Date
- 1935-09-19
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 10 Nr. 38 D e r I s r. a e 1 i t 19> September 1935 -'——"—-—-• - .. -. i—TT-—'-~~ tig zwölfhundert Plätze für die weitere .'Unterbringung von Kindern vorhanden. Die Jugendlichen, bleiben zwei Jahre lang in den Kolonien, und es-sei bemerkenswert, daß die erste Gruppe vcp 42 Jugendlichen in der Kolonie, En Charod dauernd, im laridwirtschaft liehen Betrieb dieser Kolonie bleiben will. Finan ziert wird die Arbeit der Jugendalijah teils durch Beiträge der Eltern, teils durch Sammlungen. In Holland wurden bereits 6000 Pfund für, diesen Zweck aufgebracht und für über 80 Kinder wurden von holländisch-jüdisch an Familien Patenschaften übernom men, durch die die Unterhalts- und Ausbildungskosten für die Zeit von zwei Jahren gesichert sind. In Bezug auf die Leistungen für die Jugendalijah stehe unter den verschiedenen Ländern Holland an fünfter Stelle (Wie steht es mit der religiösen Erziehung der Kinder? Red.). Polen. Voraussichtlich drei Juden im neues polnischen Senat. Warschau, 10. Sept. Nach Durchführung der Wahlen zum Sejm konzentriert sich das öffentliche Interesse auf die in der das von dem holländischen Komitee unterstützte Werk der Jugendalijah auch durch ihre Beteiligung an die ser Tagung zu fördern. Dr. Werner Senator, Mitglied der Exekutive der Jewish Agency, wies auf die überraschenden und erfreulichen Erfolge hin, die die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendalijah schon in den ersten zwei Jahren ihres Bestehens habe erzielen können. Er unterstrich insbesondere die Tatsache, daß es der Arbeitsgemeinschaft gelungen sei, alle Kreise und Richtungen des Judentums zu diesem Werk zusammenzuschließen. Herr S. Adler-Rudel überbrachte den Dank der Juden Deutschlands an alle ausländischen Komi tees und insbesondere an die Freunde in Erez Israel, die Siedlungen und Heime, die die Kinder in vor bildlicher Weise aufgenommen haben. Mit eindring liehen Worten schilderte er die Situation der Eltern, die den starken Wunsch haben, ihre Kinder der Ju gendlaijah anzuvertrauen, obwohl sie damit auf die wesentliche Freude ihres Lebens verzichten müssen Mit dem Hinweis, daß das Wort ,,Alijah" nicht Uebersiedlung, sondern Aufstieg bedeutet und daß dieser „Aufstieg" symbolisch auch die seelische Wandlung des Einzelnen und der Gemeinschaft andeute, schloß der Redner. Nach der Begrüßungsrede von Mrs. Eichholz, London im Namen des dortigen W o m e n's Appeal Committee, ergriff Miß Szold das Wort und schilderte zunächst den Verwaltungsapparat, durch den die Jugendalijah organisiert wird. Die Zentrale der Auswanderung liegt in Berlin in den Händen der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendalijah und der Jüdischen Jugendhilfe e. V.| die Zentrale der Einwanderung wird betreut durch das Zentralbüro for the Settlement of German Jews in Jerusalem. Miß Szold gab einen Ueberblick über das Leben der Kinder in Palästina, den Unterricht, die Gewöhnung an die Arbeit, die Gestaltung der Freizeit, die Eindrücke bei der Ankunft und manche schwierige Erziehungsprobleme. Sie wies auf den guten Gesundheitszustand bei den durch die Jugendaliah nach Erez Israel gebrachten Kindern hin, was besonders auch durch die sorgfältige Auswahl der Siedlungen nach hygienischen Gesichtspunkten bedingt sei, und schilderte die pädagogische Atmosphäre, die durch Lehrer, Führer und Mitglieder der Siedlung geschaffen wird. Sie legte den Aufbau der Heime Ben Schemen und Ahawah dar, die ebenfalls der Arbeitsgemeinschaft angeschlossen sind. Sodann zeichnete Miß Szold die Entwicklung der vor zwei Jahren noch kleinen Organisation für Jugendalijah zu der starken Bewegung von heute, die immer weiter wächst und auf andere Länder übergreift. Sie sprach die Hoffnung aus, daß es möglich sein werde, den Ansprüchen der jüdischen Jugend, auch in einer Reihe anderer Länder, wo sie sich ebenfalls in besonderer Notlage befindet, gerecht zu werden. Miß Szold schloß ihre Ausführungen mit der Versicherung, daß ihr die Möglichkeit, an der Jugendalijah mitzuarbeiten, zur größten Freude in den 75 Jahren ihres Lebens geworden sei/ In einem Gespräch mit dem Amsterdamer ITA- Vertreter äußerte sich Miß Henrietta Szold über die weiteren Aussichten der Jugendalijah-Arbeit und die bevorstehende Aktion, die zur Förderung dieser Arbeit in Holland eingeleitet werden soll. Nach Darlegung der bisherigen zahlenmäßigen Ergebnisse der Jugendalijah-Arbeit wies Miß Szold darauf hin, daß die Palästina-Regierung bei der Gewährung von Jugend-Zertifikaten ziemlich entgegenkommend sei. Man beabsichtige nunmehr, jährlich etwa tausend Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren nach Erez Israel zu bringen. Neben den Kindern, die direkt aus Deutschland nach Erez Israel überführt wurden, sind auch solche Jugendliche erfaßt worden, die bisher mit ihren Eltern in Frankreich und Holland lebten. Miß Szold gab eine Reihe von Aufklärungen über die Lebens- und Arbeitsweise der Kinder' in En Charod, Tel Chaj,- dem Kinderdorf Ben Schemen, in der Haushaltungsschule in Jerusalem und an anderen Siedlungs- und Erziehungspunkten des Landes. Die ■;Jugendlichen passen sich den neuen Lebensverhältnissen leicht und schnell an, sie gewöhnen sich-sehr bald an das Klima. Erkrankungen oder seelische Verstimmungen sind äußerst selten. Die hebräische Sprache eignen sie sich in kurzer Zeit an. Es seien gegehwar- Für alle jüdischen Schalen, Religionsschulen; Vereine zu Auffnhrungszwecken s DA NIEL (HEBRÄISCH) Dramatisches Spiel nach dem biblischen Buch gleichen Namens zusammengestellt von DIR. DR. ELIAS in Frankfurt, am Main Preis einzeln 80 Pfg. bei Bezug v. mindestens 10 Exemplaren 60 Fig. Mit zwei Beilagen: 1) Wiedergabe des Hauptinhaltes des hebräischen Textes in deutscher Sprache für das Publikum. 2) Anweisung für die Regie und die szenische Ausstattung. Das Heft ist für Schüler- und Vereinsaufführungen bestimmt und wird den jüdischen Schulen und Vereinen heute recht willkommen sein. Es stellt eine dramatische Bearbeitung des Lebens des Propheten Daniel in leichter hebräischer Sprache dar, wie es sich aus dem gleichnamigen biblischen Buche ergibt- Aus diesem Buche sind sechs Episoden herausgegriffen, die in die Kindheits-, Jünglings- und Mannesjahre Daniels fallen, den Höhepunkt seines Lebens, seinen Kampf gegen Hofintrigen, seine unwandelbare Frömmigkeit und seine letzten Lebenstage, die Hoffnung, in der er stirbt, zur Anschauung bringen. Zu beziehen durch alle besseren Buchhandlungen sowie direkt vom Verlag VERLAG DES ISRAELIT U. HERMON GMBH. Frankfurt am Main :-: Rechneigrabenstr. 7 nächsten Woche stattfindenden Wahlen z-unl'Sen a t. Da die Senatoren nicht vom Volk direkt, sondern von Wahlmännern gewählt werden, besteht für die Wahl jüdischer Senatoren keine Aussieht. Dagegen gilt es als wahrscheinlich, daß sich unter den 33 Senatsmitgliedern, die vom Präsidenten ernannt werden, dr e i Juden befinden werden. Besonders günstig werden die Aussichten des Prof. Schorr, Prof, Dickst ein und des früheren Sejm^ Abgeordneten Dr. Rosmarin beurteilt. - In dem Warschauer jüdischen Wahlkreis scheint endgültig neben dem nichtjüdischen Kandidaten Urbanski, der 11.965 : Stimmen ^erhielt,-.: der Vorsitzende des Verbandes jüdischer Kaufleute, Waclaw Wis - 1 i c k i, in den Sejm gewählt zu sein. Nur um etwa 200 Stimmen weniger als Urbanski erhielt der jüische Kandidat Dr. Josuah Gottlieb. Somit wird der zweite Warschauer Wahlkreis? obwohl 80 Proz. der Wähler Juden sind, nur von einem jüdischen und von einem nichtjüdischen, ziemlich antisemitisch eingestellten Deputierten, vertreten werden.- Die, Aufrechterhaltung, der Kandidatur einer Reihe" weiterer jüdisfcher Wihlwerber hat den Mißerfolg;.(des - zwei' ten; aussichtsreichen jüdischen Kandidaten Dr. Gottlob, herbeigeführt. , Rumänien. Diedritte Konferenz der Zeiirei Ägudas ,Jisroel in Wischnit2. C z e r n o w i .t z , 15. Sept. Die Konferenz der Z. A. J. in Wischnitz ist ein ^lebendiger Beweis dafür, daß das orthodoxe Leben auch in Rumänien, besonders in den neueren. Provinzen (Bukowina und Beßarabien) neuen Auftrieb bekommt. 70 Delegierte aus verschiedenen Städten waren anwesend neben vielen Gästen, unter ihnen Rabbiner von Namen und Ruf. Die Sitzung wird eröffnet vom Präses, Herrn Eisik Münster, mit -einer Rede, in der er besonders die in großer Anzahl anwesenden- Rabbiner begrüßt. Der Wischhitzer Racw hält die erste Rede, die große Begeisterung auslöst. Unser erster Erfolg, sagte er, bestehe darin, daß man nicht mehr mit Verachtung auf die Aguda herabsehe. Damit sei der Boden für aktive energische Arbeit geschaffen. Der Kuzmaner Raw wendet sich hi seiner Begrüßung besonders an die Jugend, in der er den Garant der jüdischen Zukunft sieht. Es folgen weiter Begrüßungen. Der Wischnitzer Dajan, Rabbi Schneeball, gedenkt der Heimgegangenen seit der letzten Konferenz, auch Dr. Deutschländers VST» Für die Poale Agudas Jisroel begrüßt Herr Lustig, Czernowitz. Es wurden dann Begrüßüngstelegramme der Aguda-Zentralen in allen Ländern verlesen. In der A r b e i t s s i t z u n g wurde zunächst ein Permanenzausschuß gewählt, sodann das Konferenzpräsidium,-worauf Herr Mordechai Walono v den Tätigkeitsbericht seit der zweiten Konferenz erstattete. Die Sommerarbeit war ausgefüllt mit dem Kampfe um die Zertifikate, der doch schließlich zu dem Erfolge führte, daß Rumänien die ersten Pioniere der Poale Agudas Jisroel für Erez Israel . stellen konnte. Die Arbeit war in der Hauptsache gewidmet Erez Israel, dem Keren Hathora und der Presse, und nach allen drei Richtungen hin sind namhafte Erfolge zu verzeichnen. Die Einrichtung von Haehseharoth hat über den eigentlichen Nutzen auch propagandistisch gut gewirkt. Die Einnahmen des Ker«n Hathora sind ansehnlich gestiegen. Das Presseorgan der Z. A. J., „Das jüdische Wort", hatte gegen manche Schwierigkeiten zu kämpfen, die nunmehr als überwunden gelten dürfen. Nach Erstattung des- Finanzberichtes wird die zweite Sitzung geschlossen. Die Verhandlungen finden in den folgenden Tagen ihre Fortsetzung. TschechoslövakeL Rabbinatsbeschlüsse in Karpathorußland. M u n k a-c z , 15. Sept. Auf Einberufung der Orthodoxen Zenträlkanzlei in Karpathorußland trat am letzten Sonntag das R a b b i n e r k o m i t e e hier zu ^einer Beratung zusammen. Den Vorsitz führte der Munkaczer Oberrabbiner, Rabbi S ch p i r o. Der Präses, Herr Benjamin D a w i d o w i t z , bringt gleich zu Beginn das bereits veröffentlichte Urteil des Obergerichtes gegen den Oberrabbiner zur Sprache und regt an, die Kanzlei möge mit einer Beschwerde an die Regierung herantreten, um die R e d e f r e i h e i t für die Rabbinen für alle Zeit zu wahren, in der Erkenntnis, daß es nicht allein das gute Recht, sondern auch die heilige P.f licht des Rabbi, sei, seine Meinung auszusprechen' und seiner Gemeinde den Weg zu weisen. Oberrabbiner Spiro spricht sich gegen den Vorschlag aus, um nicht damit den Eindruck zu erwecken, als fürchtete er die zionistischen Angriffe und ließe sich durch deren Klagen von seinem Wege abdrängen. Es wurde ferner ein Antrag, angenommen, . bei den Schulbehörden um die Befreiung der Kinder vom Schulbesuch am ^Sabbat und bei den Militärbehörden um Sabbatdispens für_die jüdisch e n Soldaten einzukommen.. Für .die. letzteren, sei ,aüch. die Möglichkeit- .einer rituellen-Verpflegungzu bewirken. Von, den -weiteren Beschlüssen seien folgende genannt: , . s. ~.,;';v.. ■■ <,Die, vier Gemeinden, die;.sich der-, orthodoxen fvänzlei noch, nicht angeschlossen,;haben, ^werden auf-