Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 38 (19.9.1935)
- Date
- 1935-09-19
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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19. September 1935 Der Israeli t Nr. 38 Seite 9 Wären die Judenwie andere Nichtarier irgendwo in der Welt in einem Staate zusammengeschlossen und hielt e n sich nur einzelne von ihnen vorübergehend in Deutschland auf, so würde auch bei ihnen eine Trennung nicht nötig sein. Solange sie aber in so großer Zahl als innerlich verbundene Gruppe dauernd innerhalb des deutschen Volkes wohnen, und bei ihnen auch nur der geringste Anspruch auf Herrschen oder Mitherrschen im deutschen Volke genährt wird, solange werden sie . sich einer Gesetzgebung fügen müssen, die den deutsch^-völkischen Belangen gerecht wird und unser Volk vor Ueberfremdung schützt. Die Gründung besonderer jüdischer Volksschulen wird nach dem Willen des Reichserziehungsministers Rust in weiterer Zusammenarbeit mit dem Rassenpolitischen Amt der NSDAP, unter Uebarwindung aller etwa entgegenstehender Schwierigkeiten zum 1. April 1936 ins Werk gesetzt, werden. Es ist ein neuer großer, von besonders klarer Anwendung rassischer Weltanschauung getragener Sehritt. Darüber hinaus muß und wird bald auch eine entsprechende Regelung für die höheren^Schulen erfolgen, da diese ja besonders wichtig sind für die Heranbildung der künftigen Führerschicht des deutschen Volkes. Rechtsgutachten zur Judengesetzgebung bedürfen der Genehmigung. B e r 1 i n r 16. Sept. Der Stellvertreter des Reichsjuristenführers sagt in einem Rundschreiben, es sei mehrfach beanstandet worden, daß von einzelnen Mitgliedern des Bundes Nationalsozialistischer Deutscher Juristen, insbeson dere von Hochschullehrern, im Auftrage von Prozeß Parteien, Angeklagten oder anderen Interessenten für die persönlichen Zwecke dieser Auftraggeber Rechtsgutachten erstattet worden seien, die einen politischen Inhalt oder eine politische Auswirkung gehabt hätten. Um unberechtigten Beanstandungen dieser Art edn Boden zu entziehen, wird angeordnet, daß alle Bundesmitglieder, die um Erstattung solcher Privatgutachten ersucht würden, in denen insbesondere auch die Judengesetzgebung, Schutzhaft usw. erörtert würden,' durch ihren Gaufachberater die Genehmigung des zuständigen Gauführers nachzusuchen haben. Soweit bekannt werde, daß derartige Privatgutachten von Nichtmitgliedern des Bundes Nationalsozialistischer Deutscher Juristen erstattet würden, sei auf dem Dienstwege zu berichten. Jüdische Kassenärzte nicht zu Sachleistungen zugelassen. Berlin, 16. Sept. Der Betriebskrankenkassenverband Berlin hat eine Liste der für die Sachleistungen zugelassenen Aerzte veröffentlicht. Nur den in dieser Liste aufgeführten Aerzten werden ab 1. Oktober 1935 die Leistungen für Röntgen,- elektrophysikalische. Behandlungen und die bakteriologisch-chemischen Untersuchungen bezahlt. In dieser Liste ist kein jüdischer oder nichtarischer Kassenarzt enthalten.- . Oesterreich. Der Wiener NZO-Kongreß. Wien 11, Sept. Auf dem Kongreß der Neuen Zionistischen Organisation erstattete Rabbiner Blumenfeld ein Referat über das Thema „Der Judenstaat im Lichte der Thora". Er erklärte,-daß der Begriff Erez Israel auch das geistige Erez Israel mitumschließe. Man müsse stets auch die Vergangenheit des Heiligen Landes und die an es geknüpften Mizwoth im Auge behalten. Die gegenwärtige Entwicklung müsse an die Thoratradition anknüpfen. Das Anrecht der Juden auf Erez Israel beruhe auf g'ttlicher Verheißung und werde durch Weißbücher der englischen Regierung nicht vernichtet. Da die Thora alle Teile Palästinas als Ganzes betrachtet, sei ein Verzicht auf ' Transjordanien unmöglich. Es sei heilige Pflicht, alle Mittel zur Erringung dieses Gebietes anzuwenden. Der Redner fordert stärkere Berücksichtigung des Handelstandes bei der. Einwanderung, da die-Lage Palästinas der Entwicklung des Handels günstig sei und die kauf männischen Erfahrungen der Juden in der Diaspora dort verwertet werden könnten. Er begründete sodann vom religiösen Standpunkte die. Ablehnung des Klas senkampfes, schilderte die Beziehung der Thora zum Leben in Stadt und Dorf und besprach Fragen der Regelungdes sozialen Lebens und der geistigen und physischen Erziehung im Sinne der Thora, Die Generaldebatte wurde von Dr. Oskar Rabin o witsch eingeleitet; der als die wichtigste Aufgabe die Festlegung einer neuen Organisation form bezeichnete. Harry L e v i, Paris betonte die Notwendigkeit, alle Klassen im jüdischen Volke zu organisieren und zu koordinieren. Lazarovitch befürwortete eine harmonische Verbindung zwischen den verschiedenen Teilen der NZO. Rabbiner E p - Glückwunsch- Inserate für rtitpn tzftn in drei Größen zum Sondertarif \ Allen lb. Verwandten u. Freunden berzl. | 10 mm 2 sp. 1 juiö ntt'nm nivo | o nn I Max Wolf, Dresden, Leipzigerstraße 59 j O.UU 15 mm 2sp. 4.50 20 mm 2 sp. 6.00 X Unserer werten Kundschaft wünscht J I ü""> nnaizn njno naTim na'ro : ♦ Bäckerei Heinemann Wwe. | ♦ Halberstadt, BahnhofstraQe 122 ' * ♦«»♦♦»>«<>>«,»>»»»»»»»,<»»»»«>>■>»»»,««»t t Allen Verwandten, Freunden und Be-1 t kannten nur auf diesem Wege die herz], t ♦ Ü'TTD-Wünsche | 1 Familie Abraham Seligmann | ♦ . Jerusalem | Die Beträge wolle man auf Postscheckkonto Nr. 19 802 überweisen, den Text durch Postkarte einsenden. Texte, die bis zum 23. September in unserem Besitze sind, werden in der Rosch-ha-schono-Nummer, später eintreffende in der darauffolgenden veröffentlicht. Frankfurt a. M. Die Anzeigen-Verwaltung des Israelit Sammelinserat Ablösung für Erez Jisroel, Wer seine Glückwünsche zu Gunsten von Erez Jisroel abzulösen und keine Anzeige zu veröffentlichen wünscht, wolle dem nach Belieben festzusetzenden Ablösungsbetrag eine Gebühr von 1.50 Mark für die Veröffentlichung von Namen und Wohnort im S a m - fflelinserät beifügen. stein warnte vor dem Versuch einer Majorisierung der Orthodoxen durch die Revisionisten in der. NZO.; Teilung in Fraktionen könne nur Schaden bringen. Jabötinsky irre sich, wenn er glaube, daß zwischen Revisionisten und Orthodoxen ein Berg steht, der erst abgegraben werden muß. Es sei nur eine Sanddüne gewesen, die der Wind schon weggeblasen habe. Grand Rabbin Djaen trat für die Herstellung herzlicher Beziehungen zu den verschiedenen jüdischen Gemeinschaften, Aschkenasim und Sefardim, ein. Jabötinsky trat der Ansicht entgegen, daß eine Gruppe des Kongresses andere zu majorisieren versuche. Die Revisionisten wollten einen Weg zti gegenseitiger Verständigung finden. Am Dienstag, den 10. September, spät abends wurde die Generaldebatte in einer stürmisch verlaufenen Nachtsitzung bis 6 Uhr morgens fortgesetzt. Im Mittelpunkt der Aussprache stand der Verfassungsentwurf. . Wien, 13. Sept. Der Kongreß wurde am Donnerstag morgen 6 Uhr nach einer lebhaften Nachtsitzung geschlossen. Neben J a b 'd t i n s k y , der natürlich zum Präsidenten gewählt wurde, arbeitet eine Exekutive von zwölf Mitgliedern, die alle ihren Sitz in London haben. Das Budget für Organisationswecke beträgt 18.000 Pfund. In den Verhandlungen warnte der Alterspräsident de Haas vor einer U eb e rspitzung der Legionsidee, da Militarismus in Amerika und England höchst unpopulär sei. Vertreter und Verfechter der Legionsidee ist Dr, Perl. Es wurde dann durch Mehrheitsbeschluß, eine besondere Kommission zum Studium der mit der Schaffung einer neuen Jüdischen Legion zusammähängenden Fragen eingesetzt. In der acht Punkte umfassenden politischen Resolution heißt es u. a.: ,,Der konstituierende Kongreß, der im Namen von 750.000 zionistischen Wählern spricht, der größten Zahl, die je seit dem ersten durch Herzl zusammengerufenen Kongreß erreicht wurde, erklärt der Welt: 1. Das jüdische Volk sieht in dem Judenstaat heute mehr denn je die einzige Lösung der Judenfrage für sich selbst und für die Welt. 2. Das jüdische Volk wird nie vergessen, daß es die englische Regierung war, die der Weltjudenheit durch das feierliche Versprechen der Balfour-Deklaration, deren Verfasser Lord Balfour selbst sie als Wiedergutmachung eines 1900jährigen Unrechtes bezeichnet hat, neue Hoffnungen und neues Leben gegeben hat." Schweiz. Agudatreffen in der Schweiz. Zürich, 12. Sept. In Oberwiel, am lieblichen See zwischen Zürich und Luzern, trafen sich am Sonntag etwa 140 junge Agudisten aus Zürich, Basel und Bern, zu denen noch eine stattliche Anzahl älterer Gäste kam, um über die aktuellen Erez Israel-Probleme zu beraten. Im Mittelpunkte der Beratung stand ein ausführliches Referat von Herrn Dr. S. Ehrmann, Frankfurt a. M., über die Aguda-Arbeit und das Palästinawerk. „Wir wollen Volljuden hinüberschicken, die das Land wieder mit dem alten heiligen Atem erfüllen," schloß er sein mit größter Aufmerksamkeit aufgenommenes Referat. Großes Interesse und lebhafte Freude löste die Mitteilung des jugendlichen Agudaleiters von Luzern aus, daß in der Schweiz bereits ein Grundstück für eine H a c h - s c h a r a h erworben ist, die demnächst in Angriff genommen werden soll. Es liegen bereits viele Anmeldungen zur Mitarbeit vor und andere werden folgen. Eine große Reihe von gestellten Fragen in Verbindung mit der Erez Israel-Arbeit wußte Herr Dr. Ehrmann in der Aussprache erschöpfend und in seiner liebenswürdigen Art zu beantworten. Der Nestor der Agudabewegung in der Schweiz, Herr Rabb. Dr. E e - wenstein, begrüßte mit herzlichen Worten aus dem Prophetenabschnitt, die Jugend, die „aus eigener, innerer jüdischen Kraft zur jüdischen Lebenshöhe hinaufwächst." Herr Rabb. Brom aus Luzern ermahnte die Agudajugend, Opfer zu bringen, ssatt sich in unfruchtbare Kritik zu ergehen. Jeder einzelne müsse durch reinen Lebenswandel als vollwertiger Agudist in Erez Israel seine Existenzberechtigung beweisen. Er stellte Leo Deutschländer V'XT als Vorbild hin. Es war ein wunderbarer, anregender Tag der Arbeit, dessen Auswirkung für den Agudagedanken sich bald in den lebendigsten Formen zeigen wird. Holland. Die erste internationale Arbeitstagung für Jugendalijah. Amsterdam, 10. Sept. Die Eröffnung der Jugendalijah-Tagung in Amsterdam erfolgte, wie bereits kurz gemeldet, am Montag Abend im Amstel-Hotel. Gleichzeitig mit der Tagung wurde die erste Jugendalijah-Ausstellung eröffnet. Frau Dr. C. Wijsenbeek-Frankenr die Vorsitzende des holländischen Komitees, begrüßte die Gäste und dankte den Vertretern der Länderkomitees aus Amerika, England, Skandinavien, Frankreich, Deutschland und Erez Israel für ihre Bereitschaft,