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Der Israelit · 1935-09-19 · Heft 38 (19.9.1935) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 38 (19.9.1935)
Date
1935-09-19
Page
– (sequence 7)
Language
German
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19. September 1935 Dle iv... Xs.r a,.e J M Nr. 38 Seite 7 denverlängerung. oder dergL nicht mehr rechnen könnten. . ••■ Die größte -M i I c h v e r w e r t u n g s g e n o s s e n-; « c-h a f t im Kreise A a c h e n, der fastsämtliche' milchproduziereriden Landwirte des Kreises : angeschlossen _sindf gibt mit Rundschreiben bekannt, daß alle Genossen, die in Zukunft noch mit Juden geschäftlich-verkehren, nur noch den Verarbeitungspreis* ■für die-gelieferte Milch_ ausgezahlt erhalten, der um! drei bis -vier Pfennige per Liter niedriger ist als ,dersonstige '-Preis. Der Antrag jüdischer Viehhändler, mit einstweiliger Verfügung den Beschluß rückgängigzu machen, wurde vom Landgericht Aachen, nach Mitteilung des „Echo der Gegenwart", mit folgender Begründung zurückgewiesen: „Bei der allgemein bekannten Stellung des nationalsozialistischen Staates in der Rassen-(Juden)frage kann das' den Gegenstand des . Vorbringens bildende angebliche Verhalten d'er Antragsgegnerin weder als ein Handeln gegen Treu und Glauben noch als- Verstoß gegen die guten Sitten, noch als ein unerlaubter Eingriff in die vom Gesetz geschützte Rechtssphäre der Antragstellerrahgesehen werden. Es sind auch keine allgemeingültigen Richtlinien des Staates — wie die Antragsteller behaupten — verletzt;' im Gegenteil kann gesagt werden, daß das Vorgehen . der Antragsgegnerin sich die Richtlinien des Staates und der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei —: man * denke ' nur an das für Parteigenossen bestehende Verbot des Handelns mit Juden, an die noch in allerletzter' Zeit im." hiesigen' Bezirk abgehaltenen Viehmärkte ohne Juden — zueigen gemacht hat. . Nicht der starre — tote---Buchstabe des Gesetzes, den die Antragsteller für sich ins Feld führen," sondern . der vom Geist des Nationalsozialismus erfüllte Sinn und Zweck des Gesetzes muß die Entscheidung tragen können; die die 'Antragsteller begehren; Da dies vorliegend nicht der. Fall" ist, war der Antrag kostenpflichtig'für--die Antragsteller .zu verwerfen." Der Beschluß ist rechtskräftig geworden. In L e.e r (Oldenburg gischen Sjta.ats^.itung"; die: jüdischen- Händler auf dem Viehhof einen besonderen Platz angewiesen, bekommen, der durch Schilder kenntlich gemacht worden ist. . D'eiStadtrat iron H afii;i'urrtvhät^''fi[ä^nV-äer\,^täln^ fränkischen Zeitung'',;,. m<,. a. beschlossen, Geschäfts^ leutev die mit .Juden in geschäftlich er~ Verbindung stehen, ::von jeder - städtischer!/Lieferung' äuszuschließefi; Volksgenossen, die mit - Juden irgendwie verkehiren,; korm^n aüf.^^tetl^tzüng^duXph' dieHNSV; nicht mehr! rechnen .uö$lj$erden rauchausgeschlossen. Den Juden ist das Betreten der öffentlichen. B a^dj^gil.ä/t^ej^ das Zusammenstehen auf jden;;S e h w e i n,e m ä,i;k t e n. Den Judenkindern is& der Besuch der■n* 3 e r b e w a h ra n s t a 11 versagt.. vJhj dem BeriseM: .heißt' es, es sei angeregt worden, Juden bei den Uebungen der Pflichtfeuerwehr g e sondert antreten zu lassen, und in der Promenade mit Plakaten den. Juden' das Ben ü t z,e n d e r; B'ä uk' e zü verbieten. ' '' Der' Wilhelnishavener' .'.Kurier" meldpt, daß ,am .■ . •'<.;• .• >.'.'!•/ ,;; B a hn h o f i n" . W i 1 h eImsh a v e n_ . ein .großesc Schild mit der Aufschrift: ,,Jesaja 3i, 6: Kehret um,, ihr Kinder Israels! -' Abfahrtszeiteh. im' Aushang!" auf-, gestellt worden sei. Auf der Rückseite befinde sich eine' Aufschrift aus ' Jecheskel, die 'etwa folgendermaßen lautet': „Ich will eticK'sämmelh' und zurückführen in ■ euer Land!'^ 7 . ' , " " Nichtarische Studenten an den deutschen Hochschulen. Frankfurta; M., 10. Sept. Ueber die Zahl der. nichtarischen und Insbesondere j ü d is c h e h Studenten an den deutschen Hoch.-. . - .:, '". ■ . . c; .• •,. >, .. j i. i schulen vermerkt -. die letzte Hochschulstatistik, daß im Sömmersemester~1934 von--den 91Ä&Ö inländischen: gemeuts , . NichtaVie'r, .dife nicht* aus ^A0}^]igf6tiiakg^e e%lcenn-' bar würden, sbn^ sehen'TStü3entem?ciiait rzUgklässen •^orden'"sin'd;*;■ Iiis- 1 gesamt" ßeTiöiitetiu'i^ gesamt sehen "Stude^ ''sind'"als Nfchtärieif'j im Sinn'e;der '\]före~rge^ smd*; also etwa dpppelt soviel Studierende der Rasse nach nichtarisefr wie jüdischdem Glaubensbekenntnis nach. In ihreni erstfen Hocnschulsemester ständen von den Juden int^ Sommersemester 1934 nur 24 oder 0,4 Proz,'der 6189 inländischen Studenten im ersten Semester. c" Ein Fragebogen über jüdische Schüler an die Schuldirektionen. Frankfurt a. M.,. 13. Sept. Der Leiter des Schulwesens 0 in Hessen hat lt. „Frankfurter, Zeitung" im Sinne! des Erlasses von Reiehsminister Rust über Rassentrennung in den Schulen Ende. August an die Direktionen der höheren Schulen, der gewerblichen Unterrichtsanstalten und Als Festtagsprämie für die Bezieber des Israelit steilen wir zur Verfügung: . VOM SINN DES JUDENTUMS Festschrift für Nathan Birnbaum. (Aus dem Buchhandel zurückgezogen) --' Mark 2.50 -i . . _ einschließlich Versandkosten. Das BücKHvird in fester steifer Broschur geliefert. Wie aus dem nachfolgenden Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis ersichtlich,-enthält das Buch Aufsätze von dauerndem Werte, die' 'heute noch ebenso aktuell sind wie vor 10 Jahren. Auszug aus dem Inhalt: Pinchas Kohn: Umkehr/ Josef Wohlgemuth : Die 'Bußfertigen und die vollkommen Gerechten / Martin Buber : Eine chassidische Bußpredigt / Jechiel Jakob Weinberg: Cedanken über Judentum / Meier Münk: Das tägliche Gebet / Abraham Elijahu Kaplan: In den Spuren der Jir'a / Salomon Birnbaum; Das Reich der Rätsel / Bernard Tag: Religiöse Problematik und jüdische Religiosität / Ernst Müller: Ekstase und Kritik / Ernst. Simon: Zur Wertung des Alters im Judentum / Robert Weiß:'Der SölidarismusI der historischen jüdischen Familie / Moses Auerbach: Die Biläüngsfrägeih' der thoratreuen Judenheit Deutschlands '/ Leo Deutschländer: Die jüdische ' Schule' / Oskar Wolfsberg: .Zum', Thema: ' ■'' Religion und Wissenschaftirve irl . ■.• : .. v. - ■ .Ausserdem die Abteilungen: „Aus Jüdischer .Dichtung" (Gedichte von Uriel Birnbaum, Hermann Weyl, Franz 'Rosenzweig, S. J. Ag- non. Max Brod. Emil Cohn, Nahum Norbert Glatzer) „Dem Meister zum Gruß" und „Persönlichkeit und Werk". ' - -i.;- r Lieferung-gegen Nachnahme ■ H et r m o - n-V e r I a i ..- ■' ' Frankfurt tum Main, Rechneijgräbenstr.7 7 an die Kreis- und Stadtschulämter folgende Fragen zur Beantwortung bis zum 15. September gerichtet: „1. Wieviel jüdische Schüler (Schülerinnen) besuchen zurzeit <die öffentliche Schule? 2. Wieviel Schüller (Schülerinnen^ sind in eine.i jüdisohe BezLrkss.chule übergetreten' und _ in welche? 3. Wieviel j|idische. Volksschüler könnten der Entfernung nach eine;{ürdiscn'e Bezirksschuie besuchen? 4. Ist Ihnen bekannt, . liy . r.i,- - -• - ''i. - TT - aus welchem.Gr^tna-dies^.seither' nicht geschehen ist?" . .-' ^''Jüdische' -Bezlr&sschu^en betehen in. Hessen, ,in •Dafmstadt,'*.Worms, Mainz undj Offenbach a. diejErri'cfifüng, .einer s'olchen in Höchst ,im -.Ödenwald. ist r * •bealbsichtiet," In 'Frähkfjirt a. M.; bestehen aüßerd.eni ■/."•:\i'aji, -vt?-.. i ".'.t ' ' i - iBiiM >_JL>-\: '■_-L~'',l'i~' Bestrafung wegen Ausschreitungen, Frankfurt a. M., 13. Sept. Die.„Oberhessische Zeitung" in Marburg a. iL L, berichtet u, a.::, „Vor einiger Zeit war es in Gladenbach zu groben Ausschreitungen gegen einige jüdische Einwohner gekommen, so daß die staatliche Behörde und die Staatsanwaltschaft einschreiten mußten. Die herausfordernden Anmaßungen der jüdischen Bevölkerung in der letzten Zeit hatten dazu geführt, daß in Gladenbach eine große Erregung entstanden war. Am 12, und 14. August kam der Volkswille zum Ausbruch. An den fraglichen Tagen rottete sich eine große Menschenmasse zur nächtlichen Stunde in den Straßen zusammen und begann Einzelaktionen gegen einige jüdische Häuser . . . Die Zeitung be/richtet sodann über die Verhandlung vor dein Schnellschöffengericht Marburg gegen drei Männer und ein junges Mädchen. Nach der Anklage, sollen sie in die Wohnhäuser der Juden eingedrungen be.zw. die Fenster mit Steinen eingeworfen haben.., Wegen Gefährdung der:-: Staatssicherheit wurde i die Oeffentlichkeit von der Verhandlung ausgeschlossen^, Den. Vertretern der Behörden und der Standarte 88 sowie der Presse wurde die Anwesenheit gestattet. — Oberstaatsanwalt Heint.zmann betonte in seiner Anklagerede, daß die Ausschreitungen höchst^ bedauerlich seien und nur das Ansehen des Staateis und der Partei schädigten. Es sei seit langer Zeit bekannt, daß der Führer jede E i n z ela k ti o n v-e r boten hat. Auch der Gauleiter S t r e i c h e r habe erklärt, wer sich an Juden vergreift, ist niemals ein Nationalsozialist gewesen. Auch die Führer in Gladenbach haben sich wiederholt in diesem Sinne ausgesprochen. Nach kurzer Beratung .verkündete, das Gerieht folgendes, Urteil: Das Verfahren gegen den Hauptangeklagten wird abgetrennt und dem ordentlichen Gericht überwiesen. Die beiden anderen Angeklagten werden wegen. Mittäterschaft bei den Sachbeschädigungen zu je eiiiem Monat G e f ä n g n i.s verurteilt,, das Mädchen erhalt wegen versuchter. und vollendeter Sachbeschädigung eine. Woche Gefängnis. In der Begründung tadelte der Vorsitzende das Verhalten der Angeklagten. Der Kampf gegen das Judentum sei eine ■weltanschauliche Aktion und könne nicht in Einzelaktionen durchgeführt. werden. Bei der. Bekämpfung der Juden muß jeder deutsche Volksgenosse mithelfen. Das tue man am besten, ..w.enn man ihn meide und nicht bei ihm kaufe. Jede, Einzelaktion schade nicht dem Juden,., sondern dem Staat,; der Bewegung und uns selbst. (ITA.) ... < Freie Vereinigung für die, Interessen des orthodoxen Judentums. / Frankfurt a..M., 15.,Sept. Die Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums, Frankfurt .a. M., Rechneigrabenstraße 10, die in weiten Kreisen des deutschen Judentums sich die Betreuung dsr kleinen Landgemeinden zur Aufgabe gestellt.hat, hat wohl alseinzige jüdische Organisation Deutschlands im Kriege die Zusendung ritueller Nahrungsm?{t^l wie auch-, sonstiger für die jüdischen Soldaten notwendige leibliche und geistige Nahrung mit Erfolg, durchgeführt, Sie beginnt im Herbst ds. . Js. das 50jährige. (Jubiläum . ihrer seinerzeit von Rabbiner Hirsch gegründeten Organisation. . Sie beabsichtigt,. ein umfassendes Bild ihrer Tätigkeit, auch aufdem Gebiete der Kriegsfürsorge für die, jüdischen Soldaten zu entwerf en. Es liegt ihr. daran, die Adressen aller derjenigen Soldaten zu haben, die von ihr damals betreut "wurden, Lebensmittel, Pessachsendungen,. Rundbriefe jüdischen Inhalts und dergl., erhielten/ Sie bittet daher an ihr Büro Frankfurt'<a,,M., die Anschriften in der in Frage Kommenden; anzuheben und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß sie, in dankbarer Erinnerung an ..die von der Organisation während des Weltkrieges geleisteten Dienste" 'in aller Kürze; möglichst, zahlreiche Adressen, erhält. Emgüederunt* der jüdischen bildenden, Künstler " Deutschlands in den Reichsverbanä der r * Kulturbünde. ' » i . .. ~. .-';' . I , , Berlin, 13 Sept. | '•'•Ö:er', ,,Reich^Yerband der Jüdischen Kulturbünde in Deütkchläridf' *' teilt' folgenden Aufruf an bildende

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