Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 37 (12.9.1935)
- Date
- 1935-09-12
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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12. September 1935. Der Israelit Nr. 37 Seite 11 Dolmetscher für Hebräisch 1>ei den Gerichten vnd Hypothekenämtern inPalästina» Jerusalem, 5. Sept. Die Palästinaregierung hat beschlossen, bei den Gerichten und Hypothekenämtern in Nordpalä&tina Dolmetscher für Hebräisch, anzustellen, _ um die Schwierigkeiten für jüdische Siedler aus dem Emek und anderen nordpalästinensischen Siedlungen infolge des Mangels an jüdischen Beamten bei diesen Aemtern zu beheben. Neues von den Poale Agudas Jisroel. T el Awiw, 1. Sept. In der letzten Sitzung des' Waad hapoel der Poale Agudas Jisroel wurde die Lage in den Kibbuzim und in den Abteilungen in den Kolonien einer eingehenden Besprechung unterzogen. Man stellte mit Bedauern fest, daß diese Abteilungen und Kibbuzim. sich nicht recht entwickeln können, weil die Chawerimdas. Dorf verlassen und in die Städte abwandern. Dies hat die verhängnisvollsten Konsequenzen fürdie mit so viel Mühe und Arbeit eroberten Positionen. . Innerhalb .der Städte tritt die Eigenart der^ Poale Agudas Jisroel .naturgemäß nicht in dieser entschiedenen und auch die Umgebung beeinflussenden Art und Weise hervor, wie auf dem Lande und es ist schmerzlich, daß man die wirtschaftlichen Vorzüge, die der Aufenthalt auf dem Lande für die Dauer bietet -gegenüber der städtischen Konjunktur nicht genügend ins Auge faßt, Alle Mitglieder des Waad hapoel traten für die Ergreifung »energischer Maßregeln gegenüber denjenigen Chawerim ein, die die Disziplin durchbrechen und den ihnen gegebenen Weisungen zur Ansiedlung auf dem Lande keine Folge leisten. Die .Verausgabe eines Presse-Organs der Bewegung wurde auf Grund eines von dem Chäwer Berkowitz vorgelegten Planes genehmigt und ihm die Leitung übertragen, Am 19. Aw fand auf dem Dache des neuerbauten Poale Agudas Jisroel-Hauses in Pethach Tikwa die erste Landeszusammenkunft unserer Genossen aus Litauen in Gegenwart vieler Gäste statt. Als Vertreter der Agentur der Agudas Jisroel" nahmen die Herren L a n d a u und S c h e i n teil, von der Leitung -der Poale-Agudas Jisroel die Herren Si lb e rs t e i n und Möse s. Der Vertreter des litauischen Konsuls überbrachte die Grüße des Konsulates und es folgten eine Anzahl außerordentlich anregender Referate über die wirtschaftlichen und geistigen Probleme der Poale Agudas Jisroel; In der Diskussion nahmen die Kulturfragen einen breiten Raum ein; Die Gründung eines litauischen Chug unter dem Namen J-awne für die Pflege der geistigen Interessen wurde beschlossen, der auch die Beziehungen zu den Zeiire Agudas Jisroel in Litauen aufrecht erhalten soll. Die Uebersiedlurig! der Abteilung Pethach Tikwah in das neue Haus hat zu ihrer Entwicklung stark beigetragen. Der Dafjomi-Sehiur findet regelmäßig statt. Neu geschaffen wurde ein Chug von Baälebatim zur Förderung der Poale Agudas Jisroel. Die Abteilung beabsichtigt eine umfassende Aktion für die Awoda Iwrith. •"-'In Rechöboth ist die wirtschaftliche Lage in -der letzten" Zeit etwas gespanntgeworden, weil für viele Familienväter der geringfügige Tagelohn von 20 'Grusch nicht ausreicht, so daß sie gegen ihren Willen gezwungen sind, die Landwirtschaft zu verlassen und sich andere Arbeitszweige, die in der Kolonie nur einen beschränkten Kreis umfassen, zu suchen. Für sie ist auch insbesondere die Wohnungsfrage dort schwierig. Die geistige. Lage in Rechöboth ist befriedigend. In der Talmud Thora lernen mehr als 50 Kinder unter drei Lehrern. Manhat jetzt auch eine Jeschiwa-ketana eingerichtet, die als Vorbereitung zum Ueb ergang in eine Jeschiwa dient. Letzte Woche besuchten Rabbi Mosch© Blau und Herr Sir^kis im Auftrag der Agentur die Kolonie und es wurde auch ein Waad für die Talmud Thöra aus angesehenen Baälebatim gebildet. In der Synagoge der Poale Agüda* Jisroel beten regelmäßig mehr ah? 100 Leute, darunter viele Ansässige der Kolonie. Jeden Tag finden^ Schiurim für Dafjomi, Mischnajoth, Kizzur Schulchan Aruch durch den Sekretär Stockhammer statt, Am Schabbos lernt man etwa zwei Stunden Pirke Pwaus und. Halochaus. Letzten Schab- Neueste Wirtschaftsnachrichten ausErez Jisroel. - (Nach Palnews.) Jaffa. Infolge des Zusammentreffens einer Reihe von Umständen haben sich die Aussichten für die kommende Orangensaison günstiger entwickelt, als ursprünglich anzunehmen war. Die" Ernte ist an sich infolge der Hamsinwinde im Frühjahr diesmal geringer und die Obsternten in den meisten europäischen Ländern sind knapper ausgefallen, so daß die Aufnahmefähigkeit der Märkte für,Südfrüchte-erweitert'wird. Auch mit der spanischen Konkurrenz dürfte in geringerem Maße zu rechnen sein. Endlich wird damit gerechriet, daß bei einem italienisch-abessinischen Krieg die Konkurrenz Italiens geschwächt wird, da Italien zur Versorgung seiner Armee erhebliche Quantitäten braucht, T e 1 Awiw. Zwischen der Exportabteilung der Manufacturers Association von Palästina und dem südafrikanischen Exporteur S, S, Stern ist eine Organisation zur-Entwicklung der Handelsbeziehungen zwischen Palästina und Südafrika unter der Firma African Palestine Trading Co. Ltd.' geschaffen worden. Stern ist mit 63 palästinensischen Fabriken in Verbindung getreten, um die Absatzmöglichkeiten ihrer Fabrikate in Südafrika zu versuchen. Haifa. Die von Holland aus begründete Palestine Frutarom Ltd, hat ihr Kapital von 16.000 Lst. auf 28.000 Lst. erhöht. Das Produktionsprogramm umfaßt Hunderte von Essenzen, die einer Reihe von palästinensischen und ausländischen Fabriken als Rohstoff dienen. Der Absatz ist' im zweiten Vierteljahr auf die dreifache Höhe des ersten gestiegen. Neben den- Ländern des Orients x gehören 12 europäische Länder zu den Ab- .. nehmern. Es werden Orangen, Zitronen, _Grapefrucht u, a. verarbeitet. Zum Board gehört u. a, Chajim Weizmann. T el Aw i w. Der polnische Fabrikant C. Braude bereitet . die Gründung einer Käsefabrik vor, die hauptsächlich für den Export arbeiten soll. -Das Kapital ist mit Lst. 10.000 in Aussicht genommen, Die Maschinen., werden aus Polenbezogen. Im Anfang werden 20—25 Arbeiter beschäftigt. Tel Awiw, Der Präsident der französisch-palästinensischen Handelskammer, Ä. Levy, hat Palästina besucht und mit Herrn Shenkar, dem Vorsitzenden der M'anufacturers Association Verhandlungen übet die Entwicklung der französischpalästinensischen Handelsbeziehungen gepflogen. Tel Awiw. Ueber die Möglichkeiten der Rückwirkung eines italienisehabessinischen Krieges auf die wirtschaftlichen Verhältnisse Palästinas ist kürz folgendes zu sagen; Es ist damit zu rechnen, das sich das Angebot italienischer Importwaren in Palästina, wozu insbesondere Baumwolle, Garne und Gewebe, sowie Wollgarne und Gewebe und andere Textilien ge- . hören, etwas verknappt. Das gilt auch für - Eisen, Metällwaren,. Geräte, Maschinen uai elektrische Artikel. Bei der starken Beanspruchung des italienischen Frachtverkehrs für Truppentransporte könnte eine Steigerung der Schiffsraten eintreten, da die italienische Schiffahrt sehr stark am Verkehr beteiligt ist. Auf der anderen' Seite kommen für die palästinensische-Wirtschaft' gewisse Lieferungsmöglichkeiten nach Ostafrika v' in Frage, da die Frachtlage günstig ist. Jerusalem. Nach vorläufiger Zusammenstellung sind in der Zeit vom 1. Januar bis Ende Juli d, J. 179 Aktiengesellschaften mit einem Kapital von über 2% Millionen Pfund neu gegründet worden* Weitere 36 Aktiengesellschaften haben ihr Kapital von 1,65 auf 3,85 Millionen Pfund erhöht. Dies sind die registrierten Kapitalien, hinter denen die tatsächlich investierten natürlich meistens zurückbleiben. Tel Awiw, Einige Exportziffern für das erste Quartal dieses Jahres: Weinexport mengenmäßig erhöht, wertmäßig von Lst, 11.000 auf Lst, 8000,— zurückgegangen. Fruchtsäfte beträchtlich gestiegen von 39 Tonnen im Vorjahr auf 87 bezw. Lst. 1600,— auf Lst, 2600, Rohe Häute und Felle kleine Steigerung, Waschseifenexport wertmäßig kleine Steigerung, Strumpf- und Sockenexport starke Erhöhung. Ausfuhr künstlicher Zähne stark zurückgegangen durch Eröffnung der Fabrik auf Cypern. bos fand eine Protestversammlung gegen die Ueber-' handnahme der Sabbatentweihungen in der Kolonie untere Teilnahme vieler Kolonisten statt. Die Abteilung Tel Awiw hat ihre Organisation ausgebaut und verschiedene Kommissionen für die einzelnen Arbeitszweige gewählt. Die Krankenkasse entwickelt sich befriedigend und hat neue Aerzte und eine neue Apotheke zugezogen. In der Abteilung B n e Brak sind alle Chawerim in Bne Brak selbst und in Sichron Meir beschäftigt. Die Organisation wurde ausgebaut, die Talmud Thora unter Leitung von Rabbi Salman Jenkelewitz, die 112 Schüler umfaßt, befindet sich in Aufschwung. Auch in Haifa ist die Arbeitslage gut. Die Abteilung hat jetzt 175 Mitglieder. Eine Gruppe unserer Chawerim arbeitet jetzt an dem Bau der Jeschiwa Tifereth Israel. Im allgemeinen genießen unsere Chawerim das volle Vertrauen der Arbeitgeber und man überträgt ihnen gerne verantwortungsvolle Arbeiten. Der S. R. Hirsch-Kreis in Haifa umfaßt 25 Genossen, die eine eifrige geistige " Arbeit in Form von. Schiurim und Referaten leisten. Man hofft, daß . die Ankunft des Genossen Leibowitz aus Berlin einen festeren Zusammenschluß der aus Deutschland gekommenen Chawerim fördern wird. Die Abschiebung eines Teiles der Genossen ins Dorf verursacht auch hier mancherlei Schwierigkeiten. Ein besonderer Waad ist gebildet worden zur Durchführung einer Arbeiterwohnsiedlung wie in Tel Awiw, Im ganzen fehlt es in Haifa an einem geistigen Leiter. In Pethach Tikwah mußten leider drei Chawerim wegen organisiationswidrigen Verhaltens ausgeschlossen werden. Die Entwicklung der Wohnsiedlung der Poale Agudas Jisroel in Tel Awiw ist erfreulich. Die Chawerim haben bereits die Kushane für die gekauften Grundstücke erhalten. Der Boden befindet sich 15 Autominuten entfernt zwischen Ramatgan und Bne Brak neben Tel Jehuda und Ramat Jizchak, Jedenfalls ist die Schechunath Poale Agudas Jisroel heute bereits zur Tatsache geworden und die Skeptiker, die an der Vollendung des Werkes' zweifelten, haben unrecht bekommen, Ist der Böden, den wir erworben haben, bisher auch nur ein verhältnismäßig kleiner Fleck, so haben wir doch für die Erweiterung der Grenzen schon gesorgt und können für neue Chawerim neuen Boden hinzuerwerben. Es wäre wünschenswert, daß unsere ausländischen Chawerim, die hierher zu kommen beabsichtigen, sich rechtzeitig mit uns wegen dieser Bodenerwerbsfragen in Verbindung setzen. Die neue Leitung hat zum Roschchodesch Elul ein warmes Rundschreiben an alle Poale Agudas Jisroel gerichtet, worin die Pflichten des einzelnen Chawecs in eindrucksvoller Weise entwickelt werden. Zu diesen gehört in allererster Linie die unbedingte Disziplin gegenüber der Organisation selbst, dann aber die regelmäßige Festsetzung von Thora-Schiurim an jedem Tage, Es darf kein Tag vorübergehen, ohne daß ei« bewußter Chawer der Poale Agudas Jisroel gelernt hat, entsprechend seinem Verständnis und der Stufe seines Wissens, An den gemeinsamen Schiurim teilzunehmen ist jeder einzelne unter allen Umständen verpflichtet-, Weiter spricht das Zirkular von der Pflicht der Selbstvervollkommnung auf ethischem und religiösem- Gebiete, einerlei, ob es sich um die speziell religiösen oder um die sozialen Pflichten handelt. Im Zusammenhang mit der Sammelaktion de® Keren Hajischuw in Erez Jisroel wird in Tel Awiw am 3, Elul eine große öffentliche Volksversammlung mit der Tagesordnung: „Der Aufbau des Landes im Geiste der Thora und der Ueberlieferung" stattfinden, in der Oberrabbiner Duschinski aus Jerusalem und die Leiter der Agentur der Welt-Agudo sprechen werden. Außerdem werden namens der Poale Agudas Jisroel die Chawerim Jenkelewitz und D. Z. Silberstein das Wort ergreifen. Amerika. Rabbi Gabriel Wolf Margolis V"2tT* New Yo rk , 9, Sept. Im Alter von 88 Jahren ist in New York der Vorsitzende der „Assembly of Orthodox Rabbis of Amerika and Canada", Rabbi Gabriel Wolf Margolis, gestorben. Die Beisetzung fand auf dem