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Der Israelit · 1935-09-12 · Heft 37 (12.9.1935) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 37 (12.9.1935)
Date
1935-09-12
Page
– (sequence 9)
Language
German
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12. September 1935 Der Israelit Nr. 37 Seite 9 nommen. Jabotinsky sagte in seiner Erwiderung, solange es unter den Engländern Männer wie Patterson gäbe, sei -die Freundschaft zwischen England und dem. " jüdischen Volke gesichert. Es" wurden dann G e\d e n kreden für Oberrabbiner Kuk, Baron Rothschild und' «andere jüdische und nichtjüdische prominente Persönlichkeiten gehalten. Der Abend wurde ausgefüllt mit zwei Referaten von Dr. Sehe cht mann und Dr. W e i n s c h a 1L. Ersterer sprachüber „Die Bewegung der'750.000, letzterer über „Politik und Wirtschaft in Erez Israel".. , Schweiz. IV. Tagung des Council der Jewish Agency geschlossen, Luzern, 6. Sept. . Die vierte Tagung des Council der Jewisih Agency wurde am Freitag, den 6. September nach der Wahl von drei "weiteren Mitgliedern der Exekutive g e - schlössen. Die bisherigen Mitglieder der Exekutive: Dr. Werner Senator und Maurice B. Hexte r wurden wiedergewählt; neu hinzugewählt wurde Dr. M. J. Karpf, New York. Zu Vorsitzenden des Council def Jewish Agency wurden Lord Melchett und Morris Rothenberg gewählt. Der Londoner Rechtsanwalt Leonard Stein wurde zum Ehrenanwalt der Agency gewählt. Die Judenfrage auf dem Europäischen Minderheiten-Kongreß. Genf, 4. Sept. Am 2, und 3. September tagte in Genf unter dem Vorsitz des ehemaligen slowenischen Abgeordneten im italienischen Parlament Dr. Jossip W i 1 f a n , der „Kongreß der europäischen Nationalitäten" (Minderheitenkongreß). Es nahmen an ihm außer dem Generalsekretär Dr. Ammende im ganzen ungefähr zwei Dutzend Delegierte teil, von denen zwei Drittel auf Vertreter der deutschen" Minderheitengruppen in den verschiedenen Ländern entfielen. ' In seiner Einleitungsrede berührte Dr. Wilfan wieder die — schon seit zwei Jahren bestehende — Tatsache, daß die Vertreter der jüdischen Minderheiten dem Kongreß fernbleiben. Er erklärte, daß Verhandlungen mit den Vertretern der jüdischen Gruppen über ihre eventuelle Rückkehr zum Nationalitätenkongreß geführt werden und noch nicht abgeschlossen werden konnten. Seitens des Kongresses, sagte Dr. Wilfan, bestehe kein Hindernis für eine befriedigende Lösung dieser Frage. Der Kongreß würde auch eine jüdische Gruppe aus Deutschland aufnehmen, falls ein derartiges Gesuch vorläge. Immerhin müßten sich die jüdischen Gruppen aTn den Kongreßgrundsatz halten, demzufolge die Behandlung der besonderen Lage der Gruppen in den einzelnen Ländern bei den Debatten des Kongresses unzulässig sei. Ein anderer ehemaliger slowenischer Abgeordneter im italienischen Parlament, Dr. E. Besednjak, erklärte in einem Referat über das Thema ,,Die Na- - tionalitäten im autoritären Staat", die Minderheiten müßten ihre Arbeits- und Kampfmethoden den Bedingungen der neuen autoritären Ordnungen anpassen. In diesem Zusammenhang erwähnte er, daß die "Stellung des Nationalsozialismus zum Nationalitätenproblem grundsätzlich eine positive sei. . Das jüdische Problem erscheine allerdings so einzigartig verwickelt, daß es . im Rahmen des Kongresses" nicht gelöst werden könne. Jüdische Fragen vor dem Völkerbund. G e n f, 10. Sept. Auf der Tagung des Völkerbundrates, die soeben in Genf eröffnet wurde, stehen auch einige Fragen von jüdischem Interesse zur Debatte. Der Rat wird den Bericht der Ständigen Mandatskommission über ihre Tagung vom Juni d. J. zur Kenntnis nehmen. Bei dieser Tagung beschäftigte sich die Kommission u. a. mit dem Jahresbericht der Mandatarmacht für Palästina und mit der-Prüfung einer Reihe jüdischer und arabischer Petitionen. "Von den der Ratstagung vorliegenden Petitionen Ist ferner. eine zu erwähnen, die von jüdischen Verbänden in D a n z. i g vorgelegt wurde. Die Prüfung dieser und anderer Petitionen wurde im:: Mai vertagt, um einem Juristenkomitee Gelegenheit zu geben, ein Rechtsgutachten für den Rat zu erstatten. Dieses Gutachten liegt dem Rat bereits vor; wurde Die Woche. Berlrm, Nach einem Berichte der „Berliner Börsenzeitung" wurde eine 26jährige Angestellte, die in ihren Papieren ihre nichtarische Abstammung verschwiegen, und in der Sterbeurkunde ihres Großvaters sogar eine falsche Eintragung vornahm, vom Schöffengericht wegen Urkundenfälschung zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. — Der „Jüdische Kulturbund", Berlin weiht sein neugepachtetes Theater in der Kommandantenstraße in den ersten Oktobertagen mit der Aufführung der „Judith" von Hebbel und der „Makkabäer" von Otto Ludwig ein. Zürich. Der Bürgermeister von Tel Awiw, Meier Dizengoff, der hier wiederum erkrankt war, hat sich so weit erholt, daß er dieser Tage als Präsident der Levantemesse, im Schweizerischen Rundfunk einen Vortrag über „Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Schweiz und Palästina" halten konnte. Luzern. Das neukonstituierte K om i t e e der jüdischen. De legation e n Wählte Dr. Stephen W is e aus Amerika zum Präsidenten. Amsterdam. Der berühmte Physiker Prof, Dr. L. Polak-Daniels, eine bekannte jüdische Persönlichkeit, wurde für 1936 zum Rektor der Staatsuniversität in Groningen gewählt. — Anläßlich ihres 55. Geburtstags hat Königin Wilhelmine von Holland wiederum mehreren bekannten jüdischen Persönlichkeiten hohe Auszeichnungen verliehen. Wilna. Es kann nun mitgeteilt werden, daß alle Pläne zur Beseitigung oder nur teil weisen Auflassung des alten Wilnaer Judenfriedhofes definitiv fallen gelassen wurden, so daß der alte ehrwürdige Friedhöf in seinem Bestände gesichert ist. Bukarest. Der direkte Flugverkehr Rumänien —Palästina wird, nach offizieller Bekanntmachung, im kommenden Frühjahr aufgenommen. Die Probeflüge ergaben einen guten Erfolg, und die Flieger schildern in der Tagespresse in höchsten Tönen den herzlichen Empfang, der ihnen in Tel Awiw zuteil geworden ist. Loindon. Wie schon mitgeteilt, findet seit dem 8. September in London eine Weltkonferenz im Auslande lebender polnischer J u,-d e n statt. Der „Verband der jüdischen Hilfsorganisationen", ebenso der Keren Hathora geben bekannt, daß sie der Weltkonferenz fernstehen. Rom, Das P alästinap a vil- 1 o n auf der Levantemesse in Bari wurde von König Victor Emanuel selber eröffnet. Er erkundigte sich bei den Leitern eingehend über die Landwirtschaft in Palästina und über die jüdische Einwanderung. Saloniki. Eine in einer Salonikier Vorstadt einberufene große antisemitische Versammlung wurde von der Polizen aufgelöst. Jerusalem. - Auf der Chaussee Lydda-Tel- - Awiw, in der Nähe von Lydda, wurde ein Komplex von 450 Dunam erworben und eine neue jüdische Siedlung unter dem Titel „Kirjath. Gephen" gegründet. In einer dort errichteten Tonwraenfabrik sind 40 Arbeiter beschäftigt. — Nach amtlichen Berichten sind im Juli ds. Js. 5163 Juden in Palästina eingewandert, von denen 649 zu den sogenannten „Kapitalisten" gehörten. — Die Direktion der arabischen Tabakfabrik ,,Maspero" hat mit den j ü d i s c h e n Tabakpflanzern in Rosch Pin ah einen Vertrag auf Lieferung von 200.000 kg Tabak abgeschlossen. Dieses erste große geschäftliche Abkommen zwischen Juden und Arabern wird in weiten Kreisen freudig begrüßt. Tel Awiw. Die Stadt r.atswahlen in Tel Awiw sind für Anfang November ausgeschrieben. New York. Ein jüdischer Detektiv mit Namen Matthe w Salomon, der bei einem Angriff auf die deutsche Flagge der „Bremen" sich in der Abwehr besonders hervorgetan hatte und dabei auch erheblich verletzt wurde, erhielt vom Norddeutschen Lloyd eine Ehrenprämie von 150 Dollar. jedoch noch nicht veröffentlicht. Voraussichtlich werden die darin behandelten Petitionen vom Völkerbundsrat erst in der zweiten Hälfte des. September — der Rat tagt nicht nur, sondern auch während und nach der Völkerbundsversammlung, die am 9. September beginnt und wohl bis zum Ende des Monats dauern wird — erledigt werden. In der Völkerbundsversammlung, deren Tagung am 9. September begann, wird der Vorschlag der norwegischen Regierung betreffend Schaffung eines zentralen, dem Völkerbund eingegliederten Auswand ererschutz.amtes geprüft werden. Außerdem wird, wie alljährlich, in der sechsten (politischen) Kommission der Versammlung eine Aussprache über das Funktionieren des Mandatssystems und über den Schutz der Minderheiten stattfinden Bericht der Mandatskommission vor dem Völkerbund. G e n f 8. Sept. Angesichts der schweren Krise, die der Völkerbund infolge der Zuspitzung des Konfliktes um Abessinien durchmacht, rücken alle anderen Punkte der Tagesordnung dieser Ratssession weit in den Hintergrund und finden kaum Beachtung. Der Berichterstatter des Rates für Mandatsfragen, der Außenminister der Tschechoslovakei, Dr. Eduard Benesch, unterbreitete dem Rate einen Bericht über die Arbeiten der Ständigen Mandatskommission auf ihrer Tagung im Juni d. J. Bezüglich Palästinas betonte er in diesem Bericht, daß die Kommission die harmonische Zusammenarbeit der beiden Bevölkerungsteile des Landes innerhalb der Gemeindeverwaltung vermerkt, Maßnahmen, um der illegalen Einwanderung entgegenzuwirken, zur Kenntnis genommen und die Antwort der Regierung betreffend die Grenzfestsetzung in der Gegend von Akaba gehört hat. Weitere Hinweise auf Palästina sind in dem Bericht nicht enthalten. Selbst die von der Kommission aufgeworfene Frage der weiteren Gültigkeit der wirtschaftlichen Gleichberechtigung in den Mandatsgebieten für Japan nach seinem Ausscheiden aus dem Völkerbund ist weder vom Berichterstatter, noch von irgend einem Mitglied des Rates berührt worden. Ein kurzer Meinungsaustausch der Vertreter Großbritanniens, Frankreichs und Australiens, der der Anhörung des Berichtes folgte, bezog sich auf einen zwischen Frankreich und Großbritannien am 27. Juni 1934 abgeschlossenen Handelsvertrag, in welchem diese beiden Staaten einander Vorzugsrechte auch für die Mandatsgebiete zusichern. Der Völkerbundsrat wollte wissen, ob dieser Vertrag nicht eine Verletsung der wirtschaftlichen Gleichberechtigung in den Mandatsgebieten — darunter auch Palästina — gegenüber den anderen Mitgliedern des Völkerbundes bedeutet. Die Vertreter Großbritanniens und Frankreichs gaben diesbezüglich beruhigende Erklärungen ab. Muselmanischer Kongreß, Genf, 8. Sept. Wie der Genfer ITA-Vertreter erfährt, handelt es sich bei dem „Muselmanischen Kongreß", der demnächst in Genf eröffnet werden soll, um eine Tagung der in Europa lebenden Mohammedaner. An der Spitze des Organisationskomitees steht jedoch, der durch seine Agitation gegen Frankreich, England und den Zionismus berüchtigte syrische Emigrant Emir S c h ek i b Arslan, Die von Emir Arslan unterzeichnete Einladung wrde an verschiedene mohammedanische Gemeinden und Einzelpersönlichkeiten in Europa versandt. Es heißt in ihr u. a,: „Gegenstand des Kongresses ist die Schaffung brüderlicher Beziehungen unter den Mohammedanern Europas und die Förderung des Geistes der Zusammenarbeit, der islamischen Tugenden und der allgemeinen Kultur unter ihnen. Es handelt sich um einen regionalen Kongreß als Emanation des vom 7. bis 17. Dezember 1931 in Jerusalem abgehaltenen Pan-Islamischen Kongresses.' Wenn der Kongreß auch jeder politischen Einmischung fern bleiben will, so wird er immerhin bemüht sein, den Schutz der heiligen Stätten und der mohammedanischen Heiligtümer gegen jede Einmischung oder Beherrschung zu sichern, die Rechte und Interessen der mohammedanischen Gemeinschaften in Europa zu verteidigen und unter ihnen enge Bande kultureller Zusammenarbeit, sozialer und wirtschaftlicher Verteidigung zu schaffen. Andererseits wird der Kongreß die Schaffung eines ständigen Büro« in Genf erwägen, dem die Pflicht obliegen

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