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Der Israelit · 1935-09-12 · Heft 37 (12.9.1935) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 37 (12.9.1935)
Date
1935-09-12
Page
– (sequence 7)
Language
German
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12. September 1935 1 i t Nr. 37 Seite 7 r kenasith dagegen -hatte teilweise durch die meist falscher ^sr^a- Betonung;statt sn^a' nicht: dieses Rhythmisehe.in sictr wie das Sefardith und konnte deshalb- 'mit dem 'Sprechvorgang (in Sefardith) nicht kollidieren; : sj.'. Aus Obigem > geht hervor; daß in: der Praxis zwei Aussprachen w oi h l neben einander beistehen./können. In diesem Punkte kamr ich deshalb nicht ganz den iwertvollen Ausführungen des Herrn Lehrer Mannheimer," Dettelbach im „Israelit" vom -29. August beistimmen. Dort heißt es u. a.: MIn Deutschland selbst dürfte sich das Sef ardische nur schwerlich durchsetzen . . . Schule und G'tteshaus aber hier in Gegensatz zu einr ander bringen zu wollen, wäre ein unheilvolles Durcheinander und pädagogisch geradezu eine unverzeihliche Sünde." Vielleicht genügt hier die 'Tatsache, daß: auch hü Deutschland, trotz der -„ verhältnismäßig kurzen Zeit .es ^schon -viele Schulkinder gibib, ■ die Sefardithsprechen, ohne in Ge- . gensatz .zum G'tteshaus zu /kommen, r-o ^-! i ii Es. muß ■ bei der -'Lösung idieses Problems zwii. schena^'W» p.^K rund; der. iG^lao unterschrieben werden; i -\-: -:h ■ -oji j;;:>--:,.i ••b-:; :; - -Jn-*?njv.\ ^»"ivwird das tSef ärditH früher oder später alle,-Gebiete 'Jbeberrsohteh. >Selhst< -das Ler- . ften und-da;s iBeten werden ""Sefardith sein? Wie : soll man . das anders von der Jugend*-die dortige^ •Horerrodßf; erzogen:wurde i—^ rund die nur Sefardith kennt verlangen?^rEs wäre ■ unnatürlich, ihnen;-die nur,;aefardisch d eük'ß ni dast Asjphkefta-: sith künstlich aufzuoktroyieren, Und« was das Lernen anbetrifft, so sei darauf hingewiesen, .daß die Jemeniten, die orientalischen Juden, die Sefardim und sogar viele Aschkenasim, z, B, in der -TEPW* von. Raw.' Kuk ^^s^;deu.T(a^nd .ebenfalls sefardisch lernen,., und;selbstverständlich auch, nur! ,sefardi.sch beten,; predigen usw.-.\ Es ist also nureine Frage der Zeit, bis der ¥erschmelzungsJ; ..prozeß soweit gediehen ist, daß das ,Sefardith die offizieller,Aussprache nicht nur .des täglich,en - Lebens, aller öffentlichen Institutionen^ Unterrichtsanstalten, Wissenschaften .usw. — was-schori heute zum .größten. -TeÜ .durchgeführt ist;,-^ .-sondern sogar des Betens und des Lernens werden wird. Jedenfalls wird es schon die zweite Gene-I ration erleben. Dort-wäre, es wahr.scbehiliehäun-4 heilvoll, Schule und G'tteshaus in Gegensatz f-zu bringen. Und?es :wärqiein ^ritetiä^en,''ä^s der 'Geschichte gewaltsam. zurückdrehen .zu .jjjoH len, statt sich in diesen .Sefardisierun^sprozeß einzuschalten. . „. ,! b) Anders liegen die Dinge in der Golkh, wo; eine v o r üb e r g e he n ie Lösung'izu erstre-j ben ist. Meines Erächtens soU-in-der TfrlÄ aus Traditionsgründen das Gebet und das .'Lernenj ^vorläufig weiter a s c h k e n a & i;s c h -verbleiben,) das Sprechen aber soll; n u r S efardith erfolgen. Das braucht gar nicht,, wie oben ausge-; führt, im Gegensatz:;zu stehen. Im übrigen;verweise ich auf ■ meine Schrift1 „Die hebräische: Sprache und das gesetzestreüe Judentum", ~H Hermon-Veriag, wo ich dieses Problem ausführlichem behandelte.; Doift: heißtesM'aitfc' Seite 46: ifiWäshidie!sefardisciie. --Aussprach'© dbetrifft, sof?soll.ten^marii-'diese';'Frage■• ixh s&r\gia-n^g^-'w e fcs*e. wie folgt li-egelniifGiebete'iund Chumisch i'solleh,; wi&'>ii&>tti dbr* Synagoge ge'hÖgt werden; rauch, in 'der Schule - aschkenasisch '. gelesen rr werden.; Eibehkoki könnten Mischnäh; Gemarali^oder Dininr!nach'[?llter Weise' aschkenasischngeliernt .^werden.; Aber ya soweit es für sprachliche Uebungen dient, Literatur des Mittelalters und der Neuzeit sowie der Sprachunterricht selber wird in sefardischer Ausspräche erteilt. Unser Erziehungsziel »ist jä-he'üte* nicht bloß ^die-Göfa,;sondern-in eni-! scheidendem Maße- Erez' Israel, «uridwenn;wiri unsere Jugend au#rdas« (Heilige Land vorbereiten' wollen," dann müssen wii?i'sie schon h bb-m an . die* sef ardi&ch'e Ausspradhe;s (gewöhnen,:; deren man'; 'sich in- Erez'Isr&eil bedient, -nicht aber einen Zwie-- ■spaltin diiejfSeele der .Jugend-hineintragen'• durchl zwei Verschiedene Auss'pt'ache'n• jauf :die;m s eA -] 'b e n - Gebiet. > Wentf man z. B. der»Jugend iUn-i terricht in. den> Prophetenx; erteilen will,'derart,; daß jeder Abschnitt erläutert' und wiedergegeben] wird in hebräischer Spräche, dann ist es doch unmöglich, von ihr zu verlangen, diese I n h a 11 s- Wiedergabe in sef ardischer Aussprache zu vollziehen und den'Teit selbst in aschkenasischer Aussprache zu lesen. Da muß nun alles in sefardischer Aussprache erfolgen." Für die Praxis ist da» m. E; vorläufig die beste Regelung. 2. Haben, d i e D v» 3 fi Sephar di t h gesprochen? Was die Behauptung des Herrn Direktor Dr. Fink betrifft, daß die d'öDri sephardis.ch gesprochen hätten, so ist aller Wahrscheinlichkeit nach diese Frage zu bejahen. Die wissenschaftlichen Forschungen des talmudischen Zeitalters, die Transskriptionen in. den Schriften der Griechen und der Römer, insbesondere des Hieronymus; deuten, alle darauf hin,. daß damals idas Sephardische die übliche Aussprache war, wenn auch anders, als heute> Daher werden auch in diesen. Schriften die hebräischen Namen wie .ita'ptt 'faiRI 'öa^SK in phonetischer Umschreibung r 'ÖiTl3K 'faiK^. transskribiert. .Das a ist demnach damals,; also in talmudischjen Zeiten, auch yoh; den rJuden scheinbar , wie .a .ausge-; sprechen worden. . .;; . itPieri beste - Beweisr-iür? die Behauptung . des Herr.n Direktor Dr.. Fink, wäre vielleicht die Tatssache; daß ngeh hfe U t,e: die Jemeniten, die nach 4er. Agadah ^ehon .seitj •Äliyri . also schon, nach } demv;pTCiO ]amn in Mmea-waren, und bis heute ihce^ihebTräische Sprache, beibehielten, alle Sephardith sprechen und tatsächlich heute aw wie lesen. " Jm-.o r i e n t'a 1 i s c h e n Sephardith werden nicht nur n wie sondern auch a wie a und oft s wie s,.gelesen. Daher auch die: Warnung!unserer Weisen;aus{fdein talmudischen Zeitalter, die ^gleichlautenden -Konsonanten, wie z. B. die aufeinanderfolgen, deutlich auszu-r sprechen;, ■:.\'.!U , -,\. , ■, t, ■ jAücb -die ySephardim.. und: Portugiesen haben bis-..heute die s.ephajjdische Ausspr ache beibehal- •teni. die: ihre Yäter, wahrscheinlich -ub«r Nord-;a^ika,« Ar-abien und ,Babylpnien nach Spanien; mitgebracht haben/ , '< iWieso wiederum das Aschkenasische entstanden ist; darüber; gibt es verschiedene Hypothesen,auf dienwir hier '-aus Mangel an Raum nicht «eingehen können. Das; kann .hier nur angedeutet werden. Nach mancher Ansicht ist es .noch auf die Tiberische Aussprache der alten jüdisch-römischen: Gemeinden: im! talmudischen Zeitalter zurückzuführen, von wo aus sie nach Ost- und Mittel-lEuropa kamen. - - ' Vielleicht ist das'no'ch auf die Unterschiedlichkeit de? Dialekie zwischen Jüdäa und Galiläa ■ zurückzüfuKren" r Bekanntlich " "bestand' ^zWis*cheii * den Jud^ern und Galiläern ein gewisser Antagonismus. Die. Judäer haben sich oft über die Galüaer * i.wegen •ihr'erutakorrekten Aussprache,; besonders der Kehlbuchstaben, lustig gemacht, . V K'itt\ Ja'. i.J f . . .'* - wie dies ,Etus/£olg.endem.Ji^,*'tJi ^öRD hervorgeht- Q2w«?^» H4spnv :rnw m 10« nw n nas üxmb *?» 'iTBpn *6fc •»aa-wa' ön^n•"■ro&prü -: , .: m ■ «QT»a:ön^n na.^m sV in» miü' |aff?xvi na -»pv^a D'p^ia; }w m :^ iia«;ToaV w mVü rnnV imt 'JK '■'",: »n»"TK -.»Vir fr\rb1' :bn^' ptt;?iph nn'-|i^a Q'pTpio' oa'Kw -Wn v:a \!now>WV"iiV.J*»B'fc mb (Schaf) 10» tanVnöK w na» r">r\^ (^ein) n » n na^aiV (Esel) n i a n (Schaf =■ tt?aa) na« ik nwa5?5?- (Wolle — (r: pnsr) iwnvb ^Pcarra,us sehenT,.\yir tauqhv,daß, das $ damalsj #^^J^^*^fe4iÄ^ wurde. Noch heu-ie wird das 'ähnlich wie da-. inals, von Arabern- und. Jemeniten, etwa wie nj ausgesprochen. Ebenso.ist es i-iriit dem>"y»'i :däs| Araber und Jemeniten!yön tiefer Kehle ausstoßen: in einer Weise, wie" wir,,Europäer es nicht näch-f ahmen können. Das y:; wird bekanntlich von den,; Sefardim in Holland, usw. heute noch nasal "aus-} gesprochen. '; : *'*".",.''."-'? Jedenfalls ergibjt. sich! daraus, daß es "in Pa-1 lästina schon im talmudwiclien Zeitalter verscnie-l dene Aussprachen der hebräischen Konsonanten (in Galiläa und Judäa) gegeben hat; 3, Z U'r T e c h n i k des n e uh e br'ä i s c h e n Unterrichts. Im oben-erwähnten Aufsatz vom 29; * August ist „vom unterrichtstechnischen Standpunkte" Folgendes gesagt worden: Das Hebräische ist für das in Deutschland geborene jü-; dische Kind- "genau so eine Fremdsprache' wie das Französische, Englische, Italienische usw. . . . Als jüdisches Kind ist dasselbe durchaus nicht von Natur aus mehr prädestiniert für das Hebräische als für das Lateinische und Griechische." Dieser Auffassung muß hier widersprochen werden. Gewiß ist das Hebräische nicht so leicht zu erlernen, aber es auf eine Stufe mit einer Fremdsprache zu stellen und es als solche zu betrachtenc wäre vom unterrichtstechnischen, Standpunkte eine Verkennung des großen .Vorsprungs, den man bei der Erlernung des Hebräischen; bereits, hat.: .;<•'.'■' - Es-soll hier einmal .öffentlich ausgesprochen waerden: Die hebräis ch?e S prua ch e , i s t f ÜT}dJeA Juden k e in e Ft e mds p r a c h e! ■: Der Jude, ist durch Geburt, Anlage, mehrtausendjährige Kultur, Erziehung und Tradition wohl für das Hebräische .prädestiniert (auch» die Praxis ftat das .bewiesen.) . , 1 Außerdemffhät,:jedes-Kind, das,in einem jüdischen Hause erzogen wurden und besonders jeder Erwachsene, auch Anfänger einen Wortschatz von , über.100/hebräischen Worten, csei, es durch die hebräischen Gebete, sei es durch die hebräischen Namen der Ritualien im Hause, in der Gemeinde und Synagoge, sei es durch die hebräischen Namen der Fest-, und Gedenktage^ sei.es durch .altjüdisch-hebräische;Ausdrücke, die .der deutsche .Jude immer noch mit einher gewissen Sentimentalität, gebraucht usw. . Das Kind, das gar schon einige Schuljahre hinter sich hat,.hat durch den biblischen Unterricht usw. unbewußt einen Wortschatz von 3 bis 500 Worten (und. zum Sprechen genügen ja 500 bis 1000 Worte). Vom unterrichtstechnischen Standpunkt aus gesehen ist also die hebräische Sprache für den Juden keine Fremdsprache wie Griechisch oder Lateinisch und soll auch nicht als solche behandelt werden. Das wäre eine falsche Voraussetzung. TJas war auch der Konstruktionsfehler, i der alten. Unterrichtstechnik des Hebräischen.. Man behandelte das Hebräische wie das töte Griechische oder Lateinische, man paukte jahrelang die Grammatik ."top 'maff 'THaiP T)5ü'"nS0und übersetzte fleißig vom Hebräischen ins Deutsche und nach solchem neunjährigen Un- . terricht konnte man keinen einzigen Satz he- Jbräisch Sprech e n,. Die. Aufgabe des erfahrenen neuhebräischen Pädagogen müßte deshalb sein, dem Kinde oder dem Erwachsenen vor a 11 e m diesen seinen bereits vorhandenen Wortschatz zum Bewußtsein zu bringen und ihn zu lehren, diesen zu gebrauchen. Das geschieht auch am besten dadurch, daß man den Schüler einmal, zum Sprechen bringt, d. h. mäh läßt ihn einen leichten Stoff — meist biblischen —; den jeder. Anfänger: kennt, hebräisch erz ä h 1 e h. Die Aufgabe des Lehrers ist dann,' dem Schüler allmählich, den hebräi&chen Satzjba.u, .bejlzubringen^und seinen Wortschatz durch»neue;praktische midi technische. Ausdrücke,; vor allem vom täglichen Leben zu erweitern. Das geschieht am besten durch Erzählen von praktischen Dingen, eigenen Erlebnissen usw. Auf diese Weise wird das hebräische Denken, die Voraussetzung des Sprechens geweckt. - ' : ' Außerdem müssen dem Schüler zur Stütze des Gedächtnisses auch etwas praktische Grammatik und kurze anschauliche Regeln usw. beigebracht werden. Natürlich muß, es sich auf das wirklich Notwendigste beschränken, um das Hirn nicht unnötig zu belasten, Die Praxis zeigte nämlich, daß die meisten Regeln, soweit sie nur selten zur Anwendung kommen, vergessen werden. Voraussetzung ist dabei, daß der Unterricht hebräisch erteilt wird, und der Lehrer selbst fließend hebräisch spricht. Leider läßt dieses noch viel zu

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