Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 37 (12.9.1935)
- Date
- 1935-09-12
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Jl, September 1935 Der Israelit Nr. 37 Seite 3 Ich V WW! für Deutschländers Erbe! * (Fortsetzung" von Seite 1,) < ren wollen und - werden. Darüber hinaus haben »sieh - die -: Menschen;: welche dem Pädagogen, und Lehrer Deutschländer zeit seiner Arbeit am Allernächsten standen: Oberrabbiner Carjeb.ach in'Altona und Jadith Grünfeld-Rosenbaum in :Lbndon\( bereit erklärte allei ihre Freizeit für Beth: Jakob -zu-widmen, ausj Ljebe.zum; Werk und zu' seinem,.Schöpf er! , «; Daß, D r. Deutschlä n d e r s F1 atz auf i 'i . ■ t;. ■/.-.*. ' ■■'..•■.;* ' - * Kathedern und an all;den Stellen verwaist bleiben wird, wo er die Kulturtat des jüdischen -Ostens den Menschen deseuropäischen Westens nahezubringen . suchte —in seiner besondere©., Weise,: weil in ihm die Emunas Chaiönpiioim um; so^inni]ger: blühte, -desto>mtehr ver jüV dische, ^Weisheit1 und : Wissen: mit ri; weltlichem Geistesgut vergleichen konnte das wissen wir, und damit müssen wir uns. abfinden! . *; •; Schöpferisch war, '} Dri Deutschlärider aber" nicht mir .im G eistigen,; sondern eb enso im O r: - gan i sa t o r i s;qh e n und;Wiröjt § h a f t - liehen!, - ' '■ - ' Wir stellen fest: eri.hat für<den;;K:c?jr e n H a - thorla einen Rahmen geschaffen,j. jd^r!imstande igewesen :Wäre, den Keren Hathora! j^ährhaf t zu ,;einem wichtigen, zu einem •. entscheidenden Fin; panzinstilinTient für die. thorÄlernjeiQ^ j .»Judenheit \zu, .gestalten,^ Wenn die Judenheit,; jaf l'iwenn; nur die gesetzestreue Judenheit etwas weitsichtiger, etwas großherziger, etwas selbstloser gewesen wäre. -Hier soll nicht angeklagt, hier soll nur konstatiert werden! . .Wir stellen fest:'.'-.mit iunendlich^r: Zähigkeit, .mit einem Aufwand von Geist und Körper ohnegleichen, hatDr. Deutschender für B e t h J a kobüberall Hilfskomitees und Stützpunkte geschaffen; viele stellten sich in den Dienst der großen Sache, Frauen zumal, viele versagten sich aber; da, w.o. die Seele nicht wach ist,., ist man ja schnell mit dem Wehn und Aber bei der Hand! Wir stellen fest: mit einer Umsicht und Ziel; strebigkeit, die des geborenen Kaufmannes würr dig war, hat Dr. Deutschländer es verstanden, eine große Versicherungsgesellschaft — den Phönix —- für unsere Organisation, >und für die -^Gründungen der A g u d a s J i s r o e 1 zu interes-. sieren: viele halfen, ..daß durch die Begünstig .gungsverträge, die Dr. Deutschländer im Interesse der Agudo mit dem. Phönix geschlossen hatte, der Agudas Jisroel Gelder zuflössen, indem sie _ ihre diesbezüglichen Geschäfte durch diese an uns interessierte Gesellschaft schlössen! Viele aber lehnten naserümpfend diese Verquickung von Organisation und Geschäft ab, vergaßen nur leider, ihrerseits der Organisation auch nur einen Groschen zuzuwenden, sie ließen es beim Naserümpfen, das war moralisch und — billig! Den Helfern war Dr. Deutschländer innig »dankbar; unter denen, die abseits, standen in .gleichgültiger Kühle oder parteigebundenem Vorurteil litt, sein warmes Herz furchtbar! Wir wollen Deutschländers . Erbe;; vor dem "Verfall schützen! :: 'n ); Darunü; rufen wir auf: * . ' :j ■ alle a m L i m ü d H a t h o r a;/?i n t eressie rte tl Men sc h e n in aller;; Welti daß sie s i c.h den örtlichen Keren Hathör^r/stanzen freiwillig Tihd 'freudigzur 'unbegrenzten1 Mitarbeit zur Verfügung stellen: es dürfte keinen jüdischen Kreis geben, der nicht im Oweljahre unseres Dr. Deutschländer s eine K er en H athoraverwalt ung r e o r g a nisierto d^e r g rund e t, alle um die orthodoxe: MäAcheaerziehung Besorgten, daß siei den Beth Jakob-Komitees . ihres Ortes ' sich?' 'anschließen, als Spender und Werber, daß sie treu und selbstlos mithelfen, aus:. Dank^egen Dr. Deutschländer, aus Verantwortunggegenüber Beth Jakob, alle, die wissen, daß ,/T h o r a o h.n e Mehl" einev Unmöglichkeit-ist, daß sie im eigenen Betrieb von dem Abkommen Gebrauch machen, das Dr. Deutschländer für uns mit der erwähnten Versicherung geschlossen hat oder daß sie andere darauf hinweisen. Alle sind aufgerufen und kein Einwand gilt: nicht, daß die örtlichen Aufgaben vordringlich seien, nicht, daß das eigene Land alle Kräfte absorbiere, nicht, daß ein Versicherungsgeschäft nichts mit heiligen Gemeinschaftsanliegen zu tun habe: ' x wvon ihm soll man lernen — und ebenso tun"!! Dr.. Deutschländer schützte niemals die -andre Aufgabe vor, wenn man ihn zu der ejn en berief, er kannte kein persönliches Interesse, kannte auch nicht engherzigen- Landesegoismus, er nutzte alle' 'erlaubten Mittel und gab so ein Vorbild, 'dem j e d e r nachstreben soll, der sich, so wie er, vom Ernst der Zeit und unserer Lage erschüttert weiß/ . . Undxw.er einsam wohnt, der wende sich an unsere- Zenträlfe^ ita Wien daß sie ihn ^einordne in unsör5 großes Ganzes und ihm die Arbeit anweise, vdetttt wir brauchen j e d e n Helfer, wie wir jeden! Groschen brauchen! r Und alle, alle:;. Deutschläjhders Schüler1, Defutschländers Freunde,; : Deutschländers Verehrer - hri allen Ländern der 'Erde: ae^werden aufgerufen:werden zu einer ei n m arl'i g^eiiv, ' großen Kr af t ent f alt u n g : in der Leo Deütschländer-Gedächnisstiftung sollen sich alle vereinen, die dankbar sein wollen, dem Mann, der sich der Sache opferte. Wir wollen seinem Namen und Gedächtnis hier ein Denkmal setzen, in seinem Sinne; wollen eine dwige Stiftung schaffen, in der die Liebe zu Leo Deutschender lebt, aus der die Liebe zu Leo Deutschender noch in fernen Zeiten kündet! ' Die Tausende der "'Reichen, die kleinen Beträge der Unbemittelten, sie wollen und werden sich hier zu einem Ziele verbinden: einem edlen Mann in der Weise zu danken wie er allein von Dank wissen wollte: ' Dank, der d i e h ei 1 ig e Sache f ördert! /: > Die Weener Zentrale wird über die Landes* und Ortskomitees sich an jeden einzelnen wenden: Im Namen und im Sinn von Leo Deuts c h länder bitten und erwarten wir, daß niemand seine .Leistung verweigert! Denn Deutschländer gab mehr: — er gab sein L'eben! „Euch, i h r Männer, rufe ich, und meine Stimme spricht zu den Menschen!" i, Ihr Töchter des. Vertrauens, höret auf meine Rede!" Männer und Frauen! In diesen Tagen, da die Schlauschim um Leo Deutschender zuende gehen, haltet euch nochmals ganz nahe und deutlich sein Bild vor Augen, seht ihn in seiner Leistung und in dem Glanz seiner großartigen Wirksamkeit und dann ■■ tut das feste Gelübde, mit uns zusammen die'Arbeit Leo Deutschländers fortzusetzen nach seinem Wunsch* nach dem letzten Verlangen seiner Seele: „Erhaltet das W etk! " Wochenniridschau- Von Luzern nach:' Wien Nach der zionistischen Heeresschau in Luzern wurde diese Woche in W ien deryon Jabotirlsky einberufene K o ng r eß; d e r N e u e n Zi on i s tisch e n O r g a n i s a t ion eröffnet. Auclj diesem Kongreß gingen Wahlen und Wahlkämpfe voran, eine '-Propagandajieiöev Gegenpropaganda, die zeigten, daß die neue Organisation und ihr Kongreß von Vielen nicht Weniger ernst genommen werden, als die alte Organisation mit ihrem zum neunzehnten;Male sich wiederholenden Kongreß. Es ist vielfach die Frage erörtert worden, wie sich die O rit' h o d ö x i e zu der NZO. stellt. Die Beschlüsse der orthodoxen Zentralen sind bekannt, weniger die Gründe und Erwägungen, die zu jener a b 1 eh n e n d e n Haltung geführt haben. Darüber gibt uns der Warschauer Agudaführer, A. S. Friedmann, in einem Artikel im „Darkenu" klare und lehrreiche Auskunft.. - Zweierlei waren die Gründe für den Austritt der, Revisionisten ausder: Organisation..,'Einmal die;? Unzufriedenheit miiMder «gemäßigten : Politik der Mandatarmacht gegenüber, der Mangel (Van : Stoßkraft, den die Organisation,, nach Meinung der; Revisionisten, im iKampfe für die freie« Ein^ wander.ung, für den Bodenerwerb*. für die Besiedlung Transjordaniens : usw. zeige. Dann aber spielte die rote Parteifarbe des derzeitigen offiziellen Zionismus dabei eine gewichtige Rolle. Die Revisionisten als die. Sachwalter des HerzVsehen Erbes fühlen sich durch die Vormachtstellung der H i s t ä d r u tihj iund 1 die1 Ueberhahdnähme des internationalen .Gedankens im offiziellen Zionismus aus;der Organisation hinausgeekelt; sie wollen Hüter des Basler Programms unter der blauweißen Fahne sein. Es ist letztlich ein Kampf zwischen den Fahnen und Farben auf der einen und anderen Seite, der Kampf von Blauweiß gegen Rot. Kann mithin die Rede von einer neuen Organisation sein, wenn sich doch die Neuen mit vollen Tönen zum ä.ltesi&n Programm des Zionismus bekennen? Bedenkt man aber, daß die Gegnerschaft der Orthodoxie gegen den Zionismus nicht von heute und nicht von gestern ist, daß diese Gegnerschaft nicht erst mit der Ueberhandnahme der linksradikalen Ideologie begonnen hat, daß sie vielmehr damals schon gegen Herzl und seine Judenstaatsaspirationen begonnen hat, daß sich die Thoragememschaft gegen den Zionismus wendet, wie sie sich gegen jede Bewegung und Organisation wenden muß, die sich nicht bedingungslos unter das Primat der T h o r a stellen, die im Judenstaat nicht in erster und letzter Reihe den G'ttesstaat aufzubauen gedenken — wenn man das alles bedenkt, so sieht man nicht ein, warum die Orthodoxie gegen „den neuen Zionismus in seiner alten Gestalt" eine andere Haltung einnehmen sollte, als gegen den „alten Zionismus in seiner neuen Gestalt". Daran wird auch die Tatsache nichts ändern, daß einige religiöse junge Menschen sich begeistert Jabotinsky anschlössen, um nun als Renommierorthodoxe ausgegeben zu werden. Wenn, ineint Herr Friedmann sehr richtig, es dem Misrachi, der doch immerhin über Menschen und Köpfe und eine Summe guten Willens verfügte, nicht gelang, die zionistische Organisation vor dem Einlenken ins rote Nichts zu bewahren, wie sollte das Häuflein Namenloser, das; jetzt tinter dem Titel tJ'Tin HVTnKJin so etwas wie den „Reyisionistenmisrachi" bildet, dieses Wunder fertigbringen? Das läßt an Klarheit und Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Im Kampfe beider zionistischer Organisationen um die Fahne, kennen wir nur eine Fahne, unter der wir uns zu sammeln und zu arbeiten haben. ^rm irpbx.ötfa mim Sektenbildung. Eine Entscheidung des Warschauer Obersten Gerichtshofes und ihre Begründung sind von grundsätzlicher Bedeutung weit über Polen hinaus.