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Der Israelit · 1935-09-05 · Heft 36 (5.9.1935) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 36 (5.9.1935)
Date
1935-09-05
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 Nr. 36 D Israelit 5. September 1935 Von seinen Schülern befragt, wie er die Betrüger so durchschauen konnte, antwortete der Gaon: „In der iMischna, Traktat „Sanhedrin", ist zu lesen: Man führt den ersten Zeugen herein und verhört ihn usw. Sodann bringt man den zweiten und hört ihn ebenfalls aus. Dann lesen wir die Worte: O^m» DTVnin IKXfc^wenn sich findet, herausstellt, daß beide Aussagen stimmen, dann urteilt man nach diesen Aussagen. Was soll hier das Wort iKXa:? Es ist darin ein Hinweis für die Richter enthalten auf Grund einer Erfahrung. Wenn zwei Menschen einen gleichen Vorgang, das gleiche Erlebnis schildern, so ist es naturgemäß unvermeidlich daß jeder sein Erlebnis mit anderen, eigenen Worten wiedergibt. Das Gericht muß sich über die einzelnen Worte hinwegsetzen, es muß auf den Grundton beider Aussagen hören, es muß suchen und finden, erst nach dem wesentlichen Inhalt feststellen, ob beide Aussagen übereinstimmen Und wenn "Di INSftj' wenn sich über alle äußeren Abweichungen hinweg herausstellt, daß beide das Gleiche sagen, dann haben sie die Wahrheit gesagt. Wo aber ein Finden gar nicht nötig ist, wo die beiden Zeugen <len Vor gang mit genau gleich e,n Worten schil dern, so ist das Ganze eingelernt und die Zeugen sind als Lügner zu betrachten. Auch hier spra chen die beiden Männer genau die gleiche Sprache, und ich mußte wieder die Erfahrung machen, wie tief die Weisen der Mischna in die Seele der Menschen geschaut haben. Sie haben sich ja selber als Lügner entlarvt." (Fortsetzung ioigt.j Kinderecke. Israel in Ägypten. Dem Sefer Hajaschar nacherzählt von Rabbiner Dr. Robert Zion> (Fortsetzung.) Im ersten Regierungsjahre des neuen Pharao, das ist im zehnten Jahre der Gefangenschaft des Mose in Midjan, trat eines Tages Zippora vor ihren Vater Reuel und bat ihn, er möge doch nachsehen, ob der Hebräer, den er vor zehn Jahren ins Verließ hätte werfen lassen, noch lebe. Der Vater, .der nichts davon wußte, daß Zippora heimlich Mose ernährte, meinte, es sei doch wohl unmöglich, daß ein Mensch in zehnjähriger Gefangenschaft ohne Nahrungsaufnahme am Leben bleiben könne. Aber Zippora wandte ein; „Hast Du deon<nichts davon gehört, daß der G'tt der Hebräer groß und erhaben ist und zu jeder Zeit Wunder tut? Er hat Abraham aus dem Feuerofen, Isaak vor dem Schwerte seines Vaters und Jakob aus der Hand des Engels, der mit ihm rang, gerettet. Auch an diesem Manne hat er Großes getan; er hat ihn aus dem Flusse und vor dem Schwerte des Pharao und der Kuschiten errettet. Daher kann er ihn auch vor dem Hungertode bewahren." Diese Worte gefielen dem Reuel, und so ließ er in der Grube nachsehen. iDa fand man den Mose lebendig in der Grube stehen und zu seinem G'tte beten. Auf Befehl Jithros zog man Mose aus der Grube, schnitt ihm die Haare, gab ihm neue Kleider und bereitete ihm ein Mahl. Danach ging Mose in den Garten und dankte dort G'tt für die Wunder, die er an ihm getan hatte. Plötzlich sah ,er einen Stab aus Saphyr, der in der Mitte des Gartens in die Erde gepflanzt war. Er trat näher und sah deutlich in den Stab eingegraben den Namen des Ewigen der Heerscharen. Mose sprach den G'ttesnamen aus und ergriff den Stab, der sich sofort aus der Erde loslöste. Dieser Stab aber ist derselbe, mit dem G'tt nach der Weltschöpfung alle seine Wunderwerke vollbrachte. Als G'tt dann den Adam aus dem Paradiese vertrieb, gab er ihm diesen Stab mit. Der Stab kam dann über Noah und Sem bis zu Abraham. Als Abraham sein ganzes Vermögen dem Isaak übergab, gab er ihm auch den Stab. Isaak übergab den Stab seinem Sohne Jakob, als dieser nach Padan Aram floh, und so überschritt Jakob mit diesem Stabe den Jordan. Als er später nach Aegypten zog, nahm Jakob den Stab mit sich und übergab ihn vor seinem Tode cem Joseph. Nach dem Tode Josephs traten die Fürsten Aegyptens in Josephs Haus ein,, unc Reuel eignete sich den Stab an. Als Reuel spä ter Aegypten verlassen mußte, führte er den Stab mit sich und pflanzte ihn in seinem Garten ein. Der Stab verwurzelte' sich im Garten und ließ sich nicht entfernen. Reuel ließ bekannt machen, daß er demjenigen, der den Stab heraus reißen könne, seine Tochter Zippora zum Weibe Glückwunsch- Inserate für rwn tPKi in drei Größen zum Sondertarif y ♦ Allenib. Verwandten u. 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Die Anzeigen-Verwaltung des Israelit Sammelinserat Ablösung für Erez Jisroel, Wer seine Glückwünsche zu Gunsten von Erez Jisroel abzulösen und keine Anzeige zu veröffentlichen wünscht, wolle dem nach Belieben festzusetzenden Ablösungsbetrag eine Gebühr von 1.50 Mark für die Veröffentlichung von Namen und Wohnort im Sammelinserat beifügen. geben werde, und viele Helden versuchten es, doch vergeblich. So blieb der Stab im Garten, bis Mose, dem er bestimmt war, kam und ihn in Besitz nahm. Als Reuel den Stab in der Hand des Mose erblickte, gab er seine Tochter Zippora dem Mose zur Frau. Zippora aber führte denselben frommen Lebenswandel wie Sarah, Rebekka, Rahel und Lea. Zippora gebar dem Mose einen Sohn, den er Gerschom nannte. Auf Befehl seines Schwiegervaters unterließ er jedoch die Beschneidung. Den zweiten Sohn, Elieser, beschnitt er jedoch, ohne auf seinen Schwiegervater zu hören« Mose hütete die Schafe seines Schwiegervaters hinter der Wüste Zin. Eines Tages entfloh ihm ein Ziegenböcklein, und er Verfolgte es, bis er schließlich zum Horeb, dem G'ttesberge, gelangte. .Am Hpreb erschien ihm G'tt im Dornsusch. Mose sah, wie der Dornbusch im Feuer brannte, ohne jedoch zu verbrennen. Möse staunte, über diese Erscheinung und trat näher, um dieses Wunder zu betrachten. Da sprach G'tt zu Mose aus dembrennenden Dornbusch und befahl ihm: „Rehre nach Aegypten zurück! Denn alle Männer, die nach Deinem Leben trachteten, sind gestorben. Sage dem Pharao, er solle Israel aus seinem Lande entlassen.": Dann lehrte ihn G'tt, Zeichen und Wunder vor den Augen Pharaos und seiner Diener zu tun, damit sie daran glauben sollten, daß der-Ewige ihn gesandt habe. Mose hörte auf alles, was der Ewige ihm befohlen hatte, kehrte zu Jithrcr zurück und erzählte ihm, was ihm widerfahren war. Jithro entließ ihn in Frieden und Mose machte sich mit seiner Frau und seinen Söhnen auf, um nach Aegypten zu ziehen. Unterwegs in der Herberge wollte ek Engel G'ttes den Mose bestrafen, weil er auf Wunsch seines Schwiegervaters seinen ältesten Sohn nicht in den Bund Abrahams aufgenommen und so diesen Bund übertreten hatte. Aber Zippora nahm einen spitzen Stein, beschnitt den Gerschom und rettete so ihren Gatten und ihren ältesten Sohn, An diesem Tage erschien der Ewige dem Aron und befahl ihm, seinem Bruder Mose nach der Wüste entgegenzugehen. Aron ging, traf Mose am Berge G'ttes und küßte ihn, Dann sah er Zippora mit ihren Kindern und fragte seinen Bruder: „Wer sind diese?" Möse antwortete: „Das sind meine Frau und meine Söhne, die mir G'tt in Midjan gegeben hat." Es mißfiel dem Aron, daß sein Bruder eine Fremde geheiratet hatte, und so riet er seinem Bruder, Frau und Kinder zu Jithro zurückzuschicken. Mose schickte seine Angehörigen zurück, und sie blieben bei seinem Schwiegervater, bis G'tt seines Volkes gedacht und sie aus Aegypten herausgeführt hatte. Als Mose und Aron in Aegypten den Kindern Israel alle Worte des Ewigen verkündet hatten, ergriff das Volk eine große Freude. Am nächsten Morgen gingen Mose und Aron zum Palaste des Pharao, Aron aber hatte den G'ttesstab in der Hand. Vor dem Tore des Thronsaales standen zwei ijunge Löwen, die mit eisernen Ketten angeschlossen waren' und niemanden hindurchließen. Wenn aber jemand zum Könige befohlen war, so geleiteten ihn die Zauberer hindurch. .Als Mose und Aron sich näherten, schwang Mose den Stab über die Häupter der' Löwen und die Fesseln lösten sich. Die Löwen ließen Mose und Aron hindurch, folgten ihnen auf dem Fuße und freuten sich, so wie sich ein Hund mit seinem Herrn freut, der vom Felde heimkehrt. Als Pharao dies sah, wunderte er sich sehr und erschrak, denn Mose und Aron erschienen ihm wie G'ttesgestalten. Pharao fragte sie nach ihrem Begehr und sie antworteten: „Der Ewige, der G'tt der Hebräer, hat uns zu Dir gesandt mit dem Auftrage: Entlasse mein Volk, damit es mir diene," Als Pharao ihre Worte hörte, fürchtete er sich sehr und bat sie: „gehet heute fort und kommet morgen wieder zu mir." Als beide gegangen waren, ließ Pharao den Zauberer Bileam, dessen zwei Söhne und alle Zauberer, Zeichendeuter und königlichen Ratgeber rufen und erzählte ihnen, was Mose und Aron gesprochen hatten. Sie fragten: „Wie konnten denn diese Männer an den Löwen vorbei kommen?" Der König berichtete, sie hätten ihren Stab über die Löwen geschwungen, und diese seien ihnen wie Hunde gefolgt. Bileam erwiderte: „Diese Männer sind auch nur Zauberer wie wir. Darum laß sie rufen, damit wir sie prüfen." Am nächsten Morgen ließ der König Möse und Aron rufen, Sie kamen mit dem Stab G'ttes zum iKönige und sprachen zu ihm: „So spricht der Ewige, der G'tt der Hebräer: Entlasse mein Volk, damit es mir diene." Der König fragte: ,Wer soll Euch denn glauben, daß Ihr G'ttesgesandte seid und auf G'ttes Befehl zu mir kommt? Erst zeigt uns ein Wunder, dann werden wir Euch glauben." Da warf Aron seinen'" Stab zur irde, und der Stab verwandelte sich zur Schlange. Die Zauberer sahen es, warfen ihre Stäbe ebenfalls zur Erde, und die Stäbe wurden zu Schlangen. Aber die Schlange Arons erhob ihr Haupt und öffnete ihr Maul, um die Schlangen der Zau-

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