Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 36 (5.9.1935)
- Date
- 1935-09-05
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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D; September 1935 D e.r^ Israelit Nr. 36 Seite 7 Juden, Abteilung Zentralwohlfahrtsstelle (Berlin- Charlottenburg 2, Kantstraße 158.) Anträge auf Bezuschussung der. Ausbildungskosten nehmen die für den Wohnsitz :dre Anwärterm zuständigen Jüdischen BezirkssteHen für -Berufsausbildung, entgegen.;- .• : . ...___l ■ . ■ .' ' Meldung von Künstlern beim Reichs verband der - : Jüdischen- Kulturbünde. ' : . Berlin, 28. Aug. '• Der Reichsverband der Jüdischen Künstlefbüride in Deutschland teilt mit: Alle Künstler, -die' in den letzten Ta^en - ein Schreiben der 'ReichsmusikkämMer über ihre Mitgliedschaft erhalten haben, werden er-„ sucht, sich umgehend schriftlich, unter Mitteilung ihrer Adresse und ihrer bisherigen Berufsart beim Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde in Deutsch- ~ land, Sonderdezernat: F, Berlin S W. 68, Chärlottenstraße 90/92 zu melden. — Wir bitten; yon persönlichen Besuchen abzusehen, die überflüssig sind, da eine generelle Mitteilung an jeden sich Meldenden rechtzeitig erfolgt, i-^ ■ Gegen Friedhofsschänder. > Detmold, 28. Aug. ' Die „Lippische Ländeszeitung in Detmold be1 richtet: „In der Nacht zum Sonnabend haben rucK-: löse Hände auf - dem Israelitischen -Friedhöfe' ari> der Flurstraße 23 Grabsteine umgeworfen. Die Gedenksteine' sind teilweise "zu Bruch gegangen, zum Teil liegen sie auf - den Gräbern oder sind - ä'üf andere Rühestätten' gefallen.- - -Der klein1© :' jüdische'' Friedhof bietet auch heute ein Bild der Verwüstung. Die Friedhofsschänder haben sich in erster-Linie an die Grabsteine der jüngeren Zeit herangemacht. Die älteren Denksteine sind fester verankert und waren nicht so leicht von der Stelle zu bewegen. In der Synagoge ar* der Friedrichstraße haben' wahrscheinlich "'dieselben Täter gewütet. Die verschlossenen Türen ' wurden aufgebrochen, der Altar sowohl - wie Bänkenund Leuchter sind zerschlagen' und * demoliert. Man sollte es nicht für möglieh halten", — fügt das Blatt dieser Meldung hirizu*J—daß es Menschern; gibt, die Kirche und' G'ttesäcker als - Stätt e ihres scheußlichen Tuns aufsuchen; Die - Polizei ': hat die •' Verfölgun'g' dieser Friedhofs- und Kitfchenschänder aufgenommen." , Jüdischer Friedhof in Hamburg beschädigt. Hamburg,, 28. Aug. Der an der Rentzelstraße^ gelegene sogenannte G r i n d e 1fr i e d h o f der Deutsch-Israelitischen Gemeinde in Hamburg ist stark beschädigt worden. Aus den. massiven^ , in Mauerwerk eingelassenen Eisengeländern ' wurden vier Felder von je vier Meter Breite herausgerissen und in das Innere des Friedhofs geworfen, wodurch die ersten Gräberreihen stark gelitten haben und starke Steine umgeworfen worden, sind. Die Polizei hat die Nachforschung nach den Tätern aufgenommen." . (ITA.) , Rituelle Verpflegung auf, Ozeandampfern. ,,im----. ■ r*. - Hamburg, 26. Aug. : > - Zu der in Nr; 35-'unseres Blattes enthaltenen Aus- einahdersetzung : :'überi'die ' rituelle Verpfle'gung ' auf^ Ozeandampfern^schrerb^ uns-der' „Verein =zur Förde--- rung ritueller Speisehäuset^ e. V."; in Hamburg, -Gn): Bäckef-str;"6, daß er »aus eigener Initiative-natürlich 1 nichtin der Lage sei, Richtlinien'zur^Einridhtung Von«* Ritaalküchen- -bei5 'den" Dampfergesellschaf ten v auszugeben; söfertt er'nicht dafüni ersucht wird. Bei den. Amerika-Dampfern einer -Dampfergesellschaft, die jüngst 'Ritualküchen einrichtete, hat der Verein dem Aufsicht führenden Rabbiner auf Grund seiner früheren Erfährungen auf den Hapag-Dampfern die nötigen Unterlagen dafür -gegeben, wie ^dasKaschnith. auf den Dampfern gesichert werden kann.' Im übrigen" bemerkt d er Verein; daß es in - der- Regel nicht 'genügt; wennman sich an die Zentrale der betreffenden Dampfer-? gesellschaft wendet, sondern daß.! es^-besser'.ist,- eüie neutrale'-Instanz, wie •beispiekwewe dennVerem^sinzuschalten. -Is£ der Verein nicht ihüder?Lage, ^ptasir tive-Auskünfte1 zu beschaffen; so kann, den; Reiseöden nieht'-ielnpfbbl^t' we*den;:^ch«auf:''<cBVeMfa«htett->-Zu>*f; sagen id'e# Gesellschaften oder - gar der n Agenten verläss«n> ' , Schweiz. Der Zionistenkongreß Basel. -;•; > - 'Luzern, 30. Aug.- . Nach den vielen;Kommissionssitzungen am Mon- . tag würde in der Abendstunde die Generaldebatte, im Plenum' wieder aufgenommen. Es sprächen' Vertretern von Südafrika,. Frankreich und Hollind., : Die; Amerikaner f fordern ^eine Wirtschaftskommission zur Koordinierung d er A r b e i ti n Erezlsrael, auch strenge U n- : p a-rt e i. Ea c h k e i tt-bei der Verteilung von-Zertifikaten; LouiSiiLip sk y3 ihr: Wortführer, setzt sich für Planwirtschaft in Palästina ein. Dr. Tinie r, Weltvereinigung, plädiert für Mittelstands-. Siedlung im 'Zusammenhang mit der Ansiedlung . deutscher Juden. Die Debatte zieht sich bis in die! späte " Nachtstunde hiheiflj'-'öline etwas Greifbares zu-' \ bringen.-. ■ ., . - ■ "•' Am Dienstag vormittag erhält'die Verhandlung zunächst" eine kleine farbige exotische Note durch; das Auftreten eines jemenitischen" und dann eines b iPc'h a r i s c'h e ri Delegierten, vort denen' der erste noch einmal 'die Tragödie in Jemen aufrollt,; währeiid der andere gegen die Unterdrückung der < Juden in B uc h a r a und Afghanistan durch die; So wjetbehörden' protestiert.!Dänn weist ein . Arbeiter aus Daganja die Angriffe gegen die Arbeiterschaft'mit scharfen Worten zurück.. Es sei nicht . währ, daß Angehörige anderer Gruppen von der Arbeit zurückgedrängt1 würden. "Der Emek stehe wirtschaftlich und auch ethisch turmhoch über der Privatwirtschaft im Scharon. Es sei eine Verleumdung, daß sie im Emek russische Methoden einführen wollten, ihrer viele seien in Rußland wegen ihrer nationalen Gesinnung' verfolgt worden. Er setzt sich; auch insbesondere mit den Revisionisten auseinani der, den relgiiösen Punkt berührt er aber nicht. — : Ein iRedner der „Weltvereinigung" fragt, mit welchem Rechte man -die Exekutive mit der Arbeiterpartei . identifiziere und gegen diese, alle Vorwürfe anbringe, Jdie der Arbeiterschaft gelten. - '"Ein etwas positiveres Moment in die; Debatte bringVder Leiter der Immigrationsabteilüng, J. G r ü nb;a-uinA, mit' Angaben über die Zertifikatenv e r t e i 1 u n g: Von der Verteilung werden 48 Län- : der erfaßt. "Maßgebend für die Quote sei die Lage der Jvdeh'Mund dann'die Stärke der zionistischen Bewegürig, auch ihre Leistungen für den Aufbau in dem betreffenden Lande. Die - o r i e n t a'I'i s c h e n Juden ' verdienen" wögen ihrer katastrophalen Lage eine Beirücksichtigung von mindestens 10 Proz. Die Chalu- •zim müßten endlich einsehen, daß sie nicht alle- Zertifikate für sich in Anspruch neh-;men können und daß ineben den Pionieren auch dem Volke etwas gehöre. Man =müsse für das Volk (Mittelstand?)' mindestens die Hälfte der Zertifikate bereitstellen. Mit dem Jemenitenproblem werde' sich eine besondere Konferenz beschäftigen. Der Le'iter des Orgänisationsdepartements, Berl. 'L a'c k e r , "weist die Vorwürfe gegen sein Departement ' "zurück. Die Institution des Schekels müsse beibehalten werden. Durch, den Austritt der Revi-,;sionisten sei,'wie der Kongreß zeige, die zionistische Organisation'nicht schwächer geworden!" Die fetefcu-'; itive lehne die Verantwortung für den Exodus ab', .denn ein Minimum'von Disziplin müsse von allen Zio- . nisten erwartet werden. Der Opposition fehle jeder Sinn für ihre wahre Aufgaben und sei zum Tejl nur ■darauf, bedacht, aueh-;untter eigenem;^<j;^d©?j»,( der,, Exekutive unangenehme Dinge zu sagen. Das Fehlen einer starken zentralen Kraft 'im Zionismus mache sich überall bemerkbar und wirke sich in den Spaltungen aus. In der Abendsitzung vom Dienstag berichtete: noch' 'R e gal^k-i über die erfolgreiche Arbeit in den $ ü d- ]a m e r.i k a n i s c h e n 1, ä nd e r n., die zum ersten Male*' mit -- drei : Delegierten vertreten; sind. Darauf .folgte die AuSrÄÖhn-ungsszene, mit M is -. 'r a,c h Es begann damit, daß der Vorsitzende folgenden Vorschlag-;verlas: r.l V < ■t -r^,Der~ Köngreßiibeschliefit",-daß -die BeschlüssedesjAkitionskomitees auf "seiner :Tagungvin Jerusalem;4934fr 'betreffend.'*die' A vis e i:t s f u h etisura. S,a h b a t u n d ■ ■an-; d. e n- »j ü di steh eai» F.« i e r t a g e.n •;■<:■ an denenr. "jede Arbeit-im Feld und am Weinberg, am Bau und in. der Industrie zu unterbleiben hat, verwirklicht werden sollen und beauftragt die Exekutive, die Durchführung dieses Beschlusses mit allen, statutenmäßigen zulässigen Mitteln zu überwachen." Der Antrag wurde vom Kongreß unter großen Ovationen einstimmig angen o m m e n. Darauf ihn gab namens des Misraehi Rabbiner Hoff mann folgende Erklärung ab: „Nachdem' die Mehrheit die Bedingungen,'die der Misraehi an seine Mitarbeit knüpfen mußte, in würdiger Form'"erfüllt hat, nimmt der Misraehi \r o n nun an an den Arbeiten des Kongreeses vollen Anteil und wird auch einen : Vertreter ins Präsidium delegieren. Zum ersten Male seit langen Jahren hat der Kongreß einen Beschluß einmütig gefaßt, der durch freien Entschluß der Arbeiterschaft ermöglicht wurde. Hoffentlich-trägt diese Tatsache dazu bei, das Verhältnis zwischen der thoratreuen' Judenheit, dem Misraehi und der Arbeiterschaft zü-verbessern; denn 'über alles Trennende hinweg eint uns das Ziel des Aufbaues Erez Israels." Auch' der Sprecher der Arbeiterfraktion, David R e m e z , betonte die Notwendigkeit gemeinsamer Arbeit auf Grund eines freien Meinungsaustausches von Gruppe zu Gruppe. Dr. Weizmann gab seiner. Befriedigung darüber Ausdruck, daß trotz gegensätzlicher Tendenzen ein gemeinsamer Nenner gefunden werden konnte. Vom Kaschruth in den öffentlichen Arbeiterküchen sprach man in diesem Zusammenhange nicht, doch soll, wie man hört, auch darüber ein Abkommen getroffen worden sein. Hinter den Kulissen erfährt man noch, daß der , Misraehi für seine Beteiligung ander Exekutive die Bedingung stelle, daß ihm entsprechend seinem prozentualen Anteil an den Kongreßwahlen 16 Proz. der Z e r t i f i.k a t e zur Verfügung . gestellt werden. Des ' weiteren wünscht er, daß. bei der neuen Exekutive ein eigenes Departement für- Kult üs fragen geschaffen werde. Alles in allem wird Misraehi bei der Bildung der großen Koalition für die Exekutive kein Hindernis mehr bedeuten. Der bis dahin leere Misrachistuhl .im Kongreß p r äs i d i u m ist nun seit Dienstag abend mit Rabbi Meier Berlin besetzt. "> Nachdem der Direktor der Mandatsabteil 1 u n g des V ö l k e r b, u n d es; :.Signor C a t a s -< t i n i, die Grüße ~ des Generalsekretärs . A v.e n o 1 überbraehl hatte, schloß der Abend mit zwei größen- Reden von Mosche Sherfok und Chajim Welz-; mann. S h-e r t o k antwortete als Leiter der politischen Abteilung den Kritikern in der Generaldebatte, gab ..einiges zu .und stellte anderes, richtig- — Weizmann sprach, über die englische Palästinapolitik und über die politischen Methoden im Zionismus. Mit großen Reden werde der Judenstaat . nicht gebaut. Eine Vorherrschaft der Arbeiter' in "Erez Jisroel gebe es nicht. Die privaten Siedlungen zeigten bereits Ansätze von nationalem Geiste. Das Hervorkehren einer Macht, die man nicht besitzt, sei kindisch und billiger Götzendienst. Er nimmt die englische Palästinapölitik nicht in allen Teilen in Schutz, besonders halte er die Einsetzung des L e g i s 1 atiye Cou.ncll in died&m Zeitpunkt für "verfehlt, , aber jüdische Festigkeit we^de sich auch über dieses lUebel hinwegsetzen. Es liege''darin kein Gruncl vor, |sich mit der Mandatarmacht auch auf änderen Gelbieten zu überwerf en. In einer Zeit, da wir so wenig (Freunde haben, sollte mah; keine Freundeshand zurückweisen. Der glückliche Aufbau liege in unseren Händen. Auf alle traurigen Zeichen der Zeit sei die einzige Antwort, verstärkter Aufbau in Erez Jisroel.. Die K i n d e r a 1 i j a h aus Deutschland sei ein großes historisches Geschehen. Einmal werden auch die Araber einschen, daß •die jüdischen Bestrebungen mit ihre$/ eigenenr Interessen identisch seien. Der jüdische Aufbau, könne an Aeußerlichkeiten nicht •mehr zerschellen. Die Worte lösten ungeheuren Bei- :faü ailSi rt - /■!•» { . Den: verhandlungsfreien Mittwoch benutzte ein '• großer.51Teil, 'der; Kongreßmitglieder, vorab Misraehi, jzüi einem B i 11 g11 tesdi enstän der L uze rri e r JS-y.n a.g>o g eiiür ^die. Wiedergenesung, des schwer erikrankten Oherrabbiners Abraham-'. Jizchok-, Hakohen'