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Der Israelit · 1935-09-05 · Heft 36 (5.9.1935) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 36 (5.9.1935)
Date
1935-09-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 Nr. 36 D ,e r I 5 r a e I i t 5,; September. 1935 an uns, denen wir helfend beistehen müssen, vor allem Männer und Frauen in vorgeschrittenem Alter, Rabbiner, die in kleinen deutschen Gemeinden und Chewraus jahrelang eine Existenz hatten und die in ihrer neuen Heimat nicht in der Lage sind, ihren Le bensunterhalt aufzubringen. '..-■.;■>' Letztere fallen auch unter diesiKategorie „Tal mide Chachomim", denn-getreu der; .alten Tradition betrachten es Pekidim als eins ihrer vornehmsten Pflichten, Thoragelehrten die Möglichkeit zu geben, sich dem Studium unserer heiligen Lehre: im heiligen Lande widmen zu können. Die ' Pekidim-Institution ist wohl die erste, die dafür gesorgt hat, daß dort, wo die Tauroh zuerst ihre Stätte fand, dieselbe auch heute noch bestens gepflegt wird und zwar durch Männer, die mit größter Hingabe lernen und lehren, welche „lilmaud ullamed, lischmaur w'laassaus" als höchsten Lebenszweck betrachten. Um aber auch der jüngeren Generation eine entsprechende Erziehung zuteil werden zu lassen, unterhalten die Pekidim seit Jahren . die .D o r e s h Zion-Schule, eine modemer wirklich gute Erziehungsanstalt auf streng orthodoxer Grundlage, in der neben einem gründlichen Religionsunterricht Englisch und Arabisch gelehrt wird, aber auch alle andern Fächer gepflegt werden, die ein junger Mensch benötigt, um im Leben vorwärts zu kommen. Die Doresh Zion-Schule wird von Herrn Baruch R a b i n ow i t z geleitet, der in Jerusalem geboren, also mit Land und Sitten vertraut ist, seine Ausbildung aber in Deutschland genossen hat und daselbst vor seiner Rückkehr ins Heilige Land an öffentlichen Unterrichtsanstalten tätig war. Als zweite Unterrichtsanstalt unterhalten Pekidim die Jeschiwas Zion- Schule, in welcher junge Leute zu Relügionslehrern, Schochtim und die begabtesten zu Rabbinen herangebildet werden. Ehemalige Schüler der Jeschiwas Zion füllenin '■ Amerika und vielen andern Ländern heute erste Stellen im öffentlichen, jüdischen Leben aus-und gereichen ganz Jisroel zur Ehre. Auch diese Schüler stammen zum größten Teil aus den ärmsten Schichten Jerusalems, In Anlehnung hieran geben die Pekidim auch, soweit es ihre Mittel erlauben.^ zinslose Darlehen an Handwerker in Palästina, da Kredite nur unter schwierigsten Bedingungen zu bekommen sind. Auf diese Weise konnten Pekidim ebenfalls schön manch einem zu einef Existenz verhelfen. Zwecks Unterstützung von Anstalten und Einzelpersonen in Palästina stehen Pekidim jedermann gerne ohne jedes eigene Interesse zur Verfügung, Auch verschaffen sie gerne Informationen darüber, ob eine bestimmte Institution oder Einzelperson der Unterstützung würdig ist. Freie Vereinigung für die Interessen des : orthodoxen Judentums. Frankfurt a. M-, 3, Sept. Die „Freie Vereinigung" bittet Kleingemeinden, die einen Vorbeter zu den D'irm d»a» benötigen, andererseits aber auch Vorbeter, die gegen Bezahlung oder ehrenamtlich das Chasonus an den hohen Feiertagen in kleinen Gemeinden zu übernehmen gewillt sind,- ihre Adresse und ihre Wünsche ihrem! Büro R e c h n e i g r a b e n s t r. 1 0 mitzuteilen.; . Das gleiche Büro nimmt ' auch gern p^'siii QViVö, entgegen, besonders" solch?; die Sich. ZjLH\ Weitergabe an mittellos.« Barmizwoh-Jungen eignen, ebenso gu.i~ erhaltene G ebet büc her aller Art. Lehrer _ oder' Vorsteher aus Landgemeinden'können im Büro der., F. V. auch Predigten für die W beziehen. ■ . --.;.: .)'. Ausschluß von Juden. Berlin, 30. Aug. . Zuzugsverbot. Nach einer Meldung des „Chemnitzer Tageblattes" haben Polizeipräsident-;und, Oberbürgermeister von Chemnitz eine Bekanntmachung: erlassen,:, in; der der Zuzug von Personen jüdischer Rasse nach der Stadt als unerwünscht er.J klärt wird. Solche neu zugezogenen Personen. haben keinerlei Anspruch auf Unterstützung in offener; Fürsorge und, werden bei Unterkvmftsehwierigkeiten;. ausnahmslos ' in. 0bd a c h 1 oa enheinven .uhterge-i; bracht;'bis sie die Stadt verlassen, Hausbesitzer; »und Vermieter, werden dringend davor gewrant, neu-; hin-:' zukommenden Juden- Unterkommen zu gewähren, da ■ sich sonst der Unwille der -Bevölkerung gegen sie selbst kehren könnte. — Der „Gebietsausschuß" für die S ä c h s i s-c h'e Schweiz 1 teilt nach;,Frkftr. Ztg.". mit/: daß in.-diesem Gebiete kein Platz für Juden sei. „Wir sind-davon überzeugt," heißt es in-der Bekanntmachung,, „daß es, im Gebiet der «Sächsischen Schweiz kein Hotel oder Gasthaus gibt, das als Gastgeber für Juden auftritt. ' Um so herzlicher begrüßen wir jedoch unserQ; Gäste aus dem Auslande; die keine Juden sind." < ■; H a-n d e-1 u nid Verkehr. Nach der: „Tremonia" in Dortmund wurde den Leihhäusern in ' B a r m'en und Elberfeld die Annahme /von Pfändern von Juden, ebenso die Einlösung der von Juden angekauften Pfandscheine untersagt, — In Chemnitz wurde vom Städtischen Personalamt aus ein Pranger errichtet, auf dem diejenigen von der Stadt Beschäftigten namhaft gemacht werdenv die bei Juden -kaufen („Chemnitzer Tageblatt"), — Auf dem - Jahrmarkt in > Hirs chb.erg; ist den jüdischen Händlern ein bestimmter Platz angewiesen. Nach .. dem „Beobachter hätten sich aber vor den "jüdischen Händlern auf dem Markte zeitweise die Menschen sogar, gestaut, zum allergrößten Teile allerdings nur aus Neugierde. Es^ wurden nun Tafeln angebracht, wonach das Betreten der jüdischen Abteilung nur denen gestattet sei, die bei den jüdischen Händlern kaufen wollen, Kino und T.h eater, . Auch in . den. thüringisehen Städten Bad Sulza und A 11 s t äd t haben, nach der „Fkftr. Ztg.", die Betriebsführer der Lieh ts p i e 11 h e a t e r , auf Veranlassung der ^Deutschen Arbeitsfront, Gaubetriebsamt Freie Berufe, mit sofortiger Wirkung den Juden den Zutritt verboten. Gegen Einzelaktionen. , ,•: ' Berlin, 1, $ept„u.. Eindringliche Warnungen . vor E i n z e 1 a k t i o -.. nen gegen Juden u h d N ich t a r i e r erließen u, a. der Polizeipräsident Christiansen im Einvernehmen mit dem Abschnitts- und Kreisleiter Krause in Magdeburg;;', ferner der Gauleiter für ö sthannover, Staatsrat T elscho w, die Kreisleitung der .NSDAP, in F u Ld a , der Öberpräsident. in Schlesien, Gauleiter. Josef W a g n er, wie -d£e Polizeidirektipn.^in Mainz. In all diesen^ Kundgebungen wird. betont, daß die Stellung des National-; Sozialismus zum Judentum für alle Zeiten, unverrück-- oar sei und auf gesetzlichem Wege durch den Willen des obersten Führers zur vollen Geltung und Auswirkung kommen werde, . Gegen Disziplinlosigkeit jeder Art werde aber mit rücksichtsloser Härte vor-? gegangen werden. Anstifter von Einzelaktjonen oder Teilnehmer an denselben werden die ganze Strengedes Gesetzes zu spüren bekommen. . In der Kundgebung von Magdeburg wird u. a/ gesagt, daß neben allen deutschen Volksgenosse^ j auch das fremde Gastvolk, einschließlich der Nicht- ■ arier, in Deutschland gleichen Schutz seiner persönlichen Freiheit und seines Eigentumes im Rahmen, der geltenden 'Gesetze .genießt. Die Polizei und die Partei werden rücksichtslos gegen die Einzeläktionen vorgehen und mit allen Mitteln für unbedingte Ruhe^ Sicherheit und "Ordnung ( Sorge tragen, werden .aber, gleichzeitig \ auch jüdische volksschädigende Machenschaften, zu-verhindern" wissen, " '•: :'G e l;s e n.k-i r' c h e nT 1: Sept. Der P o f i z e i p r a s 'i d e n t i n G e Ts e ü k i r c h' e n veröffentlicht, 'wie die '^Rheinisch-Westfälische' Zeitung" mitteilt, .eine Bekanntmachung, in der es a. heißt: ■'./■"'' „Getreu, dem unabänderlichen Programm der NSDAP; sind wir entschlossen, den Einfluß des Jufdentums, auf unser öffentliches Leb«n, atrf die -Volks-; Wirtschaft auf die deutsche Kultur und Kunst,' auf - den einzelnen deutschen Menschen vollkommen; zti beseitigen. Der innerlich -gefestigte^-Nationalsozialist' .»hält sich im Vertrauen auf die Führung in national-, sozialistischer'"Disziplin an den von' der Partei vor- ' igezeigten Weg und verabscheut Methoden rund S-t^u--- :d,-e*r ak'.t i.6 n e n , difets einest Natiöiab^ ]wiurdig und nur geeignet sind^idie ''Interessen des.sito-A iternationaleh -Judentums izn . fordern. Letzteres be-rr: jnutsfe. bekanntlich die von der Partei verbotenen. Sonderaktionen, um im Auslande in schamloser Weise gegen Deutschland zu hetzen.- Alle von der: Partei nicht -gebilligten - Sonderaktionen gegen~das Judentum und . seine Helfer, wie -sinnloses .Einschlagen,- von Schaufensterscheiben, Zerstörung :von Grabsteinen, Mißhandlungen usw. sind, verboten und werden sowqhl yon der Partei, als - auch;; wn der Polizei, mit unnachsichtlicher Strenge g e a h n d ei werden. Das gilt insbesondere auch von Sonderaktionen gegen hier; lebende Ausländer, ganz gleich, welcher Nation und Rasse sie angehören. Wer gegen fremde Staats- 5 angehörige Sonderaktionen unternimm^, der ist ^eirjt Feind des nationalsozialistischen Staates Und Wird mit besonderer Härte bestraft werden." Nichtarische Aerzte in der privaten Kranken- ... .... ■ , Versicherung.; . Be-rlin, 29. Aug» Durch ein Uebereinkommen der kassenärztlichea Vereinigung Deutschlands mitdem 'Reichsverband der ' privaten Krankenversicherung ist vereinbart worden, daß auch in der privaten Krankenversicherung Aerzte n i c h t z u g e 1 a s s,e n werden, die beiden Ortskrän k e n k a s s'le n ausgeschaltet sind» Das. Abkommen, das für alle dem ReicHsverband angehörigen,.Versicherungsunternehmer verbindlich 'ist; besagt, im-' einzelnen, daß die Rechnungen der zur Kassenpraxis j bei den.-. O-r. ts.kranke n k a ss e xt nicht z u g e 1 a s s e n e n Aerzte, soweit sie na:eh. der Zulassungsordnung als nichtzulassungsfähig., gelten, von der -Kostenerstattung In derprivaten Krankenversicherung ausgeschlossen werden. Hingegen wird, für die Rechnungen'der hierunter fallenden nichtarischen oder nichtarisch verheirateten Aerzte auch, weiterhin Kostenerstattung geleistet, wenn es sich um die Behandlung n i c h t a x i 's c h ,e rv öder solcheir Versicherter .^'handelt,., die,, sich als.iinichtarisch; '-bezeichnen. ., , . _ Der; Reichsverband der privaten Krankenversicherung wirdein Verzeichnis der Aerzte aufstellen, auf deren Rechnung-.künftig Kostenerstattung abgelehnt wird» In das,]Verzeichnis werden alle. Aerzte aufgenommen, die -von der Reichsführung der kassenärztlichen Vereinigung alsOnichtzulassungsfähig bezeichnet werden. -Nichtqrische' A.erzte, die.^bei den, Ortskran'- kenkassen zugelassen sind, werden also von dem neuen Abkommen nicht betroffen. ... Förderung der Ausbildung jüdischer Kranken- Schwestern. , 1; Berlin, 30. Aug. Die R e i c h s v e r tre tung derdeüt s c h e n Juden, Abteilung Zentralwohlfahrtsstelle, hat'" be- |schlössen, die Ausbildung yon K r ä n k e h s c h w e sitern zu fördern. Eine: Reihe jüdischer Schwestern- Oheime und Krankenhäuser hat sich bereit'; erklärtr J über ihren eigenen' Bedarf hinaus zusätzlich Lehr-; Schwestern aufzunehmen und unter besonderen Be- ■ dingungen auszubilden. . ,r Die Ausbildungsdauer beträgt zwei Jahre. Darüber * hinaus wird<:(vön der Lehr^chwester. die Ver-. pflichtung verlangt,' nach beendeter Ausbildung .drei Pflichtjahre, in einem ^Krankenhaus- oder-; in; einem •; Schwesternheim ' alsJ Krähken^chw.es.terzu „arbeiten»- Jedoch wird .der Schwester-> das Rächt.- eingeräumtr •nach mindestens,; einem Pflicht jähr :di^se ./Arbeit ber jreSts. vorzeitig zu beenden, soiern siec nacHwjeisHp.il! i ihr.en Wohnsitz ' in; das: Ausland; H^e^legti;,rBei der\ Aiiir 'nähme als Lehrschwester ist ein EflegeTsatz, VorffanoH- Jnatlich RM. ^0.— ' su entrichten,; Sollten dir Lehr?. Schwestern selbst nicht in der Lage sein, die Ausbildungskosten in völler .^ Höhe . aufzubringen",- übernimmt die Riechsvertretung der deutschen Juden innerhalb ihres -Berufsäusbildungswerks und nach Maßgabe der yonider Abteilung Ber^ufs/usbildun rufstunschichtüng;-ahfgestellten. Richtlinien^ie,;^Ge-r_ währung.^ön; Zuschüssen unddamit •die'1 Sicherung. der< Ausbildung.,.: ■ ■; -:V ■'": - . .: b<..;.■ - -Dje Bewerbung, als" Jjehrsphwester steht allen: kor-v ipe-llich?rgesünden. jüdisehen ^Mädchen.; :freii^ie. j ^mdesAens dasl 18.V- undmöglichst-däs 20,1. Jiafir ,v(pileadet:t ihab.en;-und i»cht :iälter^als;^AJahre sin^^]Be|^erbunr gen;"sindV*aidas?Kranken^ cdir.ekt. zu richten; Auskunft üb^r.{?ffeier Änsbildungs-: iplätze erteilt auch di? Reichsvertretung der deutschen

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