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Der Israelit · 1935-08-29 · Heft 35 (29.8.1935) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 35 (29.8.1935)
Date
1935-08-29
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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29. August 1935 D I s i t Nr. 35 Seite 9 Betriebei die am Sabbat nicht "ruhen könnten, und eine Beschäftigung von Nichtjuden wäre eine Sünde gegen das Gesetz der jüdischen Arbeit, Daß radikale Elemente den Sabbat ohne Not äus Wollust verletzten, bedauere auch die Arbeiterschaft. Warum führe übrigens Misrachi den Sabbatkampf nur gegen die jüdischen Arbeiter und' nicht auch gegen die jüdischen Plantagenbesitzer in "den alten Kolonien, die am Sabbat durch arabische Landarbeiter arbeiten ließen? Für die Möglichkeit eines friedlichen Zusammenarbeitens zwischen Juden und Arabern biete gerade die Schweiz das schönste Muster, in der drei Nationen in einer Liebe zum Vaterland vereinigt sind. Gegen den Council werde die. Arbeiterschaft sich mit aller Kraft zur Wehr setzen. Die Lage zwinge, direkt mit den Arabern zu verhandeln und einen Modus vivendum zu finden. — Es sprachen weiter Redakteur Glücksohn und der jemenitische Delegierte Gluska, der ergreifend die Lage in Jemen schildert. Der Montag bleibt frei für Kommissionssitzungen. Man glaubt, am Freitag oder spätestens Samstag abend den Kongreß schließen zu können. Polen. Polnischer Rabbinerverband proklamiert Wahlpilicht für die Juden. Warschau, 23. Aug. Zu dem Bericht in der jüngsten Nummer über die Sejmwahlen ist noch hinzuzufügen, daß die A g udath Harabbonim ein Manifest erlassen hatte, in dem sie es als die Pflicht jedes jüdischen Wählers erklärt, an den Wahlen teilzunehmen. Bekanntlich haben mehrere jüdische Parteien und Organisationen, zuletzt die Zionistische Organisation für Westgalizien, W a h 1 e n t h a 11 u n g proklamiert. Der in Lodz von der Regierung kommissarisch zum Stadtpräsidenten eingesetzte Oberst G1 a z e k hat in einer Pressekonferenz bekanntgegeben, daß in den Etatvoranschlag für das Jahr 1935/36, der soeben von der Kreisbehörde bestätigt wurde, die städtischen Beihilfen, die seinerzeit von der antisemitischen Mehrheit des aufgelösten Stadtrates gestrichen worden waren, wieder eingestellt wurden. Rumänien. Vor der Schließung der Minderheitenschulen in Rumänien, Czernowitz, 19. Aug. Das Schulinspektorat in der Bukowina hat die ihm unterstellten Lehrer aufgefordert, den Unterricht nur noch in der offiziellen Landessprache zu erteilen. Für den Fall, daß diese Anordnung nicht eingehalten wird, wird den Lehrern die Suspendierung von ihrem Amte angedroht. Die Durchführung dieser Verordnung müßte da® Fortbestehen der Schulen sämtlicher' nationalen Minderheiten unmöglich machen. Litauen. Die Landeskonferenz der Zeiire Agudas Jisroel in Litauen. K o w n o , 25. Aug. Ueber die Eröffnung der zweiten Landeskonferenz der Zei.irei Agudas Jisroel Litauens entnehmen wir Kownoer und Rigaer Blättern folgenden Bericht: An der Konferenz, die am Sonntag, den 19. Aw, in Schaulen begann, beteiligten sich 150 Delegierte aus 90 Städten und Ortschaften. Die Agudath Harabbanim stellte 20 Mitglieder. Ins Präsidium wurden auch die Ehrengäste von Erez JisroeJ und Deutschland gewählt, Die Konferenz eröffnete der Wirballener Raw, Rabbi Hirschowitz, mit einem Referat über „Die Orthodoxie und die Wichtigkeit ihres organisatorischen Zusammenschluses". Darauf hielt der Vorsitzende der Z, A. J., Rabbi Bloch, eine programmatische Rede über Erziehung und Erez Jisroel-Fragen. Herr Dr.' S. E h r m a n n , Frankfurt a. M„ mit lebhaften Ovationen empfangen, gibt seiner Bewunderung Über den Aufstieg der litauischen Aguda Ausdruck. Die Brücke zwischen den östlichen und westlicen Agudoth sei vollkommen hergestellt. Er bespricht dann die Aufgaben der Aguda und der Palästina-Zentrale. Mit lebhaftem Beifall wird auch eine Rede des palästinensischen; Vertreters, Benjamin M i n z , aufgenommen. Nach weiteren mündlichen und schriftlichen Begrüßungen erhält Dr. Isaac Breuer, Frankfurt a. M. lebhaft begrüßt, das Wort zu seinem Referate. Das Golus, sagt er u. a., dauere nicht allein uns, sondern auch den Völkern schon viel zu lange. Die ganze Welt befinde sich im Golus, trotz Zivilisation und aller technischen Errungenschaften; auch die Völker werden mit den auf sie einstürzenden Problemen nicht fertig. Die zionistische Losung „Israel gleich allen Völkern" würde Israel nicht glücklicher machen als eben Glückwunsch- Inserate für T\WT\ BNO in drei Größen zum Sondertarif X Allen lb. Verwandten u. Freunden herzl. 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Wer seine Glückwünsche zu Gunsten von Erez Jisroel abzulösen und keine Anzeige zu veröffentlichen wünscht, wolle dem nach Belieben festzusetzenden Ablösungsbetrag eine Gebühr von 1.50 Mark für die Veröffentlichung von Namen und Wohnort im Sammelinserat beifügen. diese Völker, würde nur das jüdische Golus in ein Völkergolus verwandeln. Die rationelle Befreiung aus dem Golus erstrebt die Agudas Jisroel, indem sie die Thora zum Primat des jüdischen Lebens in seiner Gesamtheit erhebt. Mit Rücksicht auf die erstrebte G'ttesherrschaft sei der Anspruch der Aguda auf das Land G'tte.s selbstverständlich. Der Aufbau des Zionismus erstrecke sich auf Häuser und Felder, während der wahre jüdische Geist, soweit er heute schon in E. J. zu spüren ist, das Resultat der Agudatätigkeit ist. Haben die Anderen für den Körper gebaut, so haben wir für die Seele gebaut, und die Zukunft wird zeigen, welcher Bau dauerhafter sei. Auf die Tätigkeit der litauischen Aguda setze die Weltzentrale der Aguda die größten Hoffnungen. Die Zahl der Gäste war so groß, daß der Raum die Menge nicht fassen konnte. Ungarn. Das ungarische Judentum im Lichte der Statistik. Budapest, 25. Aug. Wie uns die Orthodoxe Israelitische Landeskanzlei mitteilt, ist in der (auch von uns übernommenen) ITA.- Mitteilung über die statistische Arbeit Dr, Ernst Winklers hinsichtlich der Zugehörigkeit der ungarischen Judenheit ein Fehler enthalten, 'der auch schon anläßlich der Tagung des Jüdischen Landeskongresses im März ds, Js. von orthodoxer Seite richtiggestellt wurde. Die richtige Gliederung ist die folgende: Kongreß-Juden 246.488, Orthodoxe 182.899, Status quo- Juden 15.180. Die Gesamtzahl bleibt 444.567. Der Fehler ist seinerzeit dadurch entstanden, daß bei der Zählung etwa 70.000 Personen die Rubrik der Zugehörigkeit nicht ausgefüllt hatten. Tschechoslovakei. Sekunden-Aktion, Bratislava, 24. Aug. Die Erez Jisroel-Zentrale in Bratislava versendet folgendes Rundschreiben an die Frauen- und Mädchengruppen der Agudas Jisroel: „Unbestritten ist es, daß im gegenwärtigen Augenblick die praktische Erez Jisroel-Arbeit einer der brennendsten Punkte im Agudaprogramme ist. Gilt es doch hier nebst der großen Mizwoh von der Besiedlung und Urbarmachung Erez Jisroels, die Heilig-, keit Erez Jisroels, wie wir es von unseren Urvätern übernommen, zu erhalten und es nicht den verschiedenen unreligiösen und antireligiösen Gruppen und Grüppchen zu überlassen. Alles ist sich darin einig, daß für Erez Jisroel geleistet werden muß! Es müssen junge Leute in Erez Jisroel angesiedelt werden, denen mw und b'tn »i:n souverän sind und die ihi ganzes Leben in diesem Sinne einrichten. Diesen jüdischen Menschen Arbeit und Unterkunft zu schaffen, ist die nächste Aufgabe. Ungeheuer groß sind die Aufgaben dem Chinuch-(ErziehungS|)-wesen gegenüber. Die bestehenden Lehranstalten, wo die jüdische Jugend unseren heiligen Traditionen und Erez Jisroel entsprechende Erziehung genießt, müssen tatkräftige Unterstützung finden. Neue Unterrichtsanstalten zu errichten, die die Jugend, welche nur wegen Platzmangel keine Aufnahme fand und gezwungen war, die. apikonsischen Schulen aufzusuchen, mit offenen. Armen aufnimmt, ist höchste« Gebot der Stunde» Diese Aufgaben zu erfüllen, ist das Bestreben der Agudas Jisroel mit ihrer Erez Jisroel-Arbeit. Als Finanzinstrument dient ihr zu diesem Zwecke der „Keren Häjischuw", dank welchem sie schon so manches für das wahre jüdische Erez Jisroel tun konnte. Jedoch reichen die Mittel noch bei weitem nicht so weit, daß man sich mit dem Vorhandenen zufrieden, geben könnte. Es müssen daher ständig neue finanzielle Mittel geschaffen werden, um den hehren Aufgaben auch nur teilweise gerecht werden zu können Die Palästina-Zentrale der Welt-Agudo hat voriges Jahr zum ersten' Male die Sekunde n-A k t i o n zugunsten des Keren Häjischuw proklamiert, durch welche die Käufer solcher Sekundenscheine 24 Gra tis-Reisen nach Erez Jisroel oder deren Gegenwert in bar gewinnen können. Diese Aktion, die im Vorjahre in allen Kreisen mit Begeisterung aufge nommen wurde und einen verhältnismäßig guten Er-1 folg gezeitigt hat, wird nun auch heuer in allen Lan-j desorganisationen der Agudas Jisroel der ganzen Welt durchgeführt..Der Agudas Jisroel in unserem Lande ist es in der kurzen Zeit, die ihr nach der Inangriff-j nähme der Aktion noch zur Verfügung stand, gelün gen, über 2000 Sekundenscheine zu dem damalige Preise von je Kc. 7.50 zu verkaufen. Diese Zahl solj in diesem Jahre ums Vielfache vergrößert werde: zumal es die Zeit gebieterischer denn je erforderj und wir auch den Preis auf Kc. 5.— reduziert haben. Frankreich. Pariser Brief. Paris, 20. Aug In kurzem wird das jüdische Leben der Metrop eine Bereicherung erfahren, die m. G. H. grundle^ sein wird für den Aufbau der jüdischen Zui Frankreichs. Herr Direktor Markus Cohn, der schor Jahren in stiller, aber unermüdlicher Arbeit S' müht, nm*l min zu stärken und zu verbreri es unternommen, eine höhere Schule hier in zu rufen, das „College Maimonide", das einem deutschen Realgymnasium entspricht. Programm besagt, soll dieses Institut eine jüdischen Schulleben Frankreichs ausfüllf nen Schülern eine solide Allgemeinbildur bereitung zum Baccalaureat) verbunden

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