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Der Israelit · 1935-08-08 · Heft 32 (8.8.1935) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 32 (8.8.1935)
Date
1935-08-08
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Seite 10 Nr. 32 D er I s r a'e 1 i t 8. August 1935' liehen Schlafzimmer abgehalten und da dieses die Zahl der Besucher nicht fassen konnte, wurde ein zur Straße gelegener offener Balkon in den Betraum einbezogen, so daß die Andacht, welche nach orthodoxem Ritus in lauter, beinahe schreiender Weise verrichtet wird» zum Teil aufoffener Straße abgehalten wurde, zum Aergernis der Nachbarschaft und der Passanten, bei denen die Art dieses G'ttesdienstes vielfach Anstoß erweckte." Sie sehen, wie leicht es ist, durch einfache kleine Auslassungen durch ein Zitat", sogar bei teilweise wortgerteuer Wiedergabe, .die Wahrheit zu entstellen ... Wir setzen voraus, daß es nicht in den Intentionen Ihres gesch. Blattes liegt, eine Kultusgemeinde, die volles Verständnis für die Wünsche und Bestrebungen der Orthodoxie hat, anzugreifen, und deren Ansehen bei Ihren Lesern herabzusetzen und dürfen daher wohl hoffen, daß Sie durch Veröffentlichung dieses Schreibens in der nächsten Ausgabe Ihres gesch. Blattes den Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Marienbad vor Ihren Lesern rehabilitieren. Wir zeichnen mit dem Ausdrucke vorzüglicher Hochachtung (Unterschrift unleserlich,) » » Nachbemerkung der Schriftleitung: Die Eingabe des Vorstandes der Marienbader Kultusgemeinde vom 12. April d. J. an die Bezirksbehörde liegt uns im Wortlaut vor, und wir können nur unsrem Erstaunen über diese „Anzeige, erstattet gegen Herrn David Leitner, Restaurateur in Marienbad" Ausdruck verleihen. Der Leitner'sche G'ttesdienst, der sich natürlich in den würdigsten Formen abspielt, besteht seit siebzig J a h r e n und ist zwanzig Jahre älter als die ganze Kultusgememde, die durch ihre Abschwenkung in« Lager der Reform sich jeder Autorität für orthodoxe Kreise beraubt hat und noch dazu bis heute ihrer gesetzlichen Pflicht, ein orthodoxes G'tteshaus zu errichten und zu unterhalten, nicht nachgekommen ist. Auch wenn ein solches existierte, läge kein moralisches Recht vor, in die persönliche religiöse Freiheit der zahlreichen orthodoxen Kurgäste Marienbads durch schikanöse Kontrollvorschriften einzugreifen. Wer ausspannen und Heilung finden will für Körper und Seele, muß vor allem „nach seiner Fasson selig werden" können. Vermischtes- Nürnberg, 26. Juli. Wie die „Fränkische Tageszeitung" meldet, wurde auf einer Versammlung der Nürnberg-Fürther Hundesportvereine bekannt gegeben, daß sämtliche Juden aus allen Hundesportvereinen ausgesperrt werden. Die fränkischen Hundebesitzer lehnen es ab, weiterhin Hunde jüdischer Besitzer bei Veranstaltungen zuzulassen. London, 1. Aug. Vor einem zahlreichen Publikum sprach in der Royal Asiatic Society in London auf einer Maimonidesfeier Prof. A. S. Y a h u d a über „Maimonides der Philosoph und Arzt, seine Zeit und seine Be^ deutung". — Der ägyptische Gesandte in London, Hassan Sabrey Bey, führte den Vorsitz.' In seiner Ansprache unterstrich er. die Tatsache, daß die 800. Wiederkehr des Geburtstages von Maimonides in Aegypten unter Beteiligung der ägyptischen Regierung, der Universität und vieler literarischer und wissenschaftlicher Gesellschaften mit besonderer Feierlichkeit begangen worden sei. Aegypten sei das Land, in dem Maimonides den größten, tätigkeitserfülltesten Teil seines Lebens verbracht habe. Der ägyptische Gesandte führte weiterhin ein Wort des Rektors der ägyptischen Universität in Kairo an, der in einer Ansprache über Maimonides zum Ausdruck gebracht habe, daß wie in Maimonides sich kaum je in der Geschichte besser die Wahrheit dessen zeige, daß Denken und Wissenschaft nicht an die Tatsache, der Geburt gebunden sei. Christen, Mohammedaner und Juden, die die verschiedensten Richtungen innerhalb ihrer Gemeinschaft vertreten, haben sich zu-, s-ammengefunden, um das Werk und Verdienst eines Mannes zu feiern, der selbst seine Religion am strengsten beobachtet habe und doch zur gleichen Zeit ein großer Denker gewesen sei, der hoch über allen religiösen Verschiedenheiten gestanden habe. Wenn Maimonides in der Lage gewesen ist, so sagte der ägyptische Gesandte, seine ungewöhnlichen Fähigkeiten und seinen großen Tätigkeitsdrang auf so vielen wissenschaftlichen, sozialen und sonstigen Gebieten zu entfalten und beim Hofe des Sultans so sehr angesehen gewesen ist, so liegt das hauptsächlich an der großen religiösen Toleranz, die der . Sultan Saladin gezeigt habe. „Diese Tatsache und daß zu jener Zeit Mohammedaner, Juden und Christen zum Wohle ihres Heimatlandes und für den Fortschritt von Wissenschaft und Kultur zusammenwirken konnten, er- "füllt mich und meine Landsleute mit Stolz und Befriedigung. Und das -ist es auch, was den Feiern zur 800. Wiederkehr des Geburtstages von Maimonides in meinem Lande eine besondere Bedeutung verleiht. Ich bin glücklich, zu sagen, daß in ihm auch heute die gleichen Voraussetzungen des Zusammenlebens herrschen, wie zur Zeit von Maimonides. Bratislava, 31. Juli. Die Zeiire Agudas Jisroel- Organisation hat jetzt ein mit den Bildern des Chofez Chajim und Rabbi Meir Schapiro's geschmücktes Lieder-Flugblatt für Zeiire und Pirche Agudas Jisroel erscheinen lassen. Auf vier Seiten enthält das Blatt eine Reihe von meist hebräischen, zum Teil auch jiddischen Gedichten, 'die gut agudistischen^ Geist atmen und auf Heimabenden, Zusammenkünften, Wanderfahrten willkommenes Material für. die Aelteren und die Jüngeren bieten wird. Die Organisation ist weiter bemüht, entsprechende Lieder zu sammeln und sie allmählich herauszugeben. Allerdings wäre es notwendig, das Wort durch Notenbeigaben zu unterstützen, denn Lieder müssen ja schließlich gesungen werden, Pethach Tikwah, 28. Juli. Herr Dr. Moses Auerbach in Pethach Tikwa schreibt unsj Infolge der katastrophalen Finanzlage sind die alten Talmud Thora-Anstalten Jerusalems aufs äußerste gefährdet. Wenn es heute auch andere religiöse Erziehungsanstalten in Jerusalem gibt, so sind die Talmud Thora -Anstalten als die Bürgen der Thora und Frömmigkeit-zu bezeichnen. Von ihrer Existenz ist das Thorajudentum der heiligen Stadt abhängig. Sie sind die Grundlagen der Jeschiwoth, von denen die Thora Zions und das G'tteswort Jerusalems ergeht. Ich hatte Gelegenheit zu einer gründlichen Inspektion der Talmud Thora von M e"a Schearim, einer der größten der Talmud Thora-Anstalteri? Von erziehln unserem üertage ersduen soeben: itppm Ein jüdiscti-geschictitliciier Wegweiser uon . Rabbiner Dr. £. Breslauer Steif brosthiert 103 Seiten, Preis ftWL 2.50 Ein Rrbeüsbudi für die reifere jüdische Jugend und für denkende3uden überhaupt £s hilft den Suchenden die jüdische 6 zschichte mit jüdischen Rügen iÜ sehen und sie als sittliche Rufgabe zu erfahren. £s bringt fruchtbare Besinnung über das ßolus - £s zeigt den Weg zur echten jüdischen Gemeinschaft und Kulturarbeit. £u beziehen durch alle besseren Buchhandlungen sowie direht durch den Uerlag t Verlag des Israelit u. Hermon G. m. b. H. Frankfurt a. Fl. - Rechneigrabenstrasse T I Postschechkonto Frankfurtmain Hr., 19802 HHHHHMHnB lichem wie vom schulisch-wissensphaftlichen Gesichtspunkte aus ist die innere Lage als gut zu bezeichnen. Der Fehler liegt auf der materiellen Seite. Die Schulen leiden furchtbar. Ich halte es für meine Pflicht, alle, die Verständnis und Liebe für die Thora haben, aufzufordern, diesen Männern zu helfen, die in größter Selbstaufopferung hier tätig .sind. Es muß ihnen ermöglicht werden, ihrer Lehrtätigkeit ohne die dringendsten Sorgen um ihre Familien sich hinzugeben. Die Leitung der Jeschiwa und Talmud Thora von Mea Schearim beabsichtigt, eine besondere Kasse nur für die Talmud Thora zu gründen. Von ganzem Herzeh unterstütze ich diesen Plan zur Erhaltung der Talmud Thora. Adresse der Kasse: Jeschiwa und Talmud Thora von Mea Schearim, für Talmud Thora Jerusalem, P. O. B. 9. Jerusalem, 5. Aug. Der palästinensische Reyisiönisteriführer Abba Achi-Meir, der im Juni 1934 auf "Grund der gegen ihn in dem sogenannten Brith Habirjonim-Prozeß erhobenen Beschuldigungen zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt wurde, ist am 4. August nach Verbüßung seiner Strafe auf freien Fuß gesetzt worden. Am Gefängnistor wurde Achi- Meir von führenden Persönlichkeiten der revisionistischen Partei Palästmas empfangen, Sein erster Weg war zur Klagemauer, wo er für Oberrabbiner Kük, der sich anläßlich des Arlosoroff-Proze&ses eifrig um seine Verteidigung bemüht hatte, Segenswünsche sprach. Später stattete er Oberrabbiner Kuk—am Krankenbett einen Besuch ab. Tel Awiw, 5. Aug. Demnächst wird in Tel Aww ein englischer F r i e d e n s r i'c h t e r< seine Tär tigkeit aufnehmen. Das' Gebäude des Friedensgerichtes wird erweitert. — Seit dem .1. August steht das .neugegründete palästinensische Seepolizeikorps im Dienst. Dieser Polizeiabteilung gehören 28 Polizisten, darunter■ awei Juden, an. Personalien. Berlin, 5. Aug. Am Möns ■rav begeht Herr Rabb. S. Löwy, Hamburg seinen 5 0. Geb u r t s t a g. Rabb. Löwy wurde im Jahre 1885 in Wien-geboren und lernte an mehreren ungarischen im»»»/ in erster Linie an der Preßburger. Im Jahre 1912 übersiedelte Rabb. Löwy nach Hamburg, wo er durch sein umfangreiches jüdisches und allgemeines Wissen schnell einen großen Schülerkreis um sich scharte. Er heiratete vor 15 Jahren eine Töchter des bekannten Hamburger Gelehrten Arje Wohlgemuth 5>"*r/ und. schuf gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin ein Haus, das ein t»>» cnp» im besten Sinne des -Wortes verkörpert. Das Löwy'sche Heim steht allen offen, die geistigen und seelischen Halt suchen und Ungezählte, die den Weg von sich aus nicht finden konnten, sind von Rabb. Löwy und seiner Frau auf den- "wni yn geführt worden. Bei Wahrung des religiösen Standpunktes oder des mw H ist Rabb. Löwy unbeugsam. Trotzdem setzt sich sein Schülerkreis aus allen^ religiösen Richtungen zusammen; ein Beweis für" "seine gewinnende menschliche Art. Ein dankbarer Schülerkreis, weit über Hamburgs Grenzen hinaus, gedenkt heute seines Lehrers und wünscht ihm an der Seite seiner Gattin noch ungezählte Jahre seines segensreichen Schaffens. niv on»sn nsa w 1 Jever (0.), 25. Juli. Am 22. Juli fand hier die Feier des 100. Geburtstages des Ehrenvorsitzenden der Gemeinde, Herrn Joseph D. J o s ep h statt. Die Feierstunde wurde eingeleitet durch einen Gesang von Herrn Rudolf Gutentag. Im Namen der Synagogenlandesgemeinde - sprach Herr Rechtsanwalt Löwenstein, Oldenburg, im Namen der Synagogengemeinde>. Jever Herr H. Gröschler, der das „Goldene Buch" zur Renovierung der Synagoge überreichte. Zum Schluß feierte Herr Julius Schwabe in Gedichtform die Verdienste des Jubilars. Am Sabbat, den 27, fand ein Ehreng'ttesdierist zu Ehren des Jubilars statt. Herr Lehrer Hartog erwähnte in längerer Ansprache die Verdienste des Jubilars, der 45 Jahre an der Spitze der Gemeinde stand, um Gemeinde, G'ttesdienst und Schule, und brachte nochmals die Glückwünsche der Gemeinde dar. Möge dem Jubilar noch ein langer glücklicher Lebensabend beschieden sein. Ad meoh w'eisrim schono! H. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim E. V. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr R.-A. Dr. E. Posen — 3/V Stunde vor Mincho im Vereinslokal, „Mikro" Herr iCarl Stern. — 1 Stunde vor Nacht im Hörsaal, Midrasch, ,iDer Sabbat der Umstimmung",Herr Rabbiner H-: Meyer. Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, ms v>ri. — 9-10 Uhr, im Vereinslokal „Mögen Awrohomschiur Herr Rabb. Mayer. — 1 Stunde vor Mincho im Hörsaal : „Haftauroschiur"; Herr Rabbiner Meyer. Montag (auch Donnerstag) morgen nach Schul: Mischna~ Mitgliederlernen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna. Herr R.-A. Dr. E. Posen* ' '- Montag und Mittwoch abend 7-8 Uhr im Vereinslokal: Gemoroh, Herr Rabb. Dr. J. Breuer. Dienstag und Donnerstag abend im Vereinsjjokal: Gemoroh, Herr R.-A. Dr. E. Posen.' Jahrzeitsstiitungen. Schabbos, 10- August; Lehrer Mathias Apelt-Stiftung. Donnerstag, 15. August: Sally Goldschmidt-Stiftung. Liwjath Chen. Samstag nach Mincho im Hörsaale Friedberger Anlage, 5.15 Uhr, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz. Agudas Jisroel-Ortsgruppe. Thora und Mussar, Mesillas Jeschorim Der Schiur fällt wegen Abwesenheit des Vortragenden aus. . / (Alle Schiunm^wie vorige Woche.) ' ' , Jüdischer Türnerbund E. V. Der volle Sommerprogramm setzt am Sonntag, den 18. August wieder ein. Wir Veranstalten am 18. 8. 35, 3 Fußballspiele unserer Schüler-, Jugend- und Herrenmannschaften gegen Itus-Aschaffenburg und werden die genauen Zeiten noch bekanntgegeben. — Das Mädchenturnen findet bereits am Mittwoch, den "14. August morgens um 10 Uhr in der S. R. H.-Schule statt. (Abteilung I. IL u. III ) . Gebetzeiten. pnriKinn^ : - Freitag abend 7.25 - . Samstag naawn 6.35 ■ Samstag mofg. 7.45.. Samstag nachm. 1.00 und 5.00 Samstag abend 8.45 . . Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 7.15 Tefillinlegen am Morgen 4.10

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