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Der Israelit · 1935-08-08 · Heft 32 (8.8.1935) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 32 (8.8.1935)
Date
1935-08-08
Page
– (sequence 11)
Language
German
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8, August 1935 Der Israelit Nr. 32 Seite 11 Die Frankfurter Woche- Jahrzeitsveranstaltung für Rabbiner Dr. Salomon Breuer y'jJT« Am Sonntag Abend, den 6. Aw; fand im vollbesetzten Hörsaal der Jeschiwa, Friedberger Anlage, wie alljährlich, eine eindrucksvolle Kundgebung statt, bei welcher Rabbiner Dr. Joseph Breuer die Gedächtnisrede hielt. Ausgehend von dem Wunsche von nw»» das heilige Land betreten zu. dürfen, wie er in der dieswöchentlichen Sidrä zum Ausdruck kommt, beleuchtete Rabbiner Breuer das Bestreben seines heimgegangenen Vaters, Menschen zu erziehen, die würdig seien der Ziele, für welche uns G'tt das "heilige Land gegeben, -An Hand der Fassung unseres Tischgebetes sowie der whv X>9b nsna wies der Redner nach, daß ebenso wie beilwa'inP» das wahre Ziel unserer Erez Jisroel-Sehnsucht darin gipfeln müsse, auf diesem Boden in umfassenderer Weise als irgendwo anders die g'ttlichen Gesetze ausüben zu können. Erst in zweiter Linie dürfe uns die alsdann allerdings berechtigte Freude an den irdischen Genüssen des Landes erfüllen. Redner erinnerte dabei an die wunderbaren Vorträge, die der Heimgegangene über die m»s> nsnw gehalfen hät, Und wobei er in der b»ittW* MS">!i dieselben Gedanken niedergelegt fand. . Die Ansprache des Redners klang in einer eindrucksvollen. Mahnung zur nawn aus. Das D'nm'»'s des Oberkantors P e i s s a c h o w i t s c h sowie das Maariwgebet beschlossen die weihevolle Stunde. Verein Mekor Chajim e. V« Gemäß unserer früheren Ankündigung geben wir unseren verehrt. Mitgliedern und Freunden bekannt, daß die durch die Ferien teilweise unterbrochen gewesenen Schümm;nunmehr wieder in vollem Umfang aufgenommen und durchgeführt werden; wir verweisen in "diesem Zusammenhang auf den Vereinskalender. Liwjath Chen. Die Sabbatvorträge des Herrn Schachnowi t z im Liwjath Chen werden diesen Sabbat im Hörsaale Friedbergeranlage (5.15 Uhr nachm.) wieder aufgenommen. Vom Beth Chinnucli des Noar AgudatL .. Zur Ausgestaltung des Be.th.Ch.in.nuc.il., Obermainanläge 16, werden dringend Bücher jüdischen und profanen Inhalts für Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren sowie einige Schachspiele benötigt. Gütige Spender wollen ihre Adresse bei Willi Wolf, Obermainanlage 16, ev. auch durch Anruf unter 46315 (Hanhala sehet Noar Agudati} angeben.__ Der Haushaltsplan der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt a. M. — Die Ausgaben für soziale Fürsorge um ' - ■ das Dreifachegestiegen. Die Jüdische Gemeinde in Frankfurt a. M. veröffentlicht den Voranschlag ihres Haushaltsplanes für das Rechnungsjahr 1935/36. Aus ihm ist zu entnehmen, daß Einnahmen und Ausgaben mit rund 1,523.560 RM. abschließen. Der Voranschlag für das Jahr 1934/35 belief sich demgegenüber nur auf 1,149.699 RM-, die Ausgaben im Jahre 1933auf 1,267.444 RM. Der Haushalt der Gemeinde zeigt also in den letzten Jahren eine beträchtliche Steigerung. Diese Steigerung ist insbesondere auf das Anwachsen der Ausgaben im Unterrichtswesen und in der sozialen Fürsorge zurückzuführen. Während im Jahre 1933 die wirklichen Ausgaben für das Unterrichtswesen 167.543 RM. betrugen, zeigte der Voranschlag für 1934/35 als Ausgabe die Summe von 191.713 RM.; in dem Voranschlag für 1935/36 sind die Ausgaben dieser Position auf 206.780 RM. gestiegen. Außerordentlich bemerkenswert ist das sprunghafte Anwachsen der Ausgaben für soziale Fürsorge. Im Jahre 1933 betrugen sie 38.575 RM., im Voranschlag für 1934 ist schon hierfür die Summe von 92.182 - RM. verzeichnet, während im Voranschlag für 1935/36 der dreifache Betrag, nämlich 296.162 RM. angefordert wird. Jüdische Kulturarbeit im Rhein-Main-Gebiet. Die Jüdische Kulturbund Rhein-Main, dessen künstlerische Leitung Hans Wilhelm Steinberg und dessen organisatorische . Leitung Hedwig Levi- Michel innehaben, hat soeben sein Programm für den Winter 1935/36 fertiggestellt. Aus der Uebersicht der geplanten Veranstaltungen ergibt sich, daß die Arbeitsgebiete des Kulturbundes bedeutend erweitert worden sind. Unter der Leitung von Hans Wilhelm Steinberg selbst sind sechs Orchesterkonzerte, unter Dr. N. Eh renreich drei Chorkonzerte mit Orchester, darunter die ^Uraufführung der Kantate „In Ewigkeit" (Jehuda Halevy) von Herbert Fromm, geplant. An sechs Kammermusikabenden wird man das Streichquartett des Kulturbundes und eine ganze Anzahl namhafter Solisten hören. Für Ende April 1936 ist die Uraufführung des Pessach-Oratoriums „Die Hagadah" von Paul Dessau und Max Brod angekündigt. Besonders aktiv wird die Theaterabteilung sein; es werden Shakespeares „Komödie der Irrungen", Shaws ,iArzt am Scheidewege" oder Tolstois „Lebender Leiehtiam" mit Norbert Schiller in der Hauptrolle aufgeführt werden. Als Uraufführung ist das Schauspiel „Reubeni" von Max Brod geplant. Unter Mitwirkung des Sprechchors spielt das Theater Rhein-Main „Die Troerinnen" von Werfel und Rossinis „Barbier von Sevilla". Monatliche Kunstausstellungen in den Ateliers zeigen Werke der bildenden Künstler Frankfurts, so von Arthur Galliner, Hanns L. Katz, Hermann Lismann, Baumeister Fritz Nathan, Julie Keiner, Erna Pinner und Rosy Lilienfeld; im Dezember findet außerdem eine Chanukkah-Kunstschau und im März 1936 eine Gedächtnis-Ausstellung für Max Schüler, John Elsas und Heinrich Gottselig statt. Auf Wohltätigkeitsveranstaltungen hört man Josef Rosenstock und Hans W. Steinberg auf zwei Klavieren: Alexander Kipnis gibt einen Liederabend. Außerdem sind Kunstbddungsyeranstaltungen, Einführungsveranstaltungen für Schüler, Jugendsingen gemeinsam mit dem jüdischen Lehrhaus und der Mittelstelle für Erwachsenenbildung unter Leitung von Karl Adler (Stuttgart), ein Studio für bildende Kunst und ein literarisches Studio vorgesehen. Das Orchester Rhein-Main und das Kulturbund-Streichquartett führt außerdem Tourneen nach Norddeutschland, dem Rheinland und Süddeutschland durch. 600 Jahre Homburger Jüdische Gemeinde. Am 5. August ds. Js. jährte sich zum 600. Male der Tag, an dem durch den Erlaß des Kaisers „Lodewig dem Eteln Manne Gottfriden von Eppinstein" die Ansiedlung von 10 Juden in Homburg gestattet wurde. Seit diesem ersten Homburger Minjan kann man vom Bestehen einer Hmoburger Kehilla sprechen. Als der „schwarze Tod" durch Deutschland raste und allerorten auf die Beschuldigung hin, die Juden hätten die Brunnen vergiftet, grausame Judenverfolgungen einsetzten, ersehen wir aus den vorhandenen Quellen, daß dieser Kelch scheinbar an der Homburger Gemeinde vorbeigegangen ist. (1348) Wechselvoll, wie die Geschichte unsres Volkes im Golus überhaupt, ist auch die Geschichte der Homburger Gemeinde. Oftmals schmolz sie bis auf einen winzigen Rest zusammen. So meldet z. B. die sog. „Amtsrechnung von der Anzahl der Judenschaf ft im Jahre 1683" von nur vier Homburger Juden: 1. .E.leasar der Hofjud, 2. Baruch, 3. Low, 4. David, sowie von vieren in Seulberg, zwei in Köppern, einem in Steden und zwei in Gunzelheim (heute Gonzenheim). Aber trotz aller Begrenztheit des jüdischen Lebensraumes hat sich die Gemeinde im Laufe der Zeit stetig vergrößert, so daß im Jahre 1750 56 jüdische Familien in Homburg ihren Wohnsitz hatten. Allerdings wurden nur diejenigen Juden aufgenommen, die mindestens 300 fl. (Gulden) Vermögen mitbrachten. Ihnen gab man den „Schutzbrief", der aber auch bei weitem keine Gleichstellung mit den anderen Untertanen brachte. „Doch wird dieser ihm zugesagte Fürstliche Schutz, auf seine Person, Weib und Kinder, solange letztere ohnverheurathet bleiben, und weiter nicht verstanden . . .", heißt es in dem Judenschutzbrief, den Landgraf Friedrich dem Isaac Mendle im Jahre 1784 gegen eine „Taxa von 4 fl. 8Xer (Kreuzer)" verliehen hat. Aber auch in Homburg äußerte sich der mildere Geist einer toleranteren Zeit. So wird uns berichtet, daß der Landgraf i. J. 1750 zum Synagogenbau 50 Taler beisteuerte..- Typisch für die soziale Stellung der Juden war es, daß um 1840 die Gebrüder Metzler beim Landgrafen um die Erlaubnis, Lumpen sammeln zu dürfen, nachkommen mußten. 1848 erfolgte die vollständige bürgerliche Gleichstellung. 1866 wurde die heutige Synagoge eingeweiht. Sabbat-Anfang und Ausgang jnnsi naf Ort Anfang Uhr | Min. Datum Ausgang Uhr | Min. Frankfurt am Main .7 25 10- 8 45 Berlin 7 30 August 8 32 München * 7 05 1935 8 19 Köln 7 30 8 55 Stuttgart . 7 30 11. 8 35 Breslau 7 30 3K 8 09 Nürnberg 7 15 rrxnn 8 29 Hamburg -, 7 35 8 57 Würzbürg 7 15 8 40 Partner^ Ml »""■ Fußtour Ende August durch Wallis/Söhweiz ge- SUfihi' bei ritueller Selbstverpfleg. Off. u. B. 29^a.d.Ann.-B. Jul. 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