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Der Israelit · 1935-08-01 · Heft 31 (1.8.1935) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 31 (1.8.1935)
Date
1935-08-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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h]q= ^m$& -^jlMJl^- -Hlojo o||o—o llolololH— SI[H]Q= —IIIHIII— HIHI Erziehung und Lehre Pädagogische Beilage zum „Israelit" Organ des Bundes gesetzestreuer jüdischer Lehrer Deutschlands 5[]rwirtaüiinnarii t—i n=nt h—h iioiöiöfö=^Toi^ Verantwortliche Scbiifileitung: L. Kaufmann, Sprendlingen (Kreis Ottenbach) Lerntage in Frankfurt a. M. Pas auf der Jahreskonferenz der Israelitischen Lehrer Hessens in Kassel gehaltene Referat über .„Lehrerfortbildung im Jüdischen" von Lehrer. Levi, Birstein hatte zur praktischen Folge, daß in der Zeit vom Ii. bis zum 14. Juni <ls. Js. auf dessen Anregung Inn der Bund gesetzestreuer Lehrer Deutschlands einen Fortbildungskursus in Frankfurt a. M. veranstaltete. Am Montagabend^ den 10. Juni, 8.30 Uhr, versammelten sich alle Teilnehmer, ca. 20 Herren, die Dozenten des Kursus, Vertreter des Vorstandes der I. R. G., der Jeschiwoh, sowie Herr Dr. Ehrmann als Vertreter der Agüdas , Jisroel bezw, der Freien Vereinigung im Sitzungssaal der I. R. G„ um den herbeigeeilten Lehrern in herzlichen Worten ein Scholaum Alechem zuzurufen. Herr Lehrer Levi erwiderte mit Dankesworten den Herren Vertretern der I. R. G., dabei besonders hervorhebend, wie die Frankfurter Khilloh - jederzeit bereit ist, auch unter den schwierigsten finanziellen Verhältnissen ihre geistigen Kräfte in den Dienst der guten Sache zu stellen, in diesem Falle auch den kurhessischen Lehrern zum ersten Male Gelegenheit naWi 7\vbb zu geben. Herr Rabb. Dr. Mannes und Rabb. Meyer leiteten in zwei Gruppen die Gemoro-Schiurim, Herr Studienrat Dr. Lange zeigte uns, wie wir Jesaia lernen und verstehen sollen. Rabb. Dr. Mahes hielt noch einen Dinim-Schiur und gab" sehr viele Anregungen für Schule und Gemeindet i Auch die allgemeine Forderung zur Einführung des Neuhebräischen "kam zu ihrem Rechte. Herr Wollmann verstand es, in drei kurzen Nachmittagsstunden mit den Elementarbegriffen und mit einer leicht faßlichen Methode uns vertraut zu mächen. Um einen Einblick in die weitverzweigte Wohlfahrtspflege besonders für die Lehrer der Landgemeinden zu bekommen, referierte Frl. M e y r o v i t z über diverse aktuelle Fragen auf diesem Gebiete. Ihre Ausführungen wurden durch Frau Dr. Isaak Breuer wertvoll ergänzt. Auch der Jugendausschuß der I. R. G. trug zur Erweiterung und Vertiefung unserer Bestrebungen bei. Der erste Abend brachte uns einen tiefgründigen Vortrag des Herrn Dr. med.' Merz- 1) a c h über die Psychologie der hebräischen Sprache, Am zweiten Abend war es uns vergönnt den klaren •und vortrefflichen, mit Humor gewürzten Ausführungen des.Herrn Schachnowitz zu folgen, der die Lage unserer Vorfahren vom 13. Jahrhundert bis zur Gegenwart vor Augen führte. Am Schlüsse seiner Ausführungen zeigte der Vortragende, wie unsere Voreltern trotz mancher, Prüfungen, die sie durchmachen mußr ten, ihr G'-ttvertrauen und zugleich den Humor nicht verloren. Den dritten Vortrag' hielt Herr Dr. Ehr mann,."über Einführung, in den Talmud. Er zeigte uns wie. wichtig grade in unserer Zeit es ist, sich mit dem Talmud zu beschäftigen. Allen Referenten nochmals von dieser Stelle aus innigster Dank und auch den Familien, die durch ihre bewährte Gastfreundschaft und Zuvorkommenheit den Teilnehmern frohe Stunden bereitet haben. 'Mögen die vorgetragenen Lehren und Anregungen, die dieser Lehr- Ütursüs gezeitigt hat, auf fruchtbaren Boden fallen für unsere Schulen und Gemeinden. Wir möchten nicht verfehlen, nochmals dem rührigen Initiator des Kursus, Lehrer Levi, Birstein, sowie dem Vorsitzenden des' „Bundes", Herrn Studienrat Münk', herzlichst •jnu *W" zu sagen. Sulzbacher, Hanau. - Nachwort der Schriftleitung. In mehreren, an uns gerichteten Zuschriften wird bedauert, daß die vom „Bunde gesetzestreuer Lehrer" veranstaltete Lerniagung, über die Kollege Sulzbacher berichtet,;nicht in der Oeffentlichkeit bekannt gegeben worden war, um einen größeren Kreis von Teilnehmern nach Frankfurt zu führen. Verschiedene Gründe waren es, die den Vorstand des Bunde« bestimmten, hur eine beschränkte Zahl; von Teilnehmern zu der Tagung einzuladen, Gründe, pekuniärer,~wie . vor allem versamm-" lungstechnischer Natur. Jedenfalls wird der Bund es sich auch weiter angelegen sein lassen, der Forderung zu entsprechen, die Herr Herbert Sonn in Halberstadt in seinem Artikel „Gedanken über unsre jüdische Erziehungspr&blematik" in Nr. 28 des „Israelit" erhoben: „Wir jungen jüdischen Lehrer erwarten seit Jahr und Tag eine Einladung zu einem Lehrer- Fortbildungskurs, in dem gesetzestreue Lehrer uns Wege zeigen zur Verwirklichung unsrer Aufgabe." Soweit wir unterrichtet sind, ist ein Fortbldungskurs für die Zeit der kommenden'Weihnachtsferien in Aussicht genommen, in dem die pädagogischen und methodischen Probleme erörtert werden sollen, die dem thoratreuen Lehrer in der Gegenwart begegnen. Wir weisen in** diesem Zusammenhange darauf hin, daß die Frankfurter Ortsgruppe des Bundes im vergangenen Jahre die Fragen in ihren Monatsversammlungen eingehend behandelte, deren Erörterung Herr Sonn verlangt. Ein Teil der Referate wurde in diesen Blättern gebracht. Wir erinnern an den Vortrag des Herrn Rektor Ochsenmann über „Erdkundeunterricht in der jüdischen Schule", weiter an den Vortrag des Herrn Studienrat Münk über die Pflege profaner Bildung, in welchem das alte Problem «"i ay mw behandelt wurde, ferner an den Vortrag des Herrn Dr. Isaak Breuer über „Die Aufgabe der Gegenwart", gehalten auf der hessischen Bezirkstagung des Bundes. Ein Referat über den Geschichtsunterricht in der jüdischen Schule ist uns weiterhin für eine der nächsten Nummern von „Erziehung und Lehre" in Aussicht gestellt worden, ebenso eine Arbeit über „Jüdische Jugendlektüre". Man sieht, gearbeitet wurde und wird auch im „Bunde gesetzestreuer jüdischer Lehrer", wenn diese Arbeit auch ohne großes Rühren der Werbetrommel geschieht. Wir bestreiten also die Behauptung, daß „die Stimme der gesetzestreuen jüdischen Lehrer, der objektiven Geistträger der Thora, ■ als Kollektivpersönlichkeit nicht hörbar ist." Wir wissen wohl, Herr Sonn sagt es ja selbst mit klaren, deutlichen Worten, er beabsichtigte nicht eine Polemik, sondern es ist die Wucht und Fülle der pädagogischen Probleme, die ihm als gesetzestreuem Lehrer entgegentritt und ihn drängte, zur Feder zu greifen. Wir freuen uns, wenn die jungen Kollegen auf dem Plan erscheinen und Schwert und Kelle zur Hand nehmen, um mitzuarbeiten an der hohen Aufgabe, die dem gesetzestreuen Lehrer gerade in unsrer Zeit des Umbruchs gestellt ist, den besten Weg zur Erziehung und Förderung unsrer Kinder zu finden, damit das alte Wort wahr werde: a*r 'n mn!> -pa Soi 1»aa '-\bv- Wir unterstreichen den Satz, den Herr Sonn schreibt: „Es ist von außerordentlicher Bedeutung, wer dem jungen jüdischen Lehrer jüdische Gedanken vermittelt," dennes führt dieser Gedanke ihn und seine jugendlichen Gesinnungsgenossen auf die Plattform, auf welcher sich die Arbeit des Bundes gesetzestreuer jüdischer Lehrer vollzieht. Trotz der nicht gewollten Polemik des Herrn Sonn, die ihn den Satz schreiben ließ: „Die gesetzestreuen Lehrerorganisationen haben uns einen Fortbildungskurs nicht geschenkt," begrüßen wir ihn als Mitarbeiter und erwarten seine und seiner jugendlichen Gesinnungsgenossen weitere rege Mitarbeit, "pi li-Jppi unyaa- Erholungs- und Altersheim in Bad Ems. Am 8. Juli versammelten sich die Ausschußmitglieder: Räbb. Dr. J. Horovitz, Levy, Rosenwald, Münk,, Marx, Frankfurt a. M., Gut, Köln, Steinhardt, Ems, Rosenthal, Nassau sowie die Gäste des Heims und seine Leiterin, Frl. Hamburger zur General-Versammlung. Herr Rabb. Dr. Horovitz eröffnete die Versammlung und stellte fest, daß sie ordnungsgemäß einberufen sei. Herr . L e v y erstattete Bericht über die beiden letzten Jahre 1933 und 1934, da 1932 die letzte Versammlung stattfand. Er ehrte das Andenken der Heimgegangenen Ausschußmitglieder: Konrektor H i r s c hb e r g und Oberkantor Scheuermann. Die Anwesenden erhoben sich von ihren Sitzen. Er teilte ferner mit, daß Herr Emil H. Lehmann durch seinen Fortzug auch aus dem Ausschuß ausgetreten sei. Ihm gebühre ein besonderer Dank für seine' mühevolle Mitarbeit. Herr Levy weist darauf hin, daß trotz; des Wunsches und der dahinziehenden Propaganda sich nur wenig Beamte dem Verein angeschlossen hätten; Auch die Mitgliederzahl unter den Rabbinern sei gering. Der Besuch des Heims ist um 50 Proz. gestiegen, die Zahl der Dauerinsassen um mehr als 100 Proz. Die Mitgliederzahl ist hingegen nicht größer geworden. Herr Levy kritisiert die trotz der Propaganda bestehende Indifferenz. Dabei sei die Führung des Heims ausgezeichnet, manche kommen mehrmals im Jahre. Juli und August sowie die Feiertage seien die Monate bezw. Zeiten besonderer Frequenz. Der Neubau sei notwendig gewesen, da die Zahl der Insassen im Steigen begriffen1 sei. Wir haben besonders für die Wohlfahrtskasse für leistungsschwache Mitglieder zu sorgen. Sodann erstattet Herr Schatzmeister Rosenwald den Kassenbericht für 1933 und 1934. Aus diesem Bericht ist folgendes hervorzuheben: Eine starke Belastung für unseren Verein bedeutet diestädtische Grundsteuer, wozu noch eine Nachzahlung für drei Jahre in drei Jahresraten zu bezahlen ist. Neuerdings werden wir auch zur staatlichen Grundsteuer herangezogen werden. Hierauf entfällt außerdem eine städtische Grundvermögenssteuer. Diese neuen Steuern sind rückwirkend ab 1. April 1934 fällig. Dann fährt Herr Rosenwald wörtlich fort: Wie in jeder unserer früherer Generalversammlungen bildet auch diesjährig ein besonderes Kapitel unseres Versammlungsinhaltes das Thema Jahresbeiträge. Wir, haben eine kleine Anzahl von Vereinsmitgliedern in verschiedenen Gegenden Deutschlands, die unserer Wohlfahrtseinrichtung ein liebevolles Interesse entgegenbringen und sie durch Beibringung von kleineren und größeren Spenden stützen. Ihnen sei hier in besonderer Weise gedankt. G'tt möge ihr menschenfreundliches Tun segnen. Wir haben aber eine sehr große Anzahl von Mitgliedern, die eine unverabredete Solidarität der Vergeßlichkeit oder Bummelei miteinander verbindet in der Nichtbezahlung der festgesetzten Jahresbeiträge für unseren Verein; es handelt sich um fast die Hälfte unserer Vereinsmitglieder, die ihren Jahresbeitrag pro 1934 noch schuldet; über zwei Dutzend Mitglieder haben trotz persönlicher, brieflicher Aufforderung im Jahre 1934 auch die Beiträge pro 1933 und einige wenige sogar frühere Beiträge nicht beglichen, dies trotzdem der Verein es Allen ganz leicht machte, indem er vor zwei Jahren die Zahlung der Jahresbeiträge in zwei Raten ermöglichte. Von dieser Neueinrichtung machten 10 Mitglieder Gebrauch, drei in der Weise, daß sie eben -nur die eine Rate schickten und an die Zusendung der zweiten vergaßen. Es geht nicht an, für die Indolenz im Beitragzahlen entschuldigend ins Feld zu führen, daß in allen Vereinen mit Beitragzahlen gebummelt wird. Wir sind auf den raschen Zusammenfluß der 5 und 3 RM.-Beiträge unbedingt angewiesen, denn damit zahlen wir unsere Hypothekenzinsen, die-bei jährlich Mk. 3800.— betragen und zu deren Mitbegleichung wir allein unsere Vereinsbeiträge erheben. Zahlen nun die Mitglieder nicht rechtzeitig, dann muß sich der Schatzmeister um Darlehen bemühen, die dem Heim Geld kosten, und es müssen Verzugszinsen bezahlt werden, die von der Hypothekenbank selbst als erheblich bezeichnet werden. Die Verantwortung, den Verein und das Heim allein durch Nichtzahlung des Jahresbeitrages zu schädigen, sollte künftig kein Vereinsmitglied mehr auf sich laden. Wir bitten deshalb darum, daß Jeder jeweilig längstens im Laufe jeder ersten Jahreshälfte unaufgefordert seine Beitragspflicht erfülle und nicht dazu mithelfe, durch mangelndes Pflichtgefühl unsere schöne Sache zu zerstören. -Durch Zuwendung größerer Beträge zeichneten sich aus: Nachlaß Löwenstein, Köln; Lampel, Leipzig; Rabbiner Dr. Horovitz, Frankfurt a. M.; Prov. Lehrer-Verein Rheinland-Westfalen und Baden; Provinzial-Verband Stettin, Synagogengemeinden Köln; Frankenthal, Bochum, Dresden, Ludwigshafen, Saarlouis sowie Ignaz Schwarzschild, Hamburg durch zahlreiche Telegramm-Ablösungen. Sodann verliest Herr Levy den Entlastungsantrag der Revisoren .Konrektor Max G o1 d s c h m i d t und Willi Strauß, Frankfurt a. M., der angenommen wird.. .-• Nun danken die beiden Vorsitzenden Frl. Hamburger wärmst ens auch für die Mithilfe an der finanziellen Tragung. Nach Aussprache besonderen Dankes an die Herren Levy und Rpsenwald schließt der Vorsitzende die Versammlung. Am Nachmittag begann das „Einlernen" des Anbaus, indem Herr Dr. Horovitz aus Cheskas Ha-

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