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Der Israelit · 1935-08-01 · Heft 31 (1.8.1935) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 31 (1.8.1935)
Date
1935-08-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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1. August 1935 Der I s r.a e 1 i t Nr. 31 Seite 9 vertreten, haben und außer ihrer Tätigkeit in der Ger Samtorganisation noch für ihr Gebiet spezielle Rechte erhalten werden. Während der Verhandlungen wurde von beiden Seiten der sehnlichste Wunsch zum Ausdruck gebracht, weiter in harmonischer Zusammenarbeit für die Stärkung des traditionellen Judentums in unserem Lande zu wirken. Rumänien* Die Fusion der Antisemiten mit Goga» Bukarest, 22. Juli. Kultusminister a. D. Goga und der bekannte Antisemitenführer Prof. Cuza haben ihre Parteien fusioniert. Die neue Partei teilt die Minderheiten in drei Kategorien. Die Sachsen, und Schwaben sollen vollberechtigt sein, denn sie haben sich von der Gründung an für Großrumänien exponiert. Für die Ungarn, welche die zweite Kategorie bilden,x werden gewisse Beschränkungen dekretiert. Zu der dritten Kategorie gehören die Juden, gegen die der Staat den rumänischen Arbeiter in Schutz nehmen muß. Gegenüber dem ursprünglichen Programm Cuzas, welches die Ausweisung aller Juden forderte, bedeutet das neue einen gewissen Fortschritt. Sie verlangt die Revision der Staatsbürgerschaft, die die Friedensverträge den Juden sichern und schweigt sich über die Frage der Gleichberechtigung aus. An die Stelle des offenen Antisemitismus ist ein verkappter getreten. Am Festessen, das auf die Fusion folgte, nahm laut parteioffiziellen. Meldungen auch ein Herr Dr. Robert Kohn teil, Ministerpräsident a. D. Prof. N. Jörga hielt an seiner Volksuniversität einen Vortrag über die Rassenfrage. Die Griechen haben jeden Andersrassigen gehaßt und haben sich isoliert, Deshalb konnten sie die Römer, die niemals Rassenschutz trieben, verschlingen. Wir wollen keinen körperlichen, sondern, einen geistigen Typ der Rumänen schaffen. Die Minoritäten können wir nicht als Fremde bezeichnen, "sondern höchstens als Nicht-Rumänen. Sie tragen mit seelischen und materiellen Kräften^ zur Entwicklung des Landes bei. Palästina. Die erste Landeskonferenz der Poale Agudas Isroel in Erez Isroel. Gedera, 23. Juli. Die zu Beginn voriger Woche hier stattgehabte e rs te Landeskon f e renz der Poale A g udas Isroel darf als völler Erfolg registriert werden. 54 Delegierte nahmen an. der Konferenz als Bevollmächtigte der Ortsgruppen Tel Awiw, Haifa, Jerusalem, Pethach Tikwä, Bne^Brak Rechoboth, Rischori L'Ziöh,- Gedera, Kfar Saba, Netänia, Pardes ChannaT Kfar Atta, Raanana und Machane Jisroel teil. Die Delegierten brachten die Zusammensetzung der Organisation zum Ausdruck. Es waren Einwanderer aus Polen, Sloväkei, Rumänien^ Litauen, Lettland, Deutschland und anderen Ländern der Diaspora, eine Art Kibbuz Goliaus, wie wir ihn bei unseren großen Versammlungen zu sehen gewöhnt sind. Alle ohne Unterschied des Landes und der Strömung .innerhalb der Bewegung habensich in der Poale A. J.-Bewegung zusammengefunden, nachdem sie in der Golä schön Agüdisten waren und hier zu A r bo i t er n wurden. Trotz der natürlichen Gegensätze, die zwischen den verschiedenen Gruppen bestehen und trotz verschiedener Auffassungen, die jeder aus seinem-Goluslande mitgebracht,hat, konnte man doch hier in Gedera jene Verschmelzungskraft wahrnehmen, die über alle Unterschiede hinweghilftf Unterschiede, die nicht unser eigentliches Wesen und unsere Grundanschauurig berühren. Gewiß fangen in der. Konferenz verschiedene Nuancen und Strömun-. gen miteinander, aber alle hatten: dasselbe heilige Ziel vor Augen. Meinungsverschiedenheiten gab es nur hinsichtlich des W e g e s, über die Taktik der Arbeit,: und dieses Ringen beweist nur Bewegung und Leben, beweist: den mächtigen Arbeitsdrang, der der Sauerteig in jeder Bewegung ist. Besonders ist-festzustellen, daß alle Unterschiede in der Auffassung und Behandlung 'der uns beschäftigenden Probleme unter denverschiedenen Gruppen die Grenze de» Anstandes, des Verantwortungsbewußtseins und der ■gegenseitigen Würdigung nicht überschritten und daß dieses gegenseitige Verständnis sowohl im Plenum, wie auch in der Permanenzkommission zum ernstesten Ausdruck kam. Deshalb war es schließlich nicht schwer, in allen Fragen zur Verständigung zu gelan- Neueste W irt schaftsnachrichten aus Erez Jisroel. (Nach Palnews.) Jerusalem. Es fanden vor kurzem Verhandlungen wegen des Beitritts der Palestine Potash Ltd. zu dem internationalen Käli-Syndikat statt. T^e 1 Awiw. Nach einjährigen Vorbereitungsarbeiten wird in Tel Awiw ein Gaswerk errichtet werden, das Tel Awiw und Umgebung mit Koch- und Heizgas versorgen wird. Der Gründer und zukünftige Direktor der Gesellschaft ist Ingenieur Josef Wirgin. Die Gesellschaft hat ein registriertes Kapital von Lst, 82.000, von dem ein großer Teil schon gezeichnet ist. Das Werk soll Tel Awiw und Umgebung versorgen. Es wird rentabel sein, wenn nur 6 Proz. der Bewohner von Tel Awiw zum Gasbezug übergehen. Der Gaspreis wird etwa 15 Proz. teurer sein als in Deutschland und Polen. Man rechnet mit dem Baubeginn im Oktober. Beyruth. Ein Dekret des Präsidenten der syrischen Republik setzt die Eröffnung* der ersten Frühjahrsmesse in Damaskus auf die Monate April- Mai 1936 fest. Tel Awiw, Zur nächsten Saison wird ein neues Orangennebenprodukt Pectin auf den Markt kommen. Pectin wird als.Gelatine für Back- und Kochzwecke sowie auch für fotografische Zwecke verwendet werden können. Zur Fabrikation ist die Palestine Pectin Company Ltd. gegründet worden. - Vorstand: Dr. Bendit. Haifa. Eine englische Reis-Handelsfirma wird in Haifa eine moderne Mühle zur Herstellung von Reisprodukten für den Bedarf Palästinas und des nahen Ostens errichten. Mit dem Bau der. Mühlenanlagen ist begonnen worden. Tel Awiw. Wie „Dawar" berichtet, hat der Nationalfond eine Bodenfläche von 2000 Dunam im Emek von der PLDC. für 'Siedlungszwecke erworben. Man beabsichtigt dort den aus deutschen Einwanderern bestehenden Kibbuz von Chedera anzusiedeln, Tel Awiw. Vor> einigen Tagen erhielt die Gesellschaft „'Kidmath Kinnereth" die Kushane für die von ihr erworbenen 13.500 Dunam am östlichen Ufer des Kinnerethsees. Die Gesellschaft hat während der Dauer von V/z Jahren auf einer Bodenfläehe von.300 Dunam am Jordanufer Versuche mit der Anpflanzung von Tomaten vorgenommen, die vorzüglich gelungen sind. Sie konnte wöchentlich 940 Kisten in Tel Awiw absetzen und mit gutem Erfolge nach England, Deutschland, Holland und Norwegen exportieuen. Diese Versuche sollen nun in größerem Maßstabe nutzbar gemacht werden. Die Siedlung wird auf intensivem Gemüsebau, Geflügelzucht, Eier- und Milchwirtschaft beruhen. Jeder Siedler erhält 10 Dunam sowie einen Dunam " für Haus, Garten und Hühnerstall. Der Preis einer1 Wirtschaft bewegt sich zwischen Lst. 575.— und Lst. 1250.—. Im Gebirge soll Obst und Weinbau und Viehzucht betrieben werden. Ein Motorbootdienst wird Tiberias mit Kidmath Kinnereth verbinden. Die Leitung der. Gesellschaft besteht aus den Herren Dir. Dr. Hermann Badt, Max Herzig. Max Meyer und Julius Sand. Tiberias. Infolge der Symptome von Arbeitslosigkeit in Haifa sind Arbeiter aus Tiberias mehrfach in ihre Heimat zurückgekehrt. ■ Ris 'ch.o n, lTZion. Auch die Glasfabrik in Rischon l'Zion steht infolge des Mangels an Schutzzöllen vor einer Krise. Nach einer Tätigkeit von 3—4 Monaten und nachdem 14.000 Lst, investiert waren, mußte der Betrieb infolge des Dumpings durch -ausländische Waren eingestellt werden. Es muß entweder durch eine starke Kapitalerhöhung und Ankauf neuer Maschinen eine starke Verbilli- .gung der Erzeugnisse erzielt, oder aber der Betrieb dauernd eingestellt werden. Die Einführung eins Schutzzolles erscheint unvermeidlich; gen zwischen dem Kreis Chasam Sofer, dessen Kraft in1 der Konferenz spürbar waty den Extremen aus Jerusalem und Pethach Tikwa, deh Einwanderern aus den-Reihen der polnischen Poale A. J, mit ihrem sozialen Pathos und zwischen denen, die im Zentrum stehen, und die der Bewegung einen autonomen Erez Jisroel-Charakter geben möchten, wie es die Tatsachen auf der einen, die Idee auf der anderen Seite verlangen, Ueber die feierliche Eröffnungssitzung hat Ihr Jerusalemer Korrespondent bereits ausführlich berichtet. Die eigentliche Arbeitstagung begann Montag, den 14. Tammus. Nach einer kleinen Auseinandersetzung über die Rechte der Kibbuzim auf besondere Delegierte erstattete der Generalsekretär der Poale A. J., Herr Seif Fischer-Schein, einen umfassenden Bericht über die. Entwicklung der Organisation und ihie praktische Tätigkeit. In der anschließenden Diskussion kamen die verschiedenen Probleme, die die Aufmerksamkeit der Chawerim beanspruchen und die Nuancierung der Anschauungen in der Beurteilung dieser Probleme zu lebhaftem Ausdruck, Von einer Seite wurde die Frage des Heskems mit der Histadiuth boowdim angeschnitten. Man wartet in dieser Hinsicht noch immer auf ein entscheidendes Wort des Rabbinischen Rates. Hinsichtlich der Beziehungen zur agudistischen Gesamtorganisation rangen eine auf größere Autonomie gerichtete Strömung mit einer anderen, die Unterordnung nicht nur unter die allseitig anerkannten Organe der Welt-Agudo fordert, sondern auch unter diejenigen der Landesorganisation. Die Abstimmungen bewiesen, daß diese letztere Strömung die Mehrheit besitzt. Dr. Moses Auerbach schlug vor, die Kibbuzim sollten während der Ferien für die Kinder von orthodoxen Eltern ihre Pforten öffnen, damit die Kinder frühzeitig ihre Freizeit in der Atmosphäre des Kibbuz verbringen. Aus der Unzahl von Anregungen, die sonst in den Debatten gegeben wurden, seien kurz folgende zusammengestellt: Finanzlage der Organisation^ Gründung eines Sonderausschusses Lemaan Poale A. J. für Sammlungen im Lande, Errichtung von - Bothe Olim, Gründung einer Kommission für Chisuk Hadaß, Berufung eines geistigen Leiters für die religiöse und Kulturarbeit der Bewegung, Bildung von Handwerkskooperativen, weiterer Ausbau der Errichtung von Hilfswirtschafteh für die Genossen auf dem Dorfe, Schaffung eines Arbeitslosenfonds, systematische Arbeit zur Gewissensschärfung der orthodoxen Arbeitgeber hinsichtlich der Einstellung von Gesinnungsgenossen, Heranziehung der Marmaroscher Einwanderer und der Jemeniten. Das vorwiegende Interesse der Versammlung war naturgemäß der Wahl der endgültigen Leitung zugewandt, nachdem die bisherigen Verwaltungsorgane, nur einen zeitweiligen Charakter trugen. Eine Permanenzkommission beschäftigte sich während der Dauer der Tagung sorgfältigst mit diese; wichtigsten Organisationsfrage. Schließlich wurden 36 Mitglieder in die zentrale Leitung der Organisation gewählt, die ihrerseits einen Waad hapoel und aus diesem nochnals eine enger« Leitung ernennen. Den Gesamtinhalt der Verhandlungen spiegeln die angenommenen Beschlüsse wieder, die wir im folgenden wiedergeben; A, Organisation und Grundlagen der Bewegung. 1. Die Histadruth Poale Agudas Jisroel in Erez Jisroel ist ein unablösbarer Bestandteil der Agudas Jisroel-Weltorganisation, deren Organe: der Mauezes Gedaule Hathauro, die Kenessio Gedaulo, der Zentralrat und der Waad hapoel oder deren Vollmachtsträger, wie beispielsweise die Agentur für E. J. in Jerusalem, sind kompetent auch für die HPAJ. in E. J. 2. Die Mitglieder der HPAJ. in E. J, sind gleichzeitig auch Mitglieder der A. J.-Landesorganisation. Sie nehmen teil an der Unterstützung der Landesorganisation wie die anderen Mitglieder der A. J. und haben das ^aktive und passive Wahlrecht für alle Organe der Landesorganisation. 3. Die Mitglieder der HPAJ. brauchen den Ortsgruppen der A. J. nicht anzugehören. Gegenüber diesen Ortsgruppen haben die HPAJ, vollständige Autonomie. 4. In den allgemeinen agudistischen Angelegenheiten, z. B. allgemeine Politik, Erziehungswesen, Chisuk Hadaß, Kehillös, ist HPAJ, den Beschlüssen

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