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Der Israelit · 1935-07-04 · Heft 27 (4.7.1935) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 27 (4.7.1935)
Date
1935-07-04
Page
– (sequence 13)
Language
German
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m^^^^^^^^^ß^^^^^W^^^^^^M^^W^^ 4. Juli 1935 D I s r a e 1 i t Nr. 27 Seite 13 . ser Interesse an und erinnert uns an Geschehnisse, die uns durch Tenach vertraut, -und die wir im Geiste wohl schon hundertmal miterlebthaben. Jedes Stückchen ist uns heilig und regt uns zur Keduscho an! .In Gedanken werden wir' Tausende von Jahren zurückversetzt. Da der Tempel noch stand und das ganze Volk seinem G'tte opfern konnte.' Herrlich mußte das gewesen sein an den Scholausch regolim, AVenn alles fröhlich "uüd geschmückt heraufzog, die Erstlinge darzubringen; Air dies zieht an' unserem geistigen Auge vorüber und in uns steigt ein Sehnen naah der "Zukunft auf, 'daß alles söwerde wie einst. Nochist Erez Israel nicht so, wie wir es wünschen und wie es sein soll. Noch, ist es nur wenig von Thdrageist erfüllt und noch nicht wert, daß" G'tt seiner Schechino ■dort eine Stätte gibt,t Aber wenn wahrhaft jüdische Menschen sich darum bemühen, Admas Kaudesch auf Grundlage der Thora aufzubauen,; dann können wir aus vollem Herzen rufen: . ,,Erez-Israel; :das -Land unserer * iiAfHi ' 4><- * '^Z-h ^Ruth^Seefebächi; 15%t Jahre i Hoffnung!" [Untersekunda).. Israel Hin^Ä^yptcn. Dem Sefer Hajaschar nacherzählt ■ ) von Rabbiner^ Di£:-Ro^gt Zi^n*.^^ \ vü-' r - . i?ortsM?uM0, , > i*3tfr &V»Ü }>" , r > Die vierte Stadtseite aber machten Bileaöi und seine Söhne,, dw^cb\^^ixet^^l^^^3Lh indem -sie _hiej-^jner V.I^SfgfcjpifögfT.- Schlagen ansiedelten.""Sorglich die'Stadt einer gewaltigen ■ üFestufig^ ■ und' Bileant erwartete mit Ruhe die Rückkehr'des Koni$s7 ' ' Bald darauf kehrte Kikanos siegreich heim un,d wunderte sich, da er von -weitem diestark befestigte Stadt erblickte. Er nahm jedoch an, sie hab'efiisich vor einem Emfall{:femdlicher Scharen schützen ^wölleh. Als sie aber näherkamen undsahen, daß alle Tore der Stadt; lest verschlossen waren, forderten sie die- {Torwächter auf,;: zu .. öffnen.. Diese .weigerten sich iund t begannen sofort den-Kampf mit dem1 Heere desKikanos^Am ersten Tage scheiterte detn Angriff auf die-[Tore, am zweiten Tage ertrank'eX^Viels, als sie^ .zuerst schwimmend und. dann in rBooten, vdrä ,Strudeln des Festungsgrabens überwinden -wollten. Am dritten Tage versuchten' sie, vönt der :SöhIangenseite aus in die1'Srtadt ^inzu4ri1ng!enr1''a^er-' ^iie Schlangen^ fielen üb' er sie her und tpleten .^jele. Daraufhin gab Kikanos es auf, die-Stadt durch Sturmangriff "zu erobern und beschloß, s&& 'statt. ' desVen"'längsam auszuhungern-. So belagertem das Heer, die Stadt .neun J"ahre lang ohne Erfolg. Kurze- Zeit^nach,: Beginn cler ^Belagerüng, tiaf dejr flüchtige Mose im Lager des Kikanos-j ..ieim . und wurde"Vöff:diesem freundlich aufgenommen. Bald gewannen der König^ und das gctnzie: Heer rden Fremdling Mose lieb, denn er war ^roß (ur^d stark wie ein Löwe?«ein ,Charakter war lauter und edel, und sein Antlitz strahlte 'wie >;dre Sonne. Daher ernannte Kikanos ihn zu seinem Ratgeber. Am Ende der neunjährigen Belagerung starb Kikanos nach kurzer Krankheit; Seine.> Diener balsamierten ihn ein und-begruben ihn■ > gegenüber der Stadtmauer. Ueber-dem >Grabe*'errichteten sie ein■> gewaltiges üen^fnaT. und rverherrlichten in einer Inschrift die Größe.und «die,-,Täter! des Königs Kikanos*.. :j ., >..,-. - {•! ■'- Nachf dem -Tode des-i Königs nbam:'den■.;Krie- /gerhJ: ihre verzweifelte^ Lage/ soj 'recht zum Be- 1.wußitseih. ,ß[e fragten siel} gegenseitig: Was sollen wir tun?- Seit .neun Jakren lagern wir. bereits in der Wüste vor den Toren unserer Stadt. Kämpfen wir gegen die Stadt, so sterben wir; bleiben wir aber hier in der Wüste, so sterben > wir a-uch, ßenn die Könige der Aramaer und der j Bene Kedenr werden e^-f ahr'enr' daßunser-irvönig i gestorben ist; -sie werden über uns herfallen und i keinen von uns übrig lassen; -Laßt uns-> daher I einen König ^wählen, der die Belagerung zu Ende fuhrt und die 'Stadt einnimmt!", i- :.'. Darauf fiuchtep sje im.ganzen.. Heere, einen Nachfolget für .Kikanosjj.ab.er sie banden keinen, derp'Würdiger;warals j;Mose. :Alsbald warfen -sie Kleidungsstücke auf einen Haufen, erricntetenMsp eine "Erhöhung,_.und rließen^ Mose darauf. Platz nehmen» Dann-streßen sie in> diecljosaGnen. und riefen vor ihm aus: „Es lebe der-König! Es lebe der König'" So wählten sie Mose zu ihrem Könige und schwuren ihm, nach der Eroberung der Stadt ihm die Königin-Witwe zur Frau zu geben. . - Um dem neuen Könige einen Kronschatz übergeben zu können, wurde im Lager ausgerufen, ein jeder solle Moseeinen kleinen Teil seines Vermögens schenken. Dann breitete man ein Tuch aus, und jeder Einzelne warf einen goldenen oder silbernen Gegenstand, Perlen und Edelsteine hinein, und Mose'legte diesen Kronschatz in seine Schatzkammern. So wurde Mose mit siebenundzwanzig Jahren Konig über das Land Kusch. Am siebenten Tag nach der Konigswahl versammelte sich das ganze Volk vor Mose, verneigte sich und sprach: ,,Gib uns einen Rat, wie wir der Stadt beikommen können. Denn bereis seit neun Jahren belagern wir-sie, und die ganze Zeit über haben wir unsere Frauen und Kinder nicht gesehen." .. .. Da antwortete Mose: „Wenn Ihr in Allem auf;meine .Stimme hören Werdet, wird G'tt die Stadt in unsere Hand geben. Wßnn wir die Stadt - •.. 3,«jf . .- Oj, V 3 . .- -jr t .. t in:.der.- bisherigen. Weise weiter .bekämpf^n, so fallen Jvölligi:nutzlos Lvigle (von* uns.- Seht, ich will Euch einen guten Rat geben, wenn 'Ihr ihn anatmet/so. werdenJ.'wlr die-Stadt erobern.'' Da antworteten alle^rieger: Alles, w,as unser, Herr befiehlt!, werden seine. Diener tun,''. » t Nachdem sem? Vorschlag bedingungslos angenommen war," befahl Mose: „Ein Jeder gehe in den Wald und bringe von dort einen jungen Storch mit! Wer das Wort des Königs übertritt und keinen Jungstorch heimbringt, soll getötet werden und sein ganzes Vermögen soll dem Könige verfallen., J-eder Einzelne ziehe seinen Storch sorgfältig, auf mnd bringe ihm Raubvogeleigenschaftenbei!"!- . .. r ■ ■ .c Das ganze, Volk führte den Befehl aus. Als jdie Störche igroß geworden war-en( b>eiabl Mose, isie drei Tage bungern vzu lassen» iAm dritten Tage ' sprach ^jäer' König zürn- Volke: „Seid stark und ^niufig!, Ein. Jeder von Euch rüste sich, besteige sein Pferd und neb-me seinen Stprch iq die Hand. Dann laßt uns; die Stadt von der Seite, wo die Schlangen sind; bekämpfen." ' o -Dasj^plk tati nach des» Königs Befehl.; Als. sie zum Ort' der Schlangen gelangten^ verordnete ,der Kö\iig: „Jäg't'Eure Störche auf "die Schlarlgenf'; Da ließen die Kriege^ ihre. Störche frei, und'diesje' f[pg>en j$Utden Sdhlapgen, fraßen sie au^ ui^d roiieten-sie völlig aus. Der König und das Volk sähen, daß ■ die ^Schlangen ausgerottet waren, stießen .in die Posaunen, kämpften gegen die Stadt, überwanden sie und töteten die ejfhundert Mann, starke'Besatzung. Jedoch von denr-Belagerern fiel köin^Eiiiziger: Die siegreichen1 Krieger kehrten unn ilach neunjähriger Abwesenheit iti' ihre Häuser; zurück und freuten sich mit;lhren.'Fräuen .i; . .i; .«. ......4. III» >' -V .; „ . und Kindern»- - :i .• -. . — Bileam, sowie seirie acht Brüder und zwei SÖh^ie flohen aus . der Stadt und", kehrten zu Pharao, zurück. Sie■< wurden PharaoV'2ei<?)kffldet|- tertind Zauberer, die später Mose eni gegen trat eh. - iv--.r:>r9r- / (Ifortsetziing folgt.) i Der jüdische Bauer; SieHst du nicht-'den jüdischen Bauern-fdort? - ■ Wie er arbeitet mit dem Pflug immerfort! ' Er schlägt nicht die Tiere, nach der Bösen Brauch, Mit guten Worten geht es ja auch. Den Pflug führt er durch das Feld, Denn dem Bauern^is^dj^fiBoderf^eine^Welt; v ■ i Früh und spät regt sich seine Hand, . ■ Denn' vielTÄVbeif 'bedmg^tfXdas, Ackerlandj ,\ f Mit weißem Bart steht der alte Mann, Er arb.eitetrsolanger er noch arbeiten kann. . | ' Tapfer schlägt er sich : durch Mühe und Not, .; "Nur um das - kostbare^ tä^Kche-Brot.'i Deswegen beachtet' jed'Ss'/Stück^chen Brot, . ' '. ^DeAn-,ihrkennt die Arb^if und die Not. . -? ' } i Jlak.jLöwy, Frankfurt r^^Jahrej, ] Bücherbesprechungen. Hawa Naschira! Liederbuch für Unterricht, Bund und Haus. Herausgegeben von Dr., Jos. Jacob sen uad Erwin Jospe, Leipzig-Hamburg. 193 5. Anton J. Benjamin A.-G. Was diesem Liederbuche einen Vorzug vor allen bisher erschienenen jüdischen Gesangbüchern gibt, das ist vor allem seine große Reichhaltigkeit. Es fragt, statt ängstlich auszuwählen, freimütig nach dem Bedürfnis unserer Häuser und unserer jüdischen Jugend in Deutschland, wo ja heute mehr Sangesfreude herrscht als je. Und wie die Sänger aus allen Gebieten jüdischen Lebens sich Sangesstoff holen, ebenso freudig aus der synagogalen Musik wie aus dem jiddischen Volksliede und aus all den frohen .Weisen, jdie.. das ieutige,,palästinensische Leben begleiten, so gifyt auch dieses Liederbuch einen Querschnitt tfuren1 die ganze reiche 'Welt des Gesanges. Und wer vieles bringt, wird igewiß jedem nach seinem Geschmacke für die mannigfachen; Gelegenheiten und Besonderheiten der. Stunde etwas bieten. Das Buch wird .daher gewiß schnell .einen großem Freundeskreis ''steh erwerben; es wird binnen kurzem "der unentbehrliche Begleiter vor allem 'unsöjer'iKiride* sei». SU wredjen es am Freitag, abend am Tische-ebenso nütz- .lichverwerten können.wie auf ihren Wanderfahrten und bei ihren hündischen Züsammenküntfen. Sie werden" "sicK "ebeif/so 'sj^hr'der schlichten Melodien .wie;der ausführlich1 gegebenen-Teifte freuen. Eswar äuch durchaus ein; »«A,üg(&rV^IttstÖ^st,;da? guie deutsche Lied, das.nun einmal einen Täl unserer Seele «ich, erobert hat,, nicht fortzulassen, sp daß ..keines all der I^eblihge fehlt, die der''liederfreüdige jüdisch'e MenscH 'zu \ seihen Freunden und guten Bekannten zählte ' ' ' Die Gliederung nach den drei Bezirken des jüdischen Weltbildes; Mensch, Natur und G'tt, wenn sie auch .nicht in aller Schärfe durchführbar ist, ist eine, durchaus glückliejie. tyochj treffender. dte ,Unterabteilungen^- so' für . den ers.t^n. Bezirk:" zum Spielen und Singen ' für/.'Kinder; in frÖher "Gemeinschaft; Schriiirren, Scherz: und- Spötti :Tari'zweiseh, Horramelodien, Niggunim; -in ernster Sturide; 'zur, Beherzigung; Lieber.Arbeit; Erfz Jisrael. Bei „Natur" die Kapitel; zum Preis der Natur; Pflanzen, und Tieire/, Tageszeiten; Jahreszeiten. Und endlich ftjr den religiösen Teil: Säbbat; Feiertage, Feste und Gedenkzeiten; Moschiach. .Was der- Anhangbringt: mehrstimmige Lieder;;zur Musikkun.de, vor allem die Melodik, Harmonik, rjynamik der, Musik, auch die Neginot und die Ueb'ersichtstabelle zür Geschichte der Musik bei den Jtldöri machen das Büch auch'zu einer systematischen Einführungin Lehre und' Wesen der Musik geeiguet.-ri Jedpnfalls .darf, gesragtwerden:, mit glücklichem rGriJf haben die;Herausgeber, Dr, Jos. Jacobsen und lErwiii Jöspe hi.er"ei"n Werk"geschaffen, das wir alle gebrauchen - können' lind für das sie des Dankes von "Alt und Jungt.gewiß sein dürfen. 1 Das Schloß. R^man von Franz Kafka. '(Bd.. IV von Fijanz .Kafka, Gesammelte Schriften.;)' B e r- 1 in. 1935. "Schocken Verlag. Der hier vorliegende vierte Band der prachtvollen Gesamtausgabe, die der Schocken Verlag : von den nachgelassenen vWerken" des allzufrüh verstorbenen begabten Dichters veranstaltet, reiht sich dem Roman- Fragment „Der Prozeß" (im. vorangegangenen Bande) an, ist .aber verhältnismäßig weniger drückfertig gestaltet worden als jener. Immerhin ist bei beiden, auch innerlich .zusammengehörigen Werken die künstlerische Gesamtabsicht deutlich genug sichtbar, um den t Genuß der Fragmente als relative Ganzheiten zu gestatten.- Kafkas Stärkeliegt" in der Kunst der psychologischen Kleinmalerei,' die sich in die verschlungensten Wirrgärige^'der Menschenseele mit meiner nur dem echten Kunstler11 möglichen Liebe" ' und Geduld versenkt, und der niehte-unwi'chtig erscheint von allem, Was "ein Menschenherz bewegen: kann.- Dasist das Charakteristikum auch dieses Romans von dem unglücklichen Landvermesser, der mit unheimlichen, selber iii unabwendbare "Notwendigkeiten eingespon- ' neneri Schieksalsmäch'ten ringt", ohneeinen Ausweg zu finden. Daß dabei das Erotische, oft nicht grade der sublimsten Art, eine größere Rolle spielt, als es dem' feiner empfindenden Leser erwünscht sein mag, läßt sich vom Standpunkt das „L'art pour Part" ent- - schuldigen. Unfaßbar ist dem Referenten nur, wie eine übersteigerte literarische Propaganda es wagen korinte und fortgesetzt kann, Kafkas Kunst als eine spezifisch ,, j üdii sc he" 'zu kennzeichnen -und ihn '• als jüdisches Genie 1 zu feiern! > Sie' i istt - ebenso : wenig jüdisch wie es etwa die Romane seines Freundes "und Herausgebers Max Brod smdrdessen oft^ jedes Ethos entbehrende Sexualitäten im schärfsten ' Ge- ' gensätz zu jüdischer Gefühlsweise i ■ und jüdischer ':Kunstauffässung stehen. Mag man Kafka als K ü n s tl e r feiern, sehr .Schaffen hat mit Juden und Judenturii jiiohts zu tun und wir lehnen es ab, in diesem Schäffen einen'''Ausfluß jüdischen Wesens zu . erblicken. '' •••> -' M. ji^-^^y

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