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Der Israelit · 1935-07-04 · Heft 27 (4.7.1935) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 27 (4.7.1935)
Date
1935-07-04
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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4. Juli 1935 Der Israelit Nr. 27 Seite 9 nur das unzulängliche Lokal fürdie Entwicklung der Abteilung., Aus H a i f a und N e t.a n i a wird Befriedigendes berichtet. In Netania ist dringend eine Schule für die Kinder der Chawerim erforderlich. Es besteht große Gefahr, daß viele Chawerim der Kolonie gezwungen sein werden, ihre Kinder in die allgemeine Schule zu schicken, Der Bedarf an Arbeitskräften ist stark. Die Zentrale. bemüht sich, die Bestrebungen unseres Freundes A. S. Frydensohn auf Ausdehnung und Festigung der Bnos Agudas Jisroel- Bewegung im Lande zu unterstützen. Chaweroth, die sich dafür interessieren, werden aufgefordert, sich an das Büro in Tel Awiw zu wenden. Unser Gesinnungsgenosse Isaak Nußbaum aus Berlin, der dieser Tage nach längerem Aufenthalte das Land verläßt, hat sich in intensivster Weise für die Poale Agudas Jisroel-Bewegung und insbesondere für ihre Kibbuzim interessiert und wertvolle Ratschläge aus seiner reichen landwirtschaftlichen Erfahrung heraus für die Weiterentwicklung unserer Siedlungen gegeben. Die Zentrale der Poale Agudas Jisroel schuldet ihm dafür aufrichtigen Dank. Der Bau in Machane J i s r o e 1 ist fertig. Zur Zeit wird er gestrichen. Die Brunnenbohrung schreitet fort. Die Weizenernte geht der Vollendung entgegen, Es sind dringend weitere Chawerim für den Kibbuz erforderlich. Die Poale Agudas Jisroel-Gruppe Tel Awiw veröffentlicht einen Aufruf, worin bekannt gegeben wird, daß ihre Wohngrundstücke in Ramat J i z c h o k neben Ramat Gan ausverkauft sind und daß man nunmehr eine neue Fläche zur Erweiterung des dort angelegten orthodoxen Viertels erworben habe. Es könnten Parzellen auf jährliche Abzahlung erworben werden. Der Aufruf schließt; „Orthodoxer Jude! Wenn Du Grund und Boden für Deine Wohnung kaufst,-denke darüber nach, wer Deine Nachbarn sein werden, in welcher Umgebung Deine Kinder erzogen werden und wie Deine Sabbate und Deine Festtage ausschauen werden." Jerusalemer Brief, Rechenschaftsbericht an die Mandatkommission. — Die Rabbinerversammlung. — Sitzung des Landesrates, — Bnos Agudas Jisroel. Jerusalem, 26. Juni. Die Palästina-Regierung hat dieser Tage ihren Rechenschaftsbericht an die Mandatkommission über Palästina für 1934 veröffentlicht. Sie beschäftigt sich darin auch mit den Verhandlungen zwischen Agudas Jisroel und Knsees Israel in der Frage der Gemeinden. Sie bemerkt, daß die Vertagung der Verhandlungen im vorigen Jahre erfolgt sei, weil die Regierung mit den Wahlen zu den Stadtverwaltungen, die sich über einen langen Zeitraum hinzogen, beschäftigt gewesen sei. Die vorige Woche in dem Büro des Oberrabbinats stattgehabte Rabbinerversammlung war auf Betreiben der Misrachi-Führer, insbesondere von Rabbi Mosche Ostrowski einberufen worden, der auch der Leitung des Waad leumi angehört. Selbstverständlich, kamen nur diejenigen Rabbinen, die dem Oberrabbinat des Waad leumi angehören und die misrachistischen Rabbiner. Ueber den Inhalt der erlassenen Proklamation ist bereits berichtet. Diese Proklamation hat im alten Jischuw naturgemäß große Aufregung hervorgerufen, denn sie ist eine direkte Auflehnung gegen den Psak Din, den die Rabbonim und Geaunim der vorangegangenen Generation mit Zustimmung der größten Gedaule Hathauro in der Diaspora in der Gemeindefrage veröffentlichten. Man kann annehmen, daß der Protest gegen die „Agudas Jisroel" auf die Regierung keinen starken Eindruck machen wird, denn es ist weder dieser, noch dem Völkerbund jemals ein Geheimnis gewesen, daß der Waad leumi über Rabbiner verfügt, die: in der Gemeindefrage nicht auf dem gleichen Ständpunkt stehen, wie die agudistischen ~ Rabbinen; das ist ja schon durch die Tatsache ihrer Dienststellung als Rabbinen der Kneses Israel ohne weiteres gegeben. Auch vor 8 Jahren, als von den Rabbinen Erez Jisroels und des Auslandes der Aufruf zum Austritt aus der Kneses Israel erging, schickte' Oberrabbiner Kuk ein Telegramm an den Völkerbund, worin er sich gegen den Austritt wandte und in gleichem Sinne suchte auch vor drei Jahren im Auftrage des Waad leumi Oberrabbiner Usiel aus Tel Awiw in Genf zu wirken. Wie bereits kurz gemeldet, fand am 10. Siwan die ez-ste Sitzung des erweiterten Landesrates der Agudas Jisroel in Erez Jisroel statt, wie er durch die Delegation der Welt-Agudo unter Führung von Herrn J. M. Lewin vorbereitet worden war. Die Sitzung fand in den neuen Büroräumen der Agudas Jisroel in Jerusalem statt und trug einen feierlichen Neueste Wirtschaftsnachrichten aus Erez Jisroel. (Nach Palnews.) Jerusalem. Der mit- Beginn des neuen Studienjahres an die hebräische Universität in Jerusalem berufene Prof. B. D. Brutzkus, der dort eine Abteilung für Landwirtschaft und Agrarpolitik leiten soll, hat sich in einem Interview über seine Eindrücke über die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas geäußert. Brutzkus tritt mit besonderer Energie für die Gemischtwirtschaft ein, da weder der Getreidebau, noch eine intensive | Monokultur auf die Dauer in Betracht kom- I men könne. Im übrigen werden der zukünftigen Entwicklung der Industrie und der Landwirtschaft enge Grenzen gesetzt sein, wenn es nicht gelinge, Palästina von den Fesseln des Mandatsstatuts zu befreien und ihm den Aufbau einer vernünftigen Wirtschaftspolitik durch Handelsverträge zu ermöglichen. — Haifa, Die palästinensische Salzproduktion bei Atlith und am Toten Meer hat sich I im Jahre 1934 gegenüber dem Vorjahre um annähernd 12 Prozerhöht. A k k o. Die Streichholzerzeugung hat im Jahre 1934 eine 40 prozentige Steigerung erfahren. Tel Awiw. Die anfangs ds. Js. in New York gegründete American Near East Co. hat ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen. Die Gesellschaft hat zunächst, die Aufgabe, die Möglichkeiten größerer amerikanischer Industrieunternehmungen in Palästina zu studieren und beschränkt sich daher zunächst auf ein Anfangskapital von 20.000 Doli. Neben dem Warengeschäft bestehen seitens der Gründergruppe Pläne für spätere langfristige Investitionen in Palästina, J e r u s arl em. Nach dem Berichte der Palästina-Regierung an den* Völkerbund wurden von Juden im Jahre 1934 in Palästina 62,000 Dunam neu erworben gegenüber 37.000 Dunam im Vorjahre. B e y r u t h. Wie mitgeteilt wird, beginnt sich der syrisch-irakische Warenverkehr im Anschluß an die neugebaute Bahnstrecke zur Grenze in beachtlicher Weise zu beleben, insbesondere für Zucker, Holz und Zement. Tel Awiw. Nach den handelspolitischen Besprechungen mit Aegypten ist die Palästina-Regierung auch mit Syrien in Verhandlungen über die handelspolitische Situation zwischen den beiden Ländern getreten. Amman. Barclay's Bank beabsichtigt in Amman eine Filiale zu eröffnen. Für die transjordanische Landwirtschaft sollen langfristige Kredite in Höhe von Lst. 50.000 bereitgestellt und der transjordanischen Regierung eine Anleihe von Lst. 100.000 gewährt werden. B e y r u t h. Der frühere französische Unter Staatssekretär, M. Candace, äußert sich im Rahmen eines Presse-Interviews: das'■ Mandatsgebiet Syrien und Libanon könne aus der jüdischen Einwanderung Nutzen ziehen. Er sei überzeugt, daß die Juden in Syrien ein nützliches Werk aufbauen könnten, das sich mit demjenigen Palästinas vergleichen lasse. Charakter. Außer den Mitgliedern der Moeza aus Jerusalem, Tel Awiw, Tiberias, Safed, Petach Tikwah, Bne Brak usw. waren auch Gäste und hervorragende Persönlichkeiten der agudistischen Bewegung anwesend. Den Ehrensitz nahm Oberrabbiner Josef Zwi Duschinski ein. Neben ihm saß Rabbi Löb Chaßmann, einer der Leiter der Jeschiwa von Slobodke aus Hebron. Nach kurzer Eröffnung der Sitzung durch Rab- - biner Jonathan Horovicz ergriff Oberrabbiner Duschinski das Wort zu einer Ansprache, die in glühenden Worten Wert und Bedeutung der Agudo-Bewegung im allgemeinen und insbesondere ihre Notwendigkeit für das heilige Land kennzeichnete. Besonders bemühte sich der Redner, den Führern der Agudo einzuschärfen, daß sie ihr ganzes Augenmerk nicht auf äußere Dinge, sondern auf den innersten Sinn ihrer heiligen Arbeit, auf die Stärkung der Grundlagen der Thora und der Heiligung des»g'ttlichen Namens richten möchten, auch wenn es gelte, den Abwehrkampf für die Thora zu führen und gerade dann müsse man sich peinlich davor hüten, daß irgend welche unlautere Nebenabsicht oder gar die Sucht, recht behalten zu wollen, die Reinheit der Arbeit l'schem schomajim trübe. Die mit reichen Talmud- und Midraschzitaten geschmückte Rede machte einen gewaltigen Eindruck. Ein neben Ihrem Berichterstatter sitzender Journalist bemerkte, es sei schade, daß diese Rede nicht im Radio gehalten worden sei. Sie würde auch dort einen großen Eindruck gemacht haben. Es folgte ein ausführliches Referat Rabbi Mosche Blau's über die Agudo-Arbeit während der letzten Jahre und über die Aufgaben, die unter den veränderten Verhältnissen der Agudo nach dem von der Delegation der Welt-Agudo aufgestellten Programm gesetzt seien. Er teilte mit, daß die Agentur noch durch den demnächst eintreffenden Vertreter Litauens, Rabbi Josef Schub, der auch dem Waad hachinnuch der Agentur angehören werde, ergänzt werde. Nach Rabbi Mosche Blau sprach Rabbi J. H. Sienkewitz, der sich mit Rabbi Mosche Blau die Mühen der engeren Leitung der Agentur teilt. Alsdann begann eine mehrstündige Diskussion, in deren Verlauf Rabbi Mosche Blau auf Ersuchen der Versammlung ausführlich über Gang und Stand der Verhandlungen in Sachen des Gemeindegesetzes referierte. Er gab auch genaue Einzelheiten über die letzten Vorschläge des Waad leumi und über die Antwort der Agudas Jisroel. Auch, an dieses Referat schloß sich eine Aussprache, bis die Versammlung in vorgerückter Nachtstunde nicht endgültig geschlossen, sondern vertagt wurde; Die Sitzung soll in der nächsten Zeit fortgesetzt werden. Eine besondere Belebung hat in der letzten Zeit die Bnos Agudas Jisroel im Zusammenhang mit dem Besuche des Inspirators der Bewegung, A. S. Frydensohn, Lodz, erfahren. Es fanden zu seinen Ehren mehrere Empfänge statt und es ist dann in einer gemeinsamen Sitzung der Agentur mit Herrn Frydensohn und anderen Vertretern der Bnos Agudas Jisroel ein Arbeitsplan für die Erweiterung der Organisation in Verbindung mit Beth Jacob beschlossen worden. Oberrabbiner Duschinski ist am Mittwoch zu einem mehrwöchentlichen Kurgebrauch nach Karlsbad abgereist. Eine orthodoxe Tageszeitung in Tel Awiw, T e 1 A w i w, 29. Juni. Die Bestrebungen der „Histadruth Hacharedim" zur Gründung einer Tageszeitung sind so weit gediehen, daß das Unternehmen finanziell für die nächsten zwei Jahre gesichert ist. Einige interessierte Persönlichkeiten in Tel Awiw zeichneten die fürs erste nötigen Beträge. Das Blatt soll gesetzestreu und politisch unparteiisch sein. Die Hauptschriftleitung ist in die Hand von Gedalja B u b 1 i k gelegt worden. In spätestens zwei Monaten soll die hebräische Tageszeitung mit ihrem Erscheinen beginnen. Südafrika. General Smuts warnt die Antisemiten Südafrikas. Johannesburg, 20. Juni. Auf dem in Johannesburg abgehaltenen 11. Kongreß des südafrikanischen Board of Deputies wurde vom Vorsitzenden, Hirsch H i 11 m a n n, ein Schreiben des Justizministers- und ehemaligen Ministerpräsidenten, General Smuts, verlesen, in dem es heißt; „Zu meinem Bedauern stelle ich fest, daß trotz früherer Verwarnungen die verschiedenen Bewegungen antisemitischen Charakters ihre Tätigkeit noch immer fortsetzen. Ich möchte die Gelegenheit benutzen, um eine bei einem -früheren Anlaß abgegebene Erklärung zu wiederholen, Gesetz und Ordnung werden um jeden Preis gewahrt werden, und wenn diejenigen, die den Rassen- oder Religionskampf zwischen den verschiedenen Teilen unserer Bevölke-

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