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Der Israelit · 1935-07-04 · Heft 27 (4.7.1935) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 27 (4.7.1935)
Date
1935-07-04
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Nr. 27 Der Israelit 4. Juli 1935 sehen Passanten insultiert. Sie rissen ihnen die Streimel vom Kopfe und schnitten manchen die Peoth ab. Die Schüler des Knaben-Lyzeums in Craiova haben den jüdischen Professor Abraham Schenker wiederholt insultiert. Der Professor erstattete keine Anzeige, da er um seinen Posten besorgt war; die größten Lärmemacher waren nämlich Kinder einflußreicher Familien, Der Direktor der Anstalt wurde aber zufällig Augenzeuge eines groben Vergehens gegen den Professor und leitete aus eigener Initiative die Untersuchung ein. Sämtliche Schüler wurden aus der Anstalt entfernt. Im Dorfe Vamfalu hat der rumänische Lehrer Zaharia Bordas. dem neunjährigen jüdischen Knaben Paul Klepner mit heißem Blei ein Kreuz in die Stirne eingebrannt. Der Schulinspektor hat ihm wegen dieser unmenschlichen Missetat bloß eine Rüge erteilt. Bordas hat sich auch andere Verbrechen zuschulden kommen lassen. So hatte er mehreren Kindern die Pejoth abgeschnitten. Die zionistische ,,Uj Kor", das offizielle Organ der rumänischen Zionisten, hat mehrere geschmacklose und grobe Angriffe gegen den greisen Oberrabbiner von Szilägysomlyo gerichtet, einfach aus dem Grunde, weil, der jetzt in Palästina weilende Seelenhirt kein Freund der Zionisten ist und seiner Meinung unumwunden Ausdruck gab. Die orthodoxe Hoemesz hat aus diesem Anlaß einen offenen Brief an den Vorsitzenden der Siebenbürgischen Zionisten-Organisation gerichtet und sich gegen den ehrenrührigen Ton des offiziellen Organs verwahrt. Die Antwort des Herrn Zionistenführers ist merkwürdig ausgefallen. Herr Präsident Vermes hält, laut Meldung der Hoemesz, jeden wie immer gearteten Kampf gegen den Rabbiner, die Antizionisten sind, für berechtigt. Er qualifiziert überhaupt jeden Antizionisten kurz und bündig zum Mosser. Ungarn. Budapest, 29. Juni. Auch Ungarn will seinen Fall Prinz haben. Der Rabbiner Franz Hevesi, Sohn des Oberrabbiners Simon Hevesii in Budapest, ist trotz mehrmaliger Rüge des Vorstandes weiter politisch tätig, und zwar als Organisator einer ungarisch-nationalen jüdischen Partei. Die öffentliche Meinung verurteilt den Rabbiner und eine Zeitung schlägt ein aus Rabbinern und( Laien zusammengesetztes Schiedsgericht vor, um diese leidige Angelegenheit zu li.uidieren. Den ersten Preis für ungarische Literatur im Wettkampf der ungarischen Mittelschulen hat der Jude Imre Kleingern Schüler des jüdischen Gymnasiums zu Budapest gewonnen. An der Budapester Universität haben 76 Hörer Auszeichnungen erhalten, darunter 19 Juden. Ein jüdischer Kaufmann in Budapest hat der orthodoxen Hauptsynagoge ein Sefer Thora gespendet. Das neue Sefer wurde mit Musik und Tanz durch die Straßen der ungarischen Hauptstadt zu der Synagoge in der Kazinczy-Gasse geleitet. Griechenland. Jüdischer Abgeordneter wird Unter Staatssekretär in Griechenland. Saloniki, 17. Juni. Bei den letzten Wahlen wurden als Mitglieder der Regierungspartei in Saloniki auch die beiden jüdischen Kandidaten Daniel Allalouf und Peppo Maliah zu Abgeordneten gewählt, Wie die ITA, erfährt, wird nunmehr Abg. Peppo Maliah auf besonderen Wunsch des Finanzministers Pezmazo-Glou zum Unterstaatssekretär im Finanzministerium ernannt werden. Als vor zwei Jahren die Tsaldaris-Regierung ans Ruderkam, war Mallah das Finanzministerium angeboten worden, er hatte jedoch damals den Eintritt ins griechische Kabinett abgelehnt. Palästina. Agentur der Welt-Agudo in Jerusalem, Jerusalem, 21. Juni. Der von der Delegation der Welt-Agudo zum Mitglied« der Agentur gewählte litauische Vertreter, Rabbiner Schub aus W i 1 n a , wird dieser Tage im Lande erwartet. Trauer in Palästina um Baronin Rothschild. Jerusalem, 26. Juni. Im gesamten Jischuw herrscht tiefe Trauer über den Hingang der Witwe Edmond von Rothschilds, Baronin Adelheid von Rothschild. Ueberall werden Trauerversammlungen und Gedenkg'ttesdienste abgehalten, in denen die Verdienste. der Verstorbenen gewürdigt werden. Den Trauerg'ttesdiensten in den Synagogen von Tel Awiw und in den großen Kolonien, die früher -der Rotfischild'schen Verwaltung unterstanden, wohnten besonders große Menschenmengen bei. Der Stadtrat von Tel Awiw hat nach dem Eintreffen der Todesnachricht eine Trauersitzung abgehalten, Geschäftsläden und Gastwirtschaften blieben zum Zeichen der Trauer sechs Stunden lang geschlossen. Zahllose Beileidstelegramme wurden an Baron James Rothschild gesandt. Die Gerüchte um den Legislative Council, Jerusalem, 21. Juni. Die Agentur „Orient" veröffentlicht Mitteilungen über die angeblich beabsichtigte Art der Zusammensetzung des geplanten Legislative Council für Palästina, die im Widerspruch stehen zu den letzten Veröffentlichungen der ägyptischen Zeitung „AI Balag". Danach soll das Projekt für den Legislative Council aufgebaut sein auf einer Konzeption der Vertretung wirtschaftlicher Gruppen ohne Berücksichtigung der nationalen und konfessionellen Gliederung der Bevölkerung. Der Rat soll aus 50 Mitgliedern bestehen, von denen 15 von der Regierung ernannt werden. Wieviel Juden, Christen und Mohammedaner ihm angehören werden, soll erst in Verhandlungen der interessierten Faktoren festgestellt werden. Sollte eine Vereinbarung hierüber nicht erzielt werden, dann wird die Regierung von sich aus die Entscheidung treffen. In die Kompetenz des Legislative Council, der aus Vertretern der Landwirtschaft, der Industrie, des Handwerks, der Arbeiter und der freien Berufe zusammengesetzt sein soll, wird nach den Mitteilungen der Agentur auch die Berätung des Regierungsbudgets gehören. Er wird als beratende Körperschaft überhaupt zu allen wichtigen Fragen Stellung nehmen können, doch bleibt die Entscheidung in allen Fällen dem High Commissioner vorbehalten. Neues von den Poale Agudas Jisroel. TelAwiw, 23. Juni. Am letzten Freitag ist die Aufnahme der Statistik der Poale Agudas Jisroel abgeschlossen worden. Nur die Abteilungen Jerusalem, Bne Brak und Raanana haben noch um einen Aufschub von einer Woche ersucht. Nach den bis jetzt vorliegenden Zahlen haben für die Landesversammlung ungefähr 1000 Mitglieder Wahlrecht. Das namentliche Verzeichnis der Wahlberechtigten geht in Kürze allen Abteilungen zu. Die Verzeichnisse sollen ausgehängt und von den Mitgliedern dahin kontrolliert werden, daß kein Name fehlt. Die Landesversammlung wird voraussichtlich im Monat T a m m u s stattfinden. Hauptgegenstand der Tagesordnung ist die Vorlage eines Rechenschaftsberichtes von Seiten der provisorischen Zentralleitung und die Wahl kompetenter endgültiger Organe der Poale Agudas Jisroel. Sonderreferate werden erstattet werden über die Frage der Arbeit, den Aufbau der Kibbuzim, die Organisation der geistigen Arbeit und die religiöse Erziehung. Die Versammlung, die in Gederah stattfinden wird, ist geschlossen. Wer als Gast teilnehmen will, hat dies vorher der Zentrale mitzuteilen. Die provisorische Leitung wird die Einberufung einer öffentlichen Plenar-Landesversammlung auf S u k k o s nach Jerusalem vorschlagen, Die Kibbuzim Kfar Saba und Gederah stehen vor einer neuen Weiterentwicklung. Der Kibbuz von Gederah wird in Kürze auf den Boden des Keren Hajischuw übersiedeln. Es sind bereits 20 Dunam erworben und 30 Dunam werden durch Herrn Josef Fetter und seine Genossen hinzugefügt werden. Dies wird dem Kibbuz m. G. H. eine feste Grundlage und die Möglichkeit einer starken Erweiterung .geben. Der Bau von Wohnungen für die Genossen ist in Aussicht genommen in Verbindung mit einer gemischten Wirtschaft. Weitere Genossen, die sich für das Leben im Kibbuz eignen, werden gesucht. Ebenso ist der Keren Hajischuw im Begriffe, ein neues Grundstück für den Kibbuz Kfar Saba in der nächsten Nähe des derzeitigen zu kaufen. Ein größerer Bau für Wohnungen wird errichtet. Die Grundlage für eine Milchwirtschaft ist geschaffen und zu diesem Zwecke eine holländische Kuh erworben worden. Der Stall soll Raum - für 15 Kühe bieten. Auch in Kfar Saba ist noch Bedarf an neuen geeigneten Chawerim für den Kibbuz vorhanden. In der letzten Versammlung des C h a t h a m S o - f er -Kreises beriet man über die Gründung eines Kibbuz für Einwanderer aus der Slovakei und den Nachbarländern. Es wurde ein Komitee gewählt, das die Gründung des Kibbuz vorbereiten soll. Man nimmt dafür eine der Kolonien in Schamron in Aussicht. Der Leiter der Zeüre Agudas Jisroel in Czernowitz, Chawer Wolnow, der sich zur Zeit in Erez Jisroel aufhält, ist mit der Zentrale wegen Gründung eines Kibbuz für rumänische Olim in Verbindung getreten. Wolnow will von Seiten des Keren Hajischuw in Rumänien die erforderlichen Summen und das Inventar in Natura für den Aufbau eines Kibbuz mit einer Hilfswirtschaft beschaffen. Der Gedanke dringt immer mehr durch, daß nur die Errichtung von Kibbuzim eine gesunde Grundlage für den Aufbau einer starken Poale Agudas Jisroel-Bewegung im heiligen Lande bilden kann. Diese Woche kamen Gruppen von Genossen aus Polen und eine solche von 25 Genossen aus Rumänien, darunter auch mehrere Familien und Mädchen. Die Arbeitszentrale hat die geeigneten Schritte ergriffe«, um sie unteraubringen» Auch aus Lettland kamen diese Woche Chawerim und Chaweroth und es werden sich in kurzem ziemlich große Gruppen von den Einwanderern aus der letzten Schedule bilden. Diesen Monat kamen aus Marmarosch mehr als 200 orthodoxe Bauern, die nach Erez Jisroel durch die Bemühungen der Hitachduth Haikarim gebracht worden sind, Sie wurden in Rechoboth, Herzlia, Rischon l'Zion usw. angesiedelt. Es befinden sich zahlreiche Mitglieder der Agudas Jisroel unter ihnen. Die Zentrale beginnt mit der Werbung dieser Genossen für die Reihen der Poale Agudas Jisroel. Sie bitten dringend, sofort Erziehungsanstalten im überlieferten Geiste für ihre Kinder zu errichten. Die Zentrale wird sich mit der Agentur der Welt- Agudo in Verbindung setzen, um für diese wertvollen Elemente aus Marmarosch die erforderliche Hilfe zu gewähren. Der eigentliche Initiator dieser Marmaroscher Gharedim-Einwanderung, der mit der Gruppe hierher gekommen ist, Rabbiner Isaaksohn, hat die Poale Agudas Jisrol-Gruppe in Haifa besucht und dort bei der dritten Sabbatmahlzeit vor einer großen Menge in dem Lokale der Poale Agudas Jisroel eine fesselnde Ansprache gehalten. Auf Initiative einer Anzahl von Chawerim in T e l Awiw, die aus Otwock in Polen stammen, schickte die Poale Agudas Jisroel-Gruppe in Otwock die ersten Jerioth einer Sefer Thora, die man dort für die Poale Agudas Jisroel in Erez Jisroel zu schreiben begonnen hat. Am letzten Sabbat sprach?n , der Poalim-Halle Herr Rabbiner S. J. Sewin besonders eindrucksvoll und es ist bedauerlich, daß nur eine kleine Anzahl von Genossen bei dem zweistündigen Vortrag anwesend war. * Die Gruppe Petach Tikwah hat sich in den letzten Tagen stark vergrößert, meistens durch Ein- ~ Wanderer aus Polen, Rumänien, Litauen. Sie . haben alle Arbeit gefunden, ebenso auch eine Anzahl Mitglieder der Bnos Agudas Jisroel. Auf Initiative des Chawer Rottenberg iwrd eine Kooperative für Bau-Arbeit gegründet. Man ist im ' Begriffe, Gruppen für Anstreicher-Arbeiten, Installation und. Dielenlegen zu gründen. Es bestände eine Möglichkeit, einen Poale Agudas Jisroel-Kibbüz in Kfar Ganim bei Petach Tikwah zu gründen, Die geistige Arbeit der Abteilung Petach Tikwah war in der letzten Zeit recht rege und das Schewuosfest wurde in feierlich gehobener Stimmung begangen. Störend ist

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