Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 26 (27.6.1935)
- Date
- 1935-06-27
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 14 Nr. 26 D e r I s r a e 1 i t 27; "Juni 1935 Tschechoslowakei. Machane Aulim. Bratislava, 17. Juni. Die Bratislavaer Erez Jisroel-Zentrale der Agudas Jisroel berichtet in ihren letzten Mitteilungen Nr, 7, daß Hachscharastätten, sogenannte Machane A u H m, vorläufig an folgenden Orten in der Slovakei bestehen: Dubove, Lelpuszta, Buslak und Mala-Veska. Bei der ersten handelt es sich um ein Sägewerk, während bei den anderen die Chawerim landwirtschaftlich ausgebildet werden. Die Eröffnung der drei ersten Machanaus fand in Anwesenheit angesehener Agudo- Führer des Landes statt. Es sind darin etwa 50 Chader seine Kinder in Gemeinschaft mit seiner gleichgesinnten Gattin zu bewußten Juden erzogen hat. — Am Grabe zeichneten. Herr Hauptlehrer Popper, sowie Herr Kantor Neustädte'r, Bad Kissingen, das Lebensbild des Dahingegangenen .Die große Beteiligung bei der Bestattung zeugte von seinem guten Namen bei all seinen Bekannten. n*3Slfi P. . Baden-Baden, 24. Juni. Im hohen Alter von nahezu 90 Jahren starb unser ältestes Gemeindemitglied, Frau Emma Stern, Begründerin des Hotels Tannhäuser. Wie sehr diese ehrwürdige Frau aus der guten alten Zeit überall geachtet und geschätzt war, kam bei ihrer Beerdigung noch eimnal so recht zum Ausdruck. Kantor Grünfeld widmete der Heimgegangenen einen tiefempfundenen Nachruf. Ehrenhaft hat sie gelebt, und ehrenvoll wird ihr Andenken . seih, rraxan lisch- und Schneid'erkurse, die Haushaltshilfe, die Landkinder-Aktion, das Patronat eines Kinderga'rtens in Palästina. Sie zeigte aber auch ein großes Gebiet", das noch der Bearbeitung wartet und zwar eine enge Fühlungnahme mit den Frauen in Erez Israel zur Förderung der Erziehung der dortigen Jugend; Rednerin forderte die Mitglieder zur tätigen Mitarbeit auf.--. Der Hauptteil des Abends wurde von Frau Lotte L e v y - 6 a e r mit Vorlesungen aus jüdischen Werken bestritten. Die ausgewählten Dichtungen hinterließen einen tiefen Eindruck auf die Zuhörerschaft. So wurde der Abend ein voller Erfolg, der noch lange in der Erinnerung der Mitglieder nachklingen wird. - ' /• - ..' Jüdischer Turnerbund e. V. - Bei den Vereinsmeisterschaften der MädcÜeriabteilungen wurden bei einer Beteiligung von ca; 50 Mädels teilweise recht gute Resultate .erzielt. Die Namen der Sieger sind: Gruppe I: Else Freudenstein (108 Punkte); Gruppe II: Ada Halberstadt (110 P.); Gruppe III: Phia Breuer (100 P.). Wir machen nochmals auf das am 3 0. J u ni stattfindende J u g end-Spor t f est am Buchrainweiher (Haltestelle Linie 16 Buchrainstr.) aufmerksam. Die Vorkämpfe beginnen um 10 Uhr; .Hauptkämpfe um 2 Uhr. Schülerfußballspiel 5 Uhr. Eintrittskarten zum Preise von Mk. 0.30 für Erwachsene und Mk. 0.15 für Schüler sind an der Kasse erhältlich. * Sitzung der Gemeindevertretung der „Israelitischen Gemeinde". . Zu ßeginn der Sitzung -am Mittwoch Abend (26., Juni) gedachte der Vorsitzende /des-, Ablebens der Gattin des im letzten Jähre verstorbenen" Edmond de Rothschild, Raris. . Die verschiedenen Punkte der Tagesordnung wurden der Reihe nach im Eiltempo erledigt, ohne auch nur nennenswerte Debatten hervorgerufen zu haben. Man gewann den Eindruck, daß alles Wesentliche in den Kommissionssitzungen und Vorberatungen durchgesprochen und nur noch sozusagen das P 1 e n'-u m zu passieren hatte, um gutgeheißen zu werden. So wurde auf Antrag der Finanzkommission die Subvention an den Keren Hajessod auf das Doppelte erhöht: auf Mk. ,1000.—. Vom Polizeipräsidium ist die Genehmigung erteilt worden zur Einziehung von zwei Etatpwölfteln. In den Vorstand des Krankenpflegerinnenvereins wurden gewählt die Herren Dr. Strauß und Dr. Schön berg. Um 20.25 Uhr schloß der Vorsitzende die öffentliche Sitzung, der sich eine nichtöffentliche anschloß. H. H. Heinrich Gottselig. " Heinrich Gottselig, einer der populärsten Frankfurter jüdischer Kunstmaler, ist einem Herzschlag erlegen. Schon als Kind kam £r mit seinen Eltern nach Frankfurt, wo er nach fleißigen und erfolgreichen Studien bereits als Dreiundzwanzigjähriger mit einigen Bildern, die auch im Münchener Glaspalast ausgestellt wurden» Aufsehen erregte. Seine eigentliche Bedeutung lag auf dem Gebiete der Porträtmalere i, und von seiner Kunst machten sowohl Bühnen wie auch hochstehende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gerne Gebrauch. Wie erinnerlich, hat er auch bei jüdischen Festveranstaltungen, der Agudagruppen und der Jüdischen, Frauenvereinigung, künstlerisch mit bestem Erfolge mitgewirkt. Seine letzten Arbeiten waren Illustrationen zur Haggada. Von dieser ihm so lieben Arbeit und von den Vorbereitungen für seine Uebersiadlung nach' Palästina hat ihn nun der Tod weggerissen. Er wird bei seinen Freunden in gutem ehrendem Gedenken verbleiben. ,Eine Fotografin sieht Palästina". Die Gesellschaft für jüdische Volksbildung e. V. Frankfurt a. M., ließ am Montag Abend vor einem verhältnismäßig gut besetzten Saal Lichtbilder zeigen, die durch Aenne Mosbach er, Kassel,'Vorgeführt wurden, wozu Dr. O. I. Rosenthal, Kassel, erläuternde Worte sprach. Was man da im Verlauf von V-'U Stunden (von einer kurzen Pause unterbrochen) sah, brachte nicht viel Neues. Zweifellos hak sich die Fotografin alle Mühe gegeben; die Aufnahmen sind technisch gut, sie zeugen von Fleiß und einem * — großen Verständnis der Fotografin. Was wir aber sahen — das war B i 1 d k Li t t e - rung! Denn es ist ein Unding, dem Publikum blü-. hende Orangengärten, halbfertige und ganz komplette Wolkenkratzerbauten zu zeigen, die Westmauer im Bilde festzuhalten, um dann zu sagen, die an ihr hockenden alten Juden aus dem Temen, Juden. bucharischer, sephardischer und osteuropäischer Herkunft, lebten und leben zumeist von Almosen. Die Wahrheit gebietet, zu sagen, daß diese anspruchslosen und wahrhaft frommen Juden aus heißer Liebe zum Heiligen Lande schon zu einer Zeit im Lande wohnten und sich' ganz dem Studium unsrer Tauroh widmeten, als alle anderen Juden nicht daran dachten, irgendeine ihrer Bequemlichkeiten zu opfern. — Diese „Chalukajuden" sind mindestens ebenso als Pioniere des Landes anzusprechen wie die körperlich stärkeren und „modernen" späteren Chaluzim. Der imposante Bau: der Tel Awiwer Oper und die. Freilichtbühne auf dem Skop.us in Jeruscholajim fehlten nicht. Aber das sind doch _alles - Dinge, die man in jedem andern;Lande auch sieht. Was soll denn nun ein Erez Jisroel auszeichnen vor.allen werim beschäftigt. Mehrere Verhandlungen wegen Einrichtung weiterer Machanaus mußten abgebro chen werden, weil sich Bedenken wegen ihrer Eigunng für agudistische junge Leute ergaben. Es werden nun auch wegen der Errichtung von Handwerkerausbildungsstätten Verhandlungen gepflogen. Palästina. Poale Agudas Jisroel. Jerusalem, 20. Juni. Die Abteilung der Poale A, J, in N e t a n j a hat vom Waad der Kolonie eine Baracke erhalten, die jetzt den Bedürfnissen der Abteilung angepaßt ' sein wird. Es werden passende Zimmer für Schiurdm hergestellt, für die Versammlungen der Chawerim und auch für die Arbeitsvermittlungsstellen. Die Kommission für religiöse und kulturelle Angelegenheiten hat ein umfassendes Programm für die geistige Arbeit ausgearbeitet. Der neue Leiter der Arbeit, Chawer Josef Stern, hat seihe Tätigkeit gesteigert, um den Genossen feste Arbeit zu schaffen. Die Arbeitslage in Netania ist befriedigend. Man trifft Vorbereitungen, um neuen Boden zu kaufen. Für weitere Seßhaftmachung von Genossen in dieser Hinsicht ist eine Zusammenkunft mit der Leitung von Hanotea verabredet, von der man sich gute Ergebnisse verspricht. Auch hier ist ein dringliches Bedürfnis nach Hinzutritt weiterer Mitglieder, um die Abteilung entwickeln zu können. Diese Woche hat die Abteilung Petach Tikwah der Poale A. J. gemeinsam mit der Abteilung des Poel Hainisraehi einen Aufruf veröffentlicht gegen die Bäckerei Hamisrach, welche arabische Arbeiter beschäftigt. In der Abteilung Petach Tikwah ist ein Studienkreis unter Leitung von .Jacob Landau gegründet worden. Man unterhält Schiurim für Gemoro dreimal in der Woche. Ein Abend ist den Fragen der Zeit und des Lebens gewidmet. SprechsaaL Jüdische Bäcker. Man schreibt uns aus Hessen: In den Tageszeitungen wurde in letzter Zeit von Seiten der Bäckerinnungen mit der Bitte an die Kundschaft herangetreten, mit Rücksicht auf die Neuordnung des Getreide- und Mehlmarktes, die Einkäufe von Backwaren nur gegen Barzahlung zu tätigen. Es muß dazu gesagt werden, daß es auch den jüdischen Backer n in Deutschland unmöglich sei, ihren Verpflichtungen nachzukommen, wenn der Kredit in seitheriger Weise weiter in Anspruch genommen wird, um so mehr, als auch diese zum Teile schwer zu kämpfen haben. Es sei deshalb an die jüdischen Konsumenten die Bitte ausgesprochen, die jüdischen Bäcker durch pünktliche Zahlungen zu unterstützen. S—r. Personalien. Unterriedenberg, 14. Juni. Am Montag, den 3. Juni, wurde unsere kleine Gemeinde von einem herben Schlage getroffen: Salomon G o 1 d b a c h hauchte, 79 Jahre alt, seine reine Seele aus und kam am Mittwoch, den 4. Siwän, auf dem Friedhofe zu' Geroda neben seiner vor 2% Jahren ihm im Tode vorausgegangenen Gattin zur letzten Ruhe. Der Verstorbene war ein echter Jehudi vom alten Schlage, der keine Mizwah versäumte und viele Jahre an den hohen Feiertagen als Tfn fungierte. Er gab seiner Gemeinde ein gutes. Beispiel ab und fand damit Anklang und Nacheiferung. -TraMn Maßbach (Ufr.), 13. Juni. Vor kurzem starb hier Felix Heidelberger im 69. Lebensjahre. Mit ihm ist ein frommer, guter Jehudi dahingegangen, Briefkasten. Oberrab. Dr. R. in Ar Die Veröffentlichung der grammatischen Formeln ist wegen Raummangels nicht möglich. Besten Dank. New York. Der 13. Mai 1911 war 3. Siwan 5671 G. B. in W. Wenden Sie sich an Herrn Josef Rosenbaum, Frankfurt-M., Palmstraße 11. Dr. D. in L. Die Barmizwoh-Sidroh ist KS'i.J K. L. nisn na-Feier gibt es nicht- Mizwauspflichtig wird das Mädchen, wenn es das zwölfte Lebensjahr überschritten hat. Ben Jakob in D. In Frankfurt a. M. geschiebt das nicht. Treuer Abonnent. 1) Weil nBin kein öffentlicher G'ttesdienft ist. 2) TD33 n^on gilt auf alle Fälle mehr als nrpn'2, und es ist nicht einzusehen, warum es nicht möglich sein soll, sich in der Synagoge zur WD zu konzentrieren. Man soll eben auf Anrede des Nachbars nicht reagieren und dadurch auch ihn zu Andacht und Anstand im G'tteshause erziehen. 3) In den langen Hochsommertagen kann es gewiß nict schaden, wenn man etwas mehr epoin ist. Familien-Nachrichten. Barmizwoh: Theo, . Sohn des Herrn Bernhard Berlin, Ffm., Niedenau 43, ri9v nens nzv, Synagoge Unterlindau. — Horst, Sohn des Herrn Arthur Spies, Biblis, mp nae?, 6. Juli. Silberne Hochzeit: Jonas Pappenheim und Frau, Schützenstr. 12, 10. Juli, Die Frankfurter Woche. Besichtigungsreise nach Worms» Die von dem Jugendausschüß der I. R. G. geplante gemeinsame Reise nach Worms kommt am nächsten Sonntag, den 30. Juni, n~'K zur Ausführung. Die Teilnehmer treffen sich Vormittags gegen 9 Uhr im Hauptbahnhof. Die Abfahrt erfolgt 9.11 Uhr mit dem Eilzug, der 10.10 Uhr in Worms eintrifft. Die Besichtigung auf dem alten Friedhofe in der Andreasstraße beginnt unter Führung des Herrn Redakteur S. Schachnowitz um 10.30 Uhr und dauert bis gegen 12 Uhr. Darauf werden die anderen historischen Stätten in der Judengasse, sowie das Museum besucht. Die Führung findet ihren Abschluß mit dem Minchogebete in der Rasehikapelle. Für ein gemütliches Beisammensein der Teilnehmer bis zur Rückfahrt (4.25 Uhr) ist Sorge getragen. Die Fahrt hin und zurück erfolgt in separatem Kupee und kostet Mk. 3.40. Teilnehmer können sich auch noch am Freitag bei Herrn Karl Katzenstein, Hanauerlandstr. 27, melden. Auch am Sonntag früh vor der Abfahrt können sich noch Mitreisende anschließen. Ferienspiele des Henriette Besthoff-Hortes'für jüdische Mädchen. Der Henriette Besthoff-Hort für jüdische Mädchen nimmt in den Sommerferien noch eine kleine Anzahl Mädchen in die ganztägigen Ferienspiele auf. Preis pro Woche Mk. 4.—. Interessenten können Näheres bei Frau Paula Breuer-Besthoff, Friedberger Anlage 16, Tel. 43061 vorm. 8—10 Uhrerfahren. Anmeldungen bis spätestens Donnerstag, den 4, Juli. Agudistische Frauenortsgruppe Frankfurt a. M. Am Montagabend, den 17. Juni, fand im' Hörsaal ier Synagoge der I. R. G. eine schöne Veranstaltung [er Agudistischeii Frauengruppe .statt. Die weißge- „eckten Tische waren mit Blumen, und grünem Laub geschmückt, und das. Ganze hatte ein festliches Gepräge. Die Voristzende, Frau Meta P.osen-Prins begrüßte die Anwesenden und hieß die zahlreichen neuen Mitglieder willkommen. Rednerin dankte dem Vorstand der I. R. G. für den wöchentlich gütigst zur Verfügung gestellten Hörsaal und dankte weiter den vielen Dozenten, die im vergangenen Wintersemester durch ihre wertvollen Vorträge, die Mitglieder gefördert und bereichert haben. Sie schilderte dann in klären Worten die vielseitige Tätigkeit der' Frauengruppe .und nannte u, a. die wöchentlichen Vorträge, die Arbeitsgemeinschaften, die Iwrith-,; Eng-