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Der Israelit · 1935-06-20 · Heft 25 (20.6.1935) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 25 (20.6.1935)
Date
1935-06-20
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
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20. Juni 1935 D e:r 1 s-r^a e Nr. 25 Seite 11 tung ,gab -die . wiederholte" Einmengung der Regierung in autonome Gemeindeangelegenheiten und die Gefahr, daß infolge -des neuen Kultusgesetzes diese unbefugten Einmengungeri sich noch vermehren werden. . Oberrabbiner W e z<e l . gab -folgende -Erklärung ab: Die ' Orthodoxie ikamTkeine gemeinsame Organisation: mit denrübrigen Richtungen im . Judentume bilden, sie istaber befeit, von Fall zu Fall zur Verteidigung^ der -gemeinsamen wirtschaftlichen und sozialen Interessen mit den übrigen Richtungen zusammenzuwirken. "Die Versammlung faßte eine Resolution, die gegen die unbefugten Einmengungen des Kultusministeriums protestiert. Der Beschluß wurde durch „ die Union der rumänischen Juden am zuständigen Orte überreicht. - Die Medizinstudenten der drei rumänischen Universitäten Bukarest/vKlausenburg und Jassi haben ein Memorandum 'an das Ministerium gerichtet, in welchem sie Numerus clausus gegen sämtliche Minori-, .täten fordern, Aus dem Kömitate Märamaros INeurumänien) ^sind 70 jüdische Familien, insgesamt 200 Personen, mit dem Zertifikat: der. Histadrüth haikarim nach Erez Jisroel ausgewandert. Die Auswanderer waren bereits in ihren j etzigen Wohnsitzen landwirtschaftlich tätig. Der Vorsitzende der Nationalzar anistischen Partei, Minister a. D. Mihaloche, erklärte auf einem Parteitage: „Es stimmt wohl, daß Rumänien viele Minoritäten hat, aber das Land muß aus jenem Material umgebaut werden, welches zur Verfügung steht, also mit den Rumänen und den Minoritäten zusammen. Es ist ,unsere Pflicht, mit den Minoritäten zusammenzuleben Und ich werde glücklich sein, wenn im Notfalle sie zusammen mit mir das Land verteidi-. gen. werden. Ich betrachte diejenigen Minoritäten, die hier geboren sind, hier leben und arbeiten, als Rumänen." - Palästina/ Jerusalemer Brief. Die Gemeindegesetzfrage. — Die rumänische Aguda- Delegation. — Schewuos "an der Köthel Maarowi. Jerusalem, 12. Juni. Am Sabbat Abend ifand im Hause von Oberrab- _ biner Duschinski eine Sitzung der von dem Waad hair Aschkenasi und der Jerusalemer Agudas. Jisroel gewählten Kommission statt, um eine Entscheidung des Oberrabbiners hinsichtlich der auf die Vorschläge des Waad leumi in der Gemeindegesetzkommission, zu erteilenden Antwort entgegen zu nehmen. Nach ausführlichen Berichten und Vorlage der in der Angelegenheit auch von rabbinischen Führern des Auslandes eingegangenen gutachtlichen Aeußerungen brachte der Oberrabbiner seine Auffassung zum Ausdruck. Er ermunterte die Verhandlungsführer der Kehilla und der Agudas Jisroel und wies sie auf den Ernst der Stunde' und ihre Verantworltichkeit gegenüber der Geschichte hin. Die hierauf nach den Weisungen des .Oberrabbiners festgestellte Antwort wurde am Montag durch die Herren Rabbi Jonathan Horovicz und Rabbi Mosche-Blau Herrn Nurok, dem Vertreter der Palästina-Regierung, überbracht, der seinerseits mit dem. Waad leumi in Verbindung treten wird und die Stellungnahme der Regierung in Kürze bekannt zu geben beabsichtigt. Die rumänische Agudo-Delegation entfaltet hier eine gründliche Tätigkeit und ihre, bereits bei verschiedenen Anlässen gehaltenen öffentlichen Ansprachen finden starke Aufmerksamkeit. Die Herren bewähren sich als entschiedene Gegner des Zionismus und Misrachismus und treten mit warmen, Worten für die Sicherung der Selbständigkeit der Orthodoxie ein. Die Delegation ist auch über den Stand der Verhandlungen in -der Gemeindegesetzfrage unterrichtet worden und hat ihre Anschauungen zu den verschiedenen -Punkten, die Gegenstand der-Verhandlungen sind, zum Ausdruck ^gebracht. Die Delegation \ besucht alle Städte und Kolonien, insbesondere alle Abteilungen und Kibbuzim der Poale Agudas; J:i s r o e-1. «Den 'Sabbat verbrachte die 'Delegation in : P.e t a c h T-i'k-w-a h, .wo ihnen «große Ehrungen be- "; reitet wurden; In einer dort veranstalteten großen; öffentlichen Versammlung, in der der Sekretär der 5 Poale Agudas Jisroel; Schlomo Moses1, den Vorsitz /■■■■■.■ , . ■ ■ ' , führte, sprachen die Herren Rabbinen von W i 1 c h o- , w it z und -W i s c h n i t z unter starkem Beifall. Auch Herr Dr. Moses Äuerbacl ergriff das Wort, um die Ziele der «Agudas Jisroel im heiligen Lande zu kennzeichnen. Erst spät in der Nacht trennte sich die Versammlung mit dem iMpn-Liede und mit Gesängen und'Tänzen zu Ehren der Gäste. Auch in Tel Awiw hat eine größere öffentliche Versammlung stattgefunden, in der Rabbi Mosche B 1 a u sprach und die Tausende von orthodoxen Juden Tel Awiws aufrief, sich unter dem Banner der Agudas Jisroel zu vereinigen. , Im Auftrage der Agentur d erWelt -Ag u d o , besuchten die Herren Rabbi Mosche Blau und .A. S i i? k i s diese Woche mehrere Abteilungen der Agudas Jisroel, der Zeire Agudas Jisroel und der Poale Agudas Jisroel im neuen jischuw. Ueberall fanden Aussprachen mit den Führern und zum Teil auch größere Versammlungen statt. Es wurde von Seiten der Leitung der Agentur zugesagt, daß r egelmäßige Propaganda Vorträge künftig im ganzen Lande gehalten werden sollten. Zum S c h e w u o s f e s t e kamen viele Gäste nach Jerusalem. Während des ganzen Tages war auf den Straßen eine Flut von Menschen zu sehen, die sich nach der Köthel Maarowi hin bewegten. Es ist schwer festzustellen, wie viel Zehntausende von Juden an diesem Tage die Mauer besuchten. Die verantwortlichen Führer des Jischuw bemühten sich am Tage vor dem Feste, Vorkehrungen zu treffen, damit das gefährliche Gedränge in den engen Gäßchen, die zu der Köthel Maarowi führen, nicht überhand nehme. Auch von Seiten der Agudas Jisroel wurde die Regierung auf die hierfür. zu treffenden notwendigen Maßnahmen aufmerksam gemacht und es fand eine Aussprache darüber mit den zuständigen Beamten statt. Ein. hierfür von Seiten des-Sekretärs der Agudas Jisroel ausgearbeitete detaillierter Plan soll erst für das nächste Jahr in Betracht gezogen werden. Für diesesmal hat man sich darauf beschränkt, anzuordnen, daß der Rückweg durch andere Gassen genommen werden müsse, als der Hinweg. Gestern, Dienstag am 1.0 Siwan, fand die erste Sitzung des erweiterten Zentralrates der Agudas Jisroel in Erez Jisroel statt. M. G.-P. Die Maßnahmen gegen „illegale Einwanderung" nach Palästina, Jerusalem, 11. Juni. Nach einer Mitteilung der arabischen Tageszeitung „Feiestin" wurden in Haifa unter Mitwirkung von Beamten der Irak Oil Company neun Juden verhaftet, die versucht hatten, ohne Visa ins Land zu kommen. Sie wreden dem englischen Gericht in Haifa zur Aburteilung vorgeführt werden. Im Anschluß an diese Mitteilung klagt „Feiestin" darüber, daß die „illegale Einwanderung" sich in der letzten Zeit wieder verstärkt habe. Wie die Zeitung ,(E1 Dschamea el* Arabia" berichtet, hat die libanesische Polizei 22 Europäer und 7 Einwohner der Republik Libanon beim Versuch, die palästinensische Grenze illegal zu überschreiten, verhaftet. ' . ' In Tel Awiw wurde ein christlicher Einwanderer aus Litauen verhaftet, der illegal ins Land gekommen war und im litauischen Konsulat, von dem er Geldunterstützung forderte, einen Skandal provozierte. Einem amtlichen Bericht zufolge sind zurzeit in Palästina 133 Schulgärten der Aufsicht der Regierungsdepartments für Erziehung und Landwirtschaft unterstellt. Die Regierung stellt für die Schulgärten Saatgut, Geflügel, Bienenvölker usw. zur Verfügung. In der Kadoorie-Landwirtschaftsschtfre wurden in einem Sonderkursus 45: Instruktoren für die Schulgärten ausgebildet. MilHonen-Pfundanleihe der Stadt Tel Awiw von . der Palästinaregierung genehmigt, Jerusalem, 11. Juni. Oer -Stadtrat von- Tel Awiw hat, nachdem Vizebürgermeister Rökaeh mitgeteilt hatte, daß die Regierung ihre Zustimmung zur Annahme der Anleihe . erteilt hat,;den Plan der Aufnahme einer Anleihe -, von einer Million Pfund bei der Prudential-Versicherungsgesellschaft endgültig ratifiziert. Petach Tikwah wächst, J Jerusalem, 11. Juni. Der Stadtrat von Petach Tikwah hat in seiner letzten Sitzung ein Budget von 50.000 Pfund beschlossen. Unter den Ausgaben ist die Errichtung eines neuen Schlachthauses und einer Reihe anderer ^städtischer Betriebe vorgesehen. Für Unterrichts¬ .zwecke sind 10.000, für Gesundheitsschutz 60Ö0 Pfd. bestimmt. Der rapide Aufschwung von Petach Tik-. wah ist daraus zu ersehen, daß das Budget dieser jüdischen Landstadt, das vor zwei Jahren erst 7000 Pfund betrug, auf 27.000 Pfund im letzten und auf 50,000 Pfund in diesem Jahre angewachsen ist. In .der Sitzung des Stadtrats wurde die Forderung erhoben, daß die Regierung ihren Zuschuß zum städtischen Budget erhöhe. Dabei wurde darauf hingewiesen, daß die Einkünfte aus der städtischen Grundbesitzsteuer allein der Regierung jährlich einen Ertrag von 6000 Pfund abwerfen. Kleine Nachrichten von den Poale Agudas Jisroel. Tel Awiw, 11. Juni. Am Roschchaudesch Siwan fand die Gründungsversammlung des Rates der Darlehenskasse der Poale Agudas Jisroel statt. Zu Mitgliedern des Rates wurden gewählt die Herren Landau, Rabb. D. Warschawiak, S. Jankelewitz, Fischer-Schein, J. Oelbaum, Dr. J. Segall, Benjamin Münz, Jacob Kula. Zur Leitung wurden berufen die Herren A. Freund, B, Münz, Sch. König. In den Revisionsausschuß wurden gewählt G. Buwa, Jizchok Neu, Dr. Köster. In der Sitzung wurde der Leitung Instruktionen erteilt und die Grundprinzipien für die Tätigkeit der Kasse festgesetzt. Es wurde beschlossen, Anteile zu verkaufen, ferner einen Sicherheitsfond zu gründen. Diese Woche kamen Gruppen von Genossen aus Polen, Litauen und einzelne Genossen aus Lettland, Deutschland und noch anderen Ländern. Auf Anregung des Waad hapoel wird demnächst eine gemeinsame Sitzung der Bevollmächtigten der vier K' i b- . b u z z i m der Poale A. J. zusammentreten. Auf der Tagesordnung steht die wichtige Frage des Mangels an Arbeitskräften in den Kibbuzim. Die meisten Genossen, die in der letzten Zeit angekommen sind und auch die, die in den späteren Wochen kamen, wollen in der Stadt bleiben. Diese Lage erschwert außerordentlich die Tätigkeit der Arbeitsvermittlungszentrale. Zu unserem' Schmerze sind die meisten Genossen, die ankommen, keine Facharbeiter und es ist. sehr schwer, sie in der Stadt unterzubringen. Außerdem besteht die Zentrale mit aller Entschiedenheit auf ihrer Meinung, daß. man den größten Teil der Genossen im Dorfe ansiedeln muß, um die Position der jüdischen Arbeit in der Landwirtschaft aufrecht zu erhalten. Der Kibbuz ist die zweckentsprechendste Form, um die Genossen im Dorfe festzuhalten. Außer dem materiellen Nutzen hat er auch eine große erzieherische Bedeutung. Die geistig-moralische Atmosphäre im Kibbuz beeinflußt die Genossen* sehr zum guten. Endlich ist der Kibbuz auch die erste Vorstufe zur Ansiedlung und zur Gründung siedlerischer Einheiten orthodoxen Charakters im Lande. Der Mangel an Arbeitskräften in unseren Kibbuzzim gefährdet ihren Bestand, obgleich ihre materielle Läge jetzt befriedigend ist. In der gemeinsamen Sitzung wird man über die hier zu ergreifenden Mittel beraten, um in die bestehenden Kibbuzzim noch neue Mitglieder hineinzubringen und um neue Kibbuzzim zu gründen. "In der letzten Woche besuchten die Chawurath Chpfez Chajim in Gederah die Söhne des Wischnitzer Raw. Sie begnügten sich nicht mit einem bloßen Ehrenbesuch, sondern interessierten sich für alle Fragen, die mit dem orthodoxen Leben in Zusammenhang stehen. -Der Besuch hinterließ bei allen einen starken Eindruck. Von der letzten Alijah aus Deutschland' sind zur Zeit nur zwei Genossen in den Kibbuz eingetreten. Diese Tatsache erfordert besondere Aufmerksamkeit von Seiten der Zentrale in Deutschland und von Seiten-des Noar Agudati, der die Hachschara der Olim aus Deutschland überwacht.

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