Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 23 (6.6.1935)
- Date
- 1935-06-06
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Nr. 23 U e r Israel 6. Juni 1935 stunde im Freien, etwaauf dem geräumigen halbmondartigen B a I k o n oder unten im Garten abgehalten werden. Eine G e.m o r o h 1 e r n* stunde unter blüh enden Bäumen zeigt uns das Bild. Freilich werden die jungen Herren darauf zu achten haben, daß sie mit den im Eifer des Lernens ausfahrenden Händen nicht in gar zu enge menschliche Berührung mit Blättern und Blüten oder gar reifen Früchten kommen, wenn ihnen dieses Eden für die Folge noch geöffnet bleiben soll. Denn die Hausordnung ist__ streng und die Verwalterin, Fran Bank, erfüllt ihre Pflicht mit strenger Treue, die zuweilen vielleicht ein wenig hemmend auf das jugendliche Temperament wirkt, aber zur Aufrechterhaltung dir Ordnung und des schönen äußeren Rahmens dieses grandiosen Thcrawerkes durchaus, notwendig ist. Man sieht es den Jungen auf Bild 6 förmlich an, wie heimisch sie sich in diesen Räumen nach einfacher, aber guter"Mahlzeit fühlen. Das gute reichhaltige "und schmackhafte Mahl, schließlich unentbehrliche Voraussetzung aller Jugendkraft und Jugendfreude, kommt aus der Küche, wo wir auf Blidv.7 die Helferinnen, fünf an der Zahl, um die tüchtig rührende Hausfrau bei der Arbeit versammelt sehen. Es sind -IlUv tmTrX^r^m Jugend« foeim des Keren HalKorck ^^ml/^^y^'?~$rJ** 1 =tf7 f v % Ä? Wr-&¥- SrV:~T<r V " <*»-X* J ~- I J .»T/.W >! ^\^^§p^vi,v vr -J- ^rA?f * * - w**miim> (Beth Chinuch) Das der Jeschiwa angegliederte Beth Chinuch für die Vierzehnjährigen steht unter dem Patronat des Keren Hathora und trägt daher auch den Namen ,, Jugend- . h e i m d e s K e r e n H a t h o - r a". Die Seele auch dieses Internates ist aber die Jeschiwa, wo sich die Jungen den ganzen Tag aulhalten und auch ihre geistige Nahrung erhalten. Die Fürsorge für das Heim übernehmen neben Jeschiwa und Keren Hathora der N o a r Agudati, die Landesorganisatiön der A g u d a s J i s r o e 1, die P a 1 ä s t i n a - Zentrale, Selbstverständ1 lieh ist in der ,,Heimkommission" auch der Vorstand der I. R. G. vertreten. Die Aufgaben, die dieser neue Versuch dey Jeschiwa und den ihr zur Seite stehenden Instanzen auferlegt, sind ganz erheblich. Die Jeschiwa glaubte aber, sich d&r Forderung der Zeit und dem Notschrei der Jugend nicht verschließen zu können. Und die Männer und Organisationen, die sich dieses Rettungswerkes für die jüdische . Jugend annehmen, werden bald die Richtigkeit des Väterspruchwortes erfahren £313*? K")J?X „entsprechend der Mühe ist der Lohn". Das Heim befindet sich im Hause Obermain-Anlage 16 und steht unter Leitung eines jungen Ehepaares (Herrn Studienrat Willi Wolf und Frau), das alle Voraussetzungen für die materielle und geistige Betreuung junger Menschen mitbringt. Das Bild 5 zeigt uns das Haus im Schatten der mächtigen Stämme der gegenüberliegenden Promenade. In vier Schlaf sälen mit insgesamt 34 Betten, die alle einfach und blitzsauber sind, haben die Jungen ihr Nachtheim. Die vortrefflich und ganz modern eingerichteten Waschräume zeigen mit Nummer und Namen jedem Jungen seinen Platz am Wasserbecken. Bei Tag dient den Jungen ein geräumiger Speisesaal zum Aufenthalt, Hier können sie in der freien Zeit auch ihre Korrespondenz besorgen, sich auch bei Spiel und Geselligkeit ausspannen. Eine Bibliothek fehlt noch und wäre dringlich nötig. C", * » '? /; ' i % ^:%v<> 'rff f i / vf r, •t % £ifS>if'**^A«& «v*^ f ^^itflnHHHMSI^^^BHnr' ■ J*'^' -r - SOr ' ^XsSftB^- ^gHBHHn^gT^^F - ^:^vC. r-r?L<-J-,"r i j\ W^'.if Belli Clxalu«; des No'ar Agudati. .. . Wenn auch nicht organisch aus der Jeschiwa herausgewachsen, so doch durch unzählige Fä^ den mit ihr verbunden, ist auch das Frankfurter. Beth Chaluz 'des Noar Agudati in der Schwanenstraße 12. Ueber die Organisation, die Wege und die Ziele des Noar Agudati ist in unserem Blatte genugsam referiert worden. Die in Frankfurt a. M. domizilierende Zentrale des Noar Agudati umfaßt eine große Reihe von „Snifim" (Unterabteilungen) hier und im Reiche. Das Beth Chaluz in der Schwanenstraße bietet zur Zeit 23 jungen Leuten und 5 . Mädels ein Heim, und dabei eine ,, H a c h s c h a r a h Ruchnith" und eine „Hachschar ah G u f - nith", die geistige und materielle Rüstung für ihre Zukunft in Erez Israel. Das Heim steht unter Leitung der Chawerim Fischel Gele r n - t er und Josef Vogel. 'Die Chaluzim setzen sich zusammen aus jungen Leuten, die bereits auf der Jeschiwo waren oder sich verpflichten, nachher für mindestens ein Jahr auf die Jeschiwo zu gehen. Gruppenbild der Jeschiwajünger im Sommer 1935 f. eue Cnaiuzotn. aie hier das Nützliche iriit dem Angenehmen verbinden, denn indem sie ditser Hachscharah im schönsten Sinne ihre geschickten und rührigen Hände weihen, erhalten sie selber eine KacKscharah, eins gründliche .: r'7v-'-(-'^'' \ vKi.^'*:';!,?',' •«.jfrs^.-v'f .-^v^e^^ — ' " -^VAvT' '^^S- :^&$^SWS^ lj< y*ßwWl^ < j ü, < .k^00§^^ Die Bilder zeigen uns: 1. Eine C h a 1u z i m g r u p p e im Beth Chaluz des Noar Agudati; o. eine .Schiurstunde im Heime, die die Chawerim bei der geistigen Hachscharah zusammenhält; 3. schließlich die jungen Menschen nach ge-' ianer Arbeit beim einfachen, aber frohen Mahl im S p eise s a a 1. Ein Bestich des Heimes und ein Blick in seine Einrichtung, seinen Betrieb und seine~Hausordnung belehrt uns,»daß hier Menschen im besten Sinne und nach der modernsten Methode, unter der Devise „Jugend hilft Jugend" für Thora und Erez Israel erzogen w e v d e n. *tx&'V+ür. , >t 3ss - * *•> i t*3S^v$^ X-S^\Z . _/ - ^y^r- - -" " ~~ > ^. -s *'-v'^ vkÄJ \ A*' '."^{Kr-■'•••"^ -I -'*f*^*^r^ -«•-" Eine Lernstunde im Garten der Thoralehranstalt Ausbildung und Ausrüstung für den jüdischen Frauenberuf in Palästina. ' xMit einfachen klaren Korten und anschaulichen Bildern ist hier gezeigt, was T h o r a.- lehranstalt Jeschiwa und. K e r e n h a - thora, in ihrer Hauptarbeit und. ihren Nebenzweigen, diesen Sommer sind und leisten,. An uns, an der gesamten Judenheit Deutschlands ist es, dies in einer Zeit, da es gilt, für Thora, Kind und Er e.z Israel zu arbeiten, es anzuerkennen und nach Kräften mitzuwirken, dem Werk die materielle Basis zu sichern. BasGesefzgebüiissMt desGeletzesfchreibers Ein Jerusalemer Bild Von D. N. Brücker/ Die glücklichsten Tage des Jahres für Refoel, den Sof er, waren die Rüstetage fürs Schwuaüsfest, in denen er sich für ein Fest der Gesetzgebung auch' seiner eigenen Gesetzgebung, vorbereitete. Jähr für Jahr, seitdem Rabbi Refoel in der heiligen Stadt lebte, pflegte er in diesen Tagen vor- Schwuaus eine Thorarolle v zu Ende schreiben und dem heiligen Zwecke zu über-" geben. Schon gleich nach Pessach, im Monat Ijarr da die Tage länger und warmer werden, pflegte, sich Rabbi Refoel in seinem Gemach einzuschließen und ohne Unterbrechung bis in , die; tiefe Nacht hinein zu arbeiten. Er sah nicht deii Sommer noch die Baumblüte. Er arbeitete an seinem heiligen'Werk, denn es mußte noch vordem Schwuausfeste fertig sein.