Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1935-06-06 · Heft 23 (6.6.1935) · page 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 23 (6.6.1935)
Date
1935-06-06
Page
– (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2450858-2450880--81324-2539209
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

A Jugend rüstet stein für Triora u. Erez Jisroel. Die Franltfurler Tl\oralel*ransfalt Jeschiwah. \f »«it. 'J5-/ * >trK-fä'i su ».' - f. sp£ -rt p/(j &.'f>. "r«. r,; ^A^ < J Wia;AiAji. tiÄJd Die vom verewigten Frankfurter Rabbiner Dr. Salomon Breuer ^"XV vor 40 Jahren gegründete Thoralehranstalt Jeschiwa hat, wie schon berichtet, ihr Sommersemester mit einer Lehrer- und Schülerzahl begonnen, wie sie einzig in der Geschichte der deutschen Juden der letzten Jahrhunderte dasteht. Mit den Schülern des der Jeschiwa angegliederten Internates (siehe unten) verzeichnet die Jeschiwa eine Gesamtzahl von rund 150 Schülern. Neben dem Rosch Jeschiwa, Herrn Rabb. Dr. Josef Breuer, ist eine große Anzahl von Dozenten im Hauptberufe wie nebenamtlich tätig, um den jungen Menschen di e Quellen zu erschließen, die sie hier suchen. Der Lernbetrieb geht von morgens bis abends ununterbrochen und der Sang der Thora durchhallt sämtliche Räume des stattlichen Hauses. Der Tag wird in aller Frühe mit dem gemeinsamen Gebete in der Aula der Jeschiwa eingeleitet und findet mit dem Minchogebete um 7 Uhr seinen offiziellen Abschluß. Den offiziell e n, denn nun feeginnen abends die diversen A r h e H s g e m e ins c h a f t e n, die, von Sachkundigen geleitet, sich auf Geschichte, Erez Israel, alle Fragen der jüdischen Weltanschauung, Hirsch-Lektüre, Iwrith usw. erstrecken. Iii den späteren Nachmittagstunden sammeln sich auch die- S c h ü 1 e r g r u p p e n um ihre Lehrer. Es sind im ganzen etwa 150 Schijler der Samson Raphael Hirsen-Schule, die die frühen Abendstunden noch benutzen, um sich von Dozenten im Nebenamte ins eigentliche Lernen einführen zu lassen. Noch in später Nachtstunde kann man die Stimme der Lernenden in den einzelnen Räumen hören. Das Schülerelement ist verschieden zusammengesetzt, Der mit talmudischem Wissen reich ausgestattete Bachur aus Ungarn oder aus dem Osten, der in früheren Jahren der Jeschiwa das Gesicht gab, ist heute seltener. An seine Stelle ist derd e ut s c h e junge- .Mann getreten, der zwar weniger talmudische Vorbildung mitbringt, dafür aber' um so mehr ehrlichen Willen, Fleiß lyiSn g^RS^s^^^rf(^j^&&-.-;V^--^i i - v^n "i^^SW» * -,:->:f----.-V'^% «s^' O jy?"*- ara^Si. ^-^3r- -;<v > ^s^9" f>-^ ' ^^^r:S^^^| «• £ H,r>-*i>: w^'; ''C&7-Z - 'f.Z&V&i W^'A , ^: wA ' "J! t «-CT" iUj \~ irsf jjWJp; r^J^^^t^ - fj^^ifsw. r .l< f-^M y , i r :iif,l i i' j i j M l 'T^^^^^ Außenansicht der Thoralehranstalt Jeschiwa, Friedbergeranlage und das heiße Bestreben, im Jüdischen und Talihudischen den geistigen Heimatboden zu finden. Insofern ist die Jeschiwa heute mehr denn je zu- _ Innenansicht der Aula der Thoralehranstalt vor eine d e u t s che Jesch i w a , und darin liegt u. -E. (da der Osten und Ungarnmit Jeschiwaus reichlich versorgt sind) ihre eminente Bedeutung, ihre historische Aufgabe, ihre eigentliche Berufung zur Regeneration des Thorastudiums in seiner ursprünglichen Heimat, in Deutschland. Gewiß wird es unter der großen Zahl der Jünger auch manch einen geben, den die Zeit und ihre Nöte hierher getrieben haben; die Frage: Was nun? vielleicht auch die zur Erlangung eines Zertifikates notwendige geistige Hachscharah. Was verschlägt das? Jeder, der hier von der Thora geküßt wird, der in diesen Zauberbann einmal hineinkommt und die Thoraluft in diesem Hause atmet, wird Bald alle Rücksichten der Berufsumstellung, alle praktischen Erwägungen vergessen und sich ganz und bedingungslos der Gemoroh hingeben. Wenn irgendwo, so gilt beim Lernen im Rahmen einer großen Thoragemeinschaft das Wort rmwb Ka nnw"? itfw •juia* Wir zeigen hier im ersten Bilde die Fassade des stattlichen Jeschiwah aus es in der Friedberger Anlage, wo schon vor dem Gittertore blühende Bäume aus dem pärkartigen Garten im Hintergrunde davon zeugen, daß hier nicht im Dunkeln, sondern bei Luft und Licht Thora gelernt wird. Wir steigen im Vorhof die wenigen Stufen hinauf und gelangen in die große Halle, die Aula, einen schön ausgestatteten Rundraum, der Hunderte faßt und in dem sich die Bachurim zum G'ttesdienste, zu großen Verhören, zu Feierlichkeiten, aber auch sonst zum Lernen in Gruppen, zum „Chasern" einfinden. Hier werden auch die größeren Arbeitsgemeinschaften im Anschluß an die G'ttesdienste abgehalten, Wenn diese frischen munteren Jungen, die Jüngsten und älteren, so ziemlich alle beisammen sind, ergibt sich das prachtvolle Gruppenbild mit den vielen jugendlichen Köpfen und hellen regen Augen, wie es uns in Nummer 3 anspricht. Diese Fülle von lachenden Gesichtern ist ein Bild von Kraft und Freude im ältesten jüdischen Sinne, im Sinne von nnm TS« Wird aber im Sommer die Hitze in den Räumen gar zu drückend, so kann auch eine Lern-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.