Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 23 (6.6.1935)
- Date
- 1935-06-06
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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6. Juni 1935 Der I s r a e I i t Nr. 23 Seite 13 " Ob es der Gleic he is t.- In Tel Awiw fragt ein Berliner- Jude, da er so viel von Rambamfeiern hört, ob es der; gleiche. Herr Rafflbam sei, der "in Tel Awiw eine eigene Straße hat? Auf d e m Palästina-Ämt. „Wie alt seid ihr?"' •' :;- .;■ ,.y „Ueber neunzig, und ich möchte zu meinen Kindern nach Palästina." " '„' „Habt Ihr Dokumente, die Euer Älter bezeugen?" " „Nein.'1"' . ' . .''. ' i . „Dann müssen schon Eure Eltern; kommen, um die; Angaben zu bestätigen." . . . „Ein bitteres Gewerbe, das-Einkassieren von Beträgen und Spenden zu besorgen," klagt ein Vereinsbote seinem Kollegen gegenüber. „Jeder glaubt, uns beleidigen zu dürfen, und wir müssen noch dabei ein freundliches Gesicht machen." „Gar so schlimm ist es noch nicht," meint der andere. „Bin schon zwanzig Jahre Vereinsbote, man hat mich schon .angeschrieen, ausgeschimpft, hinausgeworfen — aber b e 1 e i d i g t hat mich noch keiner." Kinderecke. Das Märchen von den Sonnenflecken/) Von S. Brückheimer in Marktbreit, Du hast doch gewiß schon von den einmal weniger, ein andermal deutlicher .;siphtbar.,werdenden Sonnenflecken gehört. Die Astronomen wissen nicht genau zu sagen, welche Bewandtnis es mit ihnen näbe. Und manche Menschen glauben, daß,mit ihreöi Auftreten und Verschwinden Glück Und Gedeihen oder böse Zeiten auf Erden in Zusammenhang zu bringen wären/ 1 Vielleicht haben sie mit solchen Ahnungen, und Deutungen nicht so unrecht. ' f. Doch höre zuerst einmal, wie diese Flecken im. strahlenden Gesichte der Sonne entstanden sind* - - - J - Der'sechste" Tag der Weltenschößfung neigte sich seinem Ende zu. Die junge Erde leuchtete in all ihrer Schönheit. Die Himmel waren geöffnet. Aus dem siebten und höchsten floß ein zaubrisches Licht; das den hellen Tag überstrahlte. Dort stand in einem aus Diamant und, Saphir gehauenen Schreine die Thora. Und in. dem von ihr ausgehenden warmen Scheine kam der jungfräulichen Erde letzte und: höchste Kraft herab. Da erscholl des Schöpfers Stimme: „Woher nehme ich die zwei Tafeln, auf denen ich meine ALehre einst verkünden werde?" Jetzt ging ein Dröhnen durch das ganze Weltall. Die Sterne, die großen Sonnen und die kleinsten Fünkchen: der Sirius und der Antares,^der Ataif, di<* Venus und der,^-^roße . ,^är."ünd die Millionen anderer Sterne und Sternhaufen, sie; verließen ihre Bahnen undj drängten sich heran, um dem Herrn gefällig■•-sjüäi-zu . erweisen. Und . immer mächtiger scholl durch die Sphären "das : Getöse und' immer bedrohlipher'.wurde für das ganze Weltgefüge ihre^, Än|iäherung. Und hatte der Schöpfer ihrem Ungestüm riecht Einhalt geboten und sie in die angewiesene Bahn zurückverwiesen ^— die Welt wäre aufs Neue in das Tohu-Wabohu gestürzt. „Woher nehme ich die zwei Bundestäfein?", erging abermals (der Rüf..; ' ,;; -Und.von/^seinem Platze aus suchte nun^ jeder Weltönkörper1 nächzuweisen, warum gerade er, sein Gestein, seine; Eigenschaften den Vorzug haben müssen.; Da erlosch;für einen Augenblick der Sonne Licht. Und über Mensch und Tier, über Pflanze und Wässer kam auf der neü geschaffenen Erde euj: mächtiges Erschrecken.; ' ") Siehe Bartenuroh zu Pirke Awoth lE^erek Mischna 6. - . V; „Seht Ihr," rief jetzt die Sonne den anderen Gestirnen zu, „seht Ihr, wie' alles Werden und Gedeihen, jeder Pulsschlag und jede-Bewegung . auf der Erdezu mir in Beziehung gesetzt ist! -'Habe ich die Pflicht, die Erde zu erhalten, so gebt mir auch das Recht, die Tafeln zum Gesetze zu stellen!" „ Und G'tt, der Herr, neigte sich der Sdnne und ihrem Worte zu. Dann griff er hinein in den feurig glühenden Ball, und nahm da und dort weg, was er für die beiden Tafeln benötigte . . .;v So sind die Flecken in xder Sonne entstanden. Während das jüdische Volk später — geeint und innerlich gesammelt wie nie sonst in seiner langen Geschichte — in der Frühe des 6. Siwan in Furcht und Erwartung den bebenden und rauchenden Sinai umstand, grub der Herr in das noch feurige Sonnengestein die zehn Worte, die bis in alle Ewigkeiten für das ganze Menschengeschlecht Leben und Bestand bedeuten. Damit ist aber auch die Sonne zum Wächter über das geistige Leben und Tun der Menschen bestellt worden. Und zum Warner! 'Darum zeigt sie manchmal im bösen Gesicht die vielen dunklen Flecken. Manchmal aber tauchen sie im Vollglanze unter. * Dann hoffen die Menschen auf Glück und Frieden. ". Ein hebräisches Peßachlied, das auch zu minittf noch schön ist. Von Dr. J. Nacht* 1 - >npVria 1»# bfiX: •nj j v? rmsa; 'HpT inim^Mb ♦nni vbv inrn /trriDs,, :&*ai fit^s Atif roVna •P2j9 wntf im niti W I H D%isr b^nü . •b*tiji ün&M -"tWKia zphj nnlxDVxin h ♦pvn atwj -^k ' VsVaiü :nr h? n^ni 'S) bV QH?1^ B)K; ä^ngirn ^f?,A ''&*m,b ,; ♦d?t d$ m& Mb ft^rfo rnwri ^vr"^ ♦DK p»n Vk 'f i?V - ,;• '; .. .tptf.-ft '; /*.no nö// - nos : /D^kV »ps nns nbfcV- . n': -:':-T ..." tt*:i a£V ■ .-' - /nib^n nannte ^51 ..... oiön 'W? : ^wn^nVKa -n*Tni ]mpb ^ntn tybn nmyitä» •; n^pso^^n fa- ^xw*^ - \b$\V) bxW) bxw'r »V^3 Kinji aiajtf Vi Stiefmütterchen» Stiefmütterchen leuchtet am Gartenzaun Lila und weiß, Goldlack erhebt seine Blüten braun, Samtweich und leis'. Stiefmütterchen schaukelt die Blätter sacht Gelbbraun und rot, Tulpe inmitten des Gartens Pracht Wie Feuer loht. Stiefmütterchen lieblich gepaaret winkt Vom fernen Land, Maiglöckchen beugt seinen Kopf und klingt Im Gartensand. Stiefmütterchen bogig umrandet strahlt Lebhaft und bunt: „G'tt hat als schönstes Bild mich gemalt Im Erdenrund!" Stiefmütterchen Israel sei nicht bang Nach GJttes Hand! Sag, auserwählt, Deinem Schöpfer Dank In jedem Land. Käthe Kaufmann. Silbenrätsel. Aus folgenden Silben sollen Wörter gebildet werden, deren Anfangs- und Endbuchstaben, beide von ■oben nach unten gelesen, das große Erlebnis aus der Bibel nennen, das am Schwuoth aus der Thora verlesen wird: a— as — bil — e — el — eph — ga — ge — gern — he — i — im — kö — le — le — lei — Ii — — Ii — Ii — na — ni — nig — nu — ra — ra — — ren — rib — san — se —. ter — ton — uh —• var — zäun, 1. italienischer Hafen; 2. Sohn Josephs; 3. König v. Assyrien, der Babylon zerstörte; 4. altes Längenmaß; 5. Stufenfolge von Tönen; 6. kleiner Vogel; 7, Bergwild; 8. Prophet; 9. Opernkomponist'; 10. Zeitmesser (Mehrzahl); 11. spanische Provinz; 12. berühmter Astronom und Physiker. Vermischtes. Frankfurt a, M„ 4. Juni. In der Klagesache eines nichtar,ischen Angestellten gegen seinen Arbeitgeber wegen fristloser Entlassung fällte das Landesa r b e i t s g e r i c h t in zweiter Instanz ein Urteil zugunsten des Klägers. Auf die Beschuldigungen gegen den Kläger heißt es in der Urteilsbegründung; Seine Briefe aus dem Jahre 1933 könne man aus der seelischen Verfassung der Juden verstehen, die damals nicht gewußt hätten, was mit ihnen geschehen werde. Deshalb genügten diese Schreiben nicht zu einer fristlosen Entlassung. Dagegen sei eine befristete Kündigung des-Klägers betriebsbedingt gewesen; denn man könne einer neuen Leitung des Unternehmens unmöglich zumuten, mit einem Angestellte^..-' der auf der Seite der früheren Leitung -stehe, 'länger zusammenzuarbeiten. Berlin, 22. Mai. Die Kinder- und Jugendheime „Ahawah" Berlin N. 24, Auguststr. 14-15, Tel. D, 1 Norden 131'1: veranstalten am Sonntag, den 2. Juni, vormittags 11.30 .Uhr im Friedenstempel in Zusammenarbeit mit der Künstlerhilfe der jüdischen Gemeinde ein Konzert ' unter. gütiger Mitwirkung von Generalmusikdirektor J. Rosenstock, Susanne Stein und dem Frey-Quartett. Außer einem Streichquartett von Haydn enthält das Programm Arien aus Judas Makkabäus und Paulus, eine Sonate für Violoncello und Klavier von Beethoven und. ein Trio für Pianof., Violine und Violoncello von Schubert. Berlin, 2. Juni. Im Einvernehmen mit. mehreren Herren-.Rabbinern ist in Berlin eine „ Jeschiwah ketannah" gegründet worden, in der schulentlassene Jugendliclie sich unter Leitung bewährter Kräfte gemeinsamem intensivem „Lernen" widmen sollen. Die Lehrfächer sind Tnach, Mischnah, Gemarah sowie hebräische Sprache und jüdische Geschichte. Anmeldungen und Anfragen wollen sogleich an Herrn M. Springer, NW. 87, Siegmundshof 16, C 9, 3715, gerichtet werden, der über alles Weitere bereitwilligst Auskunft erteilt. Klein-Krotzenburg, 28. Mai; Die feierliche Enthüllung der Gedenktafel für die Gefallenen des Weltkrieges fand nicht in Babenhausen — wie uns berichtet wurde — sondern in Klein-Krotzenbtir£ (Hessen] statt, Der Gesamtauflage der heutigen Nummer liegt ein reich illustrierter Bericht der 'Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel bei über die Entwicklung des „Kibbuz Chofez Chajim in Gederah,!ein: Bollwerk des 'religiösen Aufbaus in Erez Jisroel",