Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 23 (6.6.1935)
- Date
- 1935-06-06
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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D e t I s t a e I i t .Mittel u. Methoden d. Stofferweiterung: 1, Erweiterung derf Sprache. A. Sprachstoff. 1. Der Gedanke 2. Das Sprechen 3.Die Uebersetzungen Richtlinien-bei der Schöpfung, neuer Worte. T" 4. Technische Worte ■a) Söll man sich ausschließlichvauf b) Soll man Fremdworteeinführen? c)Was soll in der Sprache Bürger- Ausdrücke des Tnach und des Wenn ja, aus welchen Sprachen? recht gewinnen und was nicht? Talmud stützen?-. '* : aus. a) semitischen Sprachen wie Arabisch, Aramäisch, Syrisch Aegypü'sch, Aethiopisch etc.?- $) europäischen Sprachen wie Griechisch, Römisch,'Englisch, Deutsch, Französich', Polnisch, Jiddisch etc.? .Mittel u. Methoden der Formerweiterung, Sprachform. 1. Erweiterung ■derB.injanim.des Verbums um alle Zeiten der Tätigkeitu. ihre Nuancen zum Ausdruckzubringen. •a) Gesetze der Grammatik. (Bis heute haben wir keine volU ständige Grammatik). 2. Erforschung, Festsetzung und Aufbau der Substanfiv.a. Ihre Ableitung;AbWandlung etc. b) Morphologie (Formenlehre). 3. Wissenschaftliche Forschungen um ZU rekonstruieren und festzusetzen j{e c) Orthographie (Rechtschreib g.) _____ . c . i nicht voneinander trennen, denn beide ergänzen Ach gegoaa^tüg. Dies hier ist nur ein Versuch, die verschiedenen Sprachteile, aus denen die Sprache besieht, aufzuzeigen. 4. Verbesserung der Orthographie der neuen Worte* d) Phonetik (Aussprache der Konsonanten u. Vokale). Erforschung d. Transkriptionen in den Schriften der Griechen und Römer. Geschichte der früheren u. späteren Aussprache. 5. Schaffung ein. gesetzmäßen Aufbaus für die neuen Worte. e) Vokalisation. (Punktation). Grund- und abgeleitete Vokale. Aeltere und Spätere etc. 6. Erforschung der Masora (Überlieferungen, betreff. Orthographie der Bibel etc). f) Akzente (Dehnung, Ausbreitung und Kürzung der Vokale etc.). 2. Religiöser Einfluß auf die Erweiterung der Sprache und ihrer Entwicklung. Mittel: A. Hineinbringung des religiösen Gedankens in die Sprache durch: 1. Religiöse Werke und Bücher, die im Volke Verbreitung.finden. 2. Uebersetzungen von religiös. Werken unser. Rabbiner, Wissenschaftler, Schriftsteller u. Forscherbes.von Westeuropa, speziell für das Volk bestimmt. 3. Das hebräische Wort [Reden] 4. Orthodoxe Schulen. 5. Hebräischorthodoxe Tagespresse. 6. Beteiligung an der religiösen Auf arbeit auf allen Gebieten. B, Aufgate de* „Hebräisch-orthodoxen Sprachzentrale". 1. Ausarbeitung eines Arbeitsplanes 2. Leiten die hebräisch, orthodoxe Bewegung. r Zu sorgen für ' ihre Ausbreitung und Zusammenfassung all. Religiösen in d. Welt. 3. Hebräische Werke u. Übersetzungen herauszugeben und sie im Volke zu verbreiten. A.Hebräischorthod. Bücher, dia neu ersehet, neu, bezüglich der Grammatik, Stilistik etc zu prüfen und zu verbessern» 5. Eine junge Geheration von hebräisch-orthodoxen. Schriftstellern heranzubilden, die Grammatik u. Stillehre : gründlich beherrschen.. 6. Überhaupt alle aktuellen sprachlichen Fragen zu behandeln. dengeschenk der min Israel zur treuen Hut ausgehändigt worden war, trat der Satan, das ist der Geist der" Yerneinung und Zweifelsucht, hin vor G'ttes Thron mit'der Frage: x">n p*n rnw „Wo ist die Lehre, die Himmelstochter?" Da wurde ihm die Antwort: Ich habe sie der Erde übergeben. Nun ging der Satan aus und forschte nach der Lehre, ohne sie zu finden. Er kehrte zum Himmel zurück und klagte: '^njtsa «Vi rvnwsn „Ich habeN die ganze Erde durchstreift und nirgends das Kleinod deiner min gefunden." Jetzt antwortete ihm der Herr: nlKxan dwt aw ia b*x *fi, „Gehe doch zum: Sohne Amrams, dort wirst du sie finden.'.' Die zehn Worte sind -die Sinaipredigt der ganzen Kulturweit geworden, das Losungswort de* Menschen. Israel hat sich als Bannerträger des Herrn bewährt. Heil uns, wenn wir an unserh Tagen so lebten;- so voller G'ttinnigkeit. und läuternden Pflicht-. strebens wären, : daß allenthalben wir es bezeugten, die heilige Lehre ist bei uns zu finden, sie beherrscht und weiht uns und breitet über uns ihre schützenden Fittiche;' Da dürften wir mit besonderer Innigkeit uns an «ünserm Feste erheben und des Lichtquells uns erfreuen, der -am- Sinai aufgegangen und uns ewig fortleuch'f en; so'H, um uns zu stählen und über alle. Nöte hinwegzuhebön,bis kommt der Tag der Ernte zu ünserm ^Gliick und zum -Heilender ^Menschheit. . Winke für Arbeitsgemeinschaften der Esra-Pirche A. J.-Gruppen. Zu Schwuaus: I. Probleme: Thora und Religion — Einzigartigkeit der Tauroh s, Hirsch Ges. Sehr. Bd. I Siwanartikel, bes. 1—3; Wolf zu Schemaus 19, 4. — Schriftliche und Mündliche Lehre s. d. bekannten Stellen bei Rambam, Hirsch zu Anfang Mischpotim u. Ges. Sehr. Bd. VI (über Frankel) ■, Hoff mann Einl. zu Leviticus. — Ueber die Entstehung der Schriftlichen Lehre s. die Einl. des Ramban zu seiner Tauroherklärung. II. Zu Schwuaus: Daß Schwuaus kein „Symbol" hat, begründet Hirsch mit der. Einzigartigkeit der . Tauroh. Es istleicht, auf Grund der Daten von Schemaus Kap. 16 und Wajikro Kap. 23 nachzuweisen, daß;, das Fest der Tauroh mit dem Ende der AumerV Zählung zusammenfällt. Warum aber diese Bedeutung des Festes 'nicht ausdrücklich .genannt ist, erklärt Höf/mann-(Leviticus Bd. II S. 237ff.) mit dem Zusammenhang: zwischen Pessach und Schwuaus. Mit seinen Ausführungen'läßt es sich auch verstehen, daß in; Tenach und Gebeten der. Auszug häufiger erwähnt Wir;d als der Sinai.' - _Nr.. 23 Seite. 5 Dar totale G'tfesstaat. Notizen zu einer Schawuoth-Laienpredigt, Von Ben-Chorin. I. Der Einbruch der Gnade oder die Unvergleichlichkcit der. Offenbarung. Die unsere Israels-Existenz bedingende Heilstatsache ist die Offenbarung am Sinai. Welches ist das Charakteristikum dieser Offenbarung — die man gemeinhin „Matan Thora" nennt — im Gegensatz zu allen anderen Formen der Offenbarung G'ttes, von denen die Bibel und das talmudische Schrifttum spricht? Es handelt sich im Falle der sinaitischen Offenbarung um eine objektive, indes die prophetischen subjektiv sind. Der sinaitische Gnadenakt mußte ein objektiver sein, da eben seine allgemeine Wahrnehmbarkeit der alleinige Garant seiner absoluten Wahrheit ist. Die prophetischen Offenbarungen aber, die grundsätzlich nichts Neues, Zusätzliches enthalten, müssen, um ethisch wirksam zu sein, subjektiv sein. Denn wären auch sie objektiv, d, h. Von allgemeiner Wahrnehmbarkeit, gewesen, so fehlte doch die Diskrepanz zwischen der Realität der Sinne und der Realität des Glaubens, die auf dem Wege freier Entscheidung es in die Macht des Individuums stellt, „das Leben" oder „den Tod" zu wählen. Der sinaitische Gnadenakt aber schließt die Wahl des Menschen aus. Nachdem sie einmal gefallen ist, durch das den vorbehaltlosen Gehorsam dokumentierende „Nase we Nischma" (Tun und Hören), gibt es keine nachträgliche freie Entscheidung mehr, vielmehr ist es lediglich anheimgegeben, vertragsbrüchig zu werden oder zu seinem eigenen Worte zu stehen. Denn die Gesamtheit Israels — die Kommenden, die Seienden und die Gewesenen — haben sich unterworfen. Ein für allemal. Das ist ein metahistorischer Tatbestand. Wir sprachen von einer „Heilstatsache" und von einem „Gnadenakt", Diese im jüdischen Sprachgebrauch noch nicht recht beheimateten (von der christlichen Theologie zu Unrecht mit Beschlag belegten) Termini bedürfen einer näheren Erklärung, denn sie sind mit Vorbedacht und aus Notwendigkeit gewählt. Die sinaitische Offenbarung ist eine Heilstatsache, ja sie ist die Heilstatsache kat exoehen. Denn in ihr ist der einzige Weg zum Heil, der für Israel gangbar ist, beschlossen. Welches aber ist „das Heil"? Der Heilsbegriff unterliegt und unterlag einer ständigen scheinbaren Wandlung, die aus einer wechselnden Beleuchtung verschiedener Teile ein und desselben Komplexes entspringt. Die Thora selbst spricht vpm „Leben" schlechthin und ferner vom Leben im Lande Isr HL Ueber das Buch „Rus". S. Jeschurun Jahrg. I S. 197. Der Zusammenhang zwischen Schwuaus und Rus wurde damit erklärt,'daß-hier die Erfüllung des am Sinai Gebotehen gezeigt wird. Wolf zu Kap. 19, 5 und Bereschis Kap, 38, 30 erklärt es mit der Menschheitsbedeutung der Tauroh-Uebergabe. Man kann hierbei auch über Gerus sprechen. Ueber die Daten der Geschehnisse vor der Tauroh-Uebergabe 5, Wolf zu Kap. 24, 1 und Kap. 19. 1. IV. Außer den bek. Aggodaus (Schabbos Bl. 87ff) sei noch auf eine interessante Agodoh in der Mechilta zu Beginn von Jisrau hingewiesen und eine Deutung derselben bei Wolf S. 257. Weitere Deutungen S. 286 und S. 384. Weitere Agodaus über die Gesetzgebung finden sieh in Awäudoh Soroh Bl. 3. V. Lernen:'Hirsch stellt in Ges. Sehr. (Bd. III S. 44) die Klalltat des Lernens dar. Dieser Aufsatz ist sehr aktuelL Weiterhin finden sich im 5. Bd. auch für uns heute wesentliche Ausführungen hierüber. Man kann auch Schachnowitz' Aufsatz in der Rosenheim-Festschrift hier heranziehen. Bei Breuer findet sich in den einleitenden Kapiteln von „Elischa" und im-„Neuen Kusari" Wertvolles zu diesem Thema. Schließlich sei noch auf die Festschrift der Frankfurter Jeschiwoh verwiesen, wo Jos. " Breuer Hirschs Ausfuhrungen zu diesem Thema zusammengestellt hat.;;-; " a. w.