Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1935-05-09 · Heft 19 (9.5.1935) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 19 (9.5.1935)
Date
1935-05-09
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2450858-2450876--81257-2539138
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

^^^^'^^^^^^^^^f^'^S^fiS^^^^^^ Seite 12 Nr. 19 D I I i t 9. Mai 1935 Vermischtes. Köln, 26. April. Fünfzehn Jahre sind verstrichen, seitdem unsere Höhere jüdische Schule Jawne unter Leitung des heimgegangenen Rabbiners und .Seminardirektors Dr. Emanuel Carlebach 5>"st ihre Pforten geöffnet hat, um der jüdischen Jugend unserer Stadt und ihrer Umgebung die Kenntnis jüdischen Lebens nach jüdischer Lehre unbeschadet bester Profanausbildung zu vermitteln. Weit über 'diesen räumlichen Kreis hinaus hat die Arbeit der Jawne bei Behörden und Eltern Anerkennung gefunden und insbesondere in den letzten Jahren sind ihr darum vielfach auch Schüler aus weiter Ferne anvertraut worden. Als besonders wertvolles Zeichen darf vermerkt werden, daß der Strukturwandel in der Zusammensetzung der Schülerschaft in den letzten beiden Jahren sowohl an der Grundeinstellung der Anstalt wie an der freudigen Zugehörigkeit eines jeden älteren wie neueren Schülers zu ihr nichts geändert hat. So erklären sich auch die wiederholten Aeußerungen uneingeschränkten Vertrauens aus allen Kreisen der hiesigen Judenheit, eines Vertrauens, das z. B. die geplante Gründung einer weiteren höheren jüdischen Schule über die Vorbesprechungen nicht hinausgelangen ließ. Mit einer Schülerzahl, die sich stark dem Abschluß des vierten Hunderts nähert, geht die Jawne in ihr 16. Schuljahr. Es war eine besonders glück-1 liehe Idee, für die Eröffnungsfeier des neuen Schuljahres die Synagoge zu wählen und so den Eltern und Schülern, insbesondere den 95 neuen Sextanern und Sextanerinnen ein einprägsames Symbol für die- Weihe der Arbeit in der jüdischen Schule zu vermitteln. Mit kurzen, schlichten, würdigen Ausführungen in Anlehnung an b"ir\ •nas» eröffnete Direktor Dr. Klibansky das neue Schuljahr und nahm die neuangemeldeten Schüler und Schülerinnen in die Schulgemeinde der Jawne auf. Von der Palestine Shipping Co. Ltd., Haifa, wurde der Jawne für einen Schüler ihres Realgymnasiums und eine Schüerin ihres Lyzeums je eine freie Hin- und Rückfahrt auf ihrem Dampfer Tel Awiw mit 17tägigem Aufenthalt in Erez Jisroel gestiftet. Die beiden Reisen werden den Preisträgern eines besonderen Preisausschreibens für die Schülerschaft zuerkannt werden. Hannover, 6. Mai. Am letzten Sabbat weilte Herr Rabbiner D u k e s z aus Altona in unserer Stadt und beehrte die Agudas Jisroel-Ortsgruppe mit einem Vortrage. Im vollgefüllten Beshamidrasch sprach der Redner, von dem Sidrasatze ausgehend, hnh iRuri '3i über die Mizwas Jischuw Erez Jisroel nach der Auffassung von Rambam und rollte dabei den ganzen Komplex der jüdischen Pflichten in und für Erez Jisroel a"fdie dazu dienen, Palästina zum G'ttesstaate zu machen. Der Redner entflammte die Jugend für Thora und Mussar, indem er nachwies, daß nach Rambam nur derjenige Anteil an der künftigen Welt hat, der täglich Halachasu lernt, d. h. sich über seine religiösen Pflichten belehren läßt. Nicht das auswendige Erlernen der dreizehn Glaubensartikel mache es, sondern das Glauben und Vertrauen, das Lernen und Studieren der Halacha, wie sie in seinem Hauptwerke ,,Jad Hachasaka" in allen Teilen niedergelegt ist. Und auch nicht allein auf das Lernen, auf das Halten und Erfüllen der Gebote kommt es an, wie auch in „Sefer Hamizwoth", der Zusammenstellung der 613 Gebote, deutlich ausgesprochen wird. Es war eine Stunde der reichen Belehrung und Erbauung für alle, die mit dem. Wunsche von dannen gingen, den verehrten Herrn Rabbiner recht oft hier zu hören. Bocholt, 1. Mai. Die Arbeitsgemeinschaft jüdischer Lehrer am Niederrhein tagt am 12. Mai um 16 Uhr in Mülheim-Ruhr. Tagesordnung: 1. Vortrag über aramäische Sprach- und Formenlehre. 2. Berachot XI u. ff, "pn» ~\nv> Die Frankfurter Woche, Die religiösen Lehrkurse. Der Sommerlehrgang der „Religiösen Lehrkurse" des Jugendausschusses der I. R. G. wurde am Montag abend mit einem Vortrag des Herrn Rabbiner J, Horovitz eröffnet. Sowohl der Eröffnungsvortrag wie die anderen Kurse der Woche erfreuten sich guten Besuches. In der kommenden Woche werden die Lehrkurse wie folgt fortgesetzt: 1. Montag, den 13, Mai, abends 9—10 Uhr: Die Agada als Quelle jüdischer Welt- und Lebensanschauung. Gemeinderabbiner Josef J. Horovitz. 2. Dienstag, den 14. Mai, abends 9—10 Uhr: Weltanschauliches aus den Werken des Rambam (Maimonides). Rabbinatsassessor Dr; Michel Schlesinger. 3. Mittwoch, den 15. Mai, abends 9*—10 -Uhr: Einführung in das;jüdische Recht, a) Begriff des;.jüdischen Rechts; bj Einteilung des jüdischen Rechts; c) Geltung des jüdischen Rechts. Dr. jur. Isaac B r eu er. 4. Donnerstag, den 16,- Mai, abends 9—10 Uhrs Jüdisches Pflichtleben — Ethik des Alltags (die vier Teile des Schulchan Aruch), Rabbinatsassessor Dr. Elieser Posen. Thora und Mussar. Die neu eingerichteten Schiurim beginnen am 's rav und den darauffolgenden Tagen, der Schuir vor n'in» rbsn am Montag, den 13. Mai (10. Ijar), morgens 5.30 Uhr im Sitzungszimmer der L R. G. Der Schiur des Herrn Feuerwerker für Bäälebätim ist Montag und Donnerstag, 18—19 Uhr Fichtestr. 5, der Jugendschiur "isimi o»a t ist rav 15.30 Uhr. Die Teilnehmer am Gemoroschiur (na«? 'on) des Herrn Rabb. Mannes, werden gebeten, sich in der Wohnung des Dozenten (Hans Handwerkstr. 38, 1.} 'o r\5v? iax um 5.30 Uhr zur Verabredung von Zeit und Ort einzufinden. Wegen Verhinderung des Dozenten be ginnen die Dnwp des Herrn Dr. Ehrmann und Herrn Rosenheim zu einem späteren Zeitpunkt, der noch bekannt gegeben wird. Aus gleichem Grunde muß der Vortrag des Herrn Red. Schachno witz auf Sonntag, den 19, Mai, verlegt werden. Agudistische Frauenortsgruppe. Im jetzt beginnenden Sommersemester finden zwei Arbeitsgemeinschaften statt. Am Montag, den 13. Mai, abends 9 Uhr pünktlich, wird Frau Kella Löwe n t h a 1 im Sitzungszimmer der I, R, G„ Friedberger Anlage 6 eine wöchentliche Arbeitsgemeinschaft: „Chumisch mit Raschi" beginnen. Am Dienstag, den 14. Mai, nachmittags 4 Uhr pünktlich, wird Frau Hulda Posen im Sitzungszimmer der I. R. G., Friedb. Anl. 6 einen wöchentlichen Kurs über ausgewählte Stücke aus Tenach eröffnen, Die Iwrith- Kurse von Herrn P. Wollmann werden fortgesetzt, ebenso die Näh- und Zuschneidekurse für Frauen und Mädchen unter Leitung von Frau Löb-Stern. Anmeldungen zu allen Kursen, sowie zur Mitgliedschaft werden von Frau Meta Posen-Prins, Fichtestr. 8 (Tel. 45969) entgegengenommen. Esra — Pirche Agudas Jisroel. Im Zuge der von der Leitung der Agudas Jisroel durchgeführten Vereinheitlichung der agudistischen Jugendbünde ist nunmehr auch hier in Frankfurt Esra-Gruppe und Pirche Agudas Jisroelg r u p p e unter dem Namen „Esra — Pirche Agudas Jisroel" vereinigt worden. Die lokale Führerschaftsleitungsetzt sich aus folgenden Herren und Damen zusammen: Willi Wolf, (Führerschaftsleiter), Ida Hellmann, Lotte Homburger, I. Breuer, Jacob Rothschild, In der Esra-Pirche Agudas Jisroel-Gruppe sind nunmehr ungefähr 400 Pirchim vereinigt, Rambam zu den Vätersprüchen. Im Liwjath Chen bewegen sich bis zumniS'D»- Fest die Sabbat Vorträge im Hörsaale Friedberger Anlage in den Gedankengängen des Maimonides, wie sie in seinem Mischnakommentar zu r-iiSK niedergelegt sind. Damit findet das Rambamgedenken seine praktische Auswirkung im Rambamlernen. Die Vorträge beginnen je nach Mincho (5, 20) an und dauern ungefähr eine halbe Stunde. Gäste willkommen. Jüdischer Turnerbund. Am 30. April fand die ordentliche Generalversammlung statt. Dem Tätigkeitsbericht ist zu entnehmen, daß ca, 300 aktive Mitglieder an den verschiedenen Kursen teilnehmen, insbesondere steht der Verein mit 160 Jugendlichen an «rster Stelle der Frankfurter jüdischen Sportvereine. Die Schülerfußballmannschaft konnte in der vergangenen Spielzeit die Meisterschaft in der Arbeitsgemeinschaft jüdischer Turn-Sportvereine Südwestdeutschlands erringen. — An dem Sammelwerk für Hilfe und Aufbau hat sich besonders die Jugend aktiv beteiligt und konnte einen namhaften monatlichen Beitrag erzielen. Bei einem Sportfest des T, S. V.. „Schild" haben die Schüler mehrere erste, zweite und dritte Preise errungen; eine wohlgelungene Chanukahfeier sowie ein Schauturnen in größerem Rahmen ist besonders zu erwähnen, — Dem Kassenbericht ist zu entnehmen, daß dank der Bemühungen des Vorstandsmitgliedes .Hugo Herrmann der Etat fast ausgeglichen werden konnte. — Der Israelitischen Gemeinde sowie jüdischen Organisationen, die durch finanzielle Hilfe die Tätigkeit gefördert haben, wurde Dank ausgesprochen. Der J. T. B. hat sich infolge staatlicher Verfügung einem Verband anschließen müssen und sich der Spprtgruppe des R. I. F. unterstellt. Die organisatorische Selbständigkeit und der Vereinscharakter wird gewahrt bleiben. Der Verein wird auch weiterhin bemüht sein, in religiösen Kreisen für seine Ziele zu werben und hofft insbesondere auf Unterstützung von dieser Seite. — Den langjährigen Vorstandsmitgliedern, den Herren Karl Buchbinder, Adolf Fiebermann und Hugo Herrmann, die aus dem Vorstand ausgeschieden sind, wurde besonderer Dank für ihre aufopferungsvolle Tätigkeit ausgesprochen. Herr Wilh. Eldodt und Jos. Una sind neugewählt worden, Herr Dr. E. Freimann übernimmt den Vorsitz, die Herren -Ludwig Blumenrthal, A. Eschwege sowie Frl. S. Golde verbleiben im "Vorstand. . . , , . Opernauf führüng im Jüdischen Kulturbund. - Mozarts „Entführung^'" im Kulturbund. Bescheidenster Rahmen1: Der niedliche Bühnenausschnitt der Loge „Sokfates", vor dunkelgetönten Vorhängen marchennaft-schliehte, den Schauplatz eben andeutende Kulissenstücke. Abe* Mozarts Genie triumphierte. ,gleic)i nach den ersten Takten über räumliche Enge, und die gelassene Heiterkeit dieser Musik Hätte bald den Hörei*-in ihren'-Bann-gezogen. j -Vom Dirigemtenpjult aus leitete H. W; S teinb e^rg das musikalische Geschehen vor und ,auf -der! Bühne. , . ,. »- m -:<- ■ - " ' ^Er steigerte Orchester und Solisten zu einer Gesamtleistung von beachtenswertem' Hockstand; der Chor hingegen mußte Andeutung bleiben, Leopold Sachses Regie verstand es, mit den gegebenen Mitteln den Ablauf der Handlung einfach und einprägsam zu gestalten. Sie vollzog sieh«innerhalbr4.^Eischon1 kurz geschilderten'. Bühnenbilder jdes Malers Fritz S. Scbames. Als Einzelcharaktere blieben in der'Erinnerung haften: Der frische Sopran und die koloraturistische Begabung von Marianne C a u 1 a (Konstanze), Edoth Elmers .munterer, stimmlich gut fundiertes Blondchen, Max L i p m a n n s tenoral-schwärmerischer Belmonte, die beiden Buffogestalten: Paul Schwarz als durchtriebener Pedrillo und Emil Fischer als saftiger Osmin mit prächtig dröhnendem Baß, schließlich Rudolf Ganz in der Sprechrolle des Selim Bassa. In dem intimen Räume war sich die Zuhörerschaft des Besonderen dieser Veranstaltung fühlbar bewußt und dankte immer wieder allen ausführenden Künstlern mit lebhaftem Beifall, - ges. „Frühlingssymphonie". Unter obigem Titel findet am Dienstag, den 21. Mai (lag b'omer), 20.15 Uhr, im großen Saale des Vereinshauses,, Eschersheimerlandstr," 27 eine einmalige Veranstaltung statt. Mitwirkende sind: Alfred Auerbach, Hans Assenheim, Lilli Langen, Hanns Berk, Marietta Lupescu, Aenne Grünwald, Max Firnberg (am Flügel), Karten zu Mk. 1.25 sind im Vorverkauf bei: Drogerie Schneemann, Cafe Falk, Cafe Freimark und dem Kastellan des Vereinshauses, Eschersheimerlandstr. 27 zu haben, Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim E. V. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr R.-A, Dr. E. Posen — V2 Stunde vor Mincho im Vereihslokal, „Mikro" Herr Rabbiner H. Meyer. — Eine Stunde vor Nacht im Hörsaale, Midrasch-Vortrag, Herr Dr. J. Saffra. (Alles andere wie üblich.) Agudas Jisroel-Ortsgruppe. Daf Jaumi Sonntags, ll—12 Uhr, Montag bis Freitag 12—1 Uhr, Samstag 12i/4 Uhr, Herr Sofer, im Vereinslokale, Schwanenstr. 12. Liwjat Chen. Samstag nach Mincho 5l/$ Uhr im Hörsaale, Vortrag des Herrn S- Schachnowitz über: „Rambam zu-den Sprüchen der Väter"- Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Der Tnach-Schiur des Herrn Julius Lewin begann wieder IUP, den 4. Mai nach dem G'ttesdienst Friedb. Anlage etwa 10 30 Uhr vormittags im Lokale Schwanenstr, 12. Thema fvn h^Ätt, sowie ausgewählte Stücke aus der rmo. Jüdischer Turnerbund E. V. "Sommerprogramm 1935 Herren: Turnen u. Gymnastik, Donnerstag 8.45-10 Uhr, S. R. H.-Schule, Tiergarten 8. Leichtathletik: Zeit wird noch bekanntgegeben. Damen: Gymnastik und Turnen, Mittwoch 8.45-10 Uhr, Isr. Volksschule, Bärenstr. Frauen; Gesundheitsgymnastik, Montag 8.45-10 Uhr, Turnschule Volksschule. Knaben: Turnen, u. Gymnastik, Montag 6-8 Uhr, S. R. H.-Schule. Leichtathlethik: Mittwoch 5-30-7 Uhr, KL Ostparkwiese. Fußball: Sonntag nachm. nach Bekanntgabe. Mädchen: Turnen und Gymnastik, Gruppe 1, Mittwoch 4-5 Uhr, S. R. H.-Sbhule. Gruppe 2, 5-6 Uhr, dort. Gruppe 3, 6-7 Uhr, dort. " Wanderungen etc. werden jeweils bekanntgegeben. Gebetzeiten. np« ratz? Freitag abend 7.25 ,-.■':" '-; ... Samstag naapn 6.35 .<; Samstag morg. 7.45 Samstag nachm. 1.00 und 5 00 Samstag abend 8.55 Wochengottesdienst: Morgens 6.30 : , Nachmittags 7-15 Tefillinlegen am Morgen 3.35 Montag und Donnerstag morg. 6-15 Familien-Naehrichtcn. BärmizwöhV David, Sohn 'des Herrn Jacob Kut„ Berlin N.;W., :1?tidmasiusstr..-7, --ibr-ua», Synagoge Lessingstraß^e 19, .. ...; "Silber n e H.o c h z e i t.; Leopold Strauß und Frau Minä geb. Marx, Oestrich a. Rh.', 10, Mai- Briefkasten,; - ^; "Lehrer Sek. in FL11) td''s nixaSä-^yn^'s hisnia. S. G.. Br. 1) ni» "n nisa 2) mVin'rnsa *«•;

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.