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Der Israelit · 1935-05-09 · Heft 19 (9.5.1935) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 19 (9.5.1935)
Date
1935-05-09
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 Nr. 19 i t 9. Mai 1935 abzustecken. Noch vielmehr könnte bei genügenden Geldmitteln erreicht werden, Herr David Schafran hält ein Spezialreferat über Hachscharah und Alijah und führt ebenfalls Klage darüber, -daß den Zeiirim zu wenig Einfluß auf die Gestaltung der Alijah und die Verteilung der Zertifikate eingeräumt wird. Nach einer lebhaften Diskussion, die die ganze Nacht hindurch dauert, wird die Tagung gegen vier Uhr morgens mit der Annahme mehrerer Resolutionen über Alijah, Chisuk Hadaß und Organisationsfragen geschlossen. Lettland. Versuchte Brandstiftung im Rigaer Aguda-Haus. Riga, 5. Mai. Wie erst jetzt bekannt wird, haben in den letzten Tagen unbekannte Täter versucht) das Haus der Agudas Jisroel in Riga niederzubrennen. Durch einen Zufall griff das gelegte Feuer nicht um sich, obwohl große Mengen leicht brennbaren Materials in das Gebäude geschafft worden waren. Vor dem politischen Umschwung gehörte das jetzige Aguda-Haus der jüdischen sozialistischen Partei „Bund". England. Das Regierungsjubiläum des englischen Königspaares und die Juden Englands. London, 3. Mai. Die englische Judenheit hat anläßlich des 25jährigen Regierungsjübiläums des englischen Königspaares folgende vom Präsidenten des Board of Deputies of British Jews, Neville L a s k i, und dem Präsidenten der Anglo Jewish Association, Leonard Montef i o r e, unterzeichnete Ergebenheitsadresse gerichtet: „An Seine erhabene Majestät den König. Gnädigster Herrscher,, Wir, das Londoner Komitee der Deputierten der britischen Juden als gewählte Vertretungskörperschaft der Juden des Britischen Reichs, und wir, die Anglo Jewish Association im eigenen Namen und im Namen unserer Zweigverbände im ganzen Britischen Reich treten demütig an Eure Majestät heran, um unsere innigen und respektvollen Glückwünsche zu dem 25. Jahrestag der Thronbesteigung^ Eurer Majestät darzubringen. Wir möchten Eurer Majestät versichern, daß bei den Kundgebungen loyaler Hingabe, die dieses Ereignis von glücklicher Vorbedeutung seitens der Millionen ergebener Untertanen jeglichen Bekenntnisses und jeglicher Rasse in allen Teilen der Welt veranlaßt, Eurer .Majestät Untertanen jüdischen Glaubens niemandem an Tiefe ihrer Ergebenheit öder Aufrichtigkeit ihrer Gefühle nachstehen. Während der langen und schwierigen Herrschaft Eurer Majestät haben Eure jüdischen Untertanen die Anstrengungen, Leiden und Triumphe ihrer Mitbürger mit tiefer Hingabe an den Thron und die Britische Völkergemeinschaft geteilt. Wenn sie ihre respektvollen Glückwünsche darbringen, so tun sie dies mit den übrigen Untertanen Eurer Majestät voll teilhaftig derjenigen Rechte und Freiheiten, in deren Rahmen sich die britische Völkergemeinschaft in den letzten 25. Jahren unter der weisen Führung Eurer Majestät weiterentwickelt hat. Wir beten, daß die Herrschaft Eurer Majestät fortdauern und daß Eure Majestät sich noch .viele Jahre der Liebe und Dankbarkeit Eurer Untertanen erfreuen möge." * * * Aus Palästina wird hierher berichtet: Die Vorbereitungen zur Feier des 25jährigen Regierungsjubiläums des englischen Königs werden im Distrikt Jaffa—Tel Awiw durch ein Komitee getroffen, dem Regierungsbeamte und Vertreter der Gemeinden angehören. Der Bürgermeister von Tel Awiw, Melr Dizengoff, glM bekannt, daß die Regierung ihre Zustimmung zu der Erweiterung der Stadt Tel Awiw nach Norden erteilt hat. Die Karmel-Straße in Tel Awiw wird anläßlich des Jubiläums in König Georg-Straße umbenannt und verlängert, so daß sie die König David- und König Salomon-Straße schneiden wird. An dem Kreuzungspunkt der drei Straßen wird.ein Platz entstehen, der „Drei-Königs-- platz" benannt werden soll. Die Woche/ Berlin. Im Jüdischen Museum der Jüdischen Gemeinde zu Berlin wurde die von der 'Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde veranstaltete F. r ü h j a h r saus-' s t e 11 u n g durch den Vorsitzenden der Berliner Jüdischen Gemeinde, Direktor Heinrich S t a h 1, eröffnet. — Auf Anordnung des Polizeipräsidiums wurde der Name „Kulturbund Deutscher Juden" umgewandelt in den Namen „Jüdischer Kulturbund Berlin". — Am Eingang der Stadt Jeßnitz in Anhalt sind Schilder angebracht worden, wonach Juden in dem Orte unerwünscht sind. — Im Beisein von Vertretern der staatlichen Behörden, der Reichsvertretung und des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde fand eine Tagung der jüdischen Kulturbünde statt, auf der beschlossen wurde, alle 46 in Deutschland bestehenden jüdischen Kulturbünde unter einer Ober-: leitung zusammenzufassen. München. Die „Münchener Neueste Nachrichten" veröffentlichen in Nummer 122 ihrer Ausgabe eine Mitteilung des Gaupresseamtes in Würzburg, wonach in der Nacht zum 1. Mai Provoka- teure an mehreren jüdischen Geschäften in... Würzburg die Schaufenster zertrümmert, hätten, um die Feier des Nationalfeiertages zu stören und Beunruhigung in die Bevölkerung zu tragen. Die politische Polizei sei mit der Aufklärung des Vorfalles befaßt. Posen. Nach der Eröffnung der Posener Internationalen Messe hat der polnische Handelsminister in Begleitung der Spitzen der Behörden die im Rahmen der Messe eröffnete Pa1 ästina - Ausste11ung besucht. Das besondere Interesse der offiziel-' . len Besucher fanden die graphischen Darstellungen des wachsenden Exports Polens nach Palästina und den Ländern des Nahen Ostens. Warschau. Nach den Berechnungen des Zentralen Palästina-Amtes in Warschau werden sich im Laufe des nächsten Halbjahres 18.000 bis 20.000 Olim aus Polen nach Palästina begeben. Im Laufe des Monats Mai reisen etwa 3500 Olim aus Polen nach "* Palästina ab, — In dem Warschauer Vorort G r o c h o w schössen unbekannte Täter während des Unterrichts durch die Fenster einer jüdischen landwirtschaftlichen Schule. Eine Schülerin, Frieda Welkowjska, wurde tödlich verletzt. Gleichzeitig explodierte auf dem Hof der Schule eine Bombe, die Sachschaden anrichtete. .Vier Polen wurden 'verhaftet, Belgrad. Dem Vorsitzenden . des Jüdischen Gemeindebundes in Jugoslavien, Dr. Friedrich P o p s , wurde aus Anlaß seines fünfundzwanzigjährigen Jubiläums als Vorsitzender der Gemeinde ein hoher Orden verliehen. Dr. Pops, Mitglied des Stadtrates, war früher Vize büj g e r m eis t,e r - der Stadt Belgrad, Brüssel. Die antisemitische Presse in Belgien hat einen Feldzug gegen die soeben vollzogene Ernennung des ehemaligen Finanzministers Camille G u 1t, der Jude ist, zum Großoffizier des Leopoldordens eröffnet. Unter heftigen judenfeindlichen Angriffen fordern die antisemitischen Blätter die übrigen Inhaber des Ordens auf, ihre Auszeichnungen zum Zeichen des Pro- ... festes zurückzusenden. Paris. Wie das Hauptbüro des Keren Tel Chai mitteilt, wer-. _ den zurzeit Verhandlungen über den Ankauf eines 400 Tonnen großen S e g el s c h u 1 - schif fes mit Motor für, die Beta r- Marineschule in Civita V e*c c h i a. durch eine Spezialkommission von-Technikern geführt. London. Samuel F i n b e r g h , ehemaliges konservatives Unterhausmitglied und einstiger Bürgermeister von Salford, ist in diesen Tagen gestorben. Im Unterhaus war Finbergh energisch für eine gerechte Behandlung der Ausländer eingetreten. — Bei einem F l u g z e u gunfall in Ramsgate kam Arthur Sebag Montefiore, Großneffe von Moses Montefiore und Neffe von Lord Boarsted, ums Leben. Arthur Sebag Montefiore hat aktiven Anteil an der jüdischen öffentlichen Ar- ' beit in England genommen. Jerusalem. Eine; y außerordentliche Hitzewelle geht über;,!;, ganz Palästina. In Jerusalem wie in Tel Awiw und Umgebung zeigt das Thermometer' ' über 41 Grad im Schatten, "König Georg V. hat seihe Zustimmung dazu gegeben, daß anläßlich seines 25jährigen' Regiernugsjubiläums durch den Jüdischen Natiönalfonds in Palästina ein seinen Namen tragender W a l*d zum •Zeichen der Huldigung der englischen Judenheit gepflanzt werde. Die Pflanzung erfolgt auf einem 1500 Acres umfassenden Gebiet bei Nazareth, Die Kosten der Anlage betragen 130.000 Pfund. Palästina. Keine Einwanderungszertifikate für Palästina- Touristen, Jerusalem, 2.' Mai. Die Einwanderungsabteilung der Jewish Agency hat folgende Mitteilung veröffentlicht; Die Abteilung hat bisher stets eine kleine Zahl von Zertifikaten der Arebiter-Schedule zurückbehalten, uhi Besuchern des Landes, die später eine Erwerbsmöglichkeit. gefunden hatten und ihren dauernden Wohnsitz in Palästina aufschlagen wollten, das Verbleiben als Siedler zu ermöglichen.. Die Abteilung hat in solchen Fällen nur sehr selten und nach sorgfältigster Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Einwanderungskandidaten und seiner Familienverpflichtungen Zertifikate ausgegeben. Im vergangenen Monat wurde der Abteilung von der Regierung mitgeteilt, daß diese in Zukunft die Zuteilung von Zertifikaten an Touristen dieser Kategorie nicht mehr bewilligen werde. Die Regierung ist der Ansicht, daß dieser Vorgang unfair ist gegenüber den im Ausland geduldig auf Zertifikate wartenden Bewerbern. Die mit der Regierung geführten Verhandlungen haben zu einer Aenderung ihrer Haltung nicht geführt. Die Frage der Legalisierung des dauernden Aufenthaltes von Touristen, die schon lange im Lande sind, wird weiter von der Exekutive der Jewish Agency geprüft und bildet den Gegenstand gesonderter Verhandlungen zwischen ihr und der Regierung. Die interessierten Personen sollten sich jedoch bewußt sein, daß die Agency nicht in der Lage ist, ihnen durch Zuteilung von Zertifikaten zu helfen. Die letzten Flüchtlinge aus Buchara in Palästina eingetroffen. Jerusalem, 29. April. In Jerusalem ist die letzte Gruppe von jüdischen Flüchtlingen ausBuchara, die in A f g h an i s t a n von der Jewish Agency Einwanderungszertifikate erhalten, haben, eingetroffen. Die. Gruppe besteht aus 32 Familien. . Pessach in Palästina. Jerusalem, 1. Mai. Der schöne Brauch der Wallfahrten nach Jerusalem zu Pessach wurzelt sich immer mehr ein und erreichte dieses Jahr einen Rekord. Aus allen Städten, Dörfern und Kolonien strömten die jüdischen Menschen nach der heiligen Stadt, und das Zusammentreffen wurde benutzt zu Konferenzen und Beratungen aller Art. An den Festtagen und Halbfeiertagen waren die Straßen voll von fremden Gästen, insbesondere sah man ältere und jüngere Vertreter der Orthodoxie aus allen Gegenden des Landes. An unzähligen Stellen der Stadt waren Seder ab ende unter starker Beteiligung organisiert. Am ersten Pessachtäg waren, alle alten engen Gassen, die zur Köthel führen, schwarz von Menschen, und an der Mauer selbst gab es kaum noch ein freies Plätzchen. Hier konnte man Juden aus aller Herren Ländern in einem Gefühle der Trauer und Festesfreude zugleich vereinigt sehen. Die Polizei hatte Arbeit, den Verkehr zu ordnen. Gestört wurde die Ruhe und Ordnung nirgends. "1:.... Im Bes Hamidrasch von Oberrabbiner Duschinski herrschte wahrend der ganzen Festtage gewaltiger Betrieb.'Fromme und gelehrte Juden aus allen Weltecken gaben sich hier ein Stelldichein und lauschten auf die belehrenden Worte .des Rabbi, Von den bedeutsamen Versammlungen an den Festtagen ist die der Zeiirei u n d Poale A g u - das Jisroel unter Leitung des .Herrn Jakob Katz, dem Vorsitzenden "der P. A. J.. in Haifa, hervorzuheben! ebenso eine Versammlung der Fr a,ue n-.

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