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Der Israelit · 1935-12-05 · Heft 49 (5.12.1935) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 49 (5.12.1935)
Date
1935-12-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
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^^^^^^^f^^^^^^SSW^SSM^f^^l^BSl^pw^W l^^^^^^^^^s ^¥!>%*VKr^>S^!i 5. 'Dezemfeer 1935 D I a e 1 i t Nr. 49 Seite 3 Selbstenthauptung? (Fortsetzung von Seite 1.) die Xaver Fedenmann an die „Jüdische Rund schlau" (Nr; 93) richtet, und worin er mit fol genden Worten für die Einscihieib'ung einer mitt leren Schule plädiert: „Von Monat zu Monat vergrößert sich die Zahl der Jugendlichen, die ohne Schule und Beschäftigung den Gefahren der Straße ausgesetzt sind. So verlieren die Kin der eine entscheidende Zeit ihrer Entwicklung und darüber hinaus-besteht für sie die Gefahr der Verwahrlosung in menschlicher und beruf licher Hinsicht. In den Beratungen für die Ju gendalija muß man immer wieder feststellen, daß die künftigen Olim vom, den Bedingungen, die..sie in Palästina erwarten, noch nicht die geringste Vorstellung haben." Ein Warnungsruf, .der nioht ungeihört verhallen dürfte, vor allem nicht von religiösen Eltern, die zu der allgemeinen Sorge noch das Verantwortungsgefühl für die religiöse Entwicklung ihrer Kinder halben müssen und sich nicht mit dem Gedanken beruhigen, der kürizilich in einem Sohülerbrief im „Morgen" dahin charakterisiert war, daß es den meisten Eltern heute niurinehr darauf ankommt, 'die Kinder los zu werden. Feder mann will 'darum zwischen der Zeit, wo die Kinder Schule oder Lehrstelle verlassen und dem Tage, wo sie in das neue Berufsleben eintreten, Mittlereni-Schulunigskiurse einrichten lassen. Wie weit diese durchzuführen sind, ist noch eine Frage. Auf jeden Fall muß gewünscht werden, daß die Schlüter. nicht -tfÄt <L$PX :Molttiea,tj; WO Eltern sich mit dem Gedanken'-trägen, fortzugehen,, oder sie fortzuschicken, aufhören richtig zu lernen. Aus allen Briefen, die vom Ausland kommen, geht edndeutLg hervor, als wie wertvoll die hier' verbrachten Studien dort empfunden werden. Jeder Tag, der ihier verloren wird — und es dauert oft längere Zeit von der Absicht bis zur Verwirklichung 'ist von Schaden. Weiter miuß aber dringend gewarnt werden, an Orten, wo selbst oder in deren Umgebung eine über die Volksschule hinausgehende jüdische Bildungsmöglichkeiti existiert, 'die Kinder fortzuschicken, bevor jene Möglichkeiten, wenigstens bis zum 16. Jahre voll ausgenützt sind. Es ist niaht einerlei, ob ein Kind eine (Schmie in der Mitte verläßt, oder von vornherein nur eine Schule besucht bat, die zu dem betreffenden Zeitpunkt abgeschlossen wäre. Die oberen Klassen einer systematisch aiulgöbaiuten mittleren Schule ^können auch nicht entfernt durch Privatstunden ersetzt werden, wie einige Eltern in umbegreiffliicher Sejbstverblendung meinen. Die Ätfaieherischeii Werte einer jüdischen Abschlußklasse — von den weit höheren Kosten des Privatunterrichts ganz abgesehen — werden von Kindern meist nicht richtig eingeschätzt. Aber von Eltern muß verlangt und erwartet werden, daß sie dafür Verständnis halben. Wochenrundschau. Völkerbund und Juden-Wanderung. r Die zur Zeit in 'Genf tagende Experten- Kommission, die vom Völkerbund eingesetzt wurde, um bis »zur nächsten Ratssitzung ihr, Januar Vorschläge Tür die Nachfolge des miüin^Jlir ' pu^c^tr]eie^^en [J^gh Comimissdoner Majadoniald -zu unterbreiten, steht vor einer' ungewöhnlich schwierigen Aufgabe. Dehrn es 'handelt si'oh ja nicht nur därum, rein formell die bisher vo#| dem '•fti^h; -C^ünissioner' ausgeübten Funktionen aüf ein neues, unmittelbar dem Völkerbund unterstehendes Organ izu übertragen, sei dieses- Organ nun das Nansen-Komitee oder irgend ein neu zu bildendes Gremium, sondern man möchte endlich einmal, nach jahrelangem Mundspitzen, Inspizieren und Studieren, irgend eine T a t vollbringen, 'die wenigstens den Namen einer Teillösung des Flüchtlingsprobiems verdient. Das Sekretariat des Völkerbunds hatte die dem Advisory Council des Hochkommissars angehörigen jüdischen Organisationen schon vor einigen Wochen zur Einreiohuing schriftlicher Vorschläge aufgefordert und die meisten von ihnen dürften dabei nicht verfehlt haben, darauf hinzuweisen, daß die Fürsorge für die zur Auswanderung gezwungenen Massen — ganz einerlei ob politische oder ökonomische Ursachen dazu (drängen — sich keineswegs auf die 30 000 Menschen beschränken dürfe, 'die schon ausgewandert s i n d und in europäischen Ländern ein mehr oder minder provisorisches Flüchtlingsdasein führen, sondern daß man. an die weitaus größeren Massen denken müsse, die in der nächsten Zukunft den gleichen Weg zu gehen halben werden. Daß dabei in erster Reihe die Auswanderung nach E r e z J i s r o e l (und seine Nachbarländer) in Betracht kommt, ist klar, und idie Jewish Agency ist nur ihrer seLbstverständlichen Pflicht nachgekommen, wenn sie der Experten-Kommission durch einen bewährten. Sachverständigen wie Dr. Arthur Ruppin einen Plan zur Verstärkung der Palästina-Einwanderung bis auf 200 000 Seelen für idie nächsten Jahre vorlegen ließ. Unter den von 'jüdischer Seite angeregten konstruktiven Plänen befindet sich aber auch ein Gedanke, der bisher leider bei den Genfer Vertretern der jüdischen Organisationen — wenn man den Berichten der ITA. vertrauen darf — keinen Anklang fand, obgleich er, wie uns scheint, von allen Entwürfen und Plänen (jenseits der Erez Isroel-Immigration) der vernünftigste und weittragendste von praktischer Wirksamkeit ist: der Gedanke nämlich, durch ein Transfer- Ab kommen, ähnlich dem auf Palästina bezü ig liehen, auf de m Wege des Exports deutsch er Waren iiiach anderen Ländern, Südamerika beispielsweise, die Rettung des Vermögensbesitzes der Auswanderer zu, ermöglichen. In unserem Verlage erschien: flucht in die fieimat Ein Dokument der Zeil von S. SCHACHNOWITZ Preis brosch. Jl 2..—, geb. Jt 3.— Das Buch, 265 Seiten ftark» ift ein Dokument der Zeit uon ergreifender Realität. Ein junger jüdifcher Menfm aus einer areligiöfen, am Judentum uöllig desintereffierten Familie wirduöm Sturm der Zeit erfaßt und auf jüdifmen Heimatboden gefegt. Mit der Warnt der Jugend und der Überzeugung reifjt er am Ende aum die eiternund feineganzeUmgebung mit zur jüdifmen Höhe. Jn ungemein anfmaulichen Bijjdern entrollt fidt uor dem Rüge das Teben der Hachfcharah, das neue Werden tn 6rez Jsrael,, die entwi&lung der erften orthodoxen Kibbuztm. Jüdifdies Ceben öffclicher und w^ftlicher^ Obferuanz kommen, uon auflen geflogen, fidi näher und finden (ich vollends auf dem heiligen üäterboden, der zur Heimat der Jungen geworden ift. Außerdem ist soeben in 2. Auflage erschienen: Die ttlelt der Gebete m^ann d^i». Kommentar zu den Werktags- und Sabbatgebeten nebft Ueberfetzung uon Rabbiner Dr. £Üe Münk, Rnsbach 1 Rand" Bie-Werkragsgebete, m Seiten, 6rofj-0ktau, C fin I. DullU. Preis in gediegenem Ceinwandband RR U.UU Der zweite Band, enthaltend die Sabbat- und Jefttagsgebete erfmeint kurz uor dem Pefjach-Tefte. Diel es bedeutfame Werk, das in leicht faßlicher Sprache gründliche wiffenfchaftliche Crläuterung des Gebetbuches gibt, hat bei feinem erften Erfcheinen To uiel Hnklang gefunden, dajj die erfte Ruftage bald uergriffen war und in kurzer Tritt eine Heuauflage fidt als notwendig erwies. Rlle, die es früher uerfäumt haben, follten die Gelegenheit wahrnehmen, diefes ßebetebuches teilhaftig , zu werden, folange der üorrat reicht. Das Werk foll in keinem jüdifmen Haufe fehlen. :äu beziehen durchfalle befleren Buchhandlungen, To wie direkt dunfi den ü erlag unter flachnahme Verlag Israelit u. Hermoiij GmbH., Frankfurt-M.9 Rechneigrabenstr. 7 v* Postscheck ~Konto Nr. 19802. ii"„

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