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Der Israelit · 1935-12-05 · Heft 49 (5.12.1935) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 49 (5.12.1935)
Date
1935-12-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Nr. 49 D e r I s r a e I i t 5, Dezember ,1935 Diejenigen jüdischen Kreise des Auslandes, die in wohlmeinendster Absicht (wohlmeinend ihren jüdischen Brüdern in Deutschland gegenüber) auf das Schlagwort vom Boykott deutscher Waren schwören, mußten natürlich in einem Plane der angedeuteten Art, der eine deutsche Exportsteigerung zur unerläßlichen Voraussetzung hat, eine schwere Gefahr für ihre neunmal weisen Pläne erblicken, und es /hat den Anschein, als olb diese naiven Politiker innerhalb des jüdischen Gremiums in Genf bisher leider Oberwasser erlangt hätten. Daß das ganze Boykottgeschrei der politischen Hausapotheke der ostjüdisohen Gasse 'entstammt, der der Verstand regelmäßig mit dem Gefühl durchzugehen pflegt, sollten aber die Führer der westlichen Organisationen heute wahrhaftig schon gemerkt 'haben! Wenn es sieb, darum handelt, ein paar Hundert Millionen jüdischen Vol'ksvermögens für (den Aufbau jüdischer Existenzen in der ganzen Welt zu retten und zugleich Zehntausenden von halbwegs begüterten ^deutschen Juden — die dabei allerdings mindestens 25—30 Proz. für die Auswanderung Unbemittelter herzugeben hätten — den Weg ins Freie zu öffnen, dürften die unklaren Vorstellungen der Boykott-Politiker nicht über die Vernunft realpolitisch denkender Wirtschafts- und Finanizleute triumphieren. Wir glauben, daß auch in 'diesem Belange das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Das ProMem der zur Auswanderung gezwungenen jüdischen Massen in Deutschland und Polen wird sich mit immer stärkerer Gewalt vor dem Forum des Völkerbundes geltend machen, und es wird vielleicht doch der Tag kommen, an dem man einsieht, /daß über Transfer- und Export-Planungen hinaus sogar d e r Gedanke nicht zu kühn wäre, durch eine große internationale Valuta- Anleihe für die beteiligten Auswandenungsländer das große Werk des Bevölkerungsausgleichs zwischen den 'übervölkerten Gebieten Europas und idem menschenleeren Uebersee-Gebieten einzuleiten. Nur so wäre eine Hilfe durch Taten, statt durch bloße Protokolle und Reden möglich. Palästina in Bild und Film. Ein Palästina-Film des föeren Haijessod unter dem Titel „Neues Leuen" macht in allen Großstädten Europas von sich reden. Er bezweckt, ein Bild des Aufbaus und den neuen jüdischen Typ in Erez Jisroel der Welt und der jüdischen Gemeinschaft vorzuführen. Die Film-Aufführiung soll auch vor dien Mitgliedern des Völker- J „Bis ich das getan, was ich dir versprochen habe." Von B. Cohen. Am Anfang der sx'n 'ö. Gen. 28, 15 lesen wir die Verheißung: „Ich werde dich nicht verlasse«., bis ich das getan, was ich 'dir versprochen habe." Diese Verheißung erscheint zeitlich begrenzt. Es ist nicht gesagt, was geschehen soll, wenn sie erfüllt ist. Wollte G'tt Jakob nach Eintreffen, alles Verheißenen am Ende noch verlassen? iDa® ist dem Sinne nach ebenso unmöglich wie es grammatisch und wörtlich das Gegebene zu sein scheint. Von dein üblichen Kommentaren berücksichtigt nur Hirsch diese Schwierigkeit und bezieht die ganze Verheißung auf die Charaktererziehung des Erzvaters und seiner Nachkommen: Ich werde dich nicht eher verlassen und nicht früher die durch Wunder und besondere G'tteswaltungen zu 'bewerkstelligende Erziehung deiner Nachkommenschaft endigen, als bis ich das Beabsichtigte aus dir und dsAftem Stamme gemacht haben werde. Soweit dem Sinne nach die Auslegung Hinschs; diese soll -wohl auch gleichzeitig eine Antwort auf die Frage nach dem Sinne des späteren Aufhörens fast aller Wunder sein, — eine auch sonst bei den b un d e s i n G e n f und (anderen ihochgestellten Persönlichkeiten großen Beifall gefunden halben, und wir wollen .die erzieherische Wirkung dieser lebendigen, bildhaften Darstellung des neuen Erez Jisroel und ihre propagandistische Bedeutung keineswegs verkennen. Die ernste palästinensische Presse macht aber Einwände, denen wir uns' nicht verschließen können. Will man nicht allein der 'großen Welt, sondern auch den jüdischen Massen ein Bild vom neuen Erez Jisroel bieten, so bedeutet es schon beinahe eine Verfälschung der Tatsachen, wenn man ihnen die Menschen und die Arbeit nur in den neuesten Kwuizoth, (die sich auf jüdischem Boden und doch nicht auf jüdischem Boden bewegten, vorführt. Wir wären die letzten, die die Verdienste dieser jungen Chaluzim irgendwie verkleinern wollten. Aber es gibt doch schließlich neben den neuen itind neuesten Kwuzoth auch ältere Mosohaiwoth, 'die vor fünfzig Jahren vom „Billu" gegründet, nicht minder Denkmäler »jüdischen Heldenmuts sind und ohne welche man sich die neuesten Phasen der Entwicklung schlechthin gar nicht denken kann. Warum bekommt man von diesen alten Kolonien und ihren bürgerlich und gut jüdisch eingestellten Kolonisten nichts zu sehen? Wo sind die Niederlassungen im Scharon, wie Herzlia, Netania, die Siedlungen der „Pica", die von einfachen jüdischen Menschen aus dem Mittelstande gegründet wurden und nicht minder eine Unsuinnie von Kraft und aufopferndem Idealismus kosteten? Und gehören schließlich nicht auch die Menschen, die in der Stadt unter Hingabe ohnegleichen die neuen Soheohunoth gegründet, die Krankenhäuser und anderen Institute erhalten, zu den Chaluzim und Baumeistern des neuen Erez Jisroel? Es ist stark zu bazwedfeln, ob gerade das Neue und das Neueste, das so wenig typisch jüdisch ist, auf die führenden Männer der euro- . päischen Politik den Eindruck eines Jüdischen Nationalheiimes macht. Zum mindesten hätte man doch auch 'den jüdischen Typ etwa aus ,,Kfar Chassidim", den Kwuzoth der Agudas Jisroel und des Misrachi auf der Leinwand erwarten dürfen, ihre Feste, ihren Sabbat, ihne Lernstunden, ihr Gemeinschaftsleben sehen müssen! Hätten diese Bilder nicht minidestens so interessiert wie Aufmärsche und Maklkabifeste? Am schmerzlichsten muß aber das Scblußbild empfunden werden:' eine Generation geht, eine Generation kommt! Die alte .abgehende Generation ist durch bärtige Juden mit alten Büchern in der Hand dargestellt, die von der Bühne treten und Platz machen den mittelalterlichen Philosophen zu findende Antwort. Vielleicht aber darf man das Wort To hier ausnahmsweise mit ,,sodaß" statt mit „bis" übersetzen: „Ich werde dich niemals verlassen, so daß ich das vollzogen haben werde, was ich dir verheißen haibe." Diese Bedeutung des Wortes iv ist ausi 1"Jn nicht nachweisbar, auch nicht im Buche Job, in welchem sich sonst Arabdsmen finden,. Im Arabischen nämlich bedeutet das Wort '50' das dem hebräischen "r? entspricht, sowohl „bis" als „sodaß". Ins Hebräische ist diese Verwendung von iv erst spät eingedrungen, nämlich durch die Tibboniiden, an ihren Uebersetzunigen au® dem Arabischen. So sagen sie im Mischnakommentar des Maimonides Erubin III, 5 gegen Ende: -nan ifiixb »'äs» 19 mina» ai-psrn bv tiöok m?»n i» nan «n dr pi Da es nun ganz sinnlos wäre, die Gültigkeit des betr. Erub mit dem Augenblick des Ankommens beim Dan zu endigen, so kann dieses ~iv nur „sodaß" beideuten; Der östliche Enüb soll gelten, so daß ich zu diesem oan gelangen kann. Aehnlich, wenngleich minder prägnant, Khisari I 96: la-iBxae? maBmnm msyn D'anm npibm pbmb avn pan i^nnm •eura nvi vpzb d'wk arm „Die Durchschnittsmenschen begannen damals sich in Parteien zu gliedern, sie 'brachten viele Pläne und Gedanken hervor, sodaß einige Leute von ihnen eines wahrnehmbaren Ambetumgsigegenstandes bedurften"; — auch hier kann iv . nur durch „sodaß" und nicht durch „bis" wiedergegeben werden. Es ist jedoch sprachwissenschaftlich bedenklich, eine erst so ©pät nachweisbare und sicher entlehnte Wortbedeutung in die biblische Sprache hineinzulesen. Da diese Auslegung aber die obige Verheißung zwanglos zu erklären sicheint, falls sie zulässig ist, so sei sie hiermit dem öffentlichen Urteil vorgeführt. Jungen vom neuen Typ, die nunmehr ohne Bindungen an Religion und Tradition das''Feld beherrschen. Soweit ist es G. s. D. in Erez Jisroel noch nicht. Die Alten older 'die Jungen, die in; den Wegen der Alten wandeln, sind nicht abgetreten und denken auch gar nicht daran,, den anderen den Platz zu räumen- Die vielen flammenden, oft auch tätlichen Proteste gegen die herausfordernden Sabbatentweiber in Tel Awiw und einigen Kolonien beweisen es recht 'deutlich. Es blühen auch einige thöratreue Keimzellen aus dem neuen heiligen Boden hervor, die Früchte zeitigen werden. Die orthodoxe Jugend, wie die thoratreuen Arbeiter sammeln sich. Da man von all diesen Dingen bei der FilimaAiffjübruiig nichts zu sehen bekommt, so zeigt die Aufführung weniger das Gesicht des neuen Erez Jisroel, als das wahre Gesicht der zionistischen Fonds und der Männer, dae mittels dieser Fonds die jüdische Erneuerung leiten. Ein Personenwechsel, und mehr als das? Der Vorsitzende des Alijah-Amtes in Palästina, Herr Grün b a u m , ist zurückigetreten. Diese Mitteilung überraschte nicht, nachdem die Stimmen gegen Grünbäium und seine Amtsführung nicht allein in den Reihen der Gesetzestreuen, vorab des Misrachi immer lauter geworden waren. Der dem Misrachi nahestelhende „Hajessod-1 in Tel Awiiw widmet der Amtstätigkeit Grünbaums ©inen Nachruf, den man nicht gerade herzlich und 'ehrenvoll nennen kann. Es ist der gleiche Herr Grünbauim, sagt das in zionistischen Dingen gut informierte Blatt, der mit aller Energie in Wort und Scrhift gegen Religion /und Tradition kämpft, der just im Propagandam on a t für den S'ab bat in Tel Awiw im vorigen Jahre die schärfsten Artikel gegen die nZwangssabbatrulhe" und den ,,'Religions;zwan.g" überhaupt veröffentlichte- Grünibaum war auch der einzige, der in Luzern 'gegen das Abkommen mit dem Misrachi stimmte und auch hinterher, als Mitglied der neuen Exekutive, eine Reihe von Artikeln im ,, Haarez" gegen das Abkommen vom Stapel ließ. Beim Jomkippurs k a n d a; 1 in Chedera fanden dessen Urheber in Grürübaium einen Anwalt. Man (könnte die Kollektion nach Belieben vermehren. Und dieser Herr Grünbauim schaltete und waltete in der Alijah-Abteilung ganz ruaclh, Gutdünken, oder ganz nach dem Gesühmiacike der linken Parteien, stets darauf bedacht, die religiö- Sidra-Anleitungen für die Esra- Pirche-Agudas Jisroel-Gruppen. Wajeze: Verfolge den Weg Jakobs auf der Karte: Warum sagt die Tauroh noch einmal, daß Jakob aus seinem Vaterhaus fortzog? (S, Hirsch u. Wolf z, St.)' Hinweis auf den Midrasch von dem Zusammenwachsen der Steine, die sich 'darum stritten, daß J, seinen Kopf auf sie lege. Welche Rolle spielt derTraum im Tnach? Versuche aus den zjusanunengestellten' Träumen ihre Wertung im Tnach zu erkennen (s. Wolf). Wie ist der Zusammenhang zwischen nKWJ und Traum? Welche Gedanken werden durch da«: Bild der Leiter zwischen Himmel und Erde' ausgedrückt? (S. Ramban, Hirsch u. Wolf z. St..) Beachte die Auisdruckswieiise im V. 13. Was heißt hier "pn* (s. Hirsch)? Berücksichtige den Ausdruck psn is»3 in S. 14 in Berücksichtigung der weltgeschichtlichen Stellung Israels (s. Wolf). Wieso - erkennt. J, seine Aufgabe (S. 16j)i? Zu dem Wojrte ms» s. Raschi zu Deuteron. Kap. 16, 22. Zu der Bedeutung von bViri rmwnS« Tvn~av rfr s. Wolf. Wie hat J. später das Gelübde von V. 20 ausgeführt? Parallele zu Jiphtach. Bei der Viehtränke treffen Jakob und_Mosche (auch schon indirekt Jizchok) ihre zukünftigen Gattinnen. Beachte die Erzählung von der Körp'erkraft Jakobs. Zu der Begrüßung Jakobs durch (Laban erzähle den Midrasch, wie Laban in Erinnerung an Elieser Schätze bei J. sucht. J. nimmt nichts geschenkt. Er dient einem Monat lang umsonst. J. hat^derx Vater getäuscht, dafür wird er selber getäuscht. Wie-benrtei» len wir das Verhalten Jakobs in Kap. 30■{ 37? Wie verstehen wir Kap. 31, 9? Kap. 31,' 6 zeigt, wie :iJ. seine Pflicht erfüllt hat. Die Erklärung dazm in Satz 38, 39, 40. "\

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