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Der Israelit · 1935-04-17 · Heft 16-17 (17.4.1935) · page 22

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 16-17 (17.4.1935)
Date
1935-04-17
Page
– (sequence 22)
Language
German
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Seite 2 Nr. 16/17 Der Israelit 17. April 1935 nides bereitet eine Medizin, nachdem er lange über den komplizierten Fall nachgedacht hatte. Die Aerzte, von übelgesinnten Handlangern am Hofe des Sultans unterstützt, verstehen es unbemerkt, der bereiteten Medizin etwas Gift beizumengen. Sie lassen durch Höflinge verbreiten, daß der jüdische Arzt den Sultan vergiften wolle, um seinem Bruder, der Maimonides sehr schätzte, auf den Thron zu verhelfen. Der Sultan wird unsicher, er befiehlt, die bereitete Medizin zuvor einem Hund zu geben, um festzustellen, ob die Angabe der Aerzte Wahres enthalte. Der Befehl des Sultans wird ausgeführt, der Hund geht in der Tat nach dem Trünke ein. Maimonides, totenblaß vor Aufregung, rafft sich zusammen und erklärt Haustor am Palaste von Samuel Abulafia in Toledo sich schuldig. Der Sultan, gütig wie immer, spricht mitleidsvoll und sanft zu ihm. „Du siehst selber ein, daß du den Tod verdienst, wähle selbst die Todesart." Maimonides verlangt von den Aerzten, sie sollen ihm sämtliche Adern aufschneiden, damit er daran schnell verblute. Er bittet aber um die Gnade, daß diese Operation in seinem Hause geschehe. Seinen Schülern aber sagte Maimonides, daß er aus wiederholten Unterhaltungen mit seinen Kollegen in der Heilkunst festgestellt habe, daß sie das schwierige Gebiet der Anatomie des Menschen nicht voll beherrschen. Es gäbe, so meinte er zu seinen Schülern, eine Vene in der Nähe des Herzens, die sie bestimmt bei ihrer Operation übersehen würden und wenn diese unbeschädigt bleibe, könne er sich wieder erholen. Und so geschah es auch. Maimonides war wieder aus einer großen Gefahr gerettet. Sein Ruhm als Arzt verbreitete sich nach diesem Geschehen in der ganzen damaligen Welt. Als Maimonides seine Studien begann, hatte er durch eine Schiffskatastrophe seinen Bruder David und damit auch sein ganzes Vermögen verloren. Jetzt aber hatte er eine Riesenpraxis und ein Riesenvermögen aufgehäuft. (Schalschelet Hakabbala). Tierkämpfe zur Ergötzung der Menschen sind ebenfalls in das biblische Verbot einbezogen." In „Hilchoth Awodim", Kapitel 9, Nr. 8 zitiert Maimonides die religiöse Pflicht, zuerst den Tieren, dann dem Dienstpersonal zu essen zu geben, bevor man sich selbst zum-Mahle begibt, und er schließt diese Abhandlung mit den schönen Worten: „Die Nachkommen Abrahams, das Volk Israel, denen G'tt seine ewigen Gesetze und seine gerechten Lehren gab, sie werden stets gegen alle Geschöpfe barmherzig sein und sich bestreben, die g'ttlichen Eigenschaften nachzuahmen, denn so heißt es: „Sein Erbarmen erstreckt sich über alle seine Werke". „Wer sich der Wehrlosen erbarmt, wird selbst Erbarmen finden". An derselben Stelle in „Hilchoth Awodim" fordert Maimonides eine humane und auch sozial gerechte Behandlung selbst der kanaanitischen Sklaven. Er schreibt dort: „Man darf einen kanaanitischen Knecht zwar schwere Arbeit verrichten lassen, aber es ist ein Akt der Frömmigkeit und der Klugheit, daß der Mensch barmherzig und gerecht sei und einem Diener keine zu schweren Arbeiten aufbürdet und ihn nicht kränkt. Er gebe ihm von den Speisen und den Getränken, die er selbst genießt, wie dies die früheren Weisen auch immer getan haben. Er behandle ihn nicht verächtlich, weder in Taten noch in Worten." Josef Caro erklärt zu dieser Stelle, diese hohe Auffassung entspricht dem wahren Wesen und Charakter Maimonides'. Im Anschluß an diese Skizze dürfte auch von Interesse sein, daß im Vorstand des „Hamburger Tierschutzvereins" Juden sich Jahre hindurch in verdienter Weise betätigt haben. Der bekannte Hamburger Arzt, Dr. Daniel Rudolph W a r b u r g , war viele Jahre Vizepräses des Tierschutzvereins. So wird in dem Buch „Chronik des Stammes R. D. Warburg", gedr. Berlin 1914, Seite 159, berichtet: „Seine Haupttätigkeit außerhalb seines Berufes der ihn sehr in Anspruch nahm, widmete Dr. Warburg dem Hamburger Tierschutzverein, nachdem er zunächst auf diese Bestrebungen von seinem Schwager, Dr. Ferdinand Beit, aufmerksam gemacht worden war." Uns liegt auch der Jahresbericht des „Hamburger Vereins gegen Tierquälerei vom Jahre 1853" vor, der von ihm als Vizepräses dieses Vereins verfaßt worden ist. Diese umfangreichen Berichte hat er jedes Jahr veröffentlicht, solange seine Kräfte und speziell seine Augen es ihm erlaubten; der letzt uns vorliegende ist vom Jahre 1874. Diese Berichte enthalten eine große Summe von schätzenswertem Material und edler Gesinnung. Besonders wird dort der Kongreß vom Jahre 1862 erwähnt, den Warburg leitete und an dem Senator Godeffroy das Ehrenpräsidium des Kongresses übernahm und sich ernsthaft an den Arbeiten beteiligte. Außer auf dem Kongreß der Tierschutzvereine in Hamburg, hat Dr. Warburg als Delegierter den Verein auf den internationalen Kongressen in Wien, Zü- Mittag bin ich in die Synagoge gegangen, um Aufnahmen zu machen. Als ich oben auf der Frauenabteilung stehe, kommen auf einmal 15 Bekannte aus Barzelona herein. So ging das weiter; bis abendskannte ich Leute aus 10 Staaten. Zu Tische aßen wir zu sechst, und zwar einer aus Konstantinopel, zwei aus Polen, die in Barzelona leben, einer aus Larache (Afrika) und einer aus Alcazer (Afrika), endlich ich aus Frankfurt. Es waren noch da: ein frommer Jude aus Gibraltar, aus Centa (SpanLsch-Marokko), aus Tanger, aus Casablanca (Franz. Marokko). Rabbiner; Weil-Basel, Weil-Paris, der Oberrabbiner der sephar- Maimonides1 Entscheidungen über Tierschutz und wie diese im jüdischen Kreise beherzigt wurden. Von Rabbiner Ed. Dukesz in Altona, Einer der beachtenswertesten Aussprüche Maimonides', der von der hohen Ethik seiner Gesinnung zeugt, findet sich in seinem Werke „Jad- Hachasoko", 4. Band „Hilchaus Rauzeach Uschemirath Haguf", Abschnitt 13. Dortselbst entscheidet er: Kfl'iun n-ara» Einem Tier Schmerz zufügen oder auch nur ein Tier leiden zu sehen, ohne ihm zu helfen, bedeutet die Verletzung eines biblischen Verbotes, welche die schwere Strafe des „Malkus" nach sich zieht. "(Auszug aus Traktat Baba Meziah, Seite 32, Nr. 4). Dortselbst schreibt er: „Wer wahrhaft fromm ist und mehr als das absolute Gesetz fordert, leistet, sei er auch ein großer Mann oder ein angesehener Fürst, dessen Würde es sonst nicht entspricht, sich mit einer derartigen Arbeit zu beschäftigen, muß dennoch, wenn er ein Tier unter der Last zusammenbrechen sieht, hineilen und dem Tier beistehen. Jagden, Stierkämpfe und jegliche anderen Hebräische Fresken an der Synagoge zu Toledo rieh, Paris und London vertreten und denselben vielerlei Anregungen gegeben. Hebräische Tafel an der Kirche del Transito in Toledodischen Gemeinden in Belgrad. Ein Herr aus Serajewo, Herren aus Wien, New York, Lissabon, London, Venezuela usw. Etwas Einzigartiges war es, als wir — etwa 50 Menschen — am Freitagabend das erste Minjan seit etwa 500 Jahren in dieser Synagoge, und damit überhaupt in einer der historischen Synagogen, abhielten. Ergreifend, als der Sephardi aus Belgrad in Altkastilianisch über das sprach, was 1492 hier passiert ist. Zusammen standen wir in der Dunkelheit des nur durch ein paar Kerzen erhellten Raumes und — weinten. Am Schabbos Morgen war wieder Minjan. Um 12 Uhr war die offizielle Schlußfeier im größten Saale der Stadt, der. recht gut besucht war. Wunderbar sprach ein Abgeordneter des spanischen Reichstages: „Wir sind nicht nur hier zusammen gekommen, um Maimonides zu feiern, wir kommen hierher, um eine fünfhundertjährige Schuld abzutrage n." Der Gouverneur der Provinz Cordova sagte: „Seit Entstehung der Republik existieren die Paragraphen gegen die Juden nicht mehr, und wir werden das Vergangene wieder gut mächen, indem wir in unseren Schulen von den heutigen Größen des Judentums sprechen, und von der enormen Kulturarbeit der sephardischen Juden an der spanischen Sprache. Ueberall, wo sephardische Juden wohnen, wird Altkastilianisch gesprochen.! Tragen Sie den Staub Spaniens mit in Ihre Heimatorte und grüßen Sie unsere Brüder." Abends wurde Mincha und Maariw gebetet und nachts fuhren wir, " vielleicht "15—20 Leute, nach Madrid. In einer Stunde geht mein Zug weiter nach Valladlid, in den sehr grauen Alltag. Aber um ein Erlebnis bin ich reicher, das ich nicht vergessen werde. C. Maimonides- Feierlichkeiten in Spanien. ■ ~. ■ . '-i ■". -U * ...j! ' (Aus einem Privatbriefe' aus Madrid,} . . . Donnerstag mittag fuhr ich von Gibraltar nach -C o r d o-v a, wo. ich abends ankam. Im Zuge fuhr schon eine ganze Reihe von Leuten mit zur Rambam- Feier, die ich aber noch nicht kannte. Am anderen Rambam und Stierkampf, Es wird uns eine Annonce , in. Madrider Zeitungen zugesandt, die in" deutscher'. Uebersetzurig wie folgt läutet: * ' :;1" ''j ~ ' ' „Stiere in Cordova". Sonntag, den 31. nachm. 4 Uhr findet ein Stierkampf aus Anlaß, des 8. Jährhunderts des' großen Cbrdovaer Philosophen *M;aimpnides' statt. 8 $tiere aus '4er' Züchtst3tte~ V . '. ICamplerf ... . Schattenplätze Pesa'113^—, Sonnenpjätze Pe& 7.~. ' %90^J %Jiepar' |j§fi$if#B/- «fie5 'ZeUrägen: llScnTecht^>'Kampf^väfä,"za nöKe 'Eihtriti^reise . Eine spanische Zeitung gibt einen Bilderbe*

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