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Der Israelit · 1935-04-11 · Heft 15 (11.4.1935) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 15 (11.4.1935)
Date
1935-04-11
Page
– (sequence 11)
Language
German
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:*^f«?^t^yi§3R5^ 11. April 193.5 D e 1 s r a e Ii t ^i^l^^^^^^^^^^^S^^^S-^V; Nr. 15 Seite 11 .Rabbiner Ostrowski: erträumt, können die Zugehörigkeit zu einer Gemeinde der Kneseth Israel nicht als erlaubt erscheinen lassen, solange diese Gemeinde in ihrem Grundgesetz die Herrschaft der Thora. nicht anerkennt. Eine jüdische Gemeinde kann nur dann von allen Juden anerkannt werden, wenn sie die fundamentalen Prinzipien annimmt, die im Jahre 5687 die großen rabbinischen Führer der Orthodoxie aufgestellt haben. Die vier Forderungen, die damals erhoben wurdensind im Grunde nur eine einzige. Sie verlangen von der jüdischen Kehilla, die eine Einheitskehillä für alle Juden sein will, daß sie die Kompetenz des Thoragesetzes als Gründlage anerkennt. Solange deT Waad leumi «nicht bereit ist, das Gemeindegesetz in dieser Hinsicht prinzipiell zu än- dem, gibt es keine Heilung für den Bruch der jüdischen Gemeinde in Erez Jisroel und alle äußeren Ver? besserungeri können die Interessen der Religion innerhalb der Kehilla nicht sichern. Im vorigen Jahre, als die Frage des Rabbinats aufgeworfen . wurde, hat .Agudas Jisroel sich zu Verhandlungen nur unter der -Bedingung befeit erklärt, daß ihr Prinzip der gesonderten religiösen Gemeinde nicht berührt werde. In •den Verhandlungen wurden denn auch Kneseth Israel und Agudas Israel in klarster Form als zwei getrennte Körperschaften anerkannt. Es wurde nur über die Möglichkeit eines gemeinsamen Namens nach außen für die obersten Instanzen des Rabbinats gesprochen, über die Schaffung eines Instrumentes nach außen überhaupt, daß trotzdem die völlige Autonomie, jedes Rabbinates nach innen bestehen Heß. Trotzdem scheiterten jene Verhandlungen, weil das orthodoxe Judentum sich keinen Nutzen versprechen konnte von einer Regelung der Rabbinatsfrage oder der Personenstandsfrage, ohne gleichzeitige Lösung der Gemeindefrage selbst. Wenn nun neue Verhandlungen auf breiterer Grundlage beginnen, so ist es klar, daß Vorbedingung dafür die Anerkennung völliger Freiheit und Unabhängigkeit jeder der beiden Gemeinden nach innen« ist. Die ganze Verhandlung kann sich nur um die Frage drehen, ob es möglich ist, unter der Voraussetzung des Fortbestehens völlig getrennter Gemeinden ein gemeinsames Organ zu schaffen, das nach außen gemeinsame Interessen vertritt. Dieses Organ der Interessenvertretung nach außen darf natürlich nicht den leisesten Einfluß auf irgend welche religiöse Angelegenheiten haben, die vielmehr von jeder der beiden selbständigen Körperschaften nach ihren eigenen Ansichten geregelt werden müssen. Das gemeinsame Organ dürfte lediglich wirtschafltiche oder politische Angelegenheiten bearbeiten, welche die* Gesamtheit des jüdischen Jischuw im Lande betreffen und bei denen grundlegende Meinungsverschiedenheiten, die auf das Gebiet der Religion und des Glaubens sich erstrecken, nicht vorhanden sind. Der Unterschied zwischen den jetzigen Verhandlungen und den vorherigen besteht nur darin, daß es sich damals lediglich um die Frage des Rabbinats handelte und heute auch um-die der Gemeinden, Gelingen können diese Verhandlungen überhaupt nur dann, wenn die Forderung des orthodoxen Judentums auf getrennte Kehilloth mit eigener Verfassung auf Grundlage der Thora, wie es .von den. großen Führern des,, orthodoxen Judentums verlangt wurde, von der Regierung anerkannt und gefördert wird in der gleichen Weise, "wie die Regierung bisher die Kneseth Israel anerkannt und gefördert hat.; Wenn eine Verhandlung auf :dieser Grundlage zum Erfolg führen sollte, so. würden damit die Streitgegenstände, die heute die einzelnen Teile des Judentums in Erez Jisroel und in der' Gola voneinander trennen, beseitigt werden. Es wäre dem Einheitsbedürfnis nach außen Genüge 'geleistet und gleichzeitig jenem Pöstülate, daß das' religiöse Judentum verpflichtet sei", Gemeinden ausschließlich auf Gründlage der Thora aufzubauen,. Gewiß 'sind bei einer solchen Regelung( vielerlei Etnie\$^ien hx :p'rüfen und es wird großer Anstrengung bedürfen," jede Gefährdung . der ' Gewissensfreiheit'' und' jedergegenseitigen Beeinflussung' ^de'r beider?' Gruppen'" vör^b'eüg^e'n;' ■ : Äüfesf di^ thodöx'iti.*■! j4i^ii^^i^li''^!fEh»iii^e ~ und,!noph * ,'•■.».»..•...•..« .. ,....-» .• ...3 ,• ,.>.;.-.,•.» .. ...•.•.<;. 5 .'.•<-, .-.< keineswegs^ entschied^ binÄtr^tfwlM zu dein:^o^crrl§iil^ i nght} ul üäS ,it} ii i. ^qivj. öÄ; '».&'»*. Ä^-r****:-^ -gl zu nehmen' und es ist War, daß die Anschauung der Rabbinen letzten Endes entscheidend sein wird. Auch die Schaffung eines, einheitlichen Organs zur wirtschaftlich-politischen Interessenvertretung nach außen bedeutet von Seiten des orthodoxen Judentums ein gewaltiges. Zugeständnis im Interesse der Einheit und es kann selbstverständlich nur gemacht werden mit voller Zustimmung der obersten rabbinischen Autorität, die das orthodoxe Judentum in Erez Jisroel tur die Ordnung seiner Gemeindeangelegenheit anerkennt. Wenn wir .die Frage öffentlich erörtert und die damit in Zusammenhang stehenden wichtigsten Gesichtspunkte angedeutet haben«," so geschah dies nur, um alle Unklarheiten, die in der Oeffentlichkeit bestehen, zu beseitigen und einer .Schädlichen Gerüchtemacherei entgegenzutreten, - x Soll die Verhandlung gelingen, so bedarf es vor allem des vollen Zutrauens der orthodoxen Oeffentlichkeit zu der Führung. Wir glauben, daß dieses Vertrauen berechtigt ist und daß* die öffentliche Meinung der Orthodoxie überzeugt sein kann, daß die Führer alles aufs reiflichste prüfen und daß Oberrabbiner Duschinski das ihm anvertraute Fahrzeug-mit Ueberlegung und Voraussicht auch bei der Lösung dieser wichtigen Frage sicher in den Hafen leiten wird." „El Hamatara". Ranana, 25. März. Unter dem Namen Chug „El Hamatara" hat sich innerhalb der Poale Agudath Israel in Tel Awiw ein Kreis gebildet, der sich zur Aufgabe gemacht hat, die PAJ. einer gesunden und produktiven Entwicklung entgegenzuführen. Der Chug, dem die aktivsten Chawerim der Bewegung angehören, darunter solche, die seit Jahren führend in der PAJ, in Polen tätig waren, verdankt sein Entstehen der Erkenntnis, daß einerseits die ökonomische Grundlage der Chawerim eine ungesunde ist und daß demgegenüber die nötige Fürsorge der offiziellen Parteivertreter ungenügend ist. Aus einer anfangs lediglich oppositionellen Haltung einer Gruppe Chawerim, hat sich nachher der Wille herauskristallisiert, nicht nur beim Kritisieren zu verbleiben, sondern die Initiative für eine reale und produktive Aufbauarbeit zu ergreifen. Als eines der wesentlichsten Mittel hierzu betrachtete man, die Schaffung poale-agudistischer Wirtschaftskörper, wie Kooperativen verschiedener Art. Man ist aber noch einen Schritt weiter gegangen und hat sich gesagt, will man eine grundlegende Lösung dieses Problems bringen, so muß man eine radikale Aenderung in der ganzen inneren Haltung der Chawerim in Bezug auf Binjan-Haarez herbeiführen. . Die Konzentration unserer Chawerim in den Städten, die vielfach Folge mangelnden Idealismus, und Binjan-Haarez-BeWußtseins rst, ist eine ungesunde Erscheinung, deren Beseitigung Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung für unsere Bewegung im Lande ist. Unser Arbeitsfeld muß weit mehr in die Moschawa verlegt werden. Vor allem ist dadurch die Möglichkeit der Hisjaschwuth gegeben, wodurch erst eine wirkliche Verwurzelung mit dem Lande bewirkt, wird. Die Chawerim, die führend :m Chug waren* haben sich nun gesagt, will man eine Abwanderung der Chawerim von der Stadt in das Dorf herbeiführen, was nur unter materiellen Opfern geschehen kann, genügen keine Worte; nur die beispielgebende Tat. kann hier nützen. Hierdurch entstand der Kibbuz „El Hatamära" in Ranana, der sich zusammensetzt aus 10 Chawerim, darunter zwei Bale Michpacha. Als Mitglieder wurden nur solche Chawerim aufgenommen, die neben einem guten jüdischen Wissen, eine mehrjährige agudistische aktive Arbeit hinter sich haben. •■ Die Aufnähme seitens der Einwohner der Moschawa Ranana war außergewöhnlich herzlich. Die Tatsache, daß es einen p.oale-agudistischen Kibbuz .gibt, wirkte allein schon verblüffend; man staunte, wenn. man. erfuhr, daß dieser Kibbuz sich aus Men-, sehen;züsäm^ längere; Zeit in Tel: Awiw wohnten,-jich bereits ,dort gut eingeordnet hatr ten,. zum größten Teil"Facharbeiter; -wären, diePfd., täglicK-'und' meßr verdienten und sich, trötzdeöl eritl 'syjrfc!.v? t *o£.~ -j-iT : : fr ■': r>i - *: v- 3 schlössen haben, <L l e...o t a dt z u < v e r lassen un a i •' •' V*' ' m * *• * * ~^ * f i«. f ~<f #,f *i di | :Mqs co aw'^,z,u,.g§h|n,(r,eyi. au,Sy 4,-e.rv E r k e nn t ni s h e r aus ,Vdäß die s.e,s, d er Aü..fr; v 'i ■ «a <?■• » x a.i -i uv ,• t;v .,; i j,s ■ bau d e s tand-e s unt ~ " &i*.t(iUiil<! 'd i e "E n t' w i c k 1 u n g der Trotzdem sich in dem Kibbuz Chawerim aus den verschiedensten Ländern wie Deutschland, Polen, Rumänien, Tscbechoslovakei, England befinden, hat sich der erste Versuch des Zusammenlebens glänzend bewährt, Da der Kibbuz vorläufig noch keinen eigenen Meschek hat, müssen alle auf Außenarbeit gehen. Fällt auch manchem Chawer die Arbeit ein wenig schwer, so wird er hinreichend entschädigt durch die warme, gesellige und geistiganregende Atmosphäre, die im Kibbuz nach Feierabend herrscht. Schiurim, Sprachkurse, Vorträge usw. sorgen für die Schulung der Chawerim, Am Sabbat wajikra wurden wir in der Synagoge vom Raw der Moschawa, Haraw Soko- 1 o w e r, begrüßt. Er führte mit warmen Worten u, a. aus: „Es hat sich in unserer Moschawa ein neuer Kibbuz gebildet. Es ist dies der Kibbuz der PAJ. Wir haben hier bereits Kibbuzim, Dieser ist jedoch neu in seiner Art. Die Arbeiter dieses Kibbuz beweisen, daß man ein guter Arbeiter auf der einen Seite, ein gewissenhafter und thoratreuer Jude auf der anderen Seite sein kann. Diese Menschen-leben beispielgebend „Thora im Derech Erez". Der Raw drückte zum Schluß die Hoffnung aus, daß es uns gelingen möge, Einfluß auf die arbeitende Jugend zu gewinnen. Weiter haben am Nachmittag Chawerim über das Thema „BinjanH aarez wekibusch hakfar" unter Beteiligung aller religiösen Arbeiter der Moschawa referiert. Es wurde dann Mincha gebetefund der Tisch zur Suda schlischith gedeckt. Wie groß war jedoch unsere Freude, als ganz unerwartet die Chawerim des Kibbuz in Kfar Saba, der eine halbe Stunde entfernt liegt, ankamen. Wir setzten uns nun gemeinsam zu Tisch. Begeisterte Smiraus schallten hinaus in die Gasse und brachten Kunde vom' erwachenden religio-, sen Leben in Ranana. Selbstverständlich fehlte es auch nicht an guten Thoraworten. Mit leidenschaftlichen-Gesängen und Tänzen begleiteten wir dann unsere Chawerim nach Kfar Saba durch die Rananer Gassen. — wejeassu kulam aguda echat! — Am Mauzoe Schabbos kodesch Parschat wajikra fand in den Räumen des Kibbuz „El Hatamara" eine Besprechung der religiösen Arbeiter Rananas mit den Chawerim des Kibbuz statt, wobei über den Zusammenschluß aller religiösen Arbeiter Rananas gesprochen wurde. Als Folgerung hiervon wurde beschlossen, einen Snif der Poale Agudas Jisroel in Raanna zu gründen. Es wurde dann eine Verwaltung gewählt, bestehend aus den Chawerim Naftali Stern, Jakob Arje Traube und A, J. Kaufmann. Die Verwaltung hat sich daraufhin gleich mit der Zentrale in Tel Awiw"in schriftliche Verbindung gesetzt. D. O. Amerika, 10.000 Juden im Jahre 1934 in die Vereinigten Staaten eingereist. New York, 19. März. Auf der im Astor-Hotel in New York abgehaltenen Jahresversammlung der Hebrew Shelterling and Immigrant Aid Society of America (HIAS) erstattete der Vorsitzende des Verbandes, Abraham Herman, den Tätigkeitsbericht für' das Jahr 1934. Die ^Arbeit war in' diesem Jahre hauptsächlich der Hilfeleistung an Auswanderer aus Deutschland gewidmet. Diese Arbeit wurde in zahlreichen Ländern Europas und Amerikas durch die Organisation HICEM, an der HIAS und JCA beteiligt sind, durchgeführt. In die Vereinigten Staaten sind i. J. 1934 9107 Juden eingereist. Die Zahl der in den Vereinigten Staaten eingetroffenen Juden war am 3379 höher als im vorangegangenen Jahre. 116,231 Fälle wurden in der Berichtsperiode durch HIAS unmittelbar oder auf schriftlichem. Wege behandelt. Durch den Verband wurden 50.263 Geldüberweisungen für Angehörige .amerikanischer.. Juden in. verschiede-- hen Ländern durchgerührti-;Die Gesamtsumme dieser :Uebejrweisungen. betrug 856.072 Dollar. Seit 1921. ist durch HlAS eine, Summe von, < 36 Millionen Dollar, übei^ies.en worde.n. Im aljgejl.aufenenj;, J;ajhre^/wurden^j jrug'292.4£r Dbljaryd^^f^^^^^-SI^^T^t^. •.. 4 i j An: der Jahr*syersamm|kipg,1 die ^gleichzeitig eine Ü"ubifäünwversammiunganläßlich des 50jährigeh Be-

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