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Der Israelit · 1935-04-04 · Heft 14 (4.4.1935) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 14 (4.4.1935)
Date
1935-04-04
Page
– (sequence 11)
Language
German
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4. April-1935 De r Israelit Nr. 14 Seite 11 Der Referent, der Palästinaexekutive, . Mosche iS c h e r tok, sagte, die Arbeitereinwanderung sei im' -Steigen, trotzdem herrsche noch weiter Arbeiternlangel, so, daß eine Verstärkung der Einwanderung, herbeigeführt werden müsse. Das Bodenp r o b lern verschärfe sich durch Spekulation, die arabischen 'Quertreibereien, r aber> auch -infolge des wirklichen Raummangels. Neue Siedlungsgebiete könnten.wie das H u 1 e h g e b i e t in Angriff genommen: werden, wenn •es die finanziellen Mittel ^erlaubten. Trans] o r d a - n i e n müsse im Auge .behalten werden. Das Ziel der Bemühungen müsse sein, die jüdischen, englischen und arabischen Interessen in Einklang miteinander-zu bringen. . .; Artur R u p.'p i n ,..'^er;L^.^r4'er..Palästii^exekutive>' .berichtete über das Ansiedlungswerk ' der deut- •s c h e n Juden; Anschließend referiert Mirs S z o 1 d -über die Kü'n d e r-- u n d J u.g e rid a k t i o n^ Die 500 aus Deutschland : gekommenen Kinder , hätten ausgezeichneten Einfluß auf ihre palästinensischen Kameraden ausgeübt. In der Abendsitzung berichtete I.. G r ü n e b a u m über die Arbeit'des Einwandreungsdepärtements und E. Kaplan über die Finanzlage. BerT L o c k e r erstattete das Organisationsreferat und forderte strengste Wahrung der Orgahdsationsdisziplin. Die sogenannte -D i s zip! i n s k 1 a u s e 1 sei unentbehrlich. *' * - Jerusalem, 1. April. Im -weiteren Verlauf der Generaldebatte übte ¥eizmann Kritik an den gegenwärtigen Kolonisations- und Einwanderungsmethoderi und legte dem Aktionskomitee ein .Projekt planmäßiger nationaler Kolonisation für eine Reihe von Jahren im Huleh-Gebiet, Beisan-Gebiet,, in Südpalästina und- Transjorda- 3iien vor. Goldmann verlangte Zurückdrängung des Einflusses der Nichtzionisten in der Agency. Die allgemeinen Zionisten beschlossen, die übrigen . Gruppen zur~Entsendung von Delegierten in eine Verstandigungskommission aufzufordern. Man will natürlich alles aufbieten, um den Austritt der Revisionisten zu verhindern. Die Verständigungskommission ist gebildet worden. . _ Von der Tätigkeit der Agudo-Delegation im heiligen Lande, Jerusalem, 27, März. Die Agudo-Delegation hat ihre internen Arbeiten,- ■soweit sie sich auf die Reorganisation der Landeszentrale und die Einrichtung einer Agentur der Welt- Agudo erstrecken," bereits einigermaßen abgeschlossen. Sie ist jetzt bemüht, Fühlung mit den verschiedenen, der Agudo bisher fernstehenden gesinnungsgenössischen Kreisen, zu gewinnen, um dem Ziel einer Konzentration der orthodoxen Kräfte näher zu kommen. Heute fand im Hotel Rosenberg eine Aussprache mit einem größeren Kreis führender Persönlichkeiten, Rabbinen, Jeschiwo-Leitern und angesehenen Baalehatim statt, die mit dem Beschluß endete, daß die Versammelten einen eigenen Ausschuß von fünf Personen wählen werden, der die Verhandlungen wegen Erweiterung des Kreises der Ägudo fortsetzen soll. Morgen Abend findet eine große Massenversammlung* statt, in der die Herren Rabbiner Sorockin, Luck, Cahnemann, Ppniwiesch, J. j.<i. Lewin, Susche Friedmann, sowie von hiesigen Persönlichkeiten Rabbi Jonathan Horovicz und Mosche Blau sprechen werden. Heute besuchten die polnischen Mitglieder der Delegation den polnischen Generalkonsul, der ihnen einen sehr herzlichen Empfang bereitete, Aus dem agudistischen Leben Erez Jisroels. ■>'■ _. v Jerusalem,. 28. März. ,., Diese, Woche, am .19. Adar, waren drei Jahre ver- Jlpssen-i -seji." den}, £ age, -;v.der ,. dein heiligen Lande und dem ganzen, jüdischen, :Volke; die, ragende Persönlichkeit Rabbi Josef Chajim Sonnenfelds V*f?l»t genommen hat. Aus-^jese.m.Anlaßfwurden in allen Ortsgruppen der^ Agudas . Jisrpel, der ZeireAgudas AJisrpel und .^qalg^Ägudas;, Jisroel' in den Städten und' Kolonien y^j^ammh^^ Zt^am^enk^nfte; äbg^alteh, \in denen man.sichi• erneut^die Per^.önUcJhk^eit dieses. Heitren; vergegenwärtigte^ . dem, .es zu., danken ist,-.$aß das orthodoxe Judentum in Erez Jisroel unter dem Ansturm und gegenüber der Verführung der' mit Geld und. politischem Einfuß. ausgerüsteten zionistischen Invasion aufrecht blieb. Hier , in Jerusalem veranstalteten die Zeire Agudas Jisroel am Sabbat Abend, am Vorabend des Jahrzeittags, einen Sijum auf' Schaß unter der. Leitung der Mitglieder des Besdins, der Herren Rabbinen Pinchas Epstein und Dovid Jungreis. Der erstere hielt eine eindrucksvolle Ansprache, die zu einem tiefschürfenden geistvollen Ha dran überleitete. . Die Versammlung erhielt ein besonderes Gepräge dadurch, daß in später Stunde, Mitternacht war schon herangekommen, die M * t g Ii e.d er der A g u d p - Delegation, die den ganzen Abend mit einer wichtigen Sitzung in dem Agudo-Büro beschäftigt gewesen waren, bei dem Sijum erschienen. Herr Ahron Kätzenellenbogen begrüßte die Gäste mit warmen Wortjen und benutzte die Gelegenheit, um den Befürchtungen Ausdruck zu geben, die man insbesondere in den Kreisen der Zeiirim gegenüber der von der Delegation Jns Auge gefaßten Reorganisation und Erweiterung der palästinensischen Agudas Jisrpel hege. Die Jerusalemer Jugend wolle sich nicht um Haaresbreite von den Wegen abdrängen lassen, die ihre Väter und insbesondere Rabbi Josef Chajim Sonnenfeld ihnen gebahnt. In einer von tiefer jüdischer Liebe und hinreißender Wärme getragenen Ansprache erwiderte der Führer der Delegation; Herr J. M. Lewin; auf die Gedänkengänge der Begrüßungsrede. Er setzte zunächst in klaren Worten die Grundgedanken, für die Agudas Jisroel eintritt, auseinander, von denen einer die Anerkennung der relativen Selbständigkeit der einzelnen Länder und Strömungen in der Betätigung ihrer traditionellen Anschauungen sei. Auf der anderen Seite aber sei es unmöglich, daß Agudas Jisroel als Weltorganisation sich auf einen einzelnen, landsmannschaftlich bestimmten Kreis beschränke. Das, was einzelne Gruppen im Sinne ihrer geistigen Führer als „Zäune und Umhegungen" aufgerichtet hätten, soll gewiß respektiert werden und die Autorität des Nachfolgers von Rabbi Josef Chajim Sonnenfeld, Oberrabbiner Duschinski, werde von Agudas Jisroel rückhaltlos anerkannt. Redner erklärte, er könne sehr wohl verstehen, was die Zeiirim und die ihnen nahestehenden Kreisen bedrücke. Auch in Polen gäbe es Kreise, die sich in vielen Beziehungen noch nicht zu dem Standpunkt bekennen könnten, der für eine iim-v fassende Weltorganisation nun einmal unvermeidlich sei. Auf der anderen Seite aber wolle er in voller Offenheit den Zeiirim sagen, daß sie bei aller Reinheit ihrer Absichten und ihrem gewiß 1'schem schomajim sie beseelenden Hislahawuth oft schwere taktische Fehler gemacht hätten, die geeignet waren, dem /Thoraideal, wie es Agudas Jisroel zu vertreten habe, zu schaden. Solche Fehler müßten vermieden bleiben und er konstatiere dankbar, daß sie in der allerletzten Zeit, sicherlich dank dem Einflüsse des verehrten Raws, sich nicht wiederholt hätten. Nach der Rede von J. M. Lewin, die alle Anwesenden ergriff und begeisterte, sprach in nicht minder gewinnender Art und Weise Herr A. S. Friedmann aus Warschau, der den meisten Anwesenden aus seiner literarischen Tätigkeit bereits bekannt war. Das .Schlußwort hatte Rabbi . Mosche Blau, der den Zeiirim den Dank für ihre immer opferbereite Hingabe und ihren Kampfesinut ausdrückte, indem er sich zugleich dem Wunsche anschloß, daß dieser Kampf ausschließlich. mit anständigen, den Namen der Weltorthodoxie Ehre machenden Mitteln geführt werde. Die Führer der Welt-Agudo verdienten uneingeschränktes Vertrauen und seien auch unsere Führer. \ Bei der Bestattungdes Jaffaer Oberrabbiners, Rabbiner A h r o n s o n h"t\> hielten die Oberrabbinen Usiel, Kuk, : ferner die Rabbinen Milakowski, Josef Levi und . Ostrowski Traueransprachen, außerdem sprachen die Herren Pinkas für die große Synagoge und Rpkeach für-^die Irijah. ..Im .Apitraget der Agudöjt? Zentrale beteiligten sich .an dem Leichenljegän^nis: die Herren Rabbiner Jonathan Horovicz, Mosche Blau, Mosche Glückman-Poruschund Refoel Katzenellen- ■ -.J'^t.y . v.-jciM:-.:?<•'-''"• ... .i- - vi: :- •-_ . . ■• ... bogen.: Unangenehm bemerkt wftrde,;.daß die.Läden, Geschäftshäuser .und 'Fiaferiken. auch, während..der,. Be-i stättung, des Oberräbbiners unverändert; weiter: arbeiteten, undicht geschlossen wareja. Man mußte sich daran erinnern, daß bei der Bestattung Arlosoroffs und Bialiks das Bild ein ganz anderes war. Auch die zionistische Presse hat sich ziemlich kühl verhalten. Am Dienstag dieser Woche fand beim ägyptischen Konsul eine Geburtstagsfeier des ägyptischen Königs statt, zu der vier Vertreter der Agudo-Leitung eingeladen waren. Die heute Abend stattgehabte,, von der Agudo- Delegation einberufene Massenversammlung in Mea Shearim hatte gewaltigen Zuspruch, Ueber den Verlauf der Versammlung und den Inhalt der Reden im nächsten Bericht. Personalien- Rabbi Salomon Hakohen AronSohtt ^"ST- Tel Awiw, 28. März. Im Alter von 72 Jahren ist, wie bereits gemeldet, Oberrabbiner Aronsohn nach längerer Krankheit gestorben. Aronsohn war der erste Rabbiner der ersten jüdischen Stadt und mit der historischen Entwicklung Tel Awiws eng verknüpft. Sein Heimgang wird danach auch ein historisches Datum in der Geschichte der Stadt bilden. Im Warschauer „Jiddischen Togblatt" schreibt A. B. Eckermann über Aronsohn u. a.: „Der Name Aronsohn bedeutet ein Kapitel russisch-jüdischer Geschichte, das reich an Leiden und Verfolgungen war. Damals hörte man vom Kiewer Rabbiner Aronsohn sehr viel und oft. Seme Persönlichkeit stand im Mittelpunkte der Geschehhisse und es geschah nichts im jüdischen Rußland ohne'Rabbi Aronsohn. Rabbi Aronsohn zählte im Zarenrußländ zu den Thoraautoritäten. Sein Einfluß war gewaltig. Seinem Diktate unterordneten 'sich willig sowohl die alten Beshamidraschjuden wie auch die Modernen und die Maskilim. Auch für die Magnaten, wie die Brodetzkis usw., die sonst mit der jüdischen Gasse wenig Fühlung hatten, War Rabbi Aronsohns Wort entscheidend. Der Zauber seiner Persönlichkeit schuf ..eine Atmosphäre der Liebe und Bereitwilligkeit um. ihn. Als er gegen Ende des Weltkrieges nach der bolschewistischen Revolution nach Warschau kam, gewann er alle Herzen im Fluge. Wir bewunderten sein ungeheures Maß von Liebe zu Israel, seine Tränen für jüdisches Leid. Obwohl selbst Emigrant, von seiner Familie getrennt, hörte er keinen Tag und keine Stunde auf, für diejenigen zu sorgen, die mit ihm geflüchtet oder noch im Lande schweren Gefahren ausgesetzt waren.. Die Liebe und das Vertrauen, die die Kiewer Juden ihrem Rabbi entgegenbrachten, zeigte sich auch hier im schönsten Glänze. Gemessen an seiner Arbeit in Rußland, muß seine Amtszeit in Tel Awiw schon fast als „Ruhestand" bezeichnet werden. Schwere, langanhaltende Krankheit hielt ihn zuletzt vom öffentlichen Leben ganz fern. Sein Name war nur noch ein Symbol, und er litt unter dieser ihm von der Vorsehung auferlegten Passivität noch mehr als unter den physischen Schmerzen. In die Geschichte der russischen Judenheit der letzten Jahrzehnte wird der Name Rabbi Aronsohn mit goldenen Lettern eingetragen bleiben, rraxw Mainz« 1, April. Wenige Wochen nach dem frühen Heimgang seiner ältesten Tochter, Frau Regina Ba ehr ach in Hamburg, ist Martin Moritz am 20. Adar II im Alter von 79 Jahren in die bessere Welt hinübergegangen. Ein eifriger Anhänger unserer Religionsgesellschaft, zu deren ältester Schülergeneration er Zählte, ein treuer Freund und inniger Verehrer ihrer twyv ein tätiges Mitglied der rrartr versäumte er, solange seine Gesundheit es ihm ermöglichte, keinen G'ttesdienst und keinen Schiur fand er seine höchste Befriedigung in der hingebungsvollen und gewissenhaftesten Erfüllung jeder msa und keine Wechselfälle des Lebens, die auch ihm und der treu verbundenen Lebensgefährtin nicht erspart blieben, vermochten sein beispielhaftes Bitochaun und seine heitere Zuversicht in die 'n ryw zu trüben. In anspruchsloser Bescheidenheit, äußeren. Ehrenstellen abhold, jedem Nebenmenschen in Güte und Freundschaft zugewandt, von rührender .Liebe und Besorgnis um die Semen, vor .allem um die seit vielen Jahren leidende Gattin, erfüllt, so wandelt er, ein Mann, der in Wahrheit und verdienter Weise nur Freunde hatte, unter uns, und so wird er in unserem treuen Gedächtnis weiterleben. Bei der Beerdigung am vergangenen Dienstag zeigte sich die Liebe und Verehrung die. ihm von allen Seiten entgegengetragen wurde, durch die Anwesenheit so .vieler Freunde und Verwandte. Er verdiente den warmen, innigen Nachruf, den ihm Herr Rabbiner Dr. B a m berge r. am Grabe hielt, der;mit beregten Worten seine Tugenden^ und Verdienste schilderte. Haßfurt a. Ai,' 25. März. Nach längerem Leiden verstarb hiej^Komnierzienrat Hermann Adler und würde .am .Sonntag, den 24. März unter großer Beteiligung., der nichtjüdischen und jüdischen Bevölkerung, bestattet., Ami Trauerhaus schilderte Bezirksrabbiner Dr. K,ö h i e r, Schweinfürt das LeSenswerk und di£jEerspni^ Heimgegangenen.. Er war, .so fj$^e:.dei;'Räbbiner aus, nicht nur der königliche und ehrliche Kaufmann, sondern auch der allen hilfreiche

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