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Der Israelit · 1935-04-04 · Heft 14 (4.4.1935) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 14 (4.4.1935)
Date
1935-04-04
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite, 10 . Nr. .14 ü e f Ii r a e 1 1.1 _4t April 1935 Frankreich. Weiterleitung jüdischer Auswanderer aus Deutschland durch Hicem. Paris, 18. März. Wie die Pariser Zentrale des Verbandes für Auswandererhilfe „HICEM" mitteilt, wurde durch diese Organisation im Monat Februar die Weiterleitung von 330 aus Deutschland ausgewanderten Juden aus Frankreich in andere Länder bewerkstelligt. 163 Ausgewanderte wurden nach Uebersee gebracht. Die Gesamtzahl der Auswanderer aus Deutschland, die mit Hilfe des Verbandes HICEM in -den beiden ersten Monaten dieses Jahres weitergeleitet wurden, beträgt 605; von diesen haben sieh 315 nach Uebersee begeben. Hierzu bemerkt die HICEM-Zentrale, daß in diesen Ziffern, nur diejenigen Auswanderungen berücksichtigt sind, die endgültige Niederlassung oder Berufsumschichtung zum- Ziel hatten. Wanderungen von einem Land in das andere ohne eine der beiden genannten Absichten wurden in die Statistik nicht aufgenommen. Spani Lien. Maimonides-Jubiläümsfestlichkeiten. C o r d o v a, 26. März. Ueber den weiteren Verlauf der Rambamfeierlichkeiten wird berichtet: Die Maimonides-Jubiläumsfeierlichkeiten in Cordova wurden mit einem offiziellen Empfang der Vertreter der fremden Regierungen und der jüdischen Gemeinden und wissenschaftlichen Institutionen des Auslandes im Rathaus eröffnet. Der Bürgermeister hielt die Begrüßungsansprache, in der er die Persönlichkeit des Maimonides als ein leuchtendes Leitgestirn in der Nacht der Menschheit von heute bezeichnete. Der Oberrabbiner der jüdischen Gemeinde Serajewo, Dr. Moritz L e v i, hielt eine Rede in spanischer Sprache, in der er Spanien dazu beglückwünschte, daß es den Geist Torquemadas beseitigt und sich heute die Achtung der ganzen Welt errungen hat. Der Leiter des Wiener Maimonides-Instituts und Generalsekretär der Israelitischen Allianz, Rabbiner Dr. Armand Kaminka, hob die von Spanien gemachten Bemühungen hervor, sich den Grundsätzen Maimonides' anzupassen und die Versöhnung mit den Juden herbeizuführen. Es folgten weitere Reden. Am Abend fand eine Festsitzung der Akademie für Wissenschaft, Literatur und schöne Künste statt, in der Ansprachen über die Bedeutung des Maimonides'schen Schaffen gehalten wurden. Die Hauptredner waren die Professoren Antonio Jaen und Morente. Auf einem anschließenden Bankett forderte Professor Jä'en die spanische Regierung.auf, die historische Synagoge in Cordova. den "Juden als rabbinische Lehrstätte zu überlassen. Am folgenden Tage wurde am Eingang zur Synagoge eine Marmortafel mit einer Inschrift «nthüllt, in der dem unsterblichen Geist des Judentums gehuldigt wird. Bei der Gelegenheit sagte der Bürgermeister u. a.: „Um den Weltfrieden zu sichern; schließe die Welt Frieden mit Israel!" Der Z i y i l g o u v« r n e u r der Provinz Cordova, der bei der gleichen Gelegenheit im Namen der Regierung sprach, sagte, dieser Gedenkstein würde wie eine leuchtende Flamme künftige Geschlechter an den Frieden zwischen den Juden und Spanien erinnern. -. . Freitagabend-G'ttesdienst in der Synagbgfe von Cordova. C o r d o v a , 28. März. Zum ersten Male seit 443 Jahren fand am Freitag, den 29. Märzj in der historischen. Synägoä« von Cordova, die jetzt zum Nationaldenkmal, erklärt wurde, ein Freitagabend-G'tfeSdienst; s'latt. Die Leitung des G'ttesdienstes Wurde dem Pariser Ober*r rabbiner Julien W*eit"als Anerkennung dafür-übertragen, daß Frankreich. bedrängten Juden stets uneingeschränkt Zuflucht gewährt hat. Hohe, spanische Staatsbeamte und spanische .Gelehrte wohnten dem G'ttesdienste bei. Der dritte und vierte Tag der Festwoche waren der Würdigung der philosophischen und medizinischen Bedeutung Rambams .gewidmet. Professor Jase Gaos von der Universität Madrid, hielt; das Hauptreferat 'tn der Philosophenkonferenz am .Mittwoch über die;jü dische "Auffassung der aristotelischen Philosophie bei Maimonides. Am folgenden TTage sprach Prof. Jose Goyanes über Maimonides als Arzt. Er wies auf die Entdeckungen .Maimonides' auf medizinischem Gebiet .hin und'20g einen Vergleich zwischen den praktischen Methoden der jüdischen .Heilkunde jener Zeit :und dem Stand der ärtztlichen Wissenschaft von heute '■Ausflüge in die Sierra Morena waren mit literarischen Veranstaltungen, bei denen spanisch-jüdische Dichtungen vorgetragen wurden, verbunden. Abends fand Mm Musik-Konservatorium ein Maimonides-Gedächtniäkonzert statt. Aegypten. Rambam-Feiern in Aegypten. Kairo, 1. April. Die Rambam-Feiern in Aegypten finden unter dem Protektorat der ägyptischen Regierung statt und tragen einen besonders imposanten Charakter. In der R a m b a m - S y n ag o g e zu Kairo fand am 30. März eine große Rambam-Feier statt. An den Schu- ■len der jüdischen Gemeinde zu Kairo werden am 31 März Rambam-Feiern abgehalten. Die offizielle Rambam-Feier der ägyptischen Regierung fand am 1. April im Regierungspalast statt. Die Eröffnungsansprache hielt der Bildungs-Wesir Nagiw Bak Hilali. Die Festrede hielt der Rek: tor der Universität Kairo, Ali Pascha Ibrahim. Es folgten Ansprachen jüdischer, moslemitischer und christlicher Gelehrter, In Kairo wird eine Straße nach Rainbam benannt. Rumänien. Maimonides-Ehrung in Rumänien. S Bukarest, 26. März.; ■i Anläßlich der 800-Jahrfeier der Geburt des Maimonides veranstalteten der Verband der sephardischen .Gemeinden Rumäniens und die sephardische Gemeinde Bukarest einen Festabend, an dem auch der spanische Gesandte in Bukarest, .Don Pedro de. P rat Y S o utz e , der Sektionschef für Kultusangelegenheiten im' Ministerium für Kultus und Unterricht, Stancu Bradisteanu, die spanischen Universitätsprofessroen Indalecio Gil Y Reglero und Miguel Pisaro Y Zandrano, sowie der rumänische Universitätsprofessor Gh. .Oprescu teilnähmen. Nach Ansprachen der Führejr des Gemeindeverbandes ergriff der spanische Gesandte de Prat Y Soutze das Wort, um auf die Bedeutung der überall in der Welt stattfindenden Feiern zu Ehren eines Denkers hinzuweisen. Die Professoren Reglero, Zandrano und O p f e s.c u hielten in spansicher Sprache Vorträge über die Arbeiten Maimonides' auf philosophischem und medizinischem Gebiet« Der Groß rabbiner der sephardischen Juden Rumäniens, Sabetay Djaeh, entwickelte die ethischen Gedanken des Maimonides und zeichnete ihn als Vor^ kämpfer der Nächstenliebe und des Freiheitsgeistes. Griechenland. Der griechische Ministerpräsident dankt den Juden von Saloniki. i S a 1 o n i k i, 27. März.; In Beantwortung einer Loyalitätskundgebung;der Juden Salonikis nach' der Niederwerfung der letzten Revolte hat Ministerpräsident T s a l d a r i s an den Oberrabbiner von Saloniki, Dr. Zwi Coretz, folgendes Telegramm gerichtet: V „Ich danke Euch allen. Ich beglückwünsche Euch, zu Eurer patriotischeh Haltung. " ' v Panaghis Tsaldaris,; Präsident des Ministerrats^' rcDTe^iliJärbe^Örden haben an die nationalistischen, knd-Tgrößietiteils antisemitischen ^Organisationen Griechenlands den Befehl gerichtet, sofort ihre S elb s ts a u f 1 ö s u n g vorzunehmen, widrigenfalls ihre zwangst weise Auflösung erfolgt. Dieser Befehl .. wurde' der, 'durch ihre antisemitisch« .Hetzpropagandaberechtig*- ten Vereinigung i,E.rE. E/'^ (Ethniki, Elossis EIIadosJ,: der „republikanischen Wehr", »der;,Royalistischen Front" und der ^,Repn^ Palästina. Jüdische Kinder in palästinensischen Missions- ' "schulen. J, "/ '■ -.- . ■;!■■■ •. ■•'. •.. .. - ■ Tel A w i w,. 26. März. Den in letzter Zeit durchgeführten Erhebungen zufolge werden die Missionsschulen in B.eth 1 eh e m , S a f e d und T i beria s vön 36 jüdischen Kindern im Alter von 7 bis 14-Jahren besucht. Es handelt sich meistens um Kinder, deren Mütter von ihren Männern verlassen wurden. Die Tel Awiwer-jüdische Gemeinde hat einen Betrag von 100 Pfundzur Eröffnung von zwei Schulklassen bewilligt, in denen Kinder untergebracht werden sollen, die jetzt Missionsschulen in Jaffa besuchen. Eine Million-Pfund-Anleihe der Stadt Tel Awiw. Tel Awiw, 27. -März. In der Budgetsitzung des Stadtrates von Tel Awiw teilte der Vizebürgermeister Rokeach mit, das Stadtpräsidium habe die Regierung in Jerusalem ersucht, einzuwilligen, daß die im Dezember' v. J. auf 260.000 Pfund festgesetzte Anleihe der Stadt' Tel Tel Awiw auf eine Million Pfund erhöht werde. Ferner teilte Rokeach mit, daß das Budget für 1935 in Höhe von Lst. 400.000, davon Lst. 100.000 für Unterricht, noch nicht balanciert ist. Es wird mit der Regierung verhandelt, damit sie einen Teil der Erziehungsausgaben, wie dies mit Bezug auf' andere Städte der Fall ist, trägt. „Ist es nicht seltsam," fragte der Vizebürgermeister, „daß eine Regierung, die über einen Milliorien-Ueberschuß.. verfugt, die jüdische' Bevölkerung zwingt, die ganze Last des von Juden selbst aufgebauten Schulsystems zu tragen? Abermals Hungerstreik „illegaler Einwanderer". -..-Jerusalem, 27. März. . . Soeben wird.bekannt, daß sich im Gefängnis von Jeru s a I e m seit Sonntag sieben Jüdenjf-Einwahderer aus Deutschland, Rußland und der Türkei,- zum Protest dagegen, daß sie nach Verbüßung ihrer Gefängnisstrafe in Haft behalten werden, sich iin Hungerstreik befinden. Die Regierung ist bereit, sie gegen eine Kaution von je 50 Pfund freizulassen, die notwendigen Beträge wurden jedoch noch nicht hinterlegt.- r Aus dem Gefängnis von A k k o wurden vor kurzem abermals'15 Gefangene, die seinerzeit den ersteh Hungerstreik durchgeführt hatten, gegen Kaution entlassen. (ITA.) Tagung, des zionistischen- Aktionskomitees. . in Jerusalem. Jerusalem, 28. März. Im Hause der Exekutive der Jewisb Agency wurde am 28. März die Tagung des ■■> Zionistischen Aktionskomitees eröffnet. Gleich nach der Eröffnungsrede H. Färb st eins ergriff Nachum S o k o 1 o wdas Wort, um Edmond de R o t h s c h i 1 d s , B ia 1 i k s' und anderer inzwischen Verstorbener zu 'gedenken.-, Ben Z w i teilt in seiner Begrüßung für den W a ad L e um i mit, daß der Jischuw jetzt auf 400 000 jüdische MenJ sehen angewachsen sei,-von, denen 42 Proz; der-Landbevölkeruhg angehörten. Das Verhältnis zwischen Juden und Arabern bessere sich in dem Maße, in dem Juden und Araber in den Stadtverwaltungen zusammen arbeiten; - Die Mittel reichten für die großen Ausgaben nicht aus, da die-Regierung ihren Verpflichtungen gegenüber dem Jischuw nicht nachkomme. In der Donnerstagssitzung - wurde der Antrag der Revisionisten auf Einberufung einer R o u n d- T a b 1 e- G o n f e r e n z mit den Stimmen aller übrigen Mitglieder a b g e l'e h n t. > : - - Prof.: B r o d^e^tz k y erstattet den politischen Ber rieht. Er fordert, in Anknüpfung an die revisionistische Petition an den Völkerbund, /daß die Frage, der Organ i s a t i o n s d i s z i p 1 i n' -einmal fürallemal geregelt werde, um endlich gefahrbringende Tätigkeit einzelner Gruppen ^auszuschalten.?-Vonder .Ju de nt a a t s p a r t ei wie -vom H a's c h:o.m,eT^H a z a i r, dem linken Flügel der Arbeiterpartei,^ seien xAnträge ergangen, - als :Sonderverb andn anerkannt t zu ^werden, worüber das A. C. sich noch zu beschließen, hätte.

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