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Der Israelit · 1935-04-04 · Heft 14 (4.4.1935) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 14 (4.4.1935)
Date
1935-04-04
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Nr. 14. Der ■• hs-.r a e t t t 4. April 1935 , „Und wenn der Nationalsozialismus," so fuhr Dr, Groß fort, „für die Zukunft auch die hemmungslose Rass.enkreuzung im Einzelfall vermieden sehen möchte, so liegt auch in solcher Einstellung nichts, was als Verachtung gedeutet werden kann." Keine jüdischen Armenanwälte? Berlin, 27. März Der „Völkische Beobachter" enthält eine Notia aus der NSK (Nationalsozialistische Korrespondenz), in der es heißt: „Die Mehrzahl der deutschen Gerichte hat es als Selbstverständlichkeit angesehen, daß für eine arische Partei auf Kosten der Staatskasse ein Jude nicht als Armenanwalt beigeordnet werden kann, Als vereinzelt Gerichte als Außenseiter doch Juden als Armenanwälte beiordneten, entstand eine Auseinandersetzung darüber, ob dies zulässig sei oder nicht. Diese Auseinandersetzung dürfte nun endgültig beigelegt sein, nachdem auch das Kammergericht . festgestellt hat, daß Juden als Armenanwälte nicht beigeordnet werden dürfen," Das betreffende Urteil des Kammergerichts wird, wie die NSK mitteilt, veröffentlicht werden. Es wird dann festzustellen sein, in welcher Weise es die bisherigen Grundsätze auslegt. Bisher ist für die Frage der Beiordnung von Rechtsanwälten für eine, arme Partei die Allgemeine Verfügung des Reichs- und Preußischen Justizministers vom 10. Dezember 1934 maßgebend. Danach sind bei der Auswahl des beizuordnenden Anwalts Wünsche der Partei nach Möglichkeit zu berücksichtigen. Wird ein Wunsch nicht geäußert, so ist der Anwalt sol auszuwählen, wie es den berechtigten Belangen der Partei und ihren mutmaßlichen Wünschen entspricht. Nach der Allgemeinen Verfügung ist dabei davon auszugehen, daß eine arische Prozeßpartei die Beiordnung eines arischen Anwalts erwartet. Lösung der Judenfrage in Deutschland durch geregelte Auswanderung. Berlin, 31. März. Im „Staatszionist" unternimmt Georg K a r e s k i den* Versuch, für eine Lösung der Judenfragein Deutschland Richtlinien aufzustellen, die unter Zugrundelegung des Willens der 'Reichsführung auf diesem Gebiet der jüdischen Bevölkerung innerhalb der gezogenen Grenzen eine möglichst schonende. Ber . handlung sichern und zu einer Regelung der Verhältnisse in einer Form führen sollen,, die von belastenden Gefühlsmomenten frei ist. Diese Regelung erblickt Kareski. in einer planmäßigen Auswanderung der Juden aus Deutschland unter staatlicher Förderung. In seinem „Liquidation des deutschen Judentums. — Konkurs oder Zwangsvergleich?" überschriebenen Aufsatz unterzieht Georg Käreski zunächst die Bemühungen der verschiedenen jüdischen Richtungen um eine Regelung des deutschen Judenproblems schar-' fer Kritik und stellt die Frage: „Sollen wir die Dinge,, soweit sie überhaupt durch uns beeinflußbar sind-, weitertreiben lassen bis, zum völligen Zusammenbruch mit allen seinen Werte und Schicksale zerstörenden. Folgen, oder sollen wir, da eine Fortführung, vernünf-. tigerweise: nicht mehr möglich erscheint, versuchen,, durch einen Zwangsvergleich eine, geordnete Liquidation zu ermöglichen." Der Verfasser nimmt an, daß die große Masse der Juden beredt sein werde, sich seinen Standpunkt zu eigen zu machen. Fraglich könnte nur sein, ob das,, was er eine ruhige Liquidation nennt, dem Wunsche der. den Staat führenden. Kräfte entspricht und von ihnen für tragbar gehalten wird". Kareski geht davon aus, daß angesichts des deutlich bekundeten. Willens des heutigen. Staates, die Judenaus der deutschen Volksgemeinschaft: auszugliedern,, jede Spekulation auf. eine Sinnesänderung auf. diesem Gebiete-, als Illusionspolitik abzulehnensei. Mannigfache vor kurzem getroffene und noch -zu erwartende Maßnahmenließen, erkennen, daß die; Wünsche des deutschen Volkes, nach Dissimilation der Juden mit deren Ausschaltung^ aus. dem; öffentlichen.' und kulturellen- Leben, nicht, restlös, erfüllfe sind, sondern daß; man die Judenfrage; in Deutschlandserst* dann-, aJs, gelöst ansehen, werdet w.enn es\ in. diesem;. Lander so. gut wie» gar keine/ Juden meluv geben, wird:- DJei jüdischen». Positionen, in-. Deutschland seiest» auf*. die». Dauer nicht', zur halten«. Die; Frage; sei - nur«, obres; möglich sein werde, sie in Rühe und imiWege einen: oj> Neueste WiptschaftsnachpicMeii aus Erez Jisroel. (Nach Palnews.) Tel Awiw. In. der Nähe von Haifa wird ein R ö-h-r e n w-erk unter \ der .Firma. Palestine Tübes Company Ltd, errichtet. Kapital Lst. 26.000. Die. Fabrik wird Rohre für •landwirtschaftlichen Bedarf und Wasserleiiungen herstellen. An der Gründung sind deutsche Juden als Fachleute in Verbindung mit einer palästinensisch-englischen Gruppe beteiligt. — Weiter wird die Gründung eines Großunternehmens der chemis c h e n Industrie, das. Schwefelsäure, flüssiges Chlor, Soda und künstlichen Dünger produzieren soll, angekündigt. J e r u's a 1 e m. Durch Regen und Stürme wurden im Jaffa-Distrikt , erhebliche Schäden an der Orangenernte an- ' gerichtet. : Schätzungsweise sind 5—7 Proz. der Frucht abgefallen, weitere 7—10 Proz. wurden durch Hagel beschädigt. Jaffa.' Der Orangenexport nach Deutschland dürfte insgesamt die Höhe von 450—500.Q00," Kisten erreichen. Bis jetzt sind erst ungefähr 25 Proz. des, gesamten Lieferungsbeträges devisenmäßig gesichert. Bagdad. Schweden interessiert sich in der letzten- Zeit stark für . die Industrialisierung des Irak« Eine schwedische Gruppe bereitet die Errichtung zweier -: Papierfabriken vor. Für eine Papierfabrik in- : teressiert man sich übrigens, a-uch von tsche- . choslovakischer Seite. In Kürze soll sich eine schwedische Wirtschaftsdelegation nach dem Irak begeben. Istanbul. Persien hat in der letzten Zeit einen großen Lokomöti- |= venauftrag über, .5% Millionen Kronen nach Schweden gelegt; auch in. Rußland sind Last- [; wagenlief erungen . bei der Automobilfabrik Stalin bestellt worden. Letzterer Fabrik sind auch von der Stadtverwaltung Ankara größere Aufträge auf Lieferung von Auto- |, buss.en, erteilt, worden. — In T äbr i s.-(Persien) wurde eine neue Zuckerfabrik eröffnet. Tel Äwi -w. Das Commercial Bulletin veröffentlicht soeben die Ziffern über den Einwanderungs-, Touristen- und Reisendenverkehr im Jahre 1934. Hiernach ergibt sich ein Einwandei?ungsüberschuß von 47.807-Per-. spnen, unter denen sich. 42/757 Juden befinden. Jerusalem. Nach dem Berichte des. Direktors der Landwirtschaftsabteilung war die Verteilung der Niederschläge im Februar, im südlichen Teile des Landes besonders günstig, so daß die Ernteaussichten dementsprechend gut sind; Larnaca. Die Orangenproduktion ha! auf C y p ern große Fortschritte; gemacht. Für die Ausdehnung des. Citrusanbaus stehen große Flächen zur Verfügung. Hinsichtlich der Absatzmöglichkeit kommt Cypern die Vorzugsbehandlung innerhalb des englischen Imperiums zugute; Der von dem Experten Sir Ralph Oakden erstattete, ausführliche. Wirtschaftsbericht betont, daß auf einen schnellen wirtschaftlichen Aufstieg Cyperns nicht zu hoffen sei; wohl aber auf einen langsamen Erhotungspozeß, der auf folgenden vier Faktoren beruht: Entwicklung der Citrusindustrie, Erweiterung des Marktes für tierische Produkte in Palästina, Hoffnung auf erweiterten Kartoffelexport und stärkeren Weinexport-nach¬ England und verstärkte Produktion von Tafeltrauben, und. getrockneten Früchten. Nar türlich stehen' allediese, vier Faktoren in direkter Konkurrenz mitden Tendenzen der landwirtschaftlichen Entwicklung in Palästina. T ib e r i äs. Obwohl im Laufer der letzten. . Jahre, der Jischuw in. Tiberias. überhaupt nicht zugenommen hat, sind die Bödenpreise dennoch auf das Dreifache und darüber gestiegen, htder Umgebung wurden in der letzten Zeit grqße Bewaldungsarbeir ten durchgeführt. Infolge, der UeberschwenV | mungskatastrophe sind: die schmalen und sumpfigen Gassen endlich durch breite, bepflasterte Straßen ersetzt worden. T el; |> A.w i w; Der Export der. hiesigenamerikanischen Zahnfabrik ist im Jahre, 1934 auf. Lst, 28.000 gegenüber Lst. 23.000 im Vorjahre, gestiegen. Jerusalem. Wie der Bifektor- I des Landwirtschaftsamtes mitteilt-» wurdent in drei. Distrikten durch;,-die.. letzte - Wasser- |f flutv etwa. 15.090 Dunara, überflutet, und un> benutzbar gemacht., Außerdem 250 Dunam f Gemüseland", 44.000' Obstbäume wurdfen vernichtet-. T'i'b'e-r r-;a*s.r ©ie^ Steigerung, dfer~ ß Ladenmietent bat dä& Poojejktf gezeitigt in* Tiberias, «an- I^ndeissejot^unv sn, erbauen,, in, dem,; zu g.ünstigen, Bermatingen Lädien v<e?r; mietet werden. Ein Grundstock im Umfange p von 20* Dunam» ist» bereits'- erworben' urkk mit dem Bau. von 100 Läden ward* demnächst; begonnen werden.' "- 7 ganischen Entwicklung zu "räumen. Hierzu bedürfe es neben der Bereitwilligkeit derdeutschen . Juden, sich auf diese Entwicklung einzustellen, auch der Bereitwilligkeit der deutschen Staats-führung, eine solche Entwicklung-zu ermöglichen. ■ . .; In dem Artikel wird sodann die rückläufige Bevölkerungsbewegung der deutschen Juden durch /wachsenden Stexbeüberschuß und Auswanderung aufgezeigt, Bei einer Auswanderung von nur 20.000 Seelen im.. Jahr, würde innerhalb von 10 Jahren die heute nur wenig über 400;000 betragende Zahl der Juden in . Deutschland auf etwa 100.000 sinken. Diese Entwickr hing könnte von Staatswegen neben der Zuwanderungssperre durch systematische Förderung, der jüdischen Auswanderung beschleunigt werden. Wenn auch . angesichts der Devisenlage Erleichterungen in der- Devisenzuteilung nicht in Frage kommen, so könnte doch durch Erleichterungen auf dem Gebiet. der Reichsfluchtsteuer, die heute auf einem vielfach nicht mehr vorhandenen -Vermögensstande: basiert, ein Anreiz zur Auswanderung gegeben werden, Ferner würde eine organische; Abwanderung durch Sicherung weitgehender Ausbildungs- und' Umschichtungsmöglichkeiten für die junge Generation wirksam gefördert werden. -'Es- : sollte auch die Frage geprüft werden, ob nicht eine geschlossene Berufsausbildung der sich fürdie Auswanderung vorbereitenden Juden in akademischen Be* rufen bis zur Abschlußprüfung innerhalb Deutschlandsselbst möglich wäre. Für die mit langen Zeiträumen rechnende Staatsführung könnte es von "sekundärer Bedeutung sein, ob dieser Liquidätibnsprozeß 20, 25 oder gar 30 Jahre dauert. Wenn die Erreichung des Zieles gesichert ist, sollte auch den immer; weniger werdenden Juden in Deutschland-die Möglichkeit gegeben werden, ohne Diffamierung als Gemeinschaft und als Individuum und unbehindert in ihrem Erwerb zum größeren Teil sich planmäßig Wirtschaftlich e aus Deutschland zu lösen, zum kleineren'-Teii allmählich auszusterben; Eine Judennummer des „Westdeutschem Beobachters", Köln, 28, Marz; Der „Westdeutsche Beobachter" hat eine Sonderbeifage „Der Jude in Staat, Wirtschaft, ttnet Kultur" herausgegeben. Die umfangreiche Sondernummer, die bereits seitlangem angekündigt worden war, will-, wie die" Hauptschriftleitung bemerkt, „unabhängig vom Tageskampf: . . . in sachlicher Darlegung unseren Volksgenossen Material in die Hand geben, wenn jetzfcwiederverstärkt die Frage auftaucht:- Was habtihreigentlich gegen die Juden? Was wir gegen' die Juden haben, welche Rechnung das deutsche' Volk Israel' zu präsentieren hat und welche unüberbrückbare Scheidewand1 die Natur zwischen deutsch und jüdisch setzte, will der „Westdeutsche Beobachter" heute zusammenfassend aufzeigen." Reichsminister Dr. Frick über die Jüdenirage. Nürnberg, 29. März. Reichsminister -Dri. F r. i c k sprach auf. einer Kundgebung in Nürnberg, wobei er auch auf die Ju denfrage zu sprechen kam. Er sagte u, a.; »Wir haben den Wert von Rasse,. Blut und, Volkstum erkannt und; in die,Tat umgesetzt. Es.wurde ein Gesetz erlassen zur Verhütung.. .erbkranken Nächwuchses, ein hervorragend wichtiges bevölkerungspolitisches " Gesetz. Es wurde auf die Rassereinheit und auf: das Verderben, der Rassenmischung hingewiesen und es wurde der zersetzende, fremdrassische Einfluß' ausgeschaltt, weitgehend ausgeschaltet insbesondere auf dem Gebiet, der Politik,, im Beamtentum, durch die Wiederherstellung des Berufsbeamtentums. Durch das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums wurden hier diese, fremdrassigen Elemente,, die. nur zürn Schaden des deutschen Volkes sich betätigten, ausgeschaltet. Ich möchte in diesem Zusammenhang insbesondere der großen Verdienste unseres Pg. Julius Streicher gedenken, dergferadeauf - diesem. Gebiet? seit* über einem Jahrzehnt* nicht5 müde wardf immer wieder hinzuweisen auf. diese verderblichen Einflüsse der Rassenmischung). auf: das; sraastzende? J^udjeniums und» ich ' glaube;, wie sind% seiner Ziefsetzn^girschottc in*, ün^eref , zweijährigen! Regieriingszeifc doch* schon nahe g£komj* meh, auf jeden Fall weitergekommene"

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