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Der Israelit · 1935-04-04 · Heft 14 (4.4.1935) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 14 (4.4.1935)
Date
1935-04-04
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Der Israelit Nr. 14 Seite 7 is-iv- -"' >••";•': *'•■ "r ~'"-v,.v,-, ■iv:---':V "! - - 1,1 > Korrespondenzen, : Deutsches -Reich. Semesterschluß an der Frankfurter Jeschiwa. Frankfurt a. MM 31. März. Am vergangenen Donnerstag, Freitag und Sonntag fanden :die üblichen Abschlußprüfungen statt; anschließend erfolgte die Entlassung .der abgehenden Hörer." , s^ In seiner Ansprache ermahnte jder Rektor,. Herr Rabbiner Dr. B r e u e r , die von: der Anstalt scheidenden Hörer zur Treue gegen ihre Jeschiwa und deren Erziehungsziele. Mehr denn je stehe die Jeschiwa im Zeichen der großen Aufgaben, deren Lösung die Gegenwart Vonihr. fordert: Ueber . die Jeschiwa soll die abwandernde Jugend den Weg nach Erez Jisroel-finden. Denn: nur eine Jugend, die erfüllt ist von dem Geist der Pessachweihe der jüdischen Häuser, die 'ihre dauernde gesetzliche Auswirkung in der Mesusa der jüdischen Häuser und. der jüdischen Tore gefunden, die daher entschlossen ist, zu brechen mit der unseligen Halbheit, die das Beth Hamidrasch dem Leben entfremdet, und die in Verwirklichung der von jedem Zeitenwechsel unberührten Thora im Derech ErezrForderung das Leben in all seinen kulturellen Erscheinungen durch den gütlichen Thorawillen zu meistern gewillt ist, baut auf heiligem Boden dem Zion des G'tteswillens das Jerusalem des G'tt dienenden Lebens und weiht damit ihr Leben der Herbeiführung der heißersehnten Geula. Redner dankte mit tiefempfundenen Worten der Verwaltung und den Männern und Frauen der Gemeinde, sowie dem weiten Kreis der Freunde und Gönner, die der Jeschiwa in ihrem schweren Existenzkampf opferfreudig zur Seite stehen, den Mitgliedern des Kuratoriums, dem Kollegium der hauptamtlichen Dozenten, den Dozenten der verschiedenen Arbeitsgemeinschaften, den Dozenten der Schülerschiurim, dem Vorstand der Freien Vereinigung und der Palästina-Zentrale, letzterer für. die -mannigfachen Beweise verständnisvoller Förderung, die sie den Interessen der. Jeschiwa entgegenbrachten, sowie den Führern des Noär Agudati, mit dem die Jeschiwa in fruchtbarer Arbeitsgemeinschaft sich verbunden weiß. Für den Dozenten, Herrn Jacobowitz, der zur Zeit im heiligen Lande um die Organisierung und Stärkung der dort weilenden ehemaligen Schüler der Jeschiwa. sieh bemüht, übernahmen dankenswerter Weise die i ..i . Herren Dr. Moses Breuer und Dr. Kat z die Vertretung, wobei jedoch, zu hoffen ist, die Kraft des Herrn Dr.. Breuer für die Dauer der Jeschiwa zu erhalten.. Mit besonders herzlichen Worten begrüßte Redner, Herrn Rabbiner Dr. M a n n e s , der sein Thorazelt nunmehr, in Frankfurt r auf geschlagen im Kreise der Jeschiwa-und dankte ihm für die Bereitschaft,' sein reiches \ Können .»und Wissel in' deri Dien'st. der Je,- schiwa zu stellen. Die "Jeschiwasteht'angesichts der außerordentlich - großen Zahl' von 'Anmeldungen für das kommende Semester vor neuen-schweren organisatorischen und wirtschaftlichen Fragen. Sie wird . J. ' ■ ■? •■ i ,. - - , ■• ■■ ■ im Vertrauen : auf den g'ttlichen Beistand und die . -v.l.- -.-v'J-. Tt.-< . . . , ■ ■.. . , ■ hochherzige Förderung, die weiteste Kreise der Jeschiwaarbeit entgegen bringen, an ihre Lösung herantreten. ' ■ Das Sommersemester beginnt Montag, den 29. April| (26. Nissan) mit der Prüfung1 der neueintretenden Hörer.-- . *1 -• ... ' Freie Vereinigung ^fur die Interessen des :;> orthodoxen Judentums. r' ' l- Frankfurt a. M„>1.- April. Die' von der Freien Vereinigungfür die.?Interessen des orthodoxen". Judentums E/ V* > herausgegebenen - Predigten ' für "lehrerlose- .Gemeindenerfreuen^ sich'- wachsender.-'Anerkennung.. w; Zum Pessachfest hat die Freie Vereinigung außer . den vPredigten " auch aus der Feder des bekannten Rainbambiographen, Dr. Münz, einen Vortrag; über ' Rabbenu .Mos.che ben Maimon 'herausgegeben,- der . sich von. der Flut der jetzt erscheinenden Biographien dadurch unterscheidet, daß vermieden ist, in ja doch •für; den- -Laien-vvöllij$ ungenügender Weise die litera- . .rische - Leistung- Rambams andeutungsweise wiederzugeben, sich vielmehr ..darauf beschränkt, neben einigen: biographischen Angaben die großen menschlichen und. jüdischen Eigenschaften des Rambam aufzuzeichnen,; Außerdem gibt die Freie Vereinigung, wie alljährlich, für diejenigen Gemeinden, in denen keine berufene Persönlichkeit da ist, um traditionsgemäß die Vorschriften für Pessach der Gemeinde vorzutragen, eine Zusammenstellung dieser Pessachvorschriften von autoritativer Seite zum Preise von 15 Pfg. heraus. -'Zu dem ■ nämlichen Preise ist der - Rambamvortrag und ferner auch eine Pessach-Predigt durch das Büro der* Freien Vereinigung, Frankfurt a. M., Rechneigrabenstraße 10, zu beziehen. Es wird ersucht, die Bestellungen rechtzeitig bis spätestens 11. April (8. Nissan)- aufzugeben; Krankenhäuser unter nichtarischer Leitung und Kassenpatienten. Frank fürt a. M,, 27, März. , In der Zeitschrift „Die Arbeiterversorgung" vom 21. März wird eine Entscheidung des Reichsversicherungsamts vom 14. November 1934 veröffentlicht, die sich mit der Frage befaßt, ob ein nichtarischer Kassenarzt eine von ihm geleitete Klinik mit Kassenmitgliedern belegen dürfe. Das Reichsversicherungsamt hat-die Frage bejaht — mit der Einschränkung, daß die Kassenmitglieder ihre Zustimmung zu der Einweisung geben müßten. - -Einem nichtarischen, zur Behandlung von Kassenpatienten zugelassenen Arzt, war von dem Reichskommissar für den Verband der Krankenkassen unter- ,-s.a g t worden, die von ihm geleitete Frauenklinik weiter mit Kassenmitgliedern zu belegen. Dies war u. a. mit der Unterbelegung der öffentlichen Krankenanstalten begründet worden. Im Beschwerdeverfahren wurde die Anordnung des Reichskommissars aufgehoben. Hierauf legte der Reichskommissar seinerseits gegen die Aufhebung Beschwerde ein. Die Eigenschaft des Arztes als Nichtarier, so machte er geltend, sei ein in seiner Person liegender wichtiger Grund zum Ausschluß der Klinik. Es sei zu unterscheiden zwischen der Zulassung des Arztes zur Behandlung von Kassenpatienten, die einen notwendigen ■ Bestandteil seiner Existenz bilde, und dem Klinikbetrieb, der rein auf Gewinn abgestellt sei. Ueber_diese Beschwerde hatte das Reichsversiche- . rungsamt in der erwähnten Entscheidung zu befinden. Es heißt in der'Entscheidung u. a., daß dem Beschwerdeführer insoweit nicht beigetreten werden^ könne, als er mit der Nichtariereigenschaft des Arztes den gänzlichen Ausschluß der Klinik von' der Belegung mit Kassenpatienten begründen wolle. Denn dies widerspräche der ausdrücklichen Vorschrift der" Reichsversicherungsordnung, wonach den religiösen, Bedürfnissen der Kranken Rechnung zu tragen sei »,•.-.-.■_ . 7 " - und infolgedessen Krankenhäuser unter nichtarischer : Leitung für flichtarische Kassenpatienten verfügbar-; 'bleiben müßten. Außerdem würde ein solcher1 gänz^ ■ ■ficher"Äusschluß zur,'Folge haben,, daß die nichtari- . sehen - Kassenpatienten in reinarischen Krankenhäusern .aufgenommen werden müßten, wodurch Uhzuträglichkeiten eitstehen könnten. Andererseits-aber; ~ hafee -der Beschwerdeführer mit Recht auf den in der; Gesetzgebung des nationalsozialistischen Staates maßgebenden Grundsatz der arischen Abstammung-hingewiesen. Nach der Verordnung zur Durchführung d^%: ^Gesetzes über Ehrenämtertfn der sdzialen Versicherung:!; -und: der Reichsversorgung vom-Juni 1933 stehe, jedem' :dasvRecht zu, .die.Ufltersuchung durch einen nichtari-? sehen Arzt abzulehnen. - Deshalb sei die Zulassung der; fraglichen Klinik zur Belegung mit 'Krankenkassen-^' *patienten nur mit. der. Einschränkung möglich, daß die? Einweisung der Kassenmitglieder-n i c h t o h.n e Th r te'i ' Z^t's t i m m u n g erfolgen dürfe: -Insoweit sei der Be-' ^schwerde des. Reichskommissars stattzugeben'" DSr . vwfeftergehen.de;, aufc g ä n z 1 i c h-.en'i Ausschluß, hin-'; .zielende Antrag des ^Beschwerdetühr"ers müsse jeeföcfi-1 'aWg.el e h n t werden. . ~i ** ' . .. ■ ■ *? - Aus der Arbeit des Hills Vereins der Deutschen ■. Juden. Berlin, 24. März. Im Mittelpunkt der Arbeit stand die A ü s w a n - dere r f ü r s o r g e. Die Beratung in Auswanderungsangelegenheiten erstreckte sich auf 15,7 0 0 Fälle bezw. 39 3 00 Personen, da viele von den Ratsuchenden: nicht allein für sich, sondern für ihre Familien vorsprechen. 25 0 05 Briefe wÄirden versandt. Die Zahl der Korrespondenten, Komitees, Organisationen und Gemeinden, die. den Hilfsverein mit Informationen versehen, ist weiter gewachsen. Das „Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen" vom August 1934, das sehr wertvolles Informationsmaterial enthält, ist in 4000 Exemplaren verbreitet worden, 3 2 0 0 Menschen wurde die Auswanderung durch finanzielle Beihilfen des Hilfsvereins ermöglicht. Beträchtlich war die Zahl der Auswanderer, denen nur Beratung zuteil wurde, sowie Informationen und Empfehlungsbriefe gegeben wurden. Der Hilfsverein betreut.nach wie vor Auswanderer, die aus dem Osten über Deutschland nach Uebersee gehen. . Den Bahnhofsdienst des Hilfsvereins am Schlesischen Bahnhof passierten 1934 12.795 Durchwanderer, davon 5331 Männer, 5116 Frauen und 2348 Kinder. Der Bahnohfsdienst nimmt sich besonders auch der C h a 1 uz imtra n s p o r t e an, die über Deutschland ihre Wanderung nach Palästina fortsetzen. In Hamburg und B r e m e n versehen die Komitees des Hilfsvereins in Fortsetzung ihrer jahrzehntelangen Tätigkeit den Fürsorgedienst für die Aus- und Rückwanderer, die diese Häfen passieren. In Schwiebus, an der Ostgrenze, wirkt seit Jahren ein Vertrauensmann. Die Bevölke'rungs- und Rassenpolitik Deutschlands. B e r 1 i n, 22. März. Auf einem Empfang der ausländischen Diplomatie und Presse, zu dem der Chef des Außenpolitischen Amtes der NSDAP, Reichsleiter Alfred Rosenberg, geladen hatte, hielt der Leiter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP, Dr. Groß, einen Vortrag über das Thema „Die Bevölkerungs- und Rassenpolitik des 'neuen Deutschlands." In seiner Begrüßungsansprache sagte Reichsleiter Alfred Rosenberg, wie der „Völkische Beobachter" berichtet, daß unter den Maßnahmen des neuen deutschen Staates, die vom Ausland besonders häufig kritisiert worden seien, es die der rassischen Weltanschauung entsprechende einleitende Gesetzgebung ge- ' Wesen sei, die am meisten mißverstanden wurde. Man erblickte in dieser Gesetzgebung einen sogen. „Rückfall ins Mittelalter", sogen, „barbarische! und rückständige Anschauungen und Mittel" und habe dabei übersehen, daß diese Weltanschauung und diese Staatspolitik weiter nichts bedeutete, als-ein Sich-Erinnern der Grundcharakterwerte der deutschen Nation und den Versuch darstelle, diese ganze Geistesi ' sl? und Charakterhaltung,. bei' aller Anerkennung verwandten Wesens, von jenen Elementen zu distanzieren, die diesem deutschen. zDasein zutiefst widersprachen." . Dr. Walter Groß stellte fest, daß heute das Verständnis für die Bevölkerungs- und Rassenpolitik des neuen Deutschland sich schon überall in der Welt durchzusetzen beginne. In -Bezug auf die Judenfrage sagte er, daß allein in den Jahren von 1910 bis 1925 täglich 13 jüdische Einwanderer aus Osteuropa nach : Deutschland gekommen seien. Sie hätten sich in Deutschland festgesetzt, so daß schließlich ganze Be-, rufsstände fast ausschließliche Domäne des Judentums wurden. „Wenn wir unter den Kassenärzten in Berlin 60 v. H;, unter den Rechtsanwälten 50 v. H. Juden zählen mußten, dann beweist-das-schlagend die Notwendigkeit,, hier zu einer Wiederherstellung der Souveränität der Deutschen im eigenen Lande gesetzliche. Maßnahmen zu treffen. Daß sie nicht brutal und rücksichtslos gewesen sind, zeigt das Ergebnis:" Auch heilte noch haben, wir z. EU unter der Berliner Kassenärzteschaft 46 v. H,, unter den Rechtsanwälten! etwa 30 v. H. Juden,; die ihrem Beruf und Erwerb nachgehen können."

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