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Der Israelit · 1935-03-28 · Heft 13 (28.3.1935) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 13 (28.3.1935)
Date
1935-03-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Nr. 13 Der Israelit 28. Märe 1935 Einschränkung der Einwanderung nach Amerika >• -!-: - f i; - ' * ✓ \ - . <■ ^''f-'u^^ . r £«,- **r«- / -v *\ i ^T-^f? bleibt bestehen, solange es Arbeitslosigkeit gibt New York, 4- März. Anläßlich des 50jährigen Bestehens der Hebrew Sheltering and Immigrant Aid Society of America (HIAS) fand im Astor-Hotel zu New York eine Feier statt, an der mehrere tausend Personen teilnahmen. Bei der Feier hielt der Einwanderungskömmissar des Amerikanischen Kongresses, MacGormac, eine Ansprache, in der er erklärte, es sei unmöglich, die Einwanderungsbeschränkungen aufzüheberi; solange 4eVin'Amerika Arbeitslosigkeit gibt. .. fjg^y f Aus dem auf der Tagung erstatteten Bericht geht, hervor, daß HIAS in den-50 Jahren seines Bestehens 2.3S2.00ÖO jüdischen Einwanderern;Für •sorge hat zuteil werden lassen. . Mit der Tagung traf der Beginn einer von der Hearst Presse eingeleiteten Propaganda zusam men, die eine .Registrierung aller m Amerika lebenden Ausländer zum Ziele hat. Jeder Aus^ lander rsoll bei der Registrierung angeben'müssen, aus welchem* Grunde*eEi sic.Hcjrt rAjnerik*ia.uih|iltl, Mosley für den Faschismus der Großmächte. London, 25. März. In der Albert-Hall, die mit rund 10 000 Personen bis auf den letzten Platz gefüllt war, hielt der Führer des Faschismus, Sir Oswald Mösl e y, eine stellenweise von Beifallsstürmen unterbrochene Rede, in der er das Programm der Bewegung schilderte und heftige Angriffe gegen die englische Regierung und das in England herrschende Parteiensystem sowie gegen die internationale Finanz .u n d das Judentum richtete. Mosley widersprach der Behauptung, daß die britische Faschistenbewegung eine Nachahmung ausländischer Ideen und Formen sei. Es handele sich vielmehr um eine neue Weltanschauung, die aus der neuen Zeit heraus geboren sei und dem britischen Charakter angepaßt werden müsse. Mosley gab seiner Ueberzeugung Ausdrück, daß England das ^dritte faschistische Land Europas und Frankreich:das vierte.werden würde. Zu dem Prozeß um die „Protokolle der Weisen von Zion". New York , 21. März. Ueber die in New York von der „Pan-Aryan Alliance" herausgegebenen „Protokolle", in denen alle Behauptungen über die angeblichen „Weisen von Zion" wiederholt werden, ist eine behördliche Untersuchung eingeleitet worden. Der ehemalige Chefredakteur der „Welt" in Wien, Dr. S. R. Landau, wird bei der Fortsetzung des Berner Prozesses um.die „Protokolle der Weisen von Zion" als Zeuge auftreten. Seiner Aussage wird deshalb besondere Bedeutung beigemessen, weil er der einzige überlebende europäische Kongreßdelegierte ist, der auch an den Vorkonferenzen des Kongresses teilgenommen hat, auf die sich die Verfechter der Echtheit der Protokolle nunmehr berufen, nachdem ihnen das Kongreßprotdkcll selbst£\keine Stütze für ihre Beschuldigungen bietet. Eine Hochschule für Rechts- und Wirtschaftswissenschaft in Tel-Awiw, T e 1 A w i w , 19. März. Am 24. März wurde in Tel Awiw eine neue Hochschule für Rechts- und Wirtschaftswissenschaft eröffnet. Gründer der neuen Anstalt sind Professor Dr. Franz Oppenheim, der Dezent an den juristischen Kursen in Jerusalem, S. Eisenstadt, der Sekretär des Obersten jüdischen Friedensgerichts und Schriftleiter des „Hamischpat haiwri", Advokat Dickstein, Bürgermeister Meir Dizengoff, Professor Dr. Benjamin Siew, ehemaliger Finanzrat der lettländischen Regierung und das Mitglied des Pariser Instituts für internationales Recht, Professor M. Lazarson. An den Vorbereitungsarbeiten des gegründeten Instituts hatten auch noch andere bekannte Persönlichkeiten mitgearbeitet. An der neuen Hochschule werden zwei Fakultäten, eine juristische - und eine wirtschaftswissenschaftliche, eingerichtet. Die Studien an jeder Fakultät sind auf vier Jahre berechnet. Vorlesungen und Seminare finden in den Abendstunden statt. Ziel der Hochschule ist die Ausbildung von Richtern, Advokaten, Verwaltungsbeamten, wirtschaftlichen Beratern usw. Der sehr umfangreiche Studienplan beider Fakultäten umfaßt eine große Zahl allgemeiner und ^spezieller Palästinagegenstände,: wie Palästina - Mandat, verfassungsmäßige Regelung des Verhältnisses zwischen Juden-und Arabern, Minderheitenrecht, Personelle nationale Autonomie, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Palästina uiid seinen Nachbarländern, sowie zwischen . Palästina und den Ländern jüdischer Auswanderung, jüdische Soziologie, Demographie usw. Kundgebung des Keren Hathöra zu Ehren des Lubawitscher Rabbi. Wien, 20. März. . Anläßlich der Anwesenheit von Rabbi Sehne er söhn, dem Lubawitscher Rabbi, veranstaltete die Keren Hathora-Zentrale am Sonntag, den 10. März, einen Ehrenabend, Lange vor Beginn war der Saal überfüllt, so daß leider viele Besucher keinen Einlaß finden konnten. ' - :Der Vorsitzende, DV. Deutschländer, begrüßte in warmen Worten den Gast, ferner die Herren Rabbiner F ü r s t, Oberrabbiner Dr. F e u c h t'wä h j|, Rabbiner Abraham Heschl und-Babbiner Babad und^i^s^inäiän^iich-auf diey große Bedeutung derjenigen Jesehiwoth'' .hin, die dem "Rabbi ihreTjüdischerund geistige* Existenz verdanken. In ehrfürchtiegr Stille lauschte dann die Versammlung ememeSegen$r uhd^Thörawort, dasedetettRabbi /selbst an sie richtete. ' Zürn Schluß: hielt dervLeiter-der :Jeschiwahf?Rab'biner Ch'a-c k f'e w i t sah aus Kupischi rein .'-ausführliches Referat, in welchem^ er die Entwicklung der „Chabad"-Jesehiwoth schilderte ■ > uwd\u das System, der/ vom Lubawitscher Haus-" eingeführten Lehrmethode.- Insbesondere wies er auf den heroischen Kampf hin, den die in Rußland lebenden undvon dort vertriebenen Junger, zu Ehren ider •^Jbpi^4sa^^ ..... > Mit einem warmen Mahnwort, auch, diesen Zweig jüdischen Thoralebens zu schützen, schloß ider Vorsitzende die. Versammlung. Oberrabbiner Aronsohn ^stwbiMi. '" '■ ,v ":; ' Tel A w i w , 25. März. Nach längerer Krankheit ist der Oberräbbiner der Jüdischen Gemeinde für Jaffa und Tel Awiw, Rabbi A r o n s o h n , gestorben. Rabbi Arorisohn war früher Rabbiner in Kiew und gehörte zu den pröminentesteti Persönlichkeiten des zaristischen Rußland. Eine weitere Würdigung; folgt noch. Jüdische Siedlungen in Afrika? Wien, 21. März. In ' der Märznummer der Wiener Zeitsehritt P.aneur o p a , dem offiziellen.Organ der gleich-:' namigen Bewegung, des Grafen Coudenhove-Kalergi, veröffentlicht eine Persönlichkeit, die mit dem Pseudönim „Spero" zeichnet, einen Artikel,, der den Titel „Notland für Juden in Afrika" trägt. Die wirtschaftliche Not der Juden, schreibt der Autor, macht * sofortige Abhilfe nötig. Die Völkefbundskommission ist machtlos, Massenzuwanderung kann kein Staat zulassen und Palästina kommt als Zufluchtsstätte nur für einen verschwindenden Bruchteil in Betracht. Massenhaft können die Juden nur in Afrika sich niederlassen, und zwar unter Obhut des Völkerbundes. Afrika besitzt gesunde. Hochplateaus, auf' die sich viele Millionen ansiedeln könnten, ohne Gefahr von Grenzstreitigkeiten oder Rassenkämpfe. Spero plädiert für den folgenden, „unverzüglichen" Antrag an den Völkerbund: „Der Völkerbund wolle beschließen, den notleidenden öder aus politischen Gründen zum Verlassen der Heimat entschlossenen Juden in Afrika ein geschlos-r enes Ansiedlungsgebiet mit entsprechendem Klima unter seinem Protektorat zuzuweisen. Die Mittel hierzu werden von den im Völkerbund vereinigten Staaten aufgebracht und als Darlehen an die Ansiedler betrachtet,5 das diese nach einem bestimmten System, vor allem durch_ den Import unter gewissen Bedingungen zu . amortisieren haben." Spero fügt diesem Plan noch folgendes, hinzu: „Jüdisches Kapital ist-für diese Aktion nicht in Anspruch zu; nehmen. Die Kraftquellen für den Aufbau Palästinas dürfen unter ihr nicht leiden. Durch eine solche Judenkolonisation sind vielmehr für Palästina die mannigfachsten Vorteile zu erhoffen. Hat doch einst. Babylonien neben Palästina als Pflanzstätte jüdischen Geistes und Lebens eine hervorragende Rolle gespielt!"

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