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Der Israelit · 1935-03-28 · Heft 13 (28.3.1935) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 13 (28.3.1935)
Date
1935-03-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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^Ip^^^^S^^^^^^^^^^^^I^^^^^^^^^^S^^S^^^S^^^^^^^^^^^^S^^^^^^^iS^^^^^^^^^^^SW«^^'^!^^^^^^^^^^^^^??• - ^ijflr?r,?r ^Sir^Kf^g'T'itg '!!!!• Ein Centraiorgan für das orthodoxe Judentum / Begründet von Dr. Lehmann in Mainz Frankfurt a. M« 28. März 1935 23. Adar II 5695 Nummer 13 Die antireligiöse Moskau, 27. März. Wie alljährlich, wurde auch diesmal anläßlich des bevorstehenden Pessachfestes eine antireligiöse Propaganda-Aktion in der Sowjet-Union eingeleitet. Die Aktion geht dieses Jahr etwas geräuschloser vor sich, ist aber um so gefährlicher, als sie sich diesesmal nicht auf Pressepropaganda7 und große Kundgebungen beschränkt, sondern von Marin zu Mann und von Haus zu Haus durchgeführt wird. Es wurden große Preise ausgesetzt für diejenigen Personen, denen es gelingt, die größte Zahl von jüdischen Haushaltungen von der Einhaltung der Pessachvorschriften und vom Seder abzuhalten, Maimonides-Staatsfeier in Spanien. Madrid, 24. März. Die offizielle S t a a t s f e i e r anläßlich das 800jährigen Jubiläums von Moses ben M.a imun.wurde Sonnabend, den 23. März, abends mit einem Festakt unter dem Vorsitz des spanischen Erziehungsministers eröffnet. Als Vertreter des Präsidenten der spanischen Republik nahm sein Sekretär an dem Festabend teil. In den Ansprachen wurden die spezifisch spanischen Elemente im Wesen und Werk des Maimonides und sein Einfluß auf das spanische Geistesleben besonders hervorgehoben. Es wurden ferner Methoden zur Verbreitung des Studiums und der Kenntnis seiner Schriften und Lehren erörtert. In diesem Zusammenhang wurde bekanntgegeben, daß die Gründung eines Maimonid e s - I n s t i t u t s in Madrid unter staatlicher Förderung geplant ist. Die Regierung hat. eine vom Ministerpräsidenten Lerroux unterzeichnete Proklamation erlassen, in dem es u. a. heißt: ,,Die Republik, stets darauf bedacht, dem Andenken der Söhne Spaniens, die seinen Namen «rhöht und über die Grenzen des Landes hinaus getragen haben, den Tribut der Huldigung und Bewunderung darzubringen, hegt den Wunsch, sich mit den Zielen des Komitees, das die 800- Jahrfeief für Maimonides organisiert^ zu identifizieren; zu diesem Zweck hat der Vorsitzende des Ministerrats mit Zustimmung des Ministerrats beschlossen: 1. Alle'Verantaltungen, die von dem mit der Feier) des 800. Geburtstages Maimonides' beauftragten Kömite'e in Cordova organisiert werden, tragend .offiziellen; Charakter. 2. Das Ministerium für öffentliche Erziehung und schöne Künste wird in allem, -was die Feier betrifft, mitarbeiten; es wird bei dieser Arbeit von dem staatlichen Amt für Fremdenverkehr unterstützt werden." „_ Die Feierlichkeitei werden während der ganmpaone in Sowjet Ruöland. zen laufenden Woche fortgesetzt. Am Montag, den 25. März, fand eine von der Academica de Ciencias Bellas Letras y Nobles Artes de Cordoba veranstaltete Gedenkfeier statt, am Dienstag eine von der Fakultät für Philosophie und Literatur der Madrider Universität veranstaltete Konferenz ausländischer Philosophen. Am Sonnabend, den 30. März, also am 800. Geburtstag Maimonides' nach dem weltlichen Kalender, findet die Festwoche mit einer Veranstaltung ihren Abschluß, bei der der Präsident der spanischen Republik das Wort ergreifen wird. * * * Ueber weitere offizielle Rambamfeierlichkeiten unter Beteiligung der Staatsbehörden wird aus Kairo in Aegypten berichtet, ebenso aus Montreal in Kanada. Vom j u g o s 1 a v i - sehen Senat in Belgrad wurde eine offizielle Delegation zur Maimpnidesfeier nach Cordova geschickt. x Aus dem Inhalt; Einschränkung der Einwanderung in Amerika Seite 2 Mosley für den Faschismus der Großmächte Seite 2 Zu dem Prozesse um die „Protokolle" Seite 2 Kundgebung des Keren Hathora . . . Seite 2 Jüdische Siedlungen in Afrika .... Seite 2 Jüdische Wanderungs- und Siedlungsfragen Seite 5 Zur jüdischen Lage in Sowjetrußland . Seite 6 Rentenansprüche nichtarischer Gewerkschaftsmitglieder .... Seite 7 Die Sexten der höheren jüdischen Schulen Seite 8 Der jüdische Nachwuchs im Buchhandel Seite 8 Berichte aus Holland ........Seite 9 Palästinaberichte ...... Seite 9 und 10 Erez Jisroel-Prohleme. Von Dr. Isaac Breuer. Unaufhaltsam schreitet die geschichtliche Entwicklung vorwärts, die das thoratreue jüdische Volk in eine Beziehung zum Lande 3er Thora bringt, wie sie seit dem Untergang des jüdischen Staates nicht bestanden hat Die treibenden Kräfte dieser Entwicklung liegen nicht in unserer Hand, sondern in der Hand der Vorsehung. Unser aber ist die Pflicht zur Erkenntnis der besonderen Aufgaben, die uns diese Entwicklung stellt, und die: Pflicht zu ihrer Lösung unter vollem Einsatz unserer besten Kraft. Beschränken wir uns darauf, in die neue Epoche jüdischer Geschichte hineinzuschlittern oder uns mit wirklichkeitfremden Grundsätzen allgemeinster Art, vielfach bis zur Phrase verblaßt, zu bewaffnen, so werden wir die Probe nicht bestehen. Der neuen Epoche hat die alte, die ewig unabänderliche Thora, Neues zu sagen. Hinter die Unabänderlichkeit der immerwährend jung-neuen Thorä darf sich nicht die — Unbelehrbarkeit; durchaus gestriger Menschen verstecken. Thoratreue bedeutet wahrhaftig kein Privileg für Geistesträgheit oder Anbetung, der Gewohnheit. Thoratreue hat nichts . mit „konservativer Gemütsverfassung" zu tun. Thoratfeüe ist jederzeitige Bereitschaft zum Aufbruch, wenn das Signal der Thora uns aufbrechen heißt. Ich will im folgenden einige Tatbestände der neuen Epoche klar und deutlich und mit thoratreuer Rücksichtslosigkeit darstellen und an die Thora heranbringen. Ich will die Fragen antwortreif stellen. Die Antwort selber mögen die berufenen Vertreter der Thora geben. I. Kein Thoratreuer bezweifelt, daß die Thora nicht nur das jüdische Einzelleben, sondern auch das jüdische Gemeinschaftsleben beherrschen will. Nur durch die Thora und mit der Thora sind wir ein Volk. Wie die Materie ohne Form nicht denkbar ist, so das jüdische Volk nicht ohne die Thora, Eine jüdische Gemeinschaft, die sich der Formgebung durch die Thora entzieht, kann als jüdische Gemeinschaft nicht erachtet werden. Das ist das Wesen des sogenannten Austritts. Er zerstört nicht die Einheit des jüdischen Volkes, sondern er rettet sie, indem er der unjüdischen Gemeinschaft die Anerkennung versagt. Fällt das jüdische Volk aus der Form der Thora heraus, so zerfällt es in Atome. Nicht überall in der Gola hat dieser Grundsatz die gleiche praktische Auswirkung gefunden. Man kennt die Unterschiede zwischen Polen und Litauen einerseits, dem alten Ungarn und Deutschland andererseits. Man weiß auch, daß selbst die beiden letzteren nicht genau übereinstimmen. Wie soll es in Erez Jisroel sein? Hier sei gleich zu Beginn vor einer großen (Fortsetzung siehe Seite 3.)

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