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Der Israelit · 1935-03-21 · Heft 12 (21.3.1935) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 12 (21.3.1935)
Date
1935-03-21
Page
– (sequence 7)
Language
German
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21. März 1935 Der Israelit Nr. 12 Seite 7 und einer Familiengründung könnte überhaupt keine Rede sein. Das wäre ein schwerer Schlag für das ganze Volk und für 31W> nixa und das kann doch unmöglich der minn njn sein. Die Begründung des u nptnm ist TIV Der Jude muß leben können! Ein bestimmtes Existenzminimum muß dem Arbeiter gegeben werden. Dieses Minimum läßt sich überhaupt nicht schematisch festsetzen, sondern muß örtlich geschehen. Das zuständige T'3 muß es in Verbindung mit den Vertretern der Wirtschaft und Aerzteschaft vornehmen, damit eine Gewähr dafür gegeben ist, daß der Arbeiter nicht nur sich selber körperlich und seelisch erhalten kann, sondern daß er da-, rüber hinaus, die Möglichkeit zum mxafl und zur Familiengründung haben soll, beides gehört doch unbedingt zum Leben eines jüdischen Menschen. Nur dann wird man der 13HpTnmHlSa gerecht. Schließlich! . Soll denn der freie Arbeiter schlechter gestellt sein als der?1 Von ihm heißt es doch, daß der Herr nicht nur ihn, sondern auch seine Frau und Kinder ernähren muß. Erst recht muß dieses beim freien Arbeiter der Fall sein. Er muß daher einen Lohn bekommen, der es ihm ermöglicht, sich und die Seinen zu ernähren. Er ist hierbei nur auf seinen Arbeitgeber angewiesen, bei dem er während des ganzen Tages arbeitet, da ihm irgendeine Tätigketi nach Beendigung der Arbeitszeit verboten ist, damit er frisch und gestärkt am anderen Morgen seiner Arbeit nachgehen kann. a"in 8"ö"l •n"3 j?"o vbv "o ]nbvr\ "p?! n*o y/l?v "o in. Unabhängig von diesen Gedankengängen handelt es sich hier um die prinzipielle halachische Frage, wieviel Geld man auszugeben verpflichtet ist, um eine nixa erfüllen zu können. Im Rahmen dieses Artikels ist es nicht möglich, ausführlich darauf einzugehen, wir werden es n"'K an einer anderen Stelle tun. Wir möchten nur auf den an nVw nsfm "nsaa vim "o mtn □"n fan ♦mai? msa i^bk hinweisen, der ausführt, daß es hier für keinen Menschen eine Grenze gibt, der über Gesundheit und Arbeitskraft verfügt, um seiner n03^ nachgehen zu können. Erst recht gilt dieses für den Arbeitgeber, der nicht nur über Gesundheit und Arbeitskraft verfügt, sondern darüber hinaus in seinem Kapitalbesitz einen großen Helfer zur Erreichung seines wirtschaftlichen Wohlergehens hat. Aus all diesen Gründen ist es Aufgabe der tMH TO in i"x in Uebereinstimmung mit den Inn'^VU nicht nur darauf zu dringen, daß nTOJ? n^atf durchgeführt wird, sondern von sich aus, in Verbindung mit Vertretern der Wirtschaft und der Aerzteschaft Tarife festzusetzen, durch die der Arbeiter eine Lebensmöglichkeit hat. Die Verhältnisse in ">"K spitzen sich immer mehr zu. Aus den Berichten der Poale Agudas Jisroel in ">"R ersehen wir mit betrübtem Herzen, mit welchen unsagbaren Schwierigkeiten unsere Poalim, die sich aus religiösen Gründen der „Histadruth" nicht anschließen wollen, um ihre Existenz kämpfen müssen. Besonders betrübend ist, daß sogar Arbeitgeber, die zu den- D^T» gerechnet werden wollen; atis der schwierigen Lage unserer Poalim Kapital schlagen wollen, und auf die Arbeitslöhne drücken. Demgegenüber haben wir die Pflicht, dieses Handeln als unsozial und darum als unjüdisch zu brandmarken. Das Verantwortungsbewußtsein füreinander, entsprungen dem jnpinrii- Gesetz, muß jeden Juden veranlassen, auch ohne Zwang der „Histadruth", Juden , z.u! beschäftigen, und ejcnem Jeden einen Lohn zu geben, den er als Existenzminimum auch unbedingt benötigt. Gerade jetzt, da wir im Begriffe sind, -»«k zu neuem Leben erwachen zu lassen, muß uns* (fiejftahnung der X'aa als Leitstern unseres Handelns dienen. •npnsa n'ann msn osffaa jvs '*?!: Neueste Wirtschaftsnachrichten aus Erez Jisroel. (Nach Palnews.) Tel Awiw. Die Orangensaison 1934/35 geht ihrem Ende entgegen. Sie dauert in der Regel bis Ende März, anfangs April. Ein maßgebender Citrusexporteur schätzt den Gesamtexport in dieser Saison auf 6% Million Kisten gegen 5l/2 Million im Vorjahre. Davon sind 4l/> Million Kisten nach England gegangen, eine halbe Million nach Deutschland, dann folgen in ziemlich weitem Abstand Holland, Rumänien, Frankreich und die kleineren Lander. Im Vergleich zum vergangenen Jahre sind die Preise relativ gedrückt gewesen. Für das nächste Jahr ist mit einem Export von ungefähr 9 Millionen Ksiten zu rechnen, der von Jahr zu Jahr um zwei Millionen steigen dürfte, so daß der Export in 5—6 Jahren eine Höhe von rund 20 Millionen Kisten erreichen wird. Unter diesen Umständen ist eine rasche und energische Besserung der Trasnport- und Verladeschwierigkeiten eine unbedingte Notwendigkeit. Daneben muß natürlich eine großzügige Handelspolitik eingeleitet werden, um Import und Export in Beziehung zueinander zu bringen, wozu ja das Landwirtschaftskomitee entsprechende Vorschläge bereits gemacht hat. — Tel Awiw. In dem Ansteigen der flüssigen Bankeinlagen ist im zweiten Halbjahr 1934 eine Stagnation eingetreten, was teilweise auf die erschwerten Einwanderungsbestimmungen für Kapitalisten und die Schwierigkeit des Kapitaltransfers aus Deutschland zurückzuführen ist. Entscheidend dürfte jedoch sein, daß inzwischen beträchtliche Investitionen in Industrie, Landwirtschaft, Bauwesen und Hypotheken stattgefunden haben. Seit Beginn 1935 macht sich wieder eine Steigerung der Depositeneinlagen bemerkbar. — Haifa. Der Betrieb der Schemen - Werke in Haifa ist durch Erweiterungsbauten und neue Maschinen wesentlich erweitert worden. Die Fabrik hat vor einiger Zeit auch die Produktion von kosmetischen Mitteln aufgenommen. Es werden Zahnpasta, Seife, Shampoon, Rasierseife und -Creme hergestellt. — Rischon l'Zion. Im Laufe des letzten Jahres sind erfreulicherweise hier eine ganze Reihe von Fabrikbetrieben errichtet worden, darunter eine Schuhfabrik, eine Glasfabrik, eine Bierbrauerei, zwei Silicatfabriken, eine Möbelfabrik, eine Seifenfabrik und eine Gummiwarenfabrik. Es wird von großer grundsätzlicher Bedeutung sein, daß diese Entwicklung anhält und die Industrie sich nicht ausschließlich in den Großstädten Tel Awiw und Haifa konzentriert, sondern sich über die Landorte verteilt. B e y r u t h. Der Zementbedarf Syriens und Palästinas wird zur Zeit von drei Fabriken geliefert, die sämtlich im Begriffe sind, ihre Produktion zu verdreifachen. In Palästina ist es die bekannte Nesher-Fabrik, in Syrien Chekka und Damaskus. Syrische Handelskreise fürchten, daß über kurz oder lang mit einer beträchtlichen Ueberproduktion gerechnet werden muß. — Tel Awiw. Im Londoner Unterhaus hat der Kolonialstaatssekretär bekanntlich er- | klärt, es sei unwirtschaftlich, neben dem großen Hafen von Haifa auch denjenigen von Jaffa auszubauen. Wegen des dringend not- |. wendigen -Straßenbaus Jaffa-t-Haifa führte er aus, daß die Frage geprüft werde. Aus einer Londoner Quelle wird berichtet, der englische Eisenbahnexperte, der kürzlich' Palästina besuchte, habe sich gegen den Bau der Straße ausgesprochen, um die Rentabilität der Eisenbahn nicht zu beeinträchtigen. Diese negativen Entschließungen bedeuten für das Wirtschaftsleben Palästinas eine schwere Kalamität Während die Regierung Lst,'7210001 im Straßenbau in Transjordänien investiert, ohne daß dafür wirtschaftliche Bedürfnisse vorliegen, '.j werden ]. dem palästinensischen Küstengebiet, dessen Güterumschlag sich 1934 bereits auf 1,2 Millionen Tonnen stellte, die1 grundlegenden Transportanlagen vorenthalten. —. Tel Awiw. Neben Aegypten bemüht sich auch die Türkei, das palästisiscbe Beispiel der Entwicklung des Citrus- -anbaus nachzuahmen und den Citnis-Export aufzunehmen. Allerdings stehen dem heute noch mancherlei Schwierigkeiten im Wege. , V-i Korrespondenzen. Deutsches Reich. Heldengedenkfeier der Berliner Jüdischen Gemeinde. Berlin, 18. März. Die Berliner Jüdische Gemeinde veranstaltete in der Neuen Synagoge in der Oranienburgerstraße eine T r a u e r f e i e r für die im Weltkriege Gefallenen. In seiner Ansprache gedachte Rabbiner Dr. Lewkowitz der 12 000 jüdischen Söhne, die für Deutschland ihr Leben hergegeben haben. — An die Gedenkrede schloß sich das Gebet für das Vaterland an. Oberkantor Gollanin sang das „El mole rachamim" und sprach das Kaddisch-Gebet. Nach der Trauerfeier begab sich eine starke Abordnung des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten zum Heldenmal auf dem jüdischen Friedhof in Weißensee, wo der blumengeschmückte Silberschild des RjF. nach Ansprachen von Kammergerichtsrat i. R. Dr. Dienemann und dem Landesverbandsvorsitzenden des RjF. für Berlin und Brandenburg, Walter C a 11 m a n n , niedergelegt wurde. Versorgungsansprüche ehemaliger G. D. A.¬ Mitglieder. Berlin, 18. März. Zu der in Nr. 11 veröffentlichten Entscheidung des Kammergerichtes über die Aussichten einer Klage ehemaliger jüdischer Mitgleider der Gewerkschaften bezw. des G. D. A. wegen ihrer Versorgungsansprüche wird von juristischer Seite darauf aufmerksam gemacht, daß der in der Vorentscheidung des Gerichtes erwähnte Eventualanspruch auf Grund des Gesetzes über den Ausgleich bürgerlicher rechtlicher Ansprüche erlischt, wenn er nicht bis zum 31. März, in der vorgeschriebenen Form geltend gemacht wird. Die Geltendmachung muß entweder so geschehen, wie sie zur Unterbrechung der Verjährung geeignet wäre, oder durch ein gerichtliches Armenrechtgesuch. Demnach dürfen Interessenten den Ausgang des Gerichtsverfahrens, zu dem die Vorentscheidung des Kammergerichtes die Grundlage bietet, nicht abwarten, sondern sie müssen ihre Ansprüche durch Einreichung einer Klage oder einen Antrag auf Erlaß eines Zahlungsbefehls oder ein Armenrechtsgesuch geltend machen. Fremdengesetzgebung für Juden? Berlin, 15. März. In einer Versammlung des „Bundes nationalsozialistischer deutscher Juristen," Bezirk Tübingen, hielt Universitätsprofessor Dr. E i ß 1 e r -Tübingen einen Vortrag über den Rassegedanken im bürgerlichen Recht. Er sagt u. a.: Das Recht habe die Aufgabe, die Volksgenossen arischer Abstammung vor fremdrassiger Beimischung zu schützen und das vorhandene gute Erbgut zu fördern. Es gäbe in Deutschland zwar keine einheitliche Rasse, die Bevölkerung gehöre vielmehr fünf verschiedenen an, die alle hohen Wert hätten. Im allgemeinen werde das künftige bürgerliche Recht auf rassischer Grundlage beruhen. Für Staatsangehörige nichtarischer Herkunft sei eine Fremdengesetzgebung zu schaffen; die> Mischlingsfrage-, müsse gelöst werden. Erst wenn die Rassegesetzgebung in allen Einzelheiten durchgeführt sei, werde die Zeit gekommen sein, den Rassegedanken in Jen allgemeinen Teil des bürgerlichen' Rechtes einzubauen. (ITA.) „Beth Chinnuch" der Berliner „Agudas Jisroel". Berlin, 11, März. Die Ortsgruppe der „Agudas Jisroel" in Berlin hat beschlossen, zu Beginn des Sommersemesr ters ein „Beth Hachinnuch" zu eröffnen, Zweck de» - B. R* wird e» sein, junge Menschen in». Alter von

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