Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 12 (21.3.1935)
- Date
- 1935-03-21
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 Nr. 12 Israelit 21. März 1935 Zum Problem der Awodath Iwrith. Von Rabb. Moses Findling in Elberfeld. I. Wer einen Einblick in das Denken und Fühlen unserer Jugend hat, der weiß, daß das Problem der maj? mmy heute im Mittelpunkte ihres Denkens und Strebens steht. Man tut der Jugend Unrecht, und man will sie einfach nicht verstehen, wenn man ihr unterschiebt, daß nur augenblickliches, egoistisches Streben die Veranlassung dafür ist, daßmatfnTQjrzum Zentralproblem von ihr erhoben wird. Die heutige Jugend denkt mit Recht konsequent weiter. Es handelt sich wirklich nicht nur darum, daß die hier wirtschaftlich völlig entwurzelte Jugend drüben in Arbeitsmöglichkeit haben soll, obwohl diese Tatsache allein auch genügen müßte, um in n^as? HTOJ? eines der wichtigsten Probleme der Jetztzeit zu erblicken, von deren Lösung doch der Aufbau von i"K als nationaler Heimstätte abhängig ist, die Jugend sieht vielmehr in dieser Frage die gesamten nationalen und sozialen Probleme verankert. Sie hat innerst erlebt, wie all die nationalen und sozialen Geborgenheiten zusammengebrochen sind, in denen man sich bisher geborgen gefühlt hatte, und sehnt sich nun danach, daß in ">"K* wo ein neues nationales und wirtschaftliches Leben aufgebaut wird, dieses Leben sich im wahrsten Sinne des Wortes national und sozial gestalten soll. Insbesondere ist es das Streben unserer orthodoxen Jugend, sich endlich von der z. T. unjüdischen, kapitalistischen Wirtschaftsauffassung freizumachen, um drüben in ">"a ein nationales und soziales Leben im Sinne der min aufzubauen. Indem die Jugend auf die schwierigsten körperlichen Berufe umschichtet, zeigt sie, daß sie bereit ist, ihr größtes Opfer dafür zu bringen und verlangt nun die Unterstützung des gesamten bb> Sie verlangt auch — und dieses mit vollem Recht — von unseren geistigen Führern und von der orthodoxen Oeffentlichkeit eine klare und eindeutige Antwort auf all die Fragen, die sie bewegen, vor allem aber auf das Problem Irin? nroj?- Der mwn njn zu diesem Problem ist nicht schwer zu erkennen. Klar und eindeutig bekennt sich die min zu mar nTDJ?« Am Schlüsse der ^31* nö"»»^'und n^IKl Gesetze in m> deren Ziel und Zweck doch ist, jedem Einzelnen ins Gewissen zu rufen, daß das Ziel aller wirtschaftlichen Tätigkeiten nur in der Erreichung des Glückes der gesamten Nation liegt, und um dieses ma^willen, jeder auf gewisse wirtschaftliche Vorteile zu Gunsten des anderen verzichten soll, steht das rnwim- Gesetz. Es bildet gewissermaßen die Krone aller bisherigen Gesetze, und ist ihr Endzweck: -p? IT DDD1 TnN *pa* "Ol «*py tii nffim u in rpTnm Der DT) sagt klar heraus, was damit gemeint ist: IVB? inrpjn bfr Der Zweck ist, den anderen zu stützen, solange er noch mit eigener Kraft seinen Lebensunerhalt verdienen kann. Warte nicht, bis er derartig gesunken ist, daß er seine Hand ausstrecken muß, um wohltätige Gaben erbetteln zu müssen. Dieses drückt ihn herab und er wird in den Augen anderer Menschen als sozial tieferstehend betrachtet. Im jüdischen Volke aber sollen alle Glieder als gleichberechtigte und freie Menschen im Leben stehen und wirken, nnaj? b& i6l OH naj?» AllennSCdie aus diesem "D npTTim entspringen, sind mithin nicht nur zur Regelung der Verhältnisse zwischen dem wirtschaftlich Starken und Schwachen bestimmt, sondern sie sind grundlegend für das gesamte soziale und nationale Streben des Volkes. Es handelt sich also um ein nationales Gebot ersten Ranges,.das uns G'tt hier aufgetragen hat und muß von der Perspektive der gesamten nationalen Wohlfahrt gewertetundbetrachtetwerden! Unter dieses Gebot fällt natürlich auchn'iaymiayWenn man in der Lage ist, einen fremden Menschen als Arbeiter zu beschäftigen, um ihm dadurch eine n03"13-Möglichkeit zu geben, so muß dieser an erster Stelle „Dein Bruder" sein. Deutlich sprechen dieses auch die b"m zu nm aus. i6n nnp Knn »6 naip nnxva "Di •p im *a •(uipW nas? na? napn ^a b"t\ nay naj? Der a"3s? imna 'na "Sa D"3m zählt die 8 Stufen der np>TX auf. Die höchste Stufe ist, einem Menschen zurnonszu verhelfen, solange er sie noch mit eigenen Händen erarbeiten kann. „Acht Stufen gibt es bei der npTXmxa eine ist höher als die andere. Die größte Stufe, über die es eben nichts Höheres gibt, ist die, daß man einen Juden, der verarmt ist, stärkt, indem man ihm ein Geschenk oder eine Anleihe gibt, oder mit ihm irgend etwas msnwa unternimmt, oder ihm Arbeit zukommen läßt, um ihn zu stärken, so daß er nicht nötig hat, der Wohlfahrt zur Last zu fallen. Bezüglich dieser Sache sagt die min: „Stärke ihn, der Fremde und Eingeborene er lebe mit Dir! d. h. stärke ihn, damit er nicht falle und den Menschen nötig hat." Ebenso entscheidet auch der in '*o 1*1» 1"0 tJ"BT II. Das eigentliche Problem entsteht erst, wenn die Frage auftritt, ob und wieweit man verpflichtet ist, dem Juden im heiligen Lande einen Lohnaufschlag zu geben, wenn er für den Lohn, den der Nichtjude zu nehmen bereit ist, nicht arbeiten kann. Diese Frage ist in bekanntlich sehr aktuell, weil der Araber ein äußerst primitives Leben führt und mit wenig Lohn zufrieden ist, während der Lebensstandard des Juden ein viel höherer ist, und er daher einen viel größeren Lohn haben muß. Der Jude würde mit dem Lohn, den der Araber erhält, in ganz kurzer Zeit körperlich und seelisch zu Grunde gehen, von einem niXan DTj? MMUH n! FESTGESCHENKE XU PESACH DAS HOHELIED (£3 ' T v> n T V) von OBERRABBINER Dr. CARLEBACH, Altona Hebräischer Text mit Übersetzung, Einleitung und Kommentar, Prachtausgabe in Groß-Quart als Geschenkband..........Jl 10.— Die gesamte jüdische Presse hat sich über das Buch in enthusiastischer Weise geäußert- Es sollte kein jüdisches Haus geben, in dem nicht Jung und Alt an Hand der genialen Deutung Carlebachs in den Geist des Hohenliedes eingeführt wird. DIE DREI GROSSEN PROPHETEN von OBERRABBINER Dr. CARLEBACH, Altona 133 Seiten, Preis in steifer Broschur....... ". . . . . 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