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Der Israelit · 1935-03-07 · Heft 10 (7.3.1935) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 10 (7.3.1935)
Date
1935-03-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
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7. März-1935 De l -s r a e 1 i t Nr. 10 Neue wirtschaftliche Lebensformen. (Fortsetzung von Seite 1.) tionen — so£ern sie sich nicht inzwischen in einem jieuen Weltkrieg gegenseitig das Lebensr licht ausblasen — auch für Millionen Juden ein neuer Boden Tder Existenz geschaffen werden könnte. Diese Erwägungen drängen sich auf, wenn man das Januarheft der von uns bereits wiederholt erwähnten und empfohlenen neuen Zeitschrift „De r A u 's w e g " durchliest, das in einer ganzen Reihe von Aufsätzen diese Frage der W e 11 k o 1 o n i s a t i o n behandelt. Es werden da eine stattliche Anzahl von hervorragenden Sachverständigen aller Kulturländer mit wohl motivierten, mehr oder minder ausführlichen Betrachtungen ins Feld geführt, die alle darauf hinausgehen, daß zur Ueberwindung der gegenwärtigen wirtschaftlichen und ins Politische ausmündenden; W e 11 k r i s e ein Aus gleich der; B e vö1k er un g en .Euro p a s un d der an der en Kont in ent e ' planmäßig durchgeführt werden müsse. Der Bevölkerungsüberschuß, der Europa drückt, muß wieggeführt werden in jene Gegenden der Erde, wo-es noch unausgenützte Möglichkeiten in Fülle gibt. Iri Afrika könnten nach vorsichtigen Berechnungen, so meint Felix Moeschlin in einer jüngst erschienenen Broschüre über Siedlungspolitik, noch 1500 Millionen Menschen leben statt bloß 143 Millionen, in Australien 300 Millionen statt 7 Millionen, in den Vereinigten Staaten 480 Millionen statt 125 usw.' Die Ergreifung des Siedlungsproblems in großem Maßstabe und unter Anwendung aller heute verfügbaren technischen Mittel ist natürlich nur auf Grund bewußter Solidarität der. Kulturwelt durch ein Gremium, wie es der Völkerbund heute zwar noch nicht ist, aber werden könnte, möglich. Vielleicht wäre es dann keine Utopie, zu glauben, , daß im Rahmen einer solchen planmäßigen Massenumsiedlung auch für eine Heilung der zum Himmel schreienden wirtschaftlichen Not des Gstjudentums und für die zur A Wanderung gezwungenen deutschen Juden bis einem gewissen Grade gesorgt werden köno Es ist durchaus nicht gesagt, daß hiermit vertretenen Tendenzen im Wid spruch ständen zu der ' großen Heimk< des jüdischen Volkes nach seinem Stammlan die sich heute wie ein Geschichtswunder unseren Augen vollzieht und die irgend abzuschwächen oder zu verhindern ge^ kein thorabewußter Jude verantworten köni Zu 'den dünn bevölkerten Gebieten der E gehören ja auch die Nachbarländer Er J i s r o e 1 s. Eine Million osteuropäischer den, in diesen Nachbarländern angesiedelt, w den gewiß keine Schwächung, sondern eine ,e nente Stärkung und Sicherung jeder dischen Siedlung in Palästina darstellen. Ue die politischen Probleme, die sich mit einem i chen Aspekt verknüpfen, soll in diesem Zus< menhange nicht gesprochen werden. Eines ges wird ja schließlich doch eine vernünfl Auseinandersetzung mit dem arabischen Na nalismus und den berechtigten arabisch-natio AUFRUF! I 1 Ii In einer Zeit, da alle Kreise des deutschen Judentums sich wieder auf ihre rein jüdischen Aufgaben besinnen, ist es die erhöhte unabweisbare Pflicht der Orthodoxie, sich erneut zum Bewußtsein zu bringen, daß nicht das individuelle Pflichtenleben allein die von G'tt jedem Einzelnen gestellte Aufgabe ist, daß wir heute mehr denn je die Worte der großen Führer unserer Zeit zu beherzigen haben, die auf der. Kenessio Gedaulo als absolute religiöse Verpflichtung ("litt} Sin) eines jeden Jehudi erklärt haben, außer der Zugehörigkeit zu seiner Kehillo sich dem großen Zibbur eingeordnet zu betrachten, der in der Agudas Jisroel-Weltorganisation besteht. Diese religiöse Pflicht erfüllt der Einzelne durch seinen Beitrag an die Ortsgruppen der Agudas Jisroel, durch Teilnahme an deren Veranstaltungen und durch Mitwirkung an den praktischen Aufgaben der Agudas Jisroel (Unterstützung des Keren Hajischuw, Keren Hathpra, Beth Jacob, Arbeitsvermittlungs- und Berufsberatungsstelle, Limmudamt). Während wir in den vergangenen Jahrhunderten des Golus einzig rjjnd allein durch Lernen und Lehren der Thauro, durch gottgefälliges Tun im Einzel- und örtlich begrenzten Kehilla-Leben unsere geistige Existenz durch alle Nöte der Zeiten gerettet haben, ist es heute eine der uns von der göttlichen Vorsehung gestellten Aufgaben, im Zusammenschluß aller Kräfte auf dem Boden der Thora g'ttlichen Willen auf- Erden zur Verwirklichung zu bringen. Noch nie war die Mahnung unserer großen Mussarlehrer zur Betätigung von mnK Ii ' ein so dringendes Gebot, wie;<in unseren Tagen. Weitaus größer als das soziale Elend ist die religiöse Not der jüdischen Seelen. Pflegen und vertiefen wir darum das jüdische Gemeinschaftsgefühl und verwirklichen wir den Zusammenschluß der Jereim im Schöße der Agudas Jisroel zum Wohle der Einzelnen und der Gesamtheit. Aus diesem Bewußtsein der Verbundenheit mit dem Klall Jisroel werden wir die Kraft schöpfen, die schweren geschichtlichen Prüfungen zu bestehen und unsere Kinder m. G. H. einer besseren Zukunft entgegenzuführen. Der Vorstand der Landesorganisation der Agudas Jisroel in Deutschland l i. A: Rabbiner Jos. LuHorovft ■ P» 1 1 $W I i I i| ip II im 1| ll ■ l| 4 wk Iii .in

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