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Der Israelit · 1935-02-28 · Heft 9 (28.2.1935) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 9 (28.2.1935)
Date
1935-02-28
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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"'V>.'r>T,~;W>-^Y?!£-"'?sp?^S$g3$gS«M8»&$! Seite 8;vNr. 9, 0;ne 1 ivr «;ejli( 28. Februar 1935 orthodoxen Jugendkreisen eine lebhafte Bewegung eingesetzt, überall; Agudagruppen zu bilden und!neüe Positionen für den Agudagedanken zu schaffen: Sehr verdient machte sich auf dem Gebiete Herr Bv A b e l mann, der ryon einer.. Erez .-Israel-Reise' zurüjckge kehrt, eine große Werbetätigkeit eröffnete. Palästina. Aus dem agudistischen Leben in Erez Jisroel. T e l A w i w., 19.. Febr, Der bekannte Poniwes c her R aw, Rabbi Jo sef Kahnmann, Mitglied des Mauezes Chachme Hathäuro der „Agudas Jisroel", ist in Erez Jisroel eingetroffen und-wird als Vertreter Litauens im Rah-t men, der Agudo-Delegation, an deren Spitze J. M, Lewin-Warschau steht, mitarbeiten. — Benjamin M ü n z ist ron seiner Europareise heimgekehrt. — Am vorigen Dienstag fand hier der feierliche Verlosungsakt der Kwuza der Poale Agudas Jisroel in Tel Awiw für die Schechuna der Poalim in Ramat- G a n statt. Der Vorsitzende der Niederlassung, Herr Josef B erkowi'tz, eröffnete die Versammlung und übertrug die Leitung Herrn Schlomo König. Die Grüße der Palästina-Zentrale überbrachte Herr Benjamin Münz, diejenige der Poalim-Zentrale Herr Sei f Fischer- Schein. Es sprachen noch die Herren Dr. med. Jacob S e g a 11 und Dowid Zwi S i 1berstein. An die Verlosung schloß sich ein ge^ mütliches Beisammensein an, das in gehobener Stimmung die Chawerim bis spät in die Nacht zusammenhielt. Das Interesse der Chawerim an der Niederlassung ist sehr groß. Am Sonntag, den 21. Adar veranstaltet die Poale Agudas Jisroel-Gruppe eine Gedenkfeier für den heimgegangenen Bendiner Raw,. Rabbi Chanoch Lewin fe"ST- Es werden sprechen die Herren Rabbiner Kahn mann, Poniwesch, Rabb. Jenseiewitz und Dowid Zwi Silber stein. Eine neue Abteilung der Poale Agudas Jisroel ist in Rischon I'Zion ins Leben gerufen worden. Am Sabbat-Abend fand die Eröffnung durch den Chawer Prag aus Petach Tikwa statt und in dieser Woche wird die Anstellung eines Sekretärs und die Eröffnung einer gemeinsamen Speisehalle erfolgen. — Eine neue Abteilung der Poale Agudas Jisroel wird demnächst in Raanana eröffnet. — Namens der Warschauer Palästina-Zentrale wurde Herr David W a rschawiak zum Leiter der Erziehungs- und religiösen Angelegenheiten der Poalim und Zeiirim ernannt. Die Zentrale der Poalim hat ein besonderes Rundschreiben in dieser Angelegenheit an alle Abteilungen versandt. * * Jerusalem, 19. Febr. Am Sabbat Abend fand ein von der Jerusalemer Agudas Jisroel und dem Waad hair Aschkenasi veranstalteter Empfangsabend für Oberrabbiner Ungar, Nitra und Jacob Joel Braun statt, der einen interessanten und lebhaften Verlauf nahm. Nach den offiziellen Ansprachen Rabbi Mosche Blaus und des Nitraer Raws ergriff einer der neuen Olim, Herr Kleinlehrer, das Wort, um sich mit den bisherigen Methoden und Erfolgen der agudistischen Arbait. auseinanderzusetzen. Ihm erwiderte in temperamentvoller Weise Rabbi Refoel K a t z e n e 11 e n b o g e n und es schloß seih daran eine offene, aber in freundschaftlichsten Formen verlaufene Aussprache, so daß die Versammlung erst spät in der Nacht ihr Ende erreichte. Am darauffolgenden Tage fand bei starkem Andrang ein Referat Rabbi Mosche Flau's über seine Reise durch die Länder der Diaspora statt. Die Rede schilderte in eindrucksvollen Worten die Lage insbesondere in Deutschland und Polen und den neuen Auftrieb, den die Arbeit für Erez Jisroel in diesen Ländern, insbesondere aber in Polen gefunden hat. Redner erblickt in der neuen Epoche der Erez Jisroel-Arbeit eine Zeitenwende, aus der man das unmittelbare Walten der g'ttlichen Vorsehung, wie vielleicht noch nie seit Hunderten von Jahren erkennen könne. Auf Veranlassung des stellvertretenden Obersekretärs der Palästina-Regierung werden in Kürze die Verhandlungen zwischen Agudas Jisroel und Waad leumi in der Gemeindegesetz-Frage wiederum aufgenommen werden. Ex-König Ali vom Hedschas gestorben. Jerusalem, 21. Febr. - Wie aus Bagdad gemeldet wird, ist dort Ex-König Ali vom. Hedschas, der älteste Sohn; König Husseins und ein - Brtfder1 Emir - Abdullahs von^ Transjordanien sowie des . verstorbenen Königs Faisal -vom Irak, einem Schlaganfall; erlegen. ExrKönig Ali hatte schon vor einiger^ Zeit, als er bei. seinem- Bruder. Abdullab in Amman zu Besuch' weilte, einen Schlaganfall1 erlitten, von dem : er sich,? aber* wieder - erholte, r Emir. Abdullah, der sich, auf:die.;Nachricht, daß sich der Zustand des Ex-Königs verschlimmert habe, nach Bagdad begab,' traf seinen. Bruder nicht mehr am Leben an. 1925 hatte König Ali vergeblich versucht, die Reste seines Reiches gegen Ibn Saud zu verteidigen. Dschedda, wohin er sich vor den Angriffen Ibn Sauds zurückziehen. mußte, konnte nur dank der Unterstützung durch englische Kanonenboote gehalten werden. Ali begab sich zunächst nach. Amman, dann nach Bagdad, wo. er König Faisal in den. Regierungsgeschäften unterstützte. Ein. Plan, ihn: zum Herrscher über Syrien unter französischer Oberhoheit zu machen, kam nicht zustande. (ITA.) Von den Schattenseiten der palästinensischen Prosperity. Jerusalem, 21. Febr. In „Doar Hajom" äußert sich der Führer der jüdischen Kolonisten in Palästina, Mosche Smilansky, über die wirtschaftliche Situation in Palästina. Er stellt folgende Zeichen der Prosperity fest:, 1. die große. Aufnahmefähigkeit Palästinas, die jetzt 50.000 jüdische Seelen jährlich wirtschaftlich absorbiert; 2. die wirtschaftliche Prosperität und das Fehlen von Arbeitslosigkeit, ja das Bedürfnis nach neuen Arbeiterhänden; 3. die Palästinaverwaltung ist die einzige in der Welt, die auf einen hohen Budget-Ueberschuß hinweisen kann, das gleiche tun die Kolonienräte; 4. das Land ist gesättigt mit Kapital, der Zinsfuß ist sehr niedrig; 5. Regierung, Jewish Agency, Selbstverwaltungen und große Privatunternehmungen erhalten ausländische Anleihen unter guten Bedingungen; 6. die große und die kleine Industrie entwickeln sich gut. Diesen günstigen Zeichen stehen negative gegenüber: Die passive Handelsbilanz darf nicht ewig bleiben. Palästina kauft ein Vielfaches dessen, was es verkauft. Wenn man sogar annimmt, daß 60 Proz. der Importe in diesem im Aufbau befindlichen Lande zur Schaffung neuer Werte bestimmt sind, die ihrerseits zur Erhöhung des Exportes einmal beitragen werden, so ist das Resultat immer noch: der Import übersteigt den Export um das Doppelte. Beunruhigend ist es, daß Palästina als Agrarland Agrarprodukte (Fleisch, Butter, Früchte -usw.) für zwei Millionen Pfund jährlich einführt. Das Land ißt doppelt soviel auf, wie es produziert, der jüdische Jischuw sogar das Vierfache seiner Nahrungsmittelproduktion. Ein weiteres schlimmes Zeichen: die Industrie, die die Prosperität und die Aufnahmefähigkeit hauptsächlich geschaffen hat, ist die Baubewegung; diese ist aber keine gesunde und kontinuierliche Industrie. Alle Krisen in der Welt beginnen bei der Bau-Industrie, sie ist immer der Sündenbock. Nicht nur in Polen und Deutschland, auch in England und Frankreich kauft man heute Häuser zum halben Herstellungspreis. Die aus dem Ausland importierten Buamaterialien sind ebensowenig produktiv wie die importierten Nahrungsmittel. Die Bau - Industrie schwächt während ihrer Prosperität die anderen Produktionszweige (keine andere Industrie ist in der Lage, dem Arbeiter so hohe Löhne zu zahlen wie die Bau-Industrie), so daß, wenn sie selbst einmal stillsteht, die Zehntausende in ihr beschäftigten Arbeiter nicht leicht in andere Produktionsgebiete werden überführt werden können. Smilansky charakterisiert die seiner Meinung nach abnormale Lage durch folgende Episode: „Ich traf unlängst einen alten Bekannten, einen arabischen Orangenhändler aus Jaffa, der 2000 Dunam Orangenboden zum Doppelten des Preises, den ich geboten habe, gekauft hat. Ich fragte ihn, wie er einen so hohen Preis zahlen konnte. Er erwiderte: „Ich habe soeben an Juden 200 Dunam sandigen Meerboden im Süden von Jaffa für den Preis von 42,000 Pfund verkauft; was soll ick mit dem Gelde anfangen?" . : Smilansky sieht den einzigen Weg zur Abwehr der kommenden Krise in der' Schaffung "positiver Werte auf allen Gebieten und insbesondere in der Landwirtschaft. Personalien. Hamburg, 20. Febr. Mit der am 14. Februar (11. Adarl) aus dem Leben geschiedenen Frau Regina B a c h r a c h geb. Moritz endete das arbeits- und! segensreichste Dasein einer in vielen Beziehungen einzigartigen-Frau. Einer orthodoxen, alteingesessenen Mainzer Familie entstammend, heiratete sie nach Hamburg in eine gleichgesinnte Familie. Der so frühe! und plötzliche Tod ihres treusorgenden Gatten Isaac Bachrach b't veranlaßte sie, eine Haushaltungs- Schule zu gründen, die sich in ganz kurzer Zeit größer ten; Ansehens und Zuspruchs aus dem_ In- und Auslände erfreute. Größte Gewissenhaftigkeit, Opferfreudigkeit, mütterliches Besorgtsein für ihre Zöglinge wetteiferten mit ihrer Tüchtigkeit, Geschicklichkeit und ihrem Organisationstalent. Stets auf dem Boden'- wahrer Frömmigkeit und jüdischer Tugenden, wurde ihr schönes Heim bald "zu einem Mittel- und Treffpunkt der Jugend, die sich in ihrem gästfreien Hause sehr wohlfühlte. Nach langem ^schwerem, mit größter Geduld ertragenem Leiden wurde sie, erst 48 Jahre alt, durch den Tod erlöst. Bei der Ueberführung vom Krankenhause der Gemeinde, sowie auf dem Friedhof in Langenfelde hatte sich neben den Verwandten und Freunden der Verewigten eine große Zahl Leidtragender eingefunden. Herr Israel M e y er, - ein Schwager der Verstorbenen, zeichnete ein getreues Lebensbild unter besonderer Betonung ihrer großen Charaktereigenschaften und eminenten Fähigkeiten, Ihr Andenken wird bei Jedermann, der ihr im Leben nähertrat, ein gesegnetes bleiben. rrasan Fulda, 20. Febr. Herr ' Lehrer Abraham Sonn tritt nach zurückgelegtem 62. Lebensjahre mit dem 1. April ds. Js. in den Ruhestand. Mit Bedauern sieht die Gemeinde den gewissenhaften Beamten der Schule und der Gemeinde aus dem Dienste scheiden, da Herr Sonn bei voller Rüstigkeit und jugendlicher Körper- und Geistesfrische das Feld, seiner Tätigkeit verläßt. Zu seinem Nachfolger hat die Regierung zu Kassel Herrn Iwan Gold Schmidt, Lehrer an der Jüdischen Volksschule zu Wüstensachsen zum 1. April ernannt, — Am gleichen Tage blickt Herr Lehrer Möller auf eine 25jährige segensreiche Tätigkeit an der hiesigen Jüdischen Volksschule und Gemeinde zurück. Wie verlautet, plant die Jüdische Gemeinde eine kleine Feier, durch die der Abschied des Herrn Sonn und das 25jährige Ortsjubiläum des Herrn Möller begangen werden soll. Verden (Aller), 21. Febr. Unsere kleine Gemeinde verlor in Samuel Schräg e n heim einen ihrer Besten. Im Elternhause, im Geiste der Thora großgetvorden, stellte er das Vorbild eines echten Jehudi für die Gemeinde. Darüber hinaus leistete er Wertvolles als erster Vorsteher der Gemeinde, solange es ihm seine Kräfte erlaubten. Durch seine Charakterfestigkeit in Verbindung mit reichem Thorawissen und weltlicher Bildung hatte er es verstanden, die Gemeinde in jüdischen Körperschaften und den Behörden gegenüber wirkungsvoll zu vertreten. Mit ihm, der kurz vor Vollendung des 8. Lebensjahrzehnts von uns ging, ist die dritte Generation der Familie Schragenheim, die unserer Gemeinde seit über 100 Jahren 7131öS WM und oions stellte, auf dem hiesigen o"»nn n-u bestattet. Es war ihm noch beschieden, seinen Sohn als Vorsteher der Gemeinde gewählt und in seine Fußtapfen treten zu sehen. Eine große Kinder- und Enkelschar, eine betrübte Gattin, und nicht zuletzt eine nbTip»/ die ihren Besten verloren hat, trauern um ihn. rrnxin Commandant Armand Lipman. Paris, 24. Febr. Im Alter von 77 Jahren starb Commandant Armand L i p m a n , Inhaber des Ordens der Ehrenlegion. Eine der markantesten Persönlichkeiten des jüdischen Frankreichs war Commandant Lipman. Ein Sohn des früheren Oberrabbiners von Lille, war er von einer tiefen Religiosität beseelt, die er nicht allein in der Idee pflegte, sondern auch in der Praxis betätigte. Unzählige Aufsätze hat Lipman in jüdischen und nichtjüdischen' Zeitschriften veröffentlicht, um, wenn es nötig war, , seine Glaubensgenossen nach außen zu verteidigen oder sie nach innen zu belehren und zu beraten. Er war auch ein guter Kenner des hebräischen und jüdischen Schrifttums und Freunde erinnern sich, in seinem Hause in Beifort, als er dort als junger Offizier stationiert war, in einer schön geschmückten Sukkah bewirtet worden zu sein. Dem nationalen Zionismus schloß er sich nie an, dagegen bewahrte er aufrichtige Liebe für alle Agenden der Agudas Jisroel und insbesondere für die Palästina-Arbeit der orthodoxen Weltorganisation. Er war auch eine Zeitlang eifriger Förderer der Agudas Jisroel in Frankreich. Bis ihn leider eine schleichende Krankheit ans Bett fesselte und zwang, sich vom öffentlichen Leben ganz zurückzuziehen. Als ein aufrichtiger Freund des Thorajudentums ging er von dannen, und wir werden ihm ein ewiges dankbares Gedenken bewahren. •rrn23n

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