Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 9 (28.2.1935)
- Date
- 1935-02-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Tt^-af- ^^Hissg?^?^^^ Seite 6 Nr..9 I i r a. e l 28.. Februar 1935 sehen deutschen Staatsangehörigen arischer Abstarri mung verboten sei, wenn" die Frau ein Kind; habe, dessen nichtarische Abstammung nachweisbar sei Dem deutschen Staatsangehörigen, sei es ein Mann odef eine Frau, -Solle man den Eheverkehr, mit einer Person, deren nichtarische Abstammung ihm bekannt sei, bei Strafe (nur Freiheitsstrafe) verbieten. Die. not wendige Ergänzung finde die Vorschrift .in der Bestimmung, daß ein deutscher Staatsangehöriger nichtarischer Abstammung, der die Tatsache seiner nichtari sehen Abstammung. dem unwissenden Partner ve r - s c h w e i g e , dafür bestraft -werde.-.-Für nichtarische Ausländer sei aus naheliegenden Gründen eine . entsprechende Vorschrift nicht vorzusehen; aber in die sen' Fällen werde in der Regel die Kenntnis dieser Tatsache beim Täter vorliegen. . - "Eine weitere Vorschrift befaßt sich mit dem der Würde deutschen Volkstums, entsprechenden. Verhalt e n i m persönlich e n Verkehr mit Angehörigen fremder Rasse,-n. Wer, ob wohl'er deutscher Staatsbürger arischer Abstammung sei, mit einer Person niclrtarischer Abstammung in Kenntnis dieser Tatsache öffentlich oder nichtöff ent lieh in einer Weise persönlich verkehre, die gegen das völkische Empfinden verstoße, sei zu bestrafen. Die Möglichkeit, in besonders krassen Fällen die' Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auszusprechen, sei zu eröffnen. Man solle nicht einwenden, daß damit einem willkürlichen richterlichen Ermessen die Schranken geöffnet würden; denn es sei für einen Nationalsozialisten zweifelsfrei, wo die Grenzen lägen. Daß mit dieser Vorschrift in keiner Weise dem in Deutschland hochgehaltenen Gastrecht und dem in Würde und gegenseitiger Achtung verlaufenden Verkehre mit Angehörigen anderer Völker Abbruch geschehe, bedürfe keiner Betonung; daß es jedoch hierzu nicht notwendig gehöre, z. B. den Töchtern des Landes die bereitwillige Preisgabe der aus ihrer Abstammung folgenden Würde zu gestatten, sei ebenso selbstverständlich. Es handelt sich hier um eine Privatarbeit, für die auch die Schriftleitung der Zeitschrift die Verantwortung ablehnt. Phantasieen über die Judenirage, Düsseldorf, 22. Febr. » Wie die „Volksparole" in Düsseldorf meldet, sprach Dr. Johann von L e e r s in einer sehr gut besuchten Versammlung im Düsseldorfer Planetarium über die Judenfrage. Nach dem Bericht der ,,Volksparole" gab Dr. von Leers einen tiefen Einblick in das völkerverderbende Wirken des internationalen Judentums. Er schilderte, „wie diese Wüstensöhne von Osten her in Aegypten eindrangen nud nach kurzer Zeit zum Ausbeutervolk dieses Landes wurden. Als sich dann Aegypten gegen sie erhob, schloß sich ihm das verbrecherische Gesindel dieses Landes an und Arm in Arm mit ihnen zogen sie mordend und zerstörend bis nach Palästina." In Palästina, so sagte Dr. von Leers weiter, hätten die Juden als Oberschicht geherrscht, die Ureinwohner geknechtet und für sich arbeiten lassen. Zur Zeit der Römerherrschaft über Vorderasien seien die Juden als Geldgeber aufgetreten, um es so zu erreichen, daß Leute ihres Stammes zu Statthaltern der Provinzen, eingesetzt wurden, um dann das Volk auszusaugen. Durch den Einfluß des Judentums habe di Korruption im römischen Staate zugenommen. Im West- und Ostgotenreiche hätteni so sagte Dr, Yon Leers weiter, die Juden auf Grund der sprichwörtlich gewordenen; germanischen Objektivität und der ebenso sprichwörtlich gewordenen jüdischen Verschlagenheit Positionen errungen, bis sie schließlich in Frankenreich zu maßgebendem Einfluß gelangten. Zur Zeit der Römerzüge der deutschen Kaiser seien die Juden Geldgeber der Kaiser und Fürsten gewesen. Später sei aus dem Geldleiher. der Hofjude geworden, „aus dem' Hehler wurde der Führer großer Räuberbanden." Nach Besprechung der Entwciklung in der neueren Zeit schloß, wie die „Volksparole" weiter berichtet, Dr. von Leers seinen Vortrag mit dem Hinweis darauf, daß die judenfeindliche Haltung Deutschland im Auslande nicht in dem Umfange geschadet habe, wie! es die Emigranten-Presse hinstelle. „Vor allem ha-: ben wir uns gerade in vielen östlichen Staaten Sympathie für unseren Kainpf gegen,;dieses ,Wüs.te#y.plk; Neueste WirtWchaftsRachrichten; aus Erez Jisroel. - * ...... ... ■- (Nach Palnews.) H a i f a. Unter Führung der Irak Petroleum Co. und 'der Imperial Chemical Industries soll hier eine P e.t.r o he u m r a.f f i'H ner ie errichtet werden. Da .auch in Tripoli eine solche errichtet wird und Italien und "Frankreich selbst Raffinerien besitzen, wird das neue Unternehmen im wesentlichen für den palästinensischen Bedarf arbeiten. Ja'ffa. In der Nacht zum 9. Februar sind in Spanien erneut schwere Fröste aufgetreten, die der Orangenernte Schaden zufüg- ten. Tel Awi.w. Das Ägricujtural Economics and Marketing Committee unternimmt einen Vorstoß zur Einführung eines Clearingssystems für den palästine n s is c hen A uß e n h an d e 1. Es wird vorgeschlagen, daß alle Länder, die nach Palästina exportieren, gesetzlich verpflichtte werden, ein Drittel ihrer Exporte nach Palästina durch den Import palästinensischer Waren auszugleichen. Soweit bekannt, haben die Rechtsberater der Regierung erklärt, daß eine solche Regelung mit den geltenden Mandatsbestimmungen vereinbar wäre. England und Deutschland ha;c ben bisher schon ein Drittel ihres Exports nach Palästina in palästinensischen Importwaren bezogen. Doch würde das Abkommen für alle anderen Länder und von jetzt ab auch für Deutschland von größter Bedeutung sein. Auf die Dauer ist die Regelung eine unabweisbare Notwendigkeit für den palästinensischen Export. J e„r u s a 1 e n$J In Jerusalem ist eine Zeiitmgsgroßdrtiekerei, Beth-Dfus Leumi Ltd., mit einem Kapital von 15.000 Lst. gegründet worden. Die Druckerei hat den Maschinenpark der HassolelJPresse und der Druckerei . des Doar Hajom übernommen. Leiter ist Dr. Fischer. Tel Awiw.' Auf Grund der Ziffern für die Einfuhr, von Baumaterialien im ersten Halbjahr 1934 sind die Investitionen in der Bauwirtschaft für das Jahr 1934 auf etwa 10 Millionen Lst. zu schätzen. L a r n a c a (Cypern). Die hier in Betrieb genommene Fabrikniederlassüng der amerikanischen Zahnfabrik verzeichnet einen außerordentlich guten Geschäftsgang. Die Löhne sind sehr niedrig, ca. 50—55 palästinensische Müs pro Tag. Es werden meist Arbeiterinnen beschäftigt. Tel A w i w. Die Zigarettenfabrik Dr. W. Moses und N. Woskew i t z hat ihren Fabrikneubau in B n e Brak bezogen und beschäftigt 100 Arbeiter und Angestellte. Tel Awiw. Das Zentralbüro für industrielle und landwirtschaftliche Beratung, das vom American Economic Committee hier betrieben wird, hat 1934 insgesamt 1425 Kapitalisten und Touristen beraten. Von diesen stammten 56 Proz. aus Deutschland, 10 Proz. aus Polen. Für die Industrie interessierten sich von den Beratenen 59 Proz., für die Landwirtschaft 6 Proz., für Handel, Hotels und Restaurants 20 Proz. Es war dem Komitee «oft möglich, projektierte Doppelgrün-, düngen zu vermeiden. Das Komitee widmet! /auch den Exportmöglichkeiten der palästi-j nensischen Industrie ihre Aufmerksamkeit][ Tel Awiw. Gegen die projektierte, aber)* noch nicht beschlossene Verlegung des; E i s eh bahnknotehs von Ludd nach, Miliwe Israel wild von arabischer Seite ein starker Druck auf die Regierung. ausgeübt.' .Die Opposition stützt sich natürlich nicht; auf wirtschafts- und verkehrspolitische Er-* wägungen. — Die Erweiterungsarbeiten im Haifaer Hafen sollen am 15. Februar aufgenommen werden. Jerusalem. In der Zeit vom 17. Januar bis 7. Februar wurden 11 Aktiengesellschaften, 16 Genossen-; schatten, 57 Teilhabergesellschaften und. eine ausländische Gesellschaft ins Handels- ] register eingetragen. Von größeren Gesellschaften ist eine arabische Industriebank - | mit 30.000 Lst. Kapital bemerkenswert. Un-S: ter den Genossenschaften befinden sich 4 Produktionsgenossenschaften in Tel Awiw,' die von Zementarbeitern, Schuhmachern, Metallarbeitern und Silicatziegelarbeiter ge- 1^gründet, wurden.;,},,. ... :..-!) errungen, aber auch in den westlichen Demokratieü .beginnt es zu dämmern. Der Referent schloß seine Ausführungen mit der ernsten Mahnung, auch jetzt wachsam zu bleiben. Mit der Beseitigung, der Judetf" aus allen staatlichen Aeintern istnur die ernste Schlacht gewonnen. Es gilt den Kampf zu führen ge-, gen den jüdischen Geist, der. sich tief in die Welt eingefressen hat." Vom Thüringischen Gemeinde verbände. E i s e n'a c h., 18.'.Febr.. Auf einer Sitzung des 'T h ü r i n g i s eh e n L a nd e s-v erbähdes jüdisch er.'G e m e in den irt- Eisehach, bei der auch Vertreter des Preußischen Landesverbandes anwesend waren, wurde' einstimmigbeschlossen, den Anschluß des Thüringischen Landesverbandes und1' der ihm angehörenden. Ge:- meinden an den Preußis'clien. Landesverband durchzuführen. Im großen Rate des Preußischen Landesverbandes wird Herr - V o1 Im an fr', Meiningen, der' bisherige Vorsitzende ' des Thüringischen Landesverbandes, die thüringischen Gemeinden, vertreten. Der Anschluß wurde durch die ungünstige wirtschaftliche Entwicklung in den Gemeinden m Thüringen erforderlich. Oesterreich. Gegen die Ritualmordhetze. > Wien, 26. Febr. Von katholischer Seite in Oesterreich wird energisch gegen die Ritualmord hetze Stellung genommen. Die in Wien erscheinende katholische Monatsschrift „Der christliche Ständestaat" schreibt: ,,In Sachen Christian Loge (den Autor des berüchtigten Ritualmordbuches)>, über dessen „Wissenschaftlichkeit"; wir ,-kürzlich den hervorragenden und ver- dienten Herausgeber der „Seele" zu Worte kommen ließen, sind uns seit Erscheinen und Konfiskation seines Ritualmordbuches zahlreiche empörte Zuschriften zugekommen, die beweisen daß keineswegs nur „jüdischen Machenschaften'*' zuliebe diese Konfiskation erfolgte, sondern daß auch viele gut katholisch gesinnte, wahrhaftig nicht der besonderen Judenfreundlichkeit verdächtige Menschen diese unsachliche Art des Kampfes ablehnen. Mit diesen zahlreichen guten österreichischen Katholiken begrüßen auch wir es, daß ein solches Buch nicht mehr verbreitet werden darf undweisen es zurück, wenn Herr „Loge" seine in durchaus unwissenschaftlicher Weise vorgebrachten Anschuldigungen gar noch als „Verteidigung des katholischen Glaubens" aufzieht, als ob irgendwo in der katholischen Dogmatik der Glaube an jüdische Ritualmorde verlangt würde!!'" •. Auch die vom Pauluswerk herausgegebene katholische Missions-Zeitschrift „Erfüllung" nimmt in scharf ablehnender Weise gegen das Ritualmordbuch Christian Loges Stellung, das sie gerade vom christlichen Standpunkte aus auf das entschiedenste verurteilt. Ungarn. Die neueste Entwicklung in Ungarn. Budapest, 21. Febr. Der Kampf der ungarischen Orthodoxie gegen den Entwurf der neuen neologen Landesstatuten ist nun auf der ganzen Linie entbrannt,, Auf den 26. Februar ist der Zentralausschuß der orthodoxen . Landesorganisation zu einer außerordentlichen Tagung einberufen, um der Zentralkanzlei weitere Weisungen zur Durchführung dieses Abwehrkampfes um die Gewissensfreiheit orthodoxer Minoritäten in neologen Gemeinden zu erteilen. Von neologer Seite werden über das Zahlenverhältnis der beiden jüdischen Konfessionen in Ungarn folgende Daten veröffentlicht: Im Jahre 1930 stellte die Volkszählung die Zahl von 444 567 Juden in Ungarn fest, hiervon 204 731.in, der Hauptstadt Budapest. Davon sollen der, neologen Organisation im ganzen 302.145, der. orfhocloxen Organisation 124.982 Juden angehört haben, Status, quo-Juden 17 440. In der Hauptstadt Budapest selbst wohnten nur 12 000 Orthodoxe gegenüber 192.000 Neologe. Wie der Tifereth B a c h u r i m - L a nd e sverein mitteilt, sind ihm seitens der Agudas Jisroel-Weltorganisation zu den bisherigen 18 Zertifika.- ten weitere 10 Zertifikate zuerteilt worden. :; , t ■■ ■'• ...Aa \ ■■ :'; ' ".' ■'- - ■ r;r ■ :U -u. ' h-l:,.M