Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 7 (14.2.1935)
- Date
- 1935-02-14
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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14. Februar 1935 Der 1 s i a e 1 i t Nr. 7 Seite 5 statte in der" beschlossen wurde, den Waad Leumi aufzufordern* gemeinsam mit den Verwaltimgen der jüdischen Städte und Kolonien eine Aktion gegen diese Maßnähmen der Palästina-Administration durchzuführen, da die Ausbürgerungen eine große politische Gefahr für den Jischuw bedeuten. *> Wir sind über den Verdacht erhaben, für Achi-Meir, Jevin und ihre Freunde aus der Fakultät der...„Birjonim''' irri neuen Erez Israel eine besondere Vorliebe zu empfinden und ihre bürgerliche Verwurzelung im Lande als besonderen Segen anzusehen/ Nichtsdestoweniger müssen wir uns grundsätzlich dem Proteste gegen die Maßnahme der Ausbürgerung mit vollem Herzen anschließen." Was uns Juden Palästina, neben seinen V ergang enh eits - und Zukunftswerten, als Einwanderungsland so lieb und wert macht, ist die Tatsache, daß es das einzige Territorium in der Welt ist, welches Juden nicht als Golim, sondern als Olim betreten. Es gibt jüdische Emigranten in- Paris, in London, in Amsterdam und überall, nur nicht in Erez Israel. Jeder Jude fährt in den palästinensischen Hafen mit dem Heimat- und Bürgerbriefe in der Tasche ein, ganz unabhängig von seinem Passe und den Formalitäten seiner späteren Naturalisation. Und es wird.auch keinem Palästinenser einfallen, in dem Neuahkommenden einen Fremden zu sehen, Des Juden Palästinapaß ist von Tradition und Geschichte verbürgt. Er kann, wenn er gegen die Gesetze des Landes verstoßen hat, nach Recht und Gesetz bestraft werden, aber von keiner Instanz um das Heimatrecht in Erez Israel, das mit ihm geboren ist, gebracht werden. Achi-iyieir und Genossen haben ihre mehr oder weniger verdiente Strafe erhalten. Ihre Ausbürgerung könnte aber Präzedenzfälle schaffen, die zur Gefahr für den ganzen Jischuw werden, darum ist der Protest mehr als gerechtfertigt. Die positiven der Leipziger Von Rabb. Dr. A. Neuwirth in Berlin, Nachdem in diesen Blättern der äußere Verlauf der Leipziger Versammlung der traditionellgesetzestreuen" Rabbiner-Vereinigung bereits geschildert worden ist, möchten wir, als Teilnehmer, im Folgenden die konkreten Ergebnisse dieser Zusammenkunft darzustellen versuchen. 1. Was zunächst die Koscherfleisch - Versorgung betrifft, so konnte diese auf dem Wege einer dem Schulchan Aruch und dem neuen Reichsgesetz entsprechenden rituellen Schlachtung im Lande selbst für die nächste Zukunft nicht in Aussicht gestellt werden. Es wurde jedoch 'der Beschluß gefaßt, an alle Gemeinden die dringende Bitte zu richten-, durch Zuschüsse den armen Mitgliedern der Gemeinde die Dek~ kung des all ernotwendigsten Bedarfes an Koscherfleisch zu erschwinglichem Preise zu ermöglichen. Eine Rückkehr zum Judentum, zu der jetzt alle Anzeichen Vorhanden sind, kann ohne gewissenhaft rituelle Lebensführung gewiß nicht vor sich gehen. Angesichts des katastrophalen Rückganges des Koscherfleischverbrauches müßte gerade dieser Beschluß praktisch von allen Instanzen verwirklicht werden, denen die Wahrung der religiösen Interessen anvertraut ist. 2. In gewisser Beziehung noch wichtiger als die Koscherfleischverbilligung war folgender Beschluß: Von allen anwesenden Rabbinen wurde die das religiöse Bewußtsein schwer belastende Tatsache konstatiert, daß man in Deutschland nur an äußerst wenigen Stellen koschere Tefiiiin, Zizis und Mesusoth erhalten kann. Sehr viele Händler beziehen aus dem Ausland ausgesprochen unbrauchbare Tefillin, Zizis und Mesusoth. Sowohl Gemeinden wie auch die Rabbinen haben gegen diesen offenbaren Mißbrauch geheiligter Institutionen bis heute kein durchgreifendes Mittel in Anwendung gebracht. Es sollen nun mit Hilfe der „Freien Vereinigung" in jeder Gemeinde Stellen eingereicht werden, von denen unter strenger Aufsicht des orthodoxen Rabbiners diese Ritualien verkauft werden sollen. Von jedem einzelnen Jehudi wird erwartet, daß er, nicht wie bis nun, in jedem beliebigen Laden seine Ritualien sich besorgt, Vielmehr wie bei Versorgung mit Koscherfleisch, die Zuverlässigkeit von Tefillin, Zizis und Mesusoth durch die Aufsicht seines Rabbiners sich sichert. Erst eine richtige Zusammenarbeit zwischen Publikum und Rabbinen, die nunmehr ihre Aufsichtsbefugnis auch über die nowendigen Ritualien ausdehnen müssen, kann den jetzigen unhaltbaren Zustand beseitigen. Des Weiteren sollen die Gemeinden veranlaßt werden, Schochtim, deren Tätigkeit durch das Schächtverbot aufgehört hat, einen Ausbildungskursus bei einem zuverlässigen Sopher absolvieren zu lassen, damit der Schochet die allernotwendigsten Reparaturen ah den Ritualien vornehmen kann. Evtl. soll eine besondere Kasse hierfür geschaffen werden. 3, Zu den schwierigsten Problemen unsrer Gegenwart gehört die Taharath-Mischpochoh-Frage. Es handelt sich hierbei an erster Stelle nicht um Ehen, die von Reformrabbinen geheiligt oder geschieden sind, vielmehr um gesetzestreue Juden, die den Sabbat und die Speisegesetze genau beachten, dabei aber die grundlegenden Reinheitsvorschriften der Tauroh, besonders das Niddahgesetz, vollständig außeracht lassen. Erst vor kurzem erschien .von einem genauen Kenner der Verhältnisse eine Statistik über die Frauen, die in Berlin die Mikwoh (Tauchbad) besuchen. Da wurde festgestellt, daß von den 25—30.000 konservativen Juden Berlins nur 775 Frauen monatlich die Mikwoh besuchen; ein gar zu kleiner Prozentsatz. Auch hierbei soll mit allen Kräften ein Versuch zur Abhilfe unternommen werden. Die Zeiten, in denen von der Kanzel herab Fragen wie das sexuelle Problem, Rassenreinheit und Frauenbiologie nicht berührt werden durften, sind glücklicher Weise längst vorbei. Heute, wo alle Versammlungen von Rassenfrage, Geburtensteigerung, biologischen Problemen widerhallen, wird auch das Ohr des jüdischen Publikums durch Aufrollung der ältesten Rassengesetzgebung der Menschheit, durch die Besprechung der diesbezüglichen Vorschriften der Tauroh, nicht verletzt. Ein jeder Rabbiner soll es sich zur Pflicht machen, oft und eindringlich die Gemeinde zur gewissenhaften Beobachtung der sexuellen Reinheits-Vorschriften der Tauroh zu mahnen und vor ihrer Verletzung zu warnen. Auch in den Frauenvereinen sollten ähnliche Vorträge gehalten werden. 4. Die Rabbinen haben auch zu der Frage Stellung genommen, ob im Notfalle eine Synagoge für eine öffentliche Versammlung hergegebenwerden dürfe. Diese erst in letzter Zeit, vielfach durch die Umstände hervorgerufene Frage wurde mit der Begründung verneint, daß es viele Redner gibt, die nicht den gesetzestreuen Standpunkt vertreten, so daß von derselben Kan- Von Maimonides - Veröffentlichungen werden : angezeigt: Wissenschaftliche Publikationen: Fritz Bamberger: Das System des Maimonides (Eine Analyse seines G'ttesbegriffs.) Leo Strauß: Philosophie und Gesetz. Studien zur Philosophie des Maimuni und' zur jüdischen Religionsphilosophie des Mittelalters. Des Rabbi Mosche ben Maimon ,,More Newuchim" im Auszug. Auswahl, Uebertragung und Einleitung von Alexander Altmann (M, 1.25 ord.j) Rabbi Mosche ben Maimon: Der mittlere Weg. Ein systematischer Querschnitt durch sein gesamtes Schrifttum. Auswahl, Uebertragung und ausführliche Einführung von Nahum Norbert Glatzer. Kalendarisches. , Die vielen Freunde und Benützer der Dr. B. Cohns „Tabellen" seien aufmerksam gemacht, daß die zweite Auflage durch nachstehende Berichtigungen ergänzt werden muß: Seite 8: In der Rubrik „Differenz gegen Green- Wich-Zeit" und „Länder" ist die fünfte Angaben - Reihe zu ändern in: -f1 4 Uhr 0 Min. Atlantische Zeit Canada (Küste), Mittelbrasilien, Argentinien; + 3 Uhr 30 Min. Uruguay. — Seite 88: Anstatt 26i| Februar 18 h o', März 1 57 muß es heißen: Februar 26. 19 h o', März 1. 18 h 57. — Auf der letzten Seite des Bandes mit den „Berichtigungen" stimmt die letzte Zeile „Seite 15, Spalte 2, zwischen Zedle 7 und 8 ist einzustellen: südl. Breite" nur dann, wenn man die erst e Zeile n ich t mitzählt. Die Einschaltung ,rsüdl. Breite" ist zu machen: nach Panama vor Assuncion. Leopold Mosbacher. Ich sah euch zieh'n. Ich sah euch zieh'n So voll des Glück's, So leuchtend euer Auge Ins Land der Väter. Voll Jugendkraft, Voll Schaffenslust, Voll Freude der Stunde, Daß ihr es erreicht, Mit eigenen Augen Nun zu schauen, Auf heiligem Boden Mit zu bauen Das neue Heim. Zieht hin, ihr Pioniere Der neuen Zukunft. Mög' G'ttes Segen Und der Ahnen Fleh'n An euch sich wunderbar erfüllen. Eugen Tischler-Grabow. Gute Worte. „Armut ist Israels Schmuck" heißt es im Talmud (iifi^ 'nvsy'!"). Allein, man versuche nicht, den Armen mit diesem „Schmucke" zu vertrösten. <a»ia vom *b *ro hat den Nebensinn; Hadert der Arme mit seinem Schicksal (wiäJ, verweise ihn nicht auf den „schönen Schmuck der Armut" ("nnn «b ). "b lar'iwi vnvfi\ sa deutet 'io : Bevor sich die Sonne des Lebens zum Untergange neigt, tue Buße. Es könnte sonst zu spät sein. nur spi> onttn n« ]i »wv Werte den ganzen Menschen, nicht nur Einzelteile seines Lebens und Wirkens (oisnte), dann wirst du zu einem günstigen Urteil gelangen. n»»a ist die Seele in ihren höheren Funktionen, was aber der Lebensinstinkt, der allen Lebewesen gemeinsam ist. D"n nnm vsio ns'i» G'tt hauchte dem Menschen eine r\nvi ein, die ihn von aller Kreatur auszeichnen sollte. Allein '2n vasb o-m »mv der Mensch in seinem Verfalle machte daraus den Lebensinstinkt des Lebewesens, des Tieres. miayn p D'pbsn bs omvo V»m übersetzt ein Kommentator Jhr Jammer ob der Vernachlässigung des Gütlichen,- über nrawn mVa, überstieg hoch den über den körperlichen Druck in der harten Fron. Zu den Hebraisten und Nurhebraisten spricht König David (Psalmen 12). ,nb jviR vi nns nana» wvhbyi»r hpk „Denn sie sprechen: Mit unserer Zunge steigen wir, unsere Sprache besitzen wir; wer soll uns sonst noch Herr sein?"