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Der Israelit · 1935-02-07 · Heft 6 (7.2.1935) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 6 (7.2.1935)
Date
1935-02-07
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
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Seite 12 Nr. 6 Der Israelit 7. Februar 1935 Davis Trietsch gestorben. Jerusalem, 31. Jan. Im Alter von 65 Jahren ist in Jerusalem der bekannte zionistische Wirtschaftspolitiker Davis Trietsch, der seit einiger Zeit in Palästina ansässig war, gestorben. Davis Trietsch, der schon vor dem Auftreten des politischen Zionismus sich für die Lösung der Judenfrage durch Kolonisation im Orient eingesetzt hatte, vertrat später in der Zionistischen Organisation den Gedanken möglichst rascher Ueberführung großer jüdischer Massen nicht nur nach Palästina, das eine Zeitlang jüdischer Einwanderung verschlossen war, sondern auch in die Nachbarländer Palästinas, insbesondere nach C y p e r n und El Arisch. Als Mittel für eine möglichst dichte Ansiedlung von Juden in Palästina empfahl er gegenüber der offiziellen Richtung die Schaffung von industriellen Kleinbetrieben, eine Art dezentraiilierter Hausindustrie, die seiner Ansicht nach infolge der geringeren Mittel, die für sie im Vergleich mit landwrtschaftlicher Kolonisation erforderlich sind, sowie wegen der geringeren Anforderungen, die sie an die Umstellungsfähigkeit der Einwanderer stellt, das Kolonisationstempo wesentlich beschleunigen würde. Trotz des mitunter heftigen Widerspruchs, den seine Gedankengänge fanden, setzte Davis Trietsch ihre Propagierung in Wort und Schrift mit großem Nachdruck fort. 1919 vertrat Trietsch seine Ideen in der von ihm begründeten Zeitschrift „Volk und Land". Er war auch einer der Begründer des Jüdischen Verlages und der Zeitschriften „Ost und West" und „Palästina". Von seinen Büchern ist das Palästina-Handbuch, das in mehreren Sprachen in neun Auflagen erschien, das bekannteste. Ferner sind sein Buch über jüdische Emigration und Kolonisation, sein Atlas der jüdischen Welt und Palästina- Wirtschaftsatlas hervorzuheben. Mit der Fassungskraft Palästinas beschäftigt sich eine 1930 erschienene Schrift von Davis Trietsch. Trietsch hatte auch großes Verständnis für die Palästinaarbeit der Agudas Jisroel und leistete ihr vorübergehend seine Hilfe. In der letzten Zeit wirkte Davis Trietsch in Palästina praktisch an dem Ausbau von Geflügelzuchtbetrieben mit. Vermischtes. Frankfurt a. M., 5. Febr. Für die Einrichtung neuer Hachscharah-Zentren benötigen wir dringend folgende Einrichtungsgegenstände; Kleiderschränke, Wäschekommoden, Metallbetten mit . Matratzen, Tische, Stühle, Tischtücher, 1 Badewanne, Küchenschränke, Geschirr, Waschbütten usw. Wir bitten alle Familien, Haushalte und Geschäftsinhaber, die bereit sind, uns irgendwelche der aufgeführten Gegenstände zu überlassen, entweder die Ortsgruppenleitung zu verständigen oder aber direkt Mitteilung zukommen zu lassen an Bundesleitung des Noar Agudati, Frankfurt a. M., Schwanenstr. 12, 1. (Tel. 47 324.) Berlin, 1. Febr. Aus naheliegenden Gründen hat der Führerrat des Reichsausschusses beschlossen, dem angekündigten Reichsjugendtag die Bezeichnung Tag der jüdischen Jugend zu geben. Dezendgültige Termin für den .Tag der jüdischen Jugend ist auf den 9. (abends), 10. und 11. März festgesetzt worden und zwar im Logenhaus, Kleiststr. 10. (Wie stellt sich die Führung der „Agudo-Jugend" zu dieser Veranstaltung, die aller Wahrscheinlichkeit über die der jüdischen Jugend gemeinsame Plattform weit hinausgehen und tief in das religiöse Gebiet eingreifen wird? Red.). Darmstadt, 4. Febr. Eine Sijum-Feier, veranstaltet vom Talmud-Thoraverein, fand am nn* 's y mv Abend in den Räumen der jüdischen Schule hier statt. Fast die ganze Gemeinde — Männer und Frauen — hatte sich eingefunden. Herr Rabbiner Dr. Merzbach beendete in einstündigen, verständnisvollen Ausführungen mit anschließendem ptn den Talmudtraktat mna xaa, welcher seit 5 Jahren im abendlichen Schiur gelernt wurde. Nach 9 Uhr nahm der gemütliche Teil bei einfacher Bewirtung seinen Anfang. Der Vorsitzende des Vereins begrüßte die Festteilnehmer und dankte dem Herrn Rabbiner für das gründliche Lernen und verständnisvolle Lehren. Herr Rabbiner Dr. Merzbach nahm sodann das Wort, um in großangelegter Rede interessante Erklärungen und Belehrungen zu bieten. Zwei Mitglieder des Vereins erhielten den ">an-Titel. Es sprachen dann die Herren Sally Kahn und Louis Krämer, und die Herren Lehrer Wahrhaftig und B i c k fanden noch schöne Worte aus Talmud und Midrasch, Hebräische Gesänge fehlten nicht während der kurzen Pausen und nur zu rasch schlug die 13. Stunde, als man unseren Herrn Rabbiner mit dem Vorbenschen ehrte. Alle Teilnehmer gingen in dem Gedanken nach Hause, ein schönes Fest zu Ehren unserer heiligen Thora gefeiert zu haben. Karlsruhe, 24. Jan. Im Kreise der hiesigen Agudas , Jisroel-Gruppen sprach Dr. Leo Deutschländer über „die Erziehungsaufgaben und -Arbeiten der orthodoxen Judenheit". In ergreifenden Bildern schilderte er aus der reichen Fülle seiner Erfahrungen, wie unsere Größten, insbesondere der Chofez Chajim und der Lubliner jrn m» Lebenskraft aufopfernd, sieh in den Dienst dieser Aufgaben gestellt. Die Aufopferung der Jeschiwa von R. M. M. Epstein in Erez Jisroel steht keinem Enthusiasmus der D'nVn nach. Diesen Großen wollte und will der Keren Hatorah zur Seite stehen. Unzulänglichkeit der Mittel ließ ihn nur zum Teil dieser großen, edelsten Aufgabe gerecht werden. Das ausgedehnte Netz der Bes Jakauw-Schulen ist noch der Erweiterung fähig. Die Jugend bat der Redner, durch Büchsenleerung des Keren Hatorah Beiträge zum großen Werk zu leisten. Reicher Beifall dankte dem Referenten für seine herrlichen Ausführungen. Rabbiner Dr. Michalski wies ergänzend darauf hin, daß die persönlichen Leistungen des Redners, die dessen Bescheidenheit verschwieg, im Dienste des Keren Hatorah vorbildlich seien und . höchste Anerkennung verdienen. Karlsruhe, 28. Jan. Die Israelitische Religionsgesellschaft bot auf ihrem dritten Gemeindeabend einen wertvollen Vortrag im Dienste der Erwachsenenbildung. Dr. jur. Siegwart Wertheimer, Karlsruhe hielt ein tiefschürfendes, formvollendetes Referat über: Rabbiner S, ,R Hirsch 5rpisT. Er schilderte in anschaulicher Weise die segensreiche Wirksamkeit dieses Großen, seine Kämpfe für seine Weltanschauung und sein Bildungsideal, und seine Stellungnahme zu den Problemen: Nationaljudentum und Emanzipation. Anschließend gab Herr Dr. med. Willi Weil, Karlsruhe sehr lehrreiche Aufschlüsse über Wirtschaftsfragen der Gegenwart. Sein glänzendes Referat, das auch die Berufswahl und die Jugendbewegung behandelte, kam einem dringenden Bedürfnis entgegen. Die Versammlung zollte beiden Rednern dankbarste Anerkennung. Hamburg, 4. Febr. Seit Abbauen der Kohlhöfen- Synagoge findet der Altstadt-G'ttesdienst des deutschisraelitischen Synagogenverbandes in der bisherigen Portugiesen-Synagoge Markusstraße statt. Die Portugiesen-Gemeinde richtet in der Innocentiastraße ihr neues Bethaus ein. Sie verspricht sich vom Umzug in diese von Juden bewohnteste Gegend einen starken Auftrieb für die auch in ihrem Kreise zeitgemäß erwachende jüdische Verinnerlichuhg. Schon jetzt hat sie in ihrem provisorischen Lokal, dem Aguda- Heim, ihren täglichen G'ttesdienst wieder hergestellt. Das binnen kurzem einzuweihende stetige portugiesische G'tteshaus verspricht schon durch seine äußere Wirkung ein Anziehungspunkt des jüdischen Lebens seiner Gegend zu werden und wird mit vieler Liebe und Opferwilligkeit an Zeit und Kosten durch den kleinen Kreis seiner Interessenten auf seine künftige Bestimmung würdig vorbereitet. Bocholt, 5. Febr. Am 17. Februar tagt die Arbeitsgemeinschaft jüdischer Lehrer am Niederrhein im Israelitischen Gemeindehause in Mülheim (Ruhr). Aus den Werken Maimunis wird u, a, aus Mischne Thora snan -iao | der Traktat fiawn rvnVn gelernt. Die Tagung beginnt 16 Uhr. Marburg, 1, Febr. Ein paar genuß- und lehrreiche Stunden bereitete uns am jüngsten Sonntag wieder einmal das Jüdisch-Religiöse Kulturwerk für Hessen und Hessen-Nassau in Frankfurt a. M. durch einen Vortragsabend, zu welchem als Redner Herr Redakteur Schachnowitz aus Frankfurt a. M. erschienen war. Herr Rabb. Dr. Cohn eröffnete den Abend und begrüßte mit herzlichem Willkommensgruß Herrn Schachnowitz, der von früher her hier in bester Erinnerung steht und erteilte ihm das Wort zu seinem Vortrage, zu welchem er sich in diesem Jahre, in dem sich de? Geburtstag eines Großen in Israel zum 800. Male jährt, das Thema gestellt hatte: „Maimonides und was er uns heute noch zu sagen hat." Die schon nicht gering gestellten Erwartungen wurden durch den Redner noch weit übertroffen, indem er seinen Zuhörern aus der hiesigen Gemeinde und den Nachbarorten, welche die beiden Säle des Cafe Blumenfeld bis auf den letzten Platz füllten, nahezu 1VÖ Stunden in gespanntester Aufmerksamkeit zu halten wußte. Er schilderte uns den Werdegang dieses großen Lehrers, bei dem man sich staunend fragt, wo er noch nebenher die Zeit gefunden hat, sich als Arzt und Astronom auszubilden, sprach in anregendster Form von den beiden Werken des Maimonides, dem Mischnahkommentar und der Mischneh-Thora, überall in Beispielen aus seinen Werken zeigend, wie seine Lehren auch heute noch für uns Mahnung sein könnten und müßten, gab Teile aus seinen Briefen wieder, aus denen hervorgeht, wie sehr er in Anspruch genommen und wie erstaunlich groß seine Arbeitskraft war, Redner erzählte von der ergreifenden Gedenkstunde, die er vor einigen Jahren anläßlich seiner Anwesenheit in Erez Jisroel am Grabe Rambams, wie wir Maimonides viel lieber zu nennen pflegen, erlebt habe. Daran anknüpfend schloß der Redner mit der Feststellung, daß wir nicht laute Gedenkfeiern veranstalten, in denen des Hinganges des großen Lehrers gedacht wird, sondern daß für uns — und erst recht in dieser Zeit — Rambam lebt und leben muß, auf daß wir an seinem Beispiel uns belehren und aufmuntern lassen, bis in hoffentlcih nicht zu ferner Zeit die ganze Erde der Erkenntnis G'ttes voll sein wird und wahrer Friede alle Menschen eint. Reicher Beifall lohnte den Redner für seine Ausführungen, denen man gerne noch länger gelauscht hätte und der auch noch viel mehr hätte sagen dürfen, zur Erwähnung des More Nebuchim ist es wegen der vorgerückten Zeit gar nicht mehr gekommen. Herr Rabb, Dr. Cohn gab dem Dank der Versammlung nochmals besonderen Ausdruck, ermahnte die Zuhörer, die Worte des Redners und die von ihm zitierten Lehren Rambams auf-sich wirken zu lassen und gab im Namen der Anwesenden dem Wunsche Ausdruck, daß es uns recht bald wieder : vergönnt sein möge, den beliebten Redner in einem neuenVortrage - hier zu hören. C. Gemen, 29. Jan. Am Sonntag, den 27. Januar trafen sich im Hause des Herrn Lehrer Saffra die Jugendbünde Ahaus, Vreden, Stadtlohn und Epe zwecks Aussprache einer engeren Zusammenarbeit der einzelnen Gruppen, Herr Lehrer Saffra führte in einleitenden Worten auf die Bedeutung der Zusammenarbeit, besonders in heutiger Zeit, hin. Anschließend daran ergriff Herr Bezirks-* rabbiner Dr. Auerbach das Wort, um neue wegweisende Ziele für die fernere Arbeit zu geben. Wie bereits in Gemen erfolgreiche Kurse in Geschichte und Neuhebräischer Sprache bestehen, sollen solche auch in den anderen Orten eingeführt werden. Ein gemütliches Zusammensein der Jugend schloß sich dieser Aussprache an. Tel Awiw, 10. Jan, Es mehren sich die Stimmen, die vom Beginn einer Krise sprechen: Nach jeder Einwanderungswelle hat sich ein Rückschlag gezeigt. Stets versteht es ein Teil der Einwanderer nicht, sich den neuen Verhältnissen anzupassen, Stets blüht aber auch der Weizen des Spekulantentums, wenn Einwanderer kommen. So haben sich z. B. hier die Mieten einfacher Läden von 3 auf durchschnittlich 8 Lst. in den letzten Jahren erhöht, eine Spanne, die nach unten Existenzmöglichkeit, nach oben aber häufig Ruin bedeutet. Auch wird der Fehler gemacht, zu große Ansprüche zu stellen statt sich auf Primitivität, die Forderung jedes Einwanderungslandes, einzustellen. S. G. Briefkasten. B. B. in M. Betrag für Abonnement eingegangen. S. G. in B. Es geht nicht an, über alle Vorträge, , die in Berlin gehalten werden, Berichte zu bringen.. J. M. in St. Fs. 50.— eingegangen. M. L. in R. Der Aufsatz enthält keine neuen Momente, die einer öffentlichen Bekanntgabe bedürften. Besten Dank. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim E. V. Freitag abend nach Schul: Mikrovortrag, Herr Leopold Schwab. Der Haftauro-Schiur am Sönntagnachmittag wird, bis auf weiteres von Herrn Rabb. Mayer geleitet. Der vorgerückten Zeit halber beginnt der Schiur jetzt um. 6.30 Uhr statt wie bisher um 6 Uhr. (Alles andere wie üblich.) Jahrzeitsstiftungen. Schabbos, 9. Februar: Louis Joseph-Stiftung. Sonntag, 10. Februar: Karl Guggenheim-1-Stiftung. Montag, 11- Februar: Joseph Rosenfelder-Stiftung. Montag, 11- Februar: Babette Goldschmied-Stiftung. Mittwoch, 13. Februar: Willi Max Bier-Stiftung. Freitag, 15. Februar: Jeannette Hirsch geb.' Stern- Stiftung. Liwjat Chen. Samstag nach Mincho 4.15 Uhr im Hörsaale, Vortrag des Herrn S, Schachnowitz über: „Mosis Abschiedsgebet." Jüdische Frauen-Vereinigung and Agudistische Frauen-Ortsgruppe. Am Montag, den 11. Februar, 8.45 Uhrabends wird Herr S- Schachnowitz über: „Aus Maimonides Leben und Lehren" im Hörsaale Friedberger Anlage sprechen. Gäste, Damen willkommen. Gesellschaft für jüdische Volksbildung. Montag, den 11. Februar, 20-30 Uhr, Vereinshaus, Frau Dr. Bertha Badt-Strauß (Berlin) spricht über* „Rahel Levin — eine Heimkehr aus der Fremde." Gebetzeiten. nDVin nnw Freitag abend 5.00 Samstag naspn 6.50 Samstag morg. 8.00 Samstag nachm. 1.00 und 4.00 Samstag abend 6.20 Wochengottesdienst: Morgens 6,45 Nachmittags 5.00 Tefillinlegen am Morgen 6.50

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