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Der Israelit · 1935-01-17 · Heft 3 (17.1.1935) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 3 (17.1.1935)
Date
1935-01-17
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
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17/ Januar 1935 Der Israelit Nr. 3 Seite 15 Personalien. N Nathan Goldberger ^»ST» Nürnberg, 13. Jan. Von tiefer Trauer erfüllt ist unsere Kehilloh Adas Isroel Nürnberg ob des so unerwartet erfolgten Hinscheidens ihres ersten Vorsitzenden Nathan Goldberger. Nathan Goldberger I?"»! wird innig beweint von seiner Familie, deren Krone und Haupt er war, ein fürsorglicher Gatte, ein liebender Vater und Großvater seinen Kindern, .Schwiegersöhnen und Enkelkindern," ein ' treuer Bruder und Verwandter seinen Geschwistern und Anverwandten. Nathan Goldbergerb"ST wird tief betrauert von der ganzen Kehilloh Adas Israel, für die er sorgte wie ein .Vater. Seine Anwesenheit bei den G'ttesdiensten und bei den Veranstaltungen der Gemeinde erweckte ein Gefühl des Vertrauens und des Geborgenseins. Die mto'bv. nnaw. mit der er seine Obliegenheiten als Parnes ausführte, erwärmte und eiferte die an, die mit ihm in der Kehilloh vereint waren. Seine unermüdliche Hingabe zur Förderung der Adas Isroel, seine Opferfreudigkeit für das von ihm als Gutes Erkannte, war unbeschreiblich und beispielgebend und übertrug sich auf die, welche er aufforderte, an seinem Ziel mitzuarbeiten. Sein frohes und heiteres Wesen erfreute Groß und Klein und gewann sie zur Mitarbeit mit Herz und Vermögen. Seine Gastfreundschaft war sprichwörtlich. Groß war die Gefolgschaft derer, die von nah und fern herbeigeeilt waren, um dem Verblichenen die letzte Ehre zu erweisen. In tiefbewegten Worten schilderte Herr Rabbiner Dr. Klein den schweren Verlust, den die Familie, die Kehilloh, er selbst und die Judenheit durch das frühe Hinscheiden Nathan Goldbergers .Vxt erlitt. Dann dankte unser Raw für das viele Gute, das der Verblichene der Adas Isroel geleistet hat, für die persönliche große Freundschaft, die hervorgerufen war durch gemeinsames Wirken an einem großen Ziele. Er pries seine große Liebe zur Thora, die sich an der ihm so, glänzend gelungenen Erziehung seiner Kinder und in der Auswahl seiner Schwiegersöhne auswirkte und schilderte sein großes Bemühen zur Förderung von Thora und Mizwos, in allem unterstützt von seiner edlen unermüdlichen Gattin. Für die Vdrstandschaft der Adas Isroel sprach Herr Oberstudienrat Dr. T a - chauer herzliche Worte des Dankes und der tiefempfundenen Trauer ob des so unerwarteten schweren Verlustes. Im Namen der Familie gab der Schwiegersohn des Verblichenen, Herr Rabbiner Dr. E. Münk, Ansbach in innigen ergreifenden Ausführungen der großen Trauer Ausdruck. Kein Auge blieb tränenleer, als man die leibliche Hülle dieses geliebten Mannes zur ewigen Ruhe bettete. Auch im Trauerhause haben täglich während der Schiwoh die Vereine und Institutionen der Adas Isroel Nürnberg durch ihre Vorstände, ferner Herr Münk, Ansbach und Herr Rabbiner Dr. Breslauer, Fürth durch Hespedim das Hinscheiden Nathan Goldbergers Vst beklagt. Ein Mann ist von uns gegangen, der seine Lebenskraft und Lebensfreude in den Dienst "von Tauroh und Mizwaus stellte, und wie sein erstes Wirken der jüdischen Gesamtheit die Mitbegründung des gesetzestreuen jüdischen Jugendvereins „Chewras Bachurim" in Nürnberg war, so ward ihm an seinem Lebensabend noch die Freude gerade von den Jüngsten unseres Nachwuchses, dem -Esra, geehrt und erfreut zu werden. Das, was Nathan Goldberger ^"sr war, wird uns stets in dankbarer Erinnerung bleiben. G'tt sende der schwergeprüften. Familie Trost, uns allen aber Verständnis und Kraft, Tauroh und Mizwaus zur Verwirklichung zu bringen, ein Streben, von dem der Verblichene mit seinem warmen, guten Herzen erfüllt war. n-asan Fürth L Bayern, 10. Jan. Äus Paris erreicht uns die erschütternde Kunde von dem dort plötzlich erfolgten Ableben einer unserer besten ehemaligen Baalebatim. Mit Ludwig H u t z 1 e r , der vor Jahresfrist unsere nbnp nunmehr leider auf immer verlassen hat, ist eine wertvolle Persönlichkeit aus unserer Mitte geschieden. Als junger Mann kam Ludwig Hutzier in unsere Gemeinde und, einfach, bescheiden und zurückgezogen, erlebte er, wie allmählich unter seiner verständigen und genialen Leitung sein Geschäft zu einem Groß-Industrieunternehmen ersten Ranges entwickelte. Schritthaltend mit diesem wirtschaftlichen Glanzerfolg war die Entwicklung seiner jüdischen Persönlichkeit. Gar bald fand er in unserer nV.-.p den rechten Weg zu echter Q'niP nK->\ die er im Leben treu geübt. So erkannt, als ein Mensch mit vornehmem Charakter und adeliger Gesinnung, ausgestattet mit den schönsteh Gaben des Geistes und des Herzens, konnte er es trotz seiner Zürückgezogenheit nicht vermeiden, daß er immer mehr in den Mittelpunkt unseres Gemeindelebens rückte. Im Kuratorium der Israelitischen Waisenan'stalt wußte man sein Wort zu schätzen. Es gab wohl keine jüdische Institution, der er nicht in reichem Maße seine Unterstützung zuteil werden ließ, keinen Annen, der nicht mit reicher Gabe und ebensolch reichlichem Tröste von ihm1 zog) nicht zu reden von seinem Tno "inoa in großzügiger "Weise. Viele Bedürftige haben in ihm nicht allein den Helfer, . vielmehr noch "den väterlichen Freund verloren. Manchem umherirrenden stellenlosen jungen Kaufleuten bot sein Betrieb Aufnahme. Abrahamitische Gastfreundschaft für arm und reich bot sein Haus, in dem ihm die gleichgesinnte Gattin treu zur Seite stand. Bei solch vorbildlicher Lebensführung konnte es nicht ausbleiben, daß all seine Kinder und Schwiegersöhne den Weg gehen, den er ihnenün solch idealer Art vorgelebt hat. Er verließ im Zwange der Zeit das ihm so liebgewordene Fürth, um jetzt auf fremder Erde in die Ewigkeit einzugehen. Er wird uns allen ein W p'?» sein» n*ax3n Seligenstadt i. H„ 13. Jan. An diesem rßrca nims begeht der Senior der jüdischen Lehrer Deutschlands, Herr Lehrer i. R. Moses Hamburger, in vollkommener Gesundheit und geistiger Regsamkeit seinen 9 0. Geburtstag. Er war einst TöS>n des alten Würzburger Raw, Rabbi Seligmann Bär Bamberger b»xt und wurde von diesem ob seines jüdischen Wissens schon mit 13 Jahren mit dem "Ort-Titel beehrt. 1867 kam der Jubilar als Chasen und Lehrer nach Seligenstadt, wo er sich ganz besonders große Verdienste um den Syhagogenchor erworben hatte. Sein prächtiges stimmliches Organ war bekannt. Sein Chasonus hat sich unverlierbar in seiner nbjn? eingebürgert. Seine Schümm begeisterten seine Zuhörer. Seit 1926 lebt er im wohlverdienten Ruhestand. Möge es ihm vergönnt sein, noch lange Jahre im Kreise seiner Lieben verweilen zu dürfen. D^PPI asa 19 Die Frankfurter Woche. Generalversammlung des Mekor Chajim. In der diesjährigen Generalversammlung, die vergangenen Sonntag stattfand, verlas zunächst der Schriftführer des Vereins, Herr Josef Rosenthal, den Geschäftsbericht über das abgelaufene Jahr. Aus ihm ergibt sich, daß'trotz der Unbill der Zeiten und der damit verbundenen finanziellen Nöte die Vereinstätigkeit blühte. Die Veranstaltungen erfreuten sich durchweg eines guten Besuches. (Der genaue Bericht wird demnächst an dieser Stelle noch veröffentlicht werden). Im Anschluß daran verlas Herr Fritz Stern den Kassenbericht, der ohne Debatte entgegengenommen wurde. In der anschließenden Aussprache dankte zunächst Herr Harry Hirsch der Verwaltung für ihre Tätigkeit und ihre großen Verdienste, daß sie trotz der widrigen Verhältnisse es verstanden habe, das Vereinsprogramm auf beachtlicher Höhe zu erhalten, was nur durch aufopfernde Tätigkeit der Vorstandsmitglieder ermöglicht würde. Herr Hartogsohn bemängelt die Form der Propaganda und macht Anregungen, wie diese zeitgemäßer zu gestalten wäre. Starke Beachtung finden Darlegungen des Herrn Dr. Arnold M e r z b a c h, der zunächst gegen forcierte Arbeit zur Heranziehung der Jugend plädiert; es hätte sich auch in anderen Vereinen erwiesen, daß die Jugend heute „bündisch" zu sehr interessiert sei, um in Vereinen ohne spezifische Jugendtätigkeit sich wohl zu fühlen, so daß es auch unrichtig sei, auf Kosten des anderen Programms zu sehr sich in Einzelheiten auf diesem Gebiet zu verlieren. In der weiteren Diskussion regt Herr Dr. Merzbach dann noch an, die Vereinstätigkeit als solche zu erweitern durch Heranziehung uns völlig fernstehender Kreise, die heute für alles sich interessieren würden, was jüdisch sei. Er gibt Einzelheiten an, wie er sich eine solche Tätigkeit denke und betont, daß hierbei eine Fühlungnahme mit nahestehenden Vereinen vorteilhaft wäre. Insbesondere betont Herr Dr. Merzbach, daß die betreffenden Veranstaltungen unbedingt im Westend stattfinden müßten. Von Seiten der Verwaltung antworten die Herren Fritz Stern und Bernhard Heidingsfeld und versprechen insbesondere, die Ausführungen des Herrn Dr. Merzbach zum Gegenstand ernster Erwägungen im Vorstandsgremium zu machen. Nach kurzen weiteren Debatten, an denen sich noch die Herren Karl Katzenstein und Harry Hirsch beteiligen, wird zu den Wahlen geschritten. Auf Vorschlag der Versammlung werden die ausscheidenden Verwaltungsmitglieder, Herr S. H. Katzenstein und Herr Josef Rosenthal sowie als Präsident Herr Fritz Stern per Akklamation w i ed e r g e;w ä h It. Als Jugenddelegierte werden die Herren Markus Brinkmann und Leopold Oppenheimer wiederbezw, neu gewählt. Mit Dankesworten für die Erschienenen und für die gegebenen Anregungen schließt der Vorsitzende die Generalversammlung. Freitagabendveranstaltungen . der Israelitischen Religionsgesellschaft. Am kommenden Freitagabend, TO? ntwsn 20.15 Uhr, sprechen die Herren Benzion Rachelsohn und Arthur Neu h a u s. Der Abend wird u. a. noch ausgefüllt mit Rezitationen und Gesängen. Zutritt nur für Schulentlassene, — Nichtgemeindemitglieder sind herzlich willkommen. Eine Ehrung zum Abschied. Herr Abraham Saffra verläßt; nach dreiundvierzigjähriger Wirksamkeit im Dienste der Gemeinde Fraknfurt, um mit Familie nach Erez Israel zu übersiedeln. Aus diesem Anlaß versammelte sich am Sonntag abend neben Rabbinat und Vorstand ein kleiner Kreis von Verehrern, Freunden und Verwandten im Hause der scheidenden Familie, um in einer-schlichten Weihestunde Abschiedsgrüße zu überbringen. In einer kurzen herzlichen Rede ließ zunächst der. Hausherr selbst .seine Tätigkeit in der Gemeinde in über vier Jahrzehnten mit all den heiligen Aufgaben, die sie ihm auferlegte, in großen Zügen Revue passieren. Darauf ergriff Herr Gemeinderabbiner J. Horowitz das Wort, um den hervorragenden Dan T»^rt zu feiern, ihm den Dank des Rabbinates auszusprechen und Rabbi Abraham Nachum Saffra den bereits vor einiger Zeit verliehenen Morenu-Titel noch einmal in aller Form ZU bestätigen. In ehrenden Worten dankte Herr Jacob Ro Senheim für Vorstand und Gemeinderat. Es sprachen dann nacheinander im Namen der Familie, der Freunde, der Palästina-Zentrale der A. J., des Bes Hamidrasch, Ostendstraße und der Kollegen die Herren Redakteur S. Schachnowitz, Dr. S. Ehrmann, Direktor Dr. Fink, Dozent Ehrentreu und J. Rosenzweig. Alle Redner lobten die beruflichen und menschlichen Qualitäten des scheidenden Thoragelehrten, der in Gemeinschaft mit seiner gleichstrebenden Gattin ein gastliches Haus, durchtränkt von G'ttesfurcht und Menschenliebe, erhielt und alle betonten, daß man, so sehr man den Wegzug dieser Familie bedauern muß, sich doch damit abzufinden hätte, daß wir sie an Erez Israel verlieren, das die Sehnsucht Aller ist. Die Glückwünsche der gesamten Gemeinde begleiten Herrn und Frau Saffra auf ihrem Weg nach der heiligen Heimat. Möge es ihnen beschieden sein, dort ihr Haus als „Kleines Heiligtum" aufzurichten und zu erhalten. ersnny Ton und Wort. Samstag, den 26, Januar, 20 Uhr (pünktlich), findet im Saalbau der zweite „Ton und W ort" -Abend der Saison statt. Zur Aufführung gelangt der „Hypochonder", ein heiteres Spiel von .Alfred Auerbach mit Musik und Gesang. Hauptattraktion des Abends ist Camilla S p i r a, früher bei der Ufa, Berlin als Gast. Bei dieser Veranstaltung sind 50 Frankfurter jüdische Künstler beschäftigt. Anschließend findet ein gemütliches Beisammensein mit künstlerischen Darbietungen statt. Mit der musikalischen Leitung des „Hypochonder" wurde Max Neumann beauftragt. Waisenhilfe und Thorastudium. Das Diskin'sche Waisenhaus in Jerusalem, in dem neuerdings auch Frankfurter Waisenkinder ein Heim fanden, bedarf keiner Empfehlung. Der Vertreter dieser Anstalt, Herr Rabb. E. J. Glaser, Jerusalem, weilt zur Zeit in unserer Stadt und ist zu jeglicher Auskunft bereit. Auch für die vielgerühmte Jerusalemer Jeschiwoh 0"n min sucht Herr Rabb. Glaser zu interessieren und wir empfehlen ihn gern dem Wohlwollen der hiesigen ThorafreUnde. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim E. V. Freitag abend nach Schul: Mikrovortrag, Herr Dt Hermann Husch. (Alles andere wie üblich.) Jahrzeitsstiftungen. Schabbos, 19. Januar : Lina Sänger geb. Sänger-Stiftung. Schabbos, 19. Januar: Professor Michael Altmann- Stiftung. Sonntag, 20. Januar; Isaac Blümenthal-Sliftung- Montag, 21- Januar: Frau Berta Rosenthal-Stiftung. Dienstag, 22. Januar: Josef Hermann Jülich-Stiftung. Donnerstag, 24. Januar: Josef Grebenau-Stiftung. Freitag, 25. Januar: Maximilian Michel-Stiftung. Liwjat Chen. Samstag nach Mincho 4.15 Uhr im Hörsaale, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz über: „Vom Gesang der Bäume." Judische Frauen-Vereinigung und Agudistische Frauen-Ortsgruppe. Am Montag, den 21. Januar, 8.45 Uhr abends wird Herr Studienrat Dr- Albert Hirsch im Hörsaal Friedb. Anlage 5 seinen Vortrag über „Jüdische Berufe" fortsetzen. Gäste, Damen* willkommen- Bes Hamidrasch, Osten dstr. 18 fl"n Q'">22W' Jeden Donnerstag werden vor finaa' l1^ Stunde vor Nacht nin,l?D gesagt und wenn pa» fastet bw) geleient. Zahlreiche Beteiligung ist erwünscht- Gesellschaft für judische Volksbildung. Programm für Januar 1935. Samstag, 19. Januar, 17. Uhr, Vereinshaus, Chamischoh osor b'schwat — Feier für Kinder unter Mitwirkung des Dr. Ehrenreich'chen Kinderchors, Ansprache : Dr. Hermann Weil. BKÜ1!?^ Montag. 21. Januar, 20 30 Uhr. Vareinsbaus, Lichtbildervortrag von Dr. Hermann Gundersheimer über „Jüdisches Schicksal und jüdischas Antlitz," Gebetzeiten. nbwz tarn Freitag abend 4.30 Samstag rmsvn 7.05 Samstag morg. .8.00 Samstag nachm. 1.00 und 4.00 Samstag abend 5.50 Wochengottesdienst: Morgens 7.05 Nachmittags 4.30 Tefillinlegen .am Morgen 7.12

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