Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 3 (17.1.1935)
- Date
- 1935-01-17
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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17. Januar 1-935 >;> V" ■■: -:; i-yfi -." '. -: -' ■" ^J^SSSS^S, - , .; , II l I I!■! ■.! I i _I.1JI.IJ. TTT der zionistischen Organisation und die Einberufung; eines eigenen Zionistenkongresses durch die Revisionisten lebhaft, plädiert, Mit Polen und Rumänien, von wo in den nächsten drei Jahren mindestens eine halbe .Million Juden auswandern müssen,, sollten direkte^ Verhandlungen gepflogen werden, um diese Massenauswanderung zu ermöglichen. Jabotinsky unterbrach den Redner wiederholt, konnte sich aber nicht durchsetzen und verließ dann den Beratungssaal. Ben C h o r i n übte scharfe Kritik an der Palästinar«gie,- rung, die eine direkt judenfeindliche Politik treibe. Ungarn. Generalversammlung der Repräsentanz der orthodoxen Kultusgemeinde in Budapest. B u d a p e s t, 10. Jan. De Repräsentanten der Budapester autonomen orthodoxen Kultusgemeinde hielten eine Sitzung ab, in der der Etat für das Jahr 1935 verabschiedet wurde. Vor Eintritt in die Tagesordnung gab Gemeindepräsident, Oberregierungsrat Abraham Freudiger von O b u d a , der Verbundenheit der orthodoxen Kultusgemeinde -mit dem Reich sv e r w e s e r von Horthy Ausdruck, der vor 15 Jahren an der Sp'tze seiner Armee in Budapest eingezogen ist. Präsident von Obuda .berichtete über einen Festg'ttesdienst, der an diesem Tage in der orthodoxen Hauptsynagoge abgehalten worden ist. In Anwesenheit sämtlicher Repräsentantenmitglieder sagte Rabbiner Victor Suß-. mann vor der geöffneten Bundeslade ein Gebet, für das Wohlergehen und das weitere erfolgreiche Wirken des Staatsoberhauptes. Gemeindepräsident* von Obuda sprach sodann den Wunsch für das weitere Gedeihen Ungarns und das Wohl des Reichsverwesers aus. Anläßlich der Wiederkehr des 800. Geburtstages von Maimonides beantragte Oberregierungsrat Freudiger von Obuda, daß die Pester orthodoxe Gemeinde den Tag in folgender Weise begehen solle: Die Bne Thora und Bachurim der Gemeinde sollen aufgefordert werden, die noch der Lösung harrenden. Rambam-Thesen (?) mit einer entsprechenden Erläuterung zu versehen. Die besten Kommentare wird die Gemeinde als Rambam-Festbuch drucken lassen. Der Antrag des Präsidenten wurde einstimmig angenommen. Die Repräsentantenversammlung beriet sodann den Budgetvoranschlag für das Jahr 1935. Finanzvorsteher Adolf Schlesinger berichtete, daß es gelungen sei, durch rationelle Verwaltungsmaßnahmen den vorjährigen Fehlbetrag zu verringern. Die Gemeinderepräsentanten nahmen nach kurzer Debatte das sich auf 485.000 Pengö belaufende Budget unverändert an und sprachen dem Vorstande ihren Dank aus für die umsichtige Verwaltung und Tätigkeit im abgelaufenen Jahre aus. (ITA.) England. Produktive Fürsorge in England für eingewanderte Juden. London, 10. Jan. In Form einer Genossenschaft. mit beschränkter Haftung wurde in London die Jewish Resettlements Ltd. mit dem Sitz in Woborn House gegründet. Aufgabe der neuen Gesellschaft ist es, einen Teil der Hilfsgelder für eingewanderte Juden als Kreditfonds zuc Gewährung kleiner Darlehen, mit denen Einwanderer sich eine selbständige Existenz gründen können, zu verwalten. Konstruktive Hilfsaktionen verschiedener Art sollen durch die Gesellschaft finanziert werden. Der Genossenschaft gehören zwanzig Mitglieder an, die Leitung besteht aus folgenden Persönlichkeiten: Miß Hannah F. Cohen, Vorsitzende des * Jewish Board of Guardiens (Verband der jüdischen Wohlfahrtsstellen), Sir Robert Waley Cohen, Vizepräsident der United Synagogue, Otto M. Schiff, Präsident des Jews Temporary Shelter und Leonand G. Montefiore, Präsident der_Anglo Jewish Association. Auf die Bedeutung der Gewährung von Produktionskrediten hatte Otto Schiff bereits im November v. J. anläßlich der Generalversammlung .des Jewish Temporary Shelter besonders hingewiesen. Die bisherigen Versuche in dieser Richtung hätten durchaus befriedigende" Ergebnisse gebracht." Im LauF~3.es letz- D l,fi -r ,a.e 1;i tt. I)ie WoQlkßf Berlin. In Oevelgönne (Oldenburg) waren auf dem jüdischen Friedhof auf 15 -Gräbern die Grabsteine abgebrochen worden. Wie die ,,Oldenburgische Staatszeitung" in einem Polizeibericht mitteilt, sind die Grabschänder festgenommen worden. Es handelt sich um einen zwölf- und einen vierzehnjährigen Jungen. Die „Oldenburgische Staatszeitung" betont in einem Kommentar zu dieser Meldung, „daß die Juden sowohl als jeder Deutsche vor Verstößen gegen das sittliche Gefühl geschützt werden". — Im „Kulturbund der deutschen Juden", Berlin wird Anfang Februar „Jaacobs Traum" von Richard Beer Hofmann aufgeführt. Namhafte künstlerische Kräfte sind für die Aufführung gewonnen. Wilna. Ein Nationaldemokrat, der in ein jüdisches Geschäft vor Weihnachten eine Stinkbombe geworfen hatte, wurde zu vierzehn Tagen Gefängnis verurteilt. Lublin. Im Städtchen W1 o d a w a brach infolge der unvorsichtigen Aufstellung eines Jahrzeitslichtes ein Brand in der Synagoge aus, der die Thora - lade mitsamt 20 Thorarollen einäschte. Der heilige Schrein in der uralten Holzsynagoge war eine Sehenswürdigkeit von hohem Kunstwert. Riga. In Riga ist der sowjetrussische Rabbiner K a g a n eingetroffen, der wegen illegaler Fortführung von hebräischen Schulen und Jeschiwoth drei Jahre lang nach Sibirien verbannt war.- Rabbi Kagan, der aus Moskau kommt, befindet sich jetzt auf der Reise nach Palästina. Paris. Unter der Bezeichnung „Emcol" wurde in Paris durch die Vereinigungen Ort, Ose und Emigdirect ein neuer Verband für jüdische Auswanderung und Kolonisation gegründet. In das Präsidium wurden die Herren Dr. Bramson, Dr. Brutzkus und Woytinsky gewählt. — Wie von zuständiger Seite hier mitgeteilt wird, haben sich in Shanghai 42 jüdische Aerzte aus Deutschland, unter ihnen ein Augenarzt, niedergelassen und üben dort ihre Praxis aus. Zwei jüdische Juristen aus Deutschland konnten unter Verwertung ihrer Fachkenntnisse in Shanghai Stellungen erlangen. London. Im Alter von fast 91 Jahren ist die Witwe des im Jahre 1915 verstorbenen Lords Nathaniel Mayer Rothschild, des ersten Lords der Familie und ersten jüdischen Mitglieds des Unterhauses, Lady Emma Louisa Rothschild gej s t o r b e n. Lady Emma Louisa war die Mutter des jetzigen Chefs des englischen Hauses Rothschild, Lord Lionel Walter, an den i. J. 1917 die Balfour-Deklaration gerichtet wurde. Die Verstorbene war eine Tochter des Freiherrri Mayer Karl von Rothschild, des ehemaligen Chefs des Neapeler Hauses, der später, an die Spitze des Frankfurter Hauses trat. Rom. Der Papst hat den Budapester Oberrabbiner, Dr. Simon H e v e s i, in längerer Privataudienz empfangen und ihn beauftragt, den Friedensgruß der jüdischen Gemeinschaft zu überbringen; er habe den Wunsch, daß dem jüdischen Volke allüberall Frieden beschert sein möge. Livorno. Die Jüdische Gemeinde zu Livorno hat bei der letzten Prämienziehung italienischer Staatspapiere eine ha lbe Million Lire gewonnen. Die Gemeinde bestimmte 100.000 Lire für allgemeine und 400.000 Lire für jüdische Wohltätigkeitsz wecke, vornehmlich Volksschule und Krankenhaus. Saloniki. Der Generalgouverneur von Mazedonien hat fünf Mil-, Honen Drachmen für die Errichtung von Wohnbauten bewilligt, um insbesondere der Wohnungsnot unter der a r m e n jüdischen Bevölkerung zu steuern. Jerusalem. Der Jerusalemer R u m p f g e - meinderat, der durch die Wahlproteste des früheren Bürgermeisters Nashashibi zur Untätigkeit verurteilt wurde, bleibt, nach neuester Verordnung, bis zur Erledigung jener Proteste im Amte. — Wie offizell mitgeteilt wird, hat die Palästina-Regierung im November 1934 einen Verwaltungsüberschuß von 161.653 Pfund erzielt. Tel Awiw. Der bekannte frühere litauische Vizefinanzminister R a c h m i 1 e w i t z , früher in Kowno und Berlin wohnhaft,, ist zum litauischen Generalkon su 1 ernannt worden. Rachmilewitz hat im neuen Litauen die Interessen des orthodoxen Judentums vertreten. - --i&m^'f&vtäM^^ Nr. 3 Seite 11 ten Jahres seien fyereits von den Darlehensnehmern 3347 Pfund zurückgezahlt worden. (ITA.). Palästina. Allerlei aus Palästina. . Kampf um Jiddisch; — Neues Grundsteuergesetz. — Das Recht der Touristen auf Arbeit. — Importsteigerung. Tel Awiw, 8. Jan. In eine vom Klub jiddischer Schriftsteller und Journalisten Tel Awiws veranstaltete Konferenz drang eine Gruppe junger Leute ein, protestierte laut gegen den öffentlichen Gebrauch der jiddischen Sprache in Erez Israel, schaltete das Licht,aus, schlug die Fensterscheiben ein und zerstörte die Inneneinr.-atung. Verletzt wurde niemand. Die Leitung des Jiddischen Klubs (Rafalkes, Papirnikow) ersuchte den Warschauer jiddischen PEN-Klub telegrafisch, gegen die Vorgänge in Tel Awiw zu protestieren. Auch die Konferenz jiddischer Schriftsteller und Kulturarbeiter Newyor.ks befaßte sich mit diesem Vorfall und beschloß die Gründung einer „Liga für das Recht des Jiddisch in Palästina". Wie die ITA. erfährt, soll die neue Grundsteuerverordnung, durch die an Stelle der bisherigen Grundbesitzsteuer und des Zehents eine einheitliche Grundertragssteuer treten soll, vom 13. Januar an in Kraft gesetzt werden. Gegen die neue Verordnung wurden besonders von jüdischer Seite schwere Bedenken erhoben, weil sie eine unverhältnismäßig hohe Besteuerung hochkultivierten Bodens vorsieht. Durch eine Entscheidung des Vorsitzenden des Haifaer Gerichts W. C. Curry wurde festgestellt, daß Personen, die zu vorübergehendem Aufenthalt als „Touristen" nach Palästina kommen, berechtigt sind, Arbeit anzunehmen. Ein junger Mann aus Aleppo war unter der Beschuldigung, in Palästina Arbeit angenommen zu haben, ohne im Besitz einer Einwanderungserlaubnis zu sein, als „illegaler Einwanderer" angeklagt worden. Demgegenüber wies der Verteidiger darauf hin, daß die Immigration Ordinance keine Bestimmung enthalte, derzufolge die Annahme von Arbeit in Palästina durch Touristen verboten sei. Der Richter schloß sich dieser Ansicht an und sprach den Angeklagten frei. Wie amtlich mitgeteilt wird, betrug der Wert der im Juli 1934 nach Palästina eingeführten Waren 1.143.000 Pfund gegenüber 913.000 Pfund im Juli 1933. Der Export in diesem Monat betrug 49.000 Pfund, ist somit gegenüber dem Export im Juli 1933, der 51.700 Pfund betrug, zurückgegangen. Aus dem agudistischen Leben Erez Jisroßls. Zertifikate für Bachurim. — Misrachistische Bemühungen. — Zeire Agudas Jisroel. — Ein Zwischenfall auf der Tagung des Poel Hamisrachi. — Die Agudo in Haifa. Jerusalem, 9. Jan. Der Agudo-Zentrale in Jerusalem gelang es in den letzten Tagen, 25 Zertifikate für Bachurim der Jeschiwa von Oberrabbiner Duschinski, 8 Zertifikate für die Novarodoker Jeschiwa in Tel Awiw und 20 für verschiedene andere Jeschiwoth zu erlangen. Angesichts des Stromes der rein wirtschaftlich orientierten Einwanderung ist es heute von geradezu lebenswichtiger Bedeutung, daß auch das Thorastudium, das unser Volk ja allein in allen Jahrtausenden der Vergangenheit lebendig erhalten hat, in gleichem Maße wie das Wirtsächaftsleben im heiligen Lande zunimmt, während heute gerade die umgekehrte Entwicklung wahrzunehmen ist. Alle einsichtigen jüdischen Kreise im Auslnade sollten auf diesen Punkt ihr Augenmerk richten, und die materiellen Mittel bereitstellen, um eine neue Blüte des Limud H a - thora im heiligen Lande herbeizuführen. Der „Misrachi" bemüht sich um die Bildung eines palästinensischen Rabbinerverbandes. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß es hierbei nicht allein auf die Hebung der Thora und ihrer Träger abgesehen ist, sondern auch auf eine Förderung der parteimäßigen Interessen der misrachistischen Organisation. Höchste Vorsicht ist daher geboten. lind Piniol $ la Benzin 31 piq. pro liier » la oej 80 pig. an ■» aute-ZiiBeliöi» Garagen Konsiabler, Frankfurt ac m., Geiüe»scii$ir. 9