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Der Israelit · 1934-12-28 · Heft 52 (28.12.1934) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
75 (1934)
Issue
Heft 52 (28.12.1934)
Date
1934-12-28
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 Nr. 52 Der Israelit 28. Dezember 1934 trag von Herrn Dr. Isaac Breuer, Frankfurt, bildete den Auftakt zu einer Aktion des Keren Hajischuw, um den Kreis derjenigen zu erweitern, die bisher bereits regelmäßig Beträge bezahlt hatten. Der Erfolg dieser Bestrebungen ermöglichte es, die Summe der bisher an die Palästina-Zen£-ale abgeführten monatlichen Beträge auf das Doppelte zu erhöhen. Neben dieser Keren Hajischuw-Spende sei auch die Keren Hathora-Sammlung erwähnt, die dank der eifrigen Bemühungen des Kommissars, des Herrn Jacob L u n d n e r , ansehnliche Beträge ergab. Innerhalb der Ortsgruppe hat sich die Frauengruppe .erhalten und gut entwickelt. Sie wird geleitet von den Damen: Frau Ida Baer, Frau Dr. Fr an kl und Frau Anna Kriegsmann. Die Tätigkeit dieser Frauengruppe besteht in geselligen Zusammenkünften und geistiger Fortarbeit. Allmonatlich finden Vorträge über „Jüdische Geschichte" statt, die von Herrn Rabbiner Auerbach und Dr. Frankl gehalten werden. In den erwähnten Zusammenkünften der Frauengruppe werden jüdische Themen von verschiedenen Referentinnen behandelt. An Beiträgen konnte die Ortsgruppe in den beiden Berichtsjahren 5693 und 5694 den annähernd gleichen Betrag von je Mk. 366.— vereinnahmen, wovon in 5693 Mk. 325.— und in 5694 Mk. 225,— an die Landesorganisation überwiesen wurden. Bei der Neuwahl wurde der alte Vorstand durch Zuruf wiedergewählt, mit Ausnahme des ausscheidenden Herrn Leopold Trepp, an dessen Stelle Herr Herbert Ascher neu eintrat. An die General-Versammlung schloß sich ein Vortrag von Herrn Dr. K a h a n , Fulda, über „Chassidismus" an Aus der Mitte der Versammlung wurde der Vorstand ersucht, eine Auskunftsstelle einzurichten, die den Mitgliedern über Zertifikate und Auswandererfragen jeder Art Auskunft erteilen könne; der Vorstand versprach, diesem Wunsche Rechnung zu tragen. — Für die Jugendgruppen erstattet sodann Herr Herbert Ascher den Bericht Die Zahl der Mitglieder ist besonders in den letzten Monaten durch Fortzug bezw. Abwanderung stark zurückgegangen Die Jugend sucht ihre Zukunft in anderen Ländern aufzubauen. Trotz der kleinen Mitgliederzahl führen unsere Veranstaltung einen großen Kreis dar Gemeinde zusammen. Die Schiurim in beiden Gruppen, sowie kleine Arbeitsgemeinschaften fanden regelmäßig statt. Erfolgreiche Arbeiten wurden geleistet für den Keren Hajischuw bei der Chanukah, Chamischo-Osor und Purim-Feier. Noch in frischer Erinnerung ist die Elul-Veranstaltung, in deren Mittelpunkt ein Vortrag von Dr. Abraham Cohn mit dem Thema „Jahreswende — Aufbruch der Jugend" stand, sowie die jüngst stattgefundene November-Versammlung, in der Herr Helmuth Baer über die Frankfurter Esra-Tagung und Herr Dr. Abraham Cohn über die Noar Agudati-Tagung berichteten. Bad Homburg, 12. Dez. Die hiesige RjF-Sportgruppe veranstaltete in ihrer bis auf den letzten Platz besetzten Turnhalle (Sanatorium Rosenthal) eine Chanukahfeier, bei der nach einer geschichtlichen Würdigung des Festes durch Rabbiner Dr. Wreschner Oberkantor M. H e r z in humorvollen Darlegungen das Traditionelle des jüdischen Sports zitierte, während Lehrer Goldschmidt in seiner Ansrpache der Sportgruppe auch fernerhin gute Erfolge wünschte. Bei gemütlichem Beisammensein beschlossen Jargon- und hebräische Lieder sowie würzige Rezitationen von Herrn Julius Haas den äußerst harmonisch verlaufenen Abend. Wächtersbach, 17. Dez. Für diejenigen Viehhändler, die den Markt in Wächtersbach besuchen und dort rituell beköstigt zu werden wünschen, ist es wichtig zu wissen, daß die Marktrestaurationen Gustav Rosenberg und Beni Grünebaum einwandfrei *itw sind. Emden, 16. Dez. Schon lange hatte sich das bisherige Altersheim als zu klein erwiesen und es wurde beschlossen, ein Altersheim mit dem schönen und großen Waisenhaus zu vereinigen. Nach langen und schwierigen Vorarbeiten war nun der für das Altersheim bestimmte Umbau beendet und am ersten Tag Chanukah, dem 50jährigen Gedenktage der Gründung des Altersheims, wurde es mit einer schlichten Einweihungsfeier seiner Bestimmung übergeben. Zur Feier waren eine stattliche Anzahl von Gästen aus nah und fern erschienen. Die von dem Vorsitzenden des Waisenvereins, Herrn Louis t e n Brink, Emden und dem Anstaltsleiter, Herrn Direktor Z i e - 1 i n s k i gehaltenen Ansprachen, sowie die von Sr. Ehrw, Herrn Landrabbiner Dr. Blum gehaltene Weiherede waren eingerahmt von Darbietungen des Kulturbundchors und Orchesters unter Leitung von Frau Dr. Goldschmidt und von Gesängen des Herrn Oberkantors W o 1 k e n f e 1 d. Besondere Worte des Dankes widmete Herr Landrabbiner Dr. Blum Frau Ww. Bundheim, die in 34jähriger rastloser Tätigkeit als Leiterin des Israelitischen Altersheims wirkte und in unermüdlicher Treue um das Wohl der Alten besorgt war. Jetzt tritt Frau Bundheim in den wohlverdienten Ruhestand. — Anschließend fand für geladene Gäste und Insassen eine Kaffeetafel statt, bei der nach einleitenden Thoraworten des Herrn Landrabbiner Dr. Blum der erste Vorsitzende des Israelitischen Altersheims, Herr Simon P e 1 s, die Gäste begrüßte und die Vertreter der einzelnen Organisationen ihre Glückwünsche darbrachten. Für den Gemeindevorstand Emden sprach Herr Max v. d. Walde, für die Gemeinde Norden der Vorsitzende der Gemeinde, Herr Lehrer Klein Herr Lehrer Hirschberg, Emden für die Lehrerschaft und die Kaiser Friedrich-Loge in Bremen. Herr Landrabbiner Dr. Blum für die Frauenvereine von Emden, Herr Hermann H a r t o g s o h n , Emden für das Repräsentanten-Kollegium, der Ehrenvorsitzende des Israelitischen Altersheims, Herr Simon de Beer, Emden, Herr Gutentag, Wilhelmshaven und Herr Cohen, Meppen. Darauf fand eine Besichtigung der für das Altersheim bestimm ten Räume statt. 20 schöne, mit allen Bequemlich keiten der Neuzeit eingerichtete Zimmer bürgen dafür, daß den Insassen ein geruhsamer Lebensabend beschieden sein wird. Friedberg (Hess.), 20. Dez. Den Höhepunkt un serer Chamikahtage bildete der G'ttesdienst am Chanukah-Sonntag nachmittag, mit der anschließenden Weihestunde. Hierzu hatte der Gemeindevorstand auch die Gemeinden der Umgebung eingeladen, so daß die Synagoge bis auf den letzten Platz besetzt war. Im Anschluß an den G'ttesdienst begrüßte der erste Vorsitzende, Herr Siegfr. Rothschild, Ge meinde und Gäste in herzlichen Worten, zur Einigt keit und zum Zusammenhalt ermahnend. Nun wechselten hebräische Gesänge und Sprechchöre entspre chenden Inhalts mti Einzelvorträgen ab. Das Programm bestritt die Schuljugend. Es folgte nun eine Ansprache des Lehrers S e e 1 i g , der von der religiösen Bedeutung der Chanukahtage auf die Pflicht zur Heilighaltung des Schabbos überging. Der Red ner ermahnte insbesondere die Gäste aus den Land gemeinden, den Kindern häusliche Sabbatstunden zu bieten, die in vielen Fällen den mangelnden G'ttesdienst leider ersetzen müssen. Mit dem gemeinsamen Gesänge Moaus-zur endete die erhebende Feier. Der neugegründete Kultur- und Bildungsausschuß der Gemeinde bringt im Winter viel jüdisches Leben in unsre Reihen. Allsabbatlich finden gutbesuchte Schiurim statt. Außerdem finden allwöchentlich Bildungs- und Ausspracheabende statt. Die Vortragsabende wurden vom Frauenverein eröffnet, in welchem die Damen Hedwig Seelig, Gutta Ballin und Frau Meta Ehrmann über die Frauentagung in Bad Nauheim berichteten. Einen eingehenden Vortrag über „Glaube und Religion" hielt Lehrer Seelig, während in der vergangenen Woche Rabb. Dr. Neuhaus einen besonders fesselnden Vortrag über „Wesen und Wert des Talmud" hielt. Karlsruhe, 23. Dez. Die Israelitische Religionsgesellschaft hat in Fortsetzung ihres Bemühens um Erwachsenenbildung zu einem zweiten Gemeindeabend ihre Mitglieder eingeladen. I m überfüllten Saale sprach Herr Rabbiner Dr. Bamberger, Mainz über: „Scheinbare und wirkliche Ueberwindung der Assimilation". In klarer und überzeugender Beweisführung legte er im Hinblick auf das Makkabäerwunder dar, daß der Schlachtensieg nur die scheinbare Ueberwindung der hellenischen Assimilation bewirkte, das Oelwunder abre erst Zeichen der wirklichen geistigen Ueberwindung der Assimilation war, die auch in der Gegenwart zu erstreben sei. Reicher Beifall dankte dem Referenten für die lehrreichen Ausführungen. Hebräische Lieder, vorgetragen von Herrn Jakubowitz und der Chanukahpsalm, hebräisch gesungen von den Knaben Gewürz, Weiß und den Brüdern Fränkel, schlössen sich an das Referat an. Ganz besonderes Interesse weckte eine dramatische Darstellung der ersten beiden Kapitel aus dem Buche Hiob durch die Damen Freund, Gelmann, Huttner und Rabbinowitz in klassischem Hebräisch. Der Abend war ein wertvoller Beitrag zur Erwachsenenbildung. Bratislava, 11. Dez. Die Wahlen zum Vorstand unserer Repräsentanz der orthodoxen Kultusgemeinde haben diesmal einen heftigen Kampf ausgelöst, indem sich unter dem Schlagwort „Friedenspartei" und „Wahrheitspartei" zwei Gruppen innerhalb der Gemeinde gegenüberstanden. Listenführer der Wahrheitspartei war der bisherige Präsident Isidor Pappenheim, während die Friedenspartei den Generaldirektor Albert Gestettner, einen Mann, der es mit der Beobachtung des Sabbats keineswegs genau nimmt, zum Listenführer aufstellte. In wahrhaft orthodoxen Kreisen empfand man es als eine schwere Beschämung, daß eine Persönlichkeit, wie Generaldirektor Gestettner, ungeachtet ihrer von niemand bestrittenen menschlichen und sozialen Qualitäten, in einer orthodoxen Gemeinde überhaupt als Kandidat aufgestellt werden konnte. Glücklicherweise hat die Liste des Präsidenten Pappenheim die Mehrheit der Stimmen errungen. Wie stark das Interesse war, zeigt die Tatsache, daß von 1266 Stimmberechtigten 1172 von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten. Beim Wahlkomitee ging während des Nachmittags ein Protest gegen die Aufstellung der Kandidatur Gestettner ein, gestützt auf § 13 des Landesstatuts, wonach ein Kandidat, der durch seinen unreligiösen Lebenswandel Anstoß erregt, nicht gewählt werden kann. Immerhin brachte es. Herr Gestettner auf 506 Stimmen, während auf Isidor Pappenheim 636 Stimmen entfielen. Im Gesamtvorstand hat die Wahrheitspartei 4 und die Friedenspartei 1 Mandat. Das Ergebnis der Repräsentantenwahlen wird erst im Laufe der nächsten Woche bekannt. Familien-Nachrichten, Geburten: Einen Sohn, Raphael Hirsch und Frau Ruth geb. Halberstadt, S'deh Jaakow, Post Kfar Joshua/Palästina. Barmizwoh: Helmuth Hesz, Israel. Waisenanstalt, Ffm-, rmv raw. — Sally, Sohn des Herrn Moritz Stachewski, Ffm., Wingertstr. 12, Synagoge Friedberg.- Anlage M». — Erich, Sohn des Herrn S. Marx- Rothschild, Kreuzlingen/Schweiz, map rav. — Salo, Sohn des Herrn Hermann Senensieb, Altona, Schulterblatt 18, Große' Synagoge, Papagoyenstr. rnaa? na»i Vermählte: Gretel Hirschheimer, Wolf Berlinger, Stuttgart, Hospitalstr. 36, 30. 12. 34. Silberne Hochzeit: Hermann Neuland und Frau Lina geb" Schiff, Gausstr. 331, 26. 12. 34. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim E. V. Freitag abend nach Schul: Mikrovortrag, Herr Rabb. Mayer, Samstag morgen nach Schul im Hörsaal; Dinim, Herr R.-A. Dr. E. Posen — 11 Uhr im Vereinslokal (ebenso Sonntag morg. 8 Uhr) Gemoro, Herr J. Soffer. — Mikroschiur des Herrn Rabbiner H. Mayer Schabbos 3/4 Stunde vor Mincho im Vereinslokal. Samstag abend 8.30 Uhr im Vereinslokale Hans Handwerktr., Vortrag des Herrn S. Schachnnwitz über „Die Sendsbhreiben des Maimonides und was sie uns heute sagen.'''' Gäste, auch Damen, willkommen. Sonntag nachm. 6 Uhr Haftoraschiur, Herr Ch. Jakobowitz. Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, an« "n Herr S. Schachnowitz. Sonntag vorm. 9 Uhr, im Vereinslok. „Mögen Awrohom" Herr R.-A. Dr. Schlesinger. Montag morgen nach Schul (auch Donnerstag): Mischna- Mitgliederlernen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna. Herr R.-A- Dr. E, Posen. Jahrzeitssiiftungen. Sonntag, 39. Dezember: Hermann Lehmann-Stiftung. Sonntag, 30. Dezember: Jacob Seelig-Stiftung- Mittwoch, 2. Januar: Samson Raphael Hirsch-Stiftung. Mittwoch, 2. Januar: Selig Goldschmidt-Stiftung. Mittwoch, 2. Januar: Isaac Eschwege-Stifturig. Agudas Jisroel-Ortsgruppe. Daf Jaumi Sonntags, 11—12 Uhr, Montag bis Freitag 12—1 Uhr, Samstag 12i/4 Uhr, Herr Sofer, im Vereinslokale, Schwanenstr. 12. Liwjat Cben. . Samstag nach Mincho 4.15 Uhr im Hörsaale, Vortrag des Herrn S- Schachnowitz über: „Die Daten des Teweth." (Einiges auch über den FrankfurterJTaanith.) Jüdische Frauen-Vereinigung und Agudistische Frauen-Ortsgruppe. Am Mittwoch, den 2. Januar wird Herr Albert Hirsch über „Berufsfragen" sprechen. Gäste, Damen, willkommen. Bes Hamidrasch, Ostesxdsfr. 18 fi'TI Q"',22'W' Jeden Donnerstag, beginnend vor m»» fl»ia werden vor Tina»' diesmal 4 Uhr nirpVo gesagt und wenn fastet bwi geleient- Zahlreiche Beteiligung ist erwünscht. Jüdischer Tarnerbund E. V. Programm 1934 Herren: Sonntag 9-12 Uhr, Leichtathletik u. Sport Kl. Ostparkwiese. Donnerstag 8.30-10 Uhr Gymnastik u. Turnen S. R. H.-Schule, Tiergarten 8. Jugend: wie Herrenabteilung. Knaben: Sonntag 9-12 Uhr Leichtathlethik u. Sport Kl. Ostparkwiese. Sonntag 2-5 Uhr Fußballspiele nach Bekanntgabe. Montag 6-8 Uhr und Mittwoch 5- 7 Uhr Gymnastik u. Turnen, S. R. H.-Schule. Mädchen: Gruppe 1 Mittwoch 2.30-3.30 Uhr Gymnastik und Turnen, S. R. H.-Schule. Gruppe 2 Mittwoch 5-30-6 30 Uhr Gymnastik u. Turnen, Gruppe 3 6- 30-7.30 Uhr Gymnastik u. Turnen, Isr. Volksschule. Damen: Mittwoch 8.30-10.15 Uhr, Gymnastik und Turnen dto. Frauen: Dienstag abend 8.45 Uhr, Isr. Volksschule, unter Leitung von Frl. Sitta Golde. Gebetzeiten. matp mip Freitag abend 4.05 Samstag nnawn 7.10 Samstag morg. 8.00 Samstag nachm. 1.00 und '4.00 Samstag abend 5.20 Wochengottesdienst-: Morgens 7.10 Nachmittags 4.15 Tefillinlegen am Morgen 7.20 Berichtigung. Das Hotel National, Inh. David Leitner, Marienbad steht nicht unter Aufsicht des Vereins zur Förderung ritueller Speisehäuser e. V. Hamburg.

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