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Der Israelit · 1934-12-28 · Heft 52 (28.12.1934) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
75 (1934)
Issue
Heft 52 (28.12.1934)
Date
1934-12-28
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Nr. 52 Der Israelit 28. Dezember 1934 Kinder- und Jugend-Alijah wurden 600 Jugendliche nach Palästina gebracht, weitere 152 sollen binnen kurzem folgen. Für das nächste Jahr hat die Palästina-Regierung 350 Zertifikate für Kinder bewilligt. Kolonisiert wurden 300 jüdische Familien aus Deutschland, davon 60 bis 70 Familien ehemaliger Anwälte und Aerzte. Ins Gefängnis von Akko wurden 12 0 illegal nach Palästina eingewanderte Juden eingeliefert, von denen 90 zu Gefängnisstrafen bis 15 Monaten mit nachfolgender Landesverweisung verurteilt wurden. 30 Gefangene sollen noch abgeurteilt werden. Der ehemalige Bürgermeister von Jerusalem als Wortführer des extremen arabischen Nationalismus. Jerusalem, 12. Dez. Der von Nashashibi gegen die Wahl seines Gegenkandidaten Dr. Hussein Khalidi erhobene Protest ist von dem Jerusalemer Distriktsgericht zurückgewiesen worden. Gleichzeitig mit Nashashibi hatten zwei andere bei den Wahlen unterlegene Kandidaten seiner Partei das Wahlergebnis angefochten. Das Gericht stellte fest, daß die Wählerliste im Gegensatze zu den Behauptungen der Beschwerdeführer ordnungsgemäß atigelegt und veröffentlicht worden war. Bezüglich der Behauptung der Beschwerdeführer, daß die von ihren Gegnern erzielten Mehrheiten durch nicht wahlberechtigte Personen zustande kamen, erklärte das Gericht, daß der Beweis hierfür von den Klägern erbracht werden müßte. Rhageb Bey Nashashibi soll sich bereit erklärt haben, den verlangten Nachweis zu führen. Zu diesem Zweck soll das Verfahren am 20. Dezember nochmals aufgenommen werden. Im Gegensatz zur Nashashibi-Gruppe werden aus Kreisen der Mufti-Partei Stimmen laut, die die Uebernahme der Huleh-Konzession durch Juden gutheißen. Die Tageszeitung „El Dschamea el Arabia'", das Organ des Großmufti, veröffentlicht einen von A. S. gezeichneten dreispaltigen Artikel, in dem die Beiruter Familie El Salam, in deren Händen ein Teil der Huleh-Konzession lag, gegen die Angriffe?n Schutz genommen wird, die von gewissen arabischen Elementen gegen die Familie in Zusammenhang mit der Uebertragung der Konzession erhoben wurden. Der Verfasser erklärt, die Familie Salam sei zu der Transaktion infolge der schweren Verluste genötigt gewesen, die sie bei den Versuchen, die Entwässerung des Gebietes durchzuführen, erlitten habe. Die Syro-Ottoman Agricultural Corporation, die die Konzession besaß, habe seit 1914 90.000 Pfund ausgegeben und 15.000 Dunam drainiert. Weitere 15.000 Dunam konnten infolge ihres völlig sumpfigen Charakters nicht drainiert werden. Ihre Entwässerung hätte Kosten in der Höhe von 750.000 Pfund verursacht. Kein vernünftiger Araber hätte sich bereit erklärt, 350 Pfund pro Dunam für diese Entwässerung zu zahlen. Auch Sir John Hope Simpson habe in seinem Bericht erklärt, es sei unmöglich, dieses Gebiet kulturfähig zu machen. Die Familie El Salam sei zu den Verhandlungen infolge des Mangels an Sympathie gezwungen worden, auf den ihre Forderungen bei den palästinensischen Behörden, Regierungsbeamten und anderen stießen. Sie habe jedoch beschlossen, das für die Konzession erhaltene Geld in Unternehmungen anzulegen, in denen palästinensische Araber beschäftigt werden sollen. Die Tagung der Assefath Haniwcharim. Jerusale m-r 19, Dez, Die Schlußtagung der Assefath Haniwcharim fand unter dem Vorsitze des Vorsitzenden des Waad Leumi, J, Ben Z w i statt. Es fiel auf, daß der einzige Vertreter der revisionistischen Partei und Rabbi Ostrowsky von der Oppositionsgruppe des Misrachi gemeinsam an einem kleinen Tisch saßen. Im Rechenschaftsbericht wurde angekündigt, daß an den Wahlen zur nächsten Assefah, die in einigen Monaten nach einem Zensus der passiv Wahlberechtigten vorgenommen werden sollen, voraussichtlich etwa 200.000 erwachsene Mitglieder der Knesseth Israel beiderlei Geschlechts teilnehmen werden. Allgemeiner starker Die Woche. Berlin. Professor Dr. Paul Rosenstein, der Direktor der Chirurgischen und Urologischen Abteilung im Jüdischen Krankenhaus zu Berlin, ist zum Mitglied der Italienischen urologischen Gesellschaft in Rom ernannt worden. — Der frühere Professor der Technischen Hochschule in Charlottenburg und Dozent an der Hochschule für Politik, Dr. Wilhelm Haas, ist an die Universität in Teheran berufen worden. Köln. Der „Bote für Stadt und Land" (Bodenständige Heimatzeitung im Kreise Mörs) berichtet aus Xanten,1 daß auf dem jüdischen Friedhofe Grabdenkmäler umgelegt und über Grabhügel gelaufen wurde. Die Täter sind unbekannt. Die Israelitische Gemeinde in Xanten hat in der gleichen Nummer des Blattes für die Namhaftmachung der Täter eine Belohnung von 50 Mk. ausgesetzt. Sie begründet die Aussetzung einer Belohnung damit, daß auf ihrem Friedhof „in letzter Zeit mehrmals Grabdenkmäler umgelegt und Grabhügel zertreten worden" sind. Neustadt a. d. H. Nach Meldung der Rhein NSZ-Front in Neustadt a. d. H. hat der Gauleiter der Pfalz und Saarbevollmächtigte des Reichskanzlers, B ü r c k e 1, eine Bekanntmachung erlassen, in der es heißt: „Nationalsozialisten! Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß wir nichts im Ramschwarenladen des Juden verloren haben. Und wenn Du mir sagst, daß Deine Frau die Einkäufe besorge, so ergibt sich daraus, daß eben in Deinem Hause kein nationalsozialistischer Geist herrscht und Du selbst kein Mann bist, sondern ein Hanswurst." Breslau. Die „Nationalsozialistische Schlesische Tageszeitung" in Breslau hatte vor kurzem beanstandet, daß neben dem Bild des Führers im Anwaltszimmer des Oberlandesgerichts in Breslau Bilder der jüdischen Justizräte Heilberg und Steinitz, der früheren Vorsitzenden der Anwaltskammer sich befänden. Wie das gleiche Blatt mitteilt, sind jetzt die beiden Bilder entfernt worden. Warschau. Die Völkerbundsabteilung für Sozialfürsorge hat dem jüdischen Einwohner des Städtchens Opatowiec, Meierowitz, der sich an den Völkerbund mit einem Hilfegesuch gewandt hatte, in dem er darauf hinwies, daß sein im Kriege gefallener Sohn der einzige Ernährer der jetzt bitterste Not leidenden Familie war, einen Notstandsbeitrag von 300 Schweizer Franken gewährt. Es ist dies der erste Fall einer unmittelbaren Unterstützung eines Juden in Polen durch den Völkerbund. — Der Immunitätsausschuß des polnischen Sejm hat einem Auslieferungsantrag gegen den nationaldemokratischen Abgeordneten L a s o t a , der in einer Versammlung in Rawicz, einem Städtchen im Posener Kreis, behauptet hatte, die Regierung gehe Hand in Hand mit den Juden, stattgegeben. — Der erneuerte Stadtrat in Warschau zählt sieben jüdische Mitglieder, darunter auch einen Vertreter der Agudas Jisr o e 1, Die anderen sechs vertreten Handwerker, Kaufleute, Hausbesitzer und auch die jüdischen Frontkämpfer, Madrid. Die spanische Regierung hat ein Dekret betreffend die Veranstaltung öffentlicher Feierlichkeiten von Staatswegen anläßlich der 800, Wiederkehr des Geburtstages Rabbi Mose ben Maimons erlassen, Jerusalem. Es wurde ein direkter Schiffsverkehr von den Häfen des Fernen Ostens, wie Shanghai, Honkong usw. nach Palästina eingerichtet. Das erste Schiff „Pirot" ist, von Japan kommend, in den Hafen von Haifa eingelaufen. — 15 jüdische junge Leute aus „Kfar Saba", die wegen Postenstehens angeklagt waren, wurden freigesprochen, weil es sich um einen reinen Arbeitskonflikt handelte und Gewaltandrohungen nicht vorkamen. — In der Vorstadt Talpijoth wurde der Grundstein zu einer neuen Synagoge gelegt. Das G'tteshaus soll 350 Männer- und 150 Frauenplätze umfassen. Ein Bet- und Lehrsaal mit 60 Sitzen wird der Synagoge angegliedert. Beifall begleitete die Glückwünsche, die Ben Zwi an Herrn J. Amikam anläßlich des ersten Erfolges seiner Aktion für die Einführung der hebräischen Schrift in den Telegrammverkehr Palästinas richtete. Das hierauf von Elijahu Berligne vorgelegte Budget für das Finanzjahr Oktober 1934 bis September 1935 sieht Einnahmen in der Höhe von 113.171 und Ausgaben in der Höhe von 122.841 Pfund vor. Von den Städten wurden für die Entnahmen eingesetzt; Tel Awiw mit 2200, Haifa mit 700, Jerusalem mit 600, Tiberias mit 26 und Safed mit 10 Pfund, Von den großen Kolonien werden folgende Eingänge erwartet: Petach Tikwah 400, Rischon le Zion, Rechowoth und Gedera je 180, Afuleh und Ramath Gan je 50 Pfund. Die Siedlungspunkte der nationalen Kolonisation sind mit 1400 Pfund eingesetzt. Weitere Einnahmeposten sind: 4500 Pfund von der Jewish Agency zur Rückzahlung einer Anleihe und 93.525 Pfund für Erziehungsarbeit; dieser Posten setzt sich aus folgenden Einzelbeträgen zusammen: 28.000 Pfd. Regierungszuschuß, 20,000 Pfund Zuschuß der Jewish Agency, 42.175 Pfund Beiträge der lokalen Bevölkerung und 3350 Pfund von der PICA. Für die Arbeiten auf dem Gebiete des Gesundheitswesens wird ein Beitrag der Regierung von 5905 Pfund (im letzten Jahre 6700 Pfund) und ein Betrag von 200 Pfund von Körperschaften, die die Gesundheitseinrichtungen benutzen, erwartet. Für Sozialarbeit ist ein Beitrag der Jewish Agency in der Höhe von 3000 Pfund für Einwanderer aus Deutschland in den Voranschlag aufgenommen. Dr. A. Katznelson berichtete über die Verhandlungen mit der Regierung betreffend die Beihilfen für jüdische öffentliche Dienste und die Schwierigkeiten die sich hierbei ergaben. Miß H. S z o 1 d befaßte sich mit den Problemen der sozialen Fürsorge für arme und zurückgebliebene Kinder und trat für die Schaffung weiterer _ Einrichtungen für solche Jugendliche ein, da auf diesem Gebiete von der Regierung selbst nicht genügend Vorsorge getroffen wurde. Verschiedenes aus Erez Jisroel. Jerusalem, 18. Dez, Die Palästinaregierung hat eine Anleihe von 100.000 Pfund für Transjordanien bewilligt, Die Anleihesumme wird den Reservefonds der Palästinaregierung entnommen. Von dem Gesamtbetrag sind 30.000 Pfund für die Unterstützung der notleidenden landwirtschaftlichen Bevölkerung Transjordaniens bestimmt. Aus den zuletzt veröffentlichten Regierungsberichten war ZU ersehen, daß der Verwaltungsüberschuß der Palästinaregierung in der ersten Hälfte des laufenden Finanzjahres um über eine Million Pfund gestiegen ist, so daß die Gesamthöhe des Ueberschusses am 31. Oktober dreieinhalb Millionen Pfund betrug. Andererseits befindet sich die transjordanische Regierung dauernd in finanziellen Schwierigkeiten, obwohl ihr Budget nur etwa 12 bis 15 Proz. des Budgets der Palästinaregierung ausmacht. Die Palästinaregierung hat 150 Einwanderungs- Zertifikate für Araber aus Aegypten und Syrien zur Verfügung gestellt, die im Hafen von Haifa als Träger und Packer verwendet werden sollen. Es ist dies der erste Fall in der Geschichte der Mandatsverwaltung Palästinas, in dem ausländischen arabischen Arbeitern Einwanderungs-Zertifikate gegeben werden. Jüdische Arbeiter, die an einem von nicht jüdischen Unternehmern geleiteten Neubau beschäftigt waren, sind durch arabische Posten gezwungen worden, ihre Arbeitsstätte zu verlassen. Die arabischen Arbeiter standen unter der Führung Farchi Nashashibis, eines Vetters des letzten Jerusalemer Bürgermeisters, der vor kurzem einen national-arabischen Arbeiterverband begründet hat. Der Fall hat, da er .der erste seiner Art in Palästina ist, allgemein großes Aufsehen erregt. Ein neues Grundsteuergesetz in Palästina. J erusalem, 20. Dez. Im palästinensischen Amtsblatt wurde der Entwurf eines neuen Grundsteuergesetzes für f und aitiig! <g la Benzin 31 Pig. pro Liter la oei 80 Pig. an » Auto-zuDehör $ Garagen Konsiamef, FpanKfurt a, m,, GeiDBUirsctisir. 9

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