Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 75 (1934)
- Issue
- Heft 52 (28.12.1934)
- Date
- 1934-12-28
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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28. Dezember 1934 Der Israelit Nr. 52 Seite 5 Thora aus untersagt, Worte der Prophetie für profane Lieder und gar solche, die verderblichen Inhalts sind, zu mißbrauchen---" Wie schwer jene Zeitungen oft in den gleichen Nummern, in denen die Glorifikationen und Apotheosen für Maimonides erscheinen, sich gegen den Geist, das Wort und die klare Entscheidung von Maimonides versündigen, brauchen wir hier im Einzelnen nicht aufzuführen. Es muß nur erwähnt werden, daß bei dem Tone and der Darstellung, wie sie im Feuilleton dieser Blätter beliebt sind, die Warnung Maimonides' vor mxnn rO TSTE buchstäblich zutrifft, daß außerdem bibelkritische Hypothesen und Spekulationen, wie wir sie in letzterer Zeit oft genug im „Dawar" und gelegentlich auch im ..Doar Hajom" zu lesen bekamen, eine krasse Verpönung und Verhöhnung der sechsten, siebenten, achten und neunten These der von Maimonides in seiner Einleitung zum letzten Abschnitt von „Sanhedrin" gelehrten und von den Späteren im •pfcNn "»as formulierten Glaubensgrundsätze darstellen. Was sollen die jungen Menschen, die von dieser Presse Tag für Tag so belehrt und beeinflußt werden, am Grabe des Maimonides lernen? Vielleicht aber kommt doch noch eine Generation auch für Erez Jisrael, die sich von jenen Kikajonblättern der Thoraleugnung zu den ewigen Werken und Werten flüchtet, wie sie uns Maimonides als festen Bestand unseres- Volkstums in der Gola wie in der heiligen Heimat geboten hat. Das wäre freilich die schönste und fruchtbarste Art, ein Rambam-Jubiläum zu begehen. Das neue Kolonisationswerk am Htileh-See. Wir haben bereits über den Ankauf des großen Bodenkomplexes am Hulehsee berichtet. Wie über Paris berichtet wird, sollen die Arbeiten demnächst begonnen werden und wird nicht daran gezweifelt, daß die Jewish Agency Vollmacht erhalten wird, zunächst über d i e Schedule hinaus so viele jüdische Arbeiter nach Palästina zu bringen, wie zur Durchführung der ersten Arbeiten notwendig sind. Wenn die Zahl der Zertifikate, wie immer betont wird, nach der Aufnahmefähigkeit des Landes und dem momentanen »Bedarf an Arbeitskräften bemessen wird,, so ist nicht zu bestreiten, daß mit diesem neuen Kolonisationswerk sich Arbeits- und Erwerbsmöglichkeiten für Tausende ergeben, die bei Festlegung der letzten Einwanderungsschedule nicht mit einkalkuliert waren. Der Ursprung des Titels „Pharao", Dem Sefer Hajaschar nacherzählt von Rabbiner Dr. Robert Zion in Berlin. Zur Zeit Abrahams lebte im Lande Schinear ein überaus weiser und wohlgestalteter Mann mit Namen Rikajon, Aber Rikajon -war sehr arm und konnte in seiner Heimat seinen Lebensunterhalt nicht finden. Daher beschloß er, nach Aegypten zum König Aschverosch zu gehen und dem König seine Weisheit vor Augen zu führen; vielleicht würde er Gunst in dessen Augen finden, so daß ihm der König seinen Lebensunterhalt gewähren würde. Als Rikajon nach Aegypten kam, erkundigte er sich bei den Landesbewohnern über den König. Da erzählten ihm die Landesbewohner, in Aegypten herrsche das Gesetz, daß der König nur einmal im Jahre seinen Palast verlassen dürfe, um sich dem Volke zu zeigen und zu Gericht zu sitzen. Jeder, der eine Rechtssache hatte, kam an diesem Tage vor den König und trug ihm sein Anliegen vor. Als Rikajon von diesem ägyptischen Gesetz vernahm, schmerzte es ihn sehr, daß er nicht vor den König kommen konnte. Abends legte er sich verbittert und hungrig in einer Ruine zum Schlafen nieder, aber der Schlaf floh seine Augen. Rikajon überlegte, wie er, bis er den König sehen durfte, sich in der Stadt ernähren könnte. Morgens ging er wieder in die Stadt, traf zufällig einige Gemüsehändler und fragte sie aus. Da erzählten sie ihm, daß sie sich vom Kauf und Verkauf von Gemüse aller Art ernährten. Rikajon beabsichtigte, desgleichen zu tun, um seinen Lebensunterhalt zu fristen. Aber, er kannte nicht die Gewohnheiten der Landesbewohner und ward so wie ein Es wird sich freilich in erster Reihe um gelernte Arbeiter handeln, die vor ihrer Ausreise in der Entwässerungstechnik ausgebildet und noch weiter bei der Arbeit von fachmännischen Instruktoren angeleitet werden. Die Hulehsümpfe schrecken die Initiatoren nicht. Der Emek hat gezeigt, wie es bei gutem Willen und fleißiger Arbeit, mit der alles überwindenden Liebe im Herzen, gelingt, Sümpfe auszutrocknen. Das muß auch hier glücken. Und hier wäre der Punkt, wo wir auch unsere Ansprüche anzumelden und unsere Hoffnungen auszudrücken hätten. Wir hätten vom Emek in vielem auch zu lernen, wie es nicht gemacht werden darf. Große Sümpfe wurden dort ausgetrocknet und in blühendes Gartenland verwandelt — wer wollte die jahrzehntelange Arbeit der jungen Helden im steten zähen Kampfe gegen Sumpffieber und alle denkbaren und undenkbaren Widerstände, bis dieses blühende Wunder auf dem harten Boden entstanden war, verkennen und verkleinern? Aber viele Sümpfe sind geblieben und viele neue Sümpfe sind entstanden, aus denen Giftpflanzen emporschössen, die das geistige und religiöse Leben in einem großen Teil des Emek in der Wurzel bedrohen. Für Trockenlegung dieser geistigen Sümpfe ist der Eukalyptus mit Schule, Lehrhaus und Ueber die Form, in der jüdische Einwanderung nach Syrien und Libanon vor sich gehen soll, gehen der ITA. folgende genauere Informationen zu: Die Zulassung von Industriellen, Technikern und jüdischen Handwerkern wird voraussichtlich für das Gesamtgebiet von Syrien gelten. Dagegen wird die Zulassung jüdischer Landwirte zur Einwanderung zunächst die Schaffung einer entsprechenden Siedlungs-Organisation erfordern. Als Siedlungsgebiete sind in Aussicht genommen, das Ghab-Tal im Gebiet des Oberlaufs des Orontes, wo etwa 100.000 Hektar unter geringen Investitionskosten kultiviert werden könnten, ferner der Nordteil der Republik Libanon und gewisse Gebiete bei Deir-ezzor am oberen Euphrat und Orontes. Diese Gebiete kommen für die landwirtschaftliche Siedlung von Juden unter Aufrechterhaltung freundschaftlicher Beziehungen zu den Eingeborenen in Frage. Die Verhandlungen zu dem Zwecke, die Zulassung einer gewissen Zahl von Juden nach Syrien und ins Libanon-Gebiet zu erreichen, Blinder in ihrer Mitte. Auch er kaufte Gemüse, um es zu verkaufen; jedoch die Taugenichtse umringten und verspotteten ihn, und nahmen ihm sein ganzes Gemüse weg, so daß dem armen Rikajon nichts übrig blieb. So kehrte Rikajon verbittert und seufzend in die Ruine zurück- und übernachtete dort zum zweiten Male. In dieser Nacht ging er mit sich zu Rate, wie er sich erhalten könne. Als der Morgen graute, mietete Rikajon dreißig starke, schwer bewaffnete Männer, führte sie In die unterirdischen Grabstätten Aegyptens und befahl ihnen: „So spricht der König. Seid stark und heldenhaft, und gestattet Niemandem seine Toten zu begraben, ehe er zweihundert Silberstücke Gebühr bezahlt hat!" Die Männer führten die Anordnungen Rikajons das ganze Jahr hindurch aus. Bereits nach acht Monaten hatten Rikajon und seine Leute große Schätze an Silber und Gold und Edelsteinen eingesammelt. Da kaufte Rikajon viel Pferde und Vieh, warb weiter Leute an, gab ihnen die Pferde und stellte sich so ein Heer zusammen. Am Ende des Jahres versammelten sich alle Bewohner Aegyptens, um vor dem Könige gegen Rikajon und seine Leute Klage zu führen. Als der König am festgesetzten Tage erschien, traten alle Aegypter vor ihn und klagten: ,,Ewig lebe der König! Was hast du deinen Knechten angetan, daß du Niemandem gestattest, seinen Toten zu begraben, ehe er dafür Silber und Gold bezahlt hast? Ist dergleichen je auf Erden geschehen, selbst in den Tagen der Urkönige, seit den Zeiten Adams bis zum heutigen Tage, daß man die Toten nur gegen Geld begraben darf? Wir wissen wohl, daß es das Recht des Königs ist, Jahr um Jahr Steuern von den Lebendigen zu erheben; du aber erhebst sogar von den Toten Tag für Tag Abgaben. Wir können dieses nicht mehr ertragen, o religiösem Zentrum noch nicht eingeführt. Darüber heute zu klagen, wäre müßig. Wo aber, wie jetzt am Hulehsee das Neue entsteht, wäre doch dringend zu wünschen und zu hoffen, daß man die Dinge von vornherein so auf jüdische Grundlage stellt, daß wir in der neuen Kolonie auch in unserem Sinne jüdischen Boden erblikken können. Schon im Vorbereitungsstadium könnte der Welt gezeigt werden, daß eine j ü - d i s c h e Sache hier im Entstehen sei; dadurch, daß bei allen Vorarbeiten nicht allein die miaXJ rr-atf' sondern auch die ^inw nTOtf' nicht nur die „jüdische Arbeit", sondern auch Sabbat und Speisegesetze und die jüdische Seele voll berücksichtigt werden. Wenn S o k o 1 o w es für richtig hält, die jüdische Oeffentlichkeit in der Golah über die Bedeutung des Hulehwerkes für den jüdischen Aufbau aufzuklären, damit diese auch die großen erforderlichen Mittel für das Werk aufbringt, so wäre es genau so wichtig, uns auch über diesen Punkt aufzuklären. Die Massen in den Ländern des Ostens wie die engeren gesetzestreuen Kreise im Westen möchten gewiß gerne mit am Werke sein — unter der Voraussetzung aber, daß nicht nur ein Stützpunkt für Juden, sondern in erster Reihe eine jüdische Position in jeglichem Sinne daraus wird. wurden vor anderthalb Jahren von dem Komitee zur Verteidigung der jüdischen Rechte in Mittel- und Osteuropa und seinem Präsidenten, dem ehemaligen Minister und jetzigen Mitglied des französischen Senats, Justin Godart eingeleitet. Diese Verhandlungen stießen zunächst auf zahlreiche Schwierigkeiten, die sich aus gewissen Mißverständnissen und einer irrigen Verknüpfung zwischen der Arbeit des politischen Zionismus in Palästina und dem bescheidenen, wenn auch außerordentlich wichtigem Problem der Einwanderungserlaubnis für Jduen in den levantinischen Staaten ergeben hatten. Die Interessen der syrischen Bevölkerung erfordern die Zulassung jüdischer Einwanderung in das Land. Der Zufluß jüdischen Kapitals, die Zuwanderung erfahrener Handwerker, Industrieller, Techniker und mit den modernsten landwirtschaftlichen Methoden vertrauter Landwirte, muß zur Förderung der Entwicklung des Landes beitragen. Das Komitee zur Verteidigung der jüdischen Rechte in Zentral- und Mitteleuropa hat Pläne für die Auswahl der Einwanderer, ihre Kontrolle König, denn die ganze Stadt ist dadurch bereits an den Rand des Abgrunds geraten!" Als der König diese Worte vernahm, entbrannte sein Zorn gar sehr, denn er hatte nichts davon gewußt, und fragte: „Wer hat es sich erlaubt, diese böse Tat zu vollführen, die ich nicht geboten habe? Warum habt ihr es mir nicht gesagt?" Da berichtete man ihm alles, was Rikajon und seine Leute getan hatten. Da schickte der König Boten, um Rikajon und seine Leute vorzuführen. Rikajon aber nahm tausend Knaben und Mädchen, kleidete sie in Seide und Byssos, setzte sie auf Pferde und sandte sie durch seine Leute dem Könige. Er selbst brachte dem Könige ein Geschenk, bestehend aus Silber, Gold und Edelsteinen in Fülle und einem prächtigen Pferd, trat so vor den König und verneigte sich vor ihm zur Erde. Der König, seine Diener und alle Bewohner Aegyptens wunderten sich über Rikajons Verhalten und sahen seinen ganzen Reichtum, sowie das Geschenk, das er dem Könige überreicht hatte. Dies alles gefiel dem König sehr und erregte sein Erstaunen. Rikajon setzte sich ehrerbietig vor den König hin und beantwortete alle seine Fragen mit Weisheit. Als der König nun Rikajons große Weisheit vernahm, fand dieser Gunst und Gnade in seinen Augen und auch alle Aegypter wurden ihm wohlgesinnt. Darauf sprach der König: „Du sollst nicht mehr Rikajon heißen (der Leere), sondern Du sollst Pharao (der Eintreiber) heißen, da Du sogar von den Toten Steuern eingetrieben hast." Der König erließ mit Einverständnis seiner Diener und des ganzen Volkes ein Gesetz, demzufolge Rikajon zum Vizekönig ernannt wurde. So regierte Pharao Rikajon das ganze Jahr hindurch über Aegypten, um das ganze Land Tag für Tag zu richten, während der König Aschverosch nur einmal im Jahre, an dem Tage, da er sich seinem Volke zeigte, Recht sprach. Jüdische Einwanderung nach Syrien und Libanon.