Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 75 (1934)
- Issue
- Heft 51 (20.12.1934)
- Date
- 1934-12-20
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Mit den Worten: „Adolf Hitler ist der Befreier nicht nur Deutschlands, sondern des arischen Menschen überhaupt" schloß Karl Holz seine Ansprache. Todesstrafe für Geschlechtsverkehr eines Juden mit einer Nichtjüdin gefordert. Nürnberg, 14. Dez. Wie die „Fränkische Tageszeitung" meldet, sprach Gauleiter Julius Streicher vor Richtern, Staatsanwälten und Rechtsanwälten im Bund Deutscher Juristen über Rechtsprechung im neuen Staat, wobei er sich vor allem mit der Rassenfrage befaßte. Julius Streicher sprach, der „Fränkischen Tageszeitung" zufolge, über „das ungeheuer verderbliche Wirken der Juden auf das deutsche Volk", bezeichnete das Freimaurertum als ein internationales Machtmittel der Juden, dessen sich diese nicht nur zum Verrat militärischer Alitteilungen, sondern auch zur Zersetzung und Verseuchung des deutschen Volkes und zu seiner völligen Entrassung und Entartung bedient hätten, und erklärte: „Wir bekämpfen die Juden nicht ans blindem Haß, sondern deswegen, weil sie unser Volk vernichten wollen. Und wenn es da oder dort einem Juden schlecht geht, dann können wir mit ihm kein Mitleid haben, weil uns unser Volk näher steht ais das jüdische Volk." Der Redner ging sodann auf rassentheoretische Erörterungen ein, wobei er u. a. behauptete, die Blutkörperchen des Juden seien ganz anders gestaltet, als die eines nordischen M e.n sehen. Er führte v/eiter aus: „Es ist ungeheuer und kaum glaublich, wie rasch die Entrassung eines Volkes durch den geschlechtlichen Verkehr eines Juden mit einer Nichtjüdin vor sich gehen kann. Die Nichtjüdin ist für ihr Volk für immer verloren und auch die einer solchen Ehe entstammenden Kinder (Bastarde) tragen weiterhin zur Entartung unseres Volkes bei. Wenn wir daher nicht in absehbarer Zeit Gesetze schaffen, die es weiterhin unmöglich machen, die deutsche Rasse zu verseuchen, dann gibt es keine Rettung mehr. Der geschlechtliche Verkehr eines Juden mit einer Nichtjüdin muß mit dem Tode bestraft werden ... Wer die Rassenfrage kennt, für den ist es auch kein Zufall, daß mancher Verbrecher, mancher Verräter oder mancher unsittliche Mensch bestimmte Merkmale in seinen äußeren Erscheinungen hat, die eben auf eine frühere Verbindung mit der jüdischen Rasse zurückzuführen sind. Wenn bei uns der Kommunismus entstehen konnte, so ist dazu ebenfalls die Verderbung der deutschen Rasse durch den Ju-; den die Ursache." Vereinigung traditionell-gesetzestreuer Rabbiner Deutschlands. Leipzig, 17. Dez. Die V'e reinigung traditionell-gesetzestreuer Rabbiner Deutschlands, die ungefähr 125 Rabbinen umfaßt, wird von Montag, den 24. Dezember bis Mittwoch, den 26. Dezember in Leipzig eine Generalversammlung abhalten. In großzügiger Weise hat die Leipziger Gemeinde für die gastliche Aufnahme der Rabbinen sich eingesetzt. Die Tagung . wird mit einem Festakt in der Synagoge Otto Schillstraße beginnen; dabei wird Herr Dr. Carlebach, Leipzig die Begrüßungsansprache halten, Dr. U n.n a , Mannheim über „die Lage des gesetzestreuen Judentums in der Gegenwart" und Dr. Klein, Nürnberg über „das Thorastudium in unsrer Zeit" referieren. Die folgenden Tage sind dann Vorträgen und Beratungen gewidmet; u. a. werden die Herren Dr. Jakdbovits und Klein, Berlin über die Schächtfrage, Dr. Hoff mann, Breslau über „die Stellung des Rabbiners und cbV Möglichkeit seiner Wirksamkeit", Dr. Alt mann, Berlin und Dr. M u n k , Ansbach über „die geistesgeschichtliche Lage der jüdischen Gegenwart", Dr. Hoffmann, Frankfurt über „die religiösen Zustände in Palästina" und Dr. Ochs, Königsberg über „aktuelle Fragen der Keduschas Erez Jisroel" berichten. Diese Generalversammlung wird, da sie viele Jahre lang infolge äußerer Umstände ncht hat stattfinden können, von allen Beteiligten mit besonders großer Freude begrüßt. Tagung des Provinzialverbandes in Ostpreußen, Königsberg, 12. Dez. Am 9. ds. tagte in Königsberg der Pro vinzialverband der O s t p r e u ß i s c h e n Gemeinden. Nach einer Begrüßung durch einen Vertreter des Preußischen Landesverbandes gab Gemeinderabbiner Dr. L e w i n einen Ueberblick über die Bevölkerungsbewegung in den ostpreußischen Gemeinden. In den letzten zehn Jahren hat sich die jüdische Bevölkerung in Ostpreußen um etwa 22 Proz. vermindert. Von 53 Kultusbeamten, die früher in 63 Gemeinden wirkten, sind heute nur noch 29 in 55 Gemeinden tätig. In E 1 b i n g wurde beispielsweise in den letzten sechs Jahren kein einziges jüdisches Kind geboren. Von der Lehrerschaft werden einige Wünsche geltend gemacht, u. a. um die Erneuerung des Bezirksrabbinates in Rastenburg. Mit Freuden wurde konstatiert, daß jüdische Geschäftsinhaber in letzterer Zeit in höherem Maße als früher jüdische Handlungsgehilfen eingestellt haben. Ueberall ist mit der Abnahme der jüdischen Seelenzahl auch ein katastrophaler Niedergang der Steuerkraft zu verzeichnen. Auf einem anschließenden Gemeindeabend in der Aula der Hindenburgschule sprachen der Vorsitzende der Gemeinde, Professor Dr. Falkenstein, und Rechtsanwalt Dr. Klee, Berlin, letzterer über „Die jüdische Gemeinde in der Gegenl" wart . □ □ □ □ □ □ □ □ □ El HevCag des 3si?aefif und ßeemon Sm. b.; n □ □ □ □ □ 13 □ □ □ □ El □ □ □ □ □ □ El □ □ El Jn unserem Verlage erschien : Heimkehr ins Judentum von Bezirksrabbiner Simon Schwab in Ichenhausen In steifer Broschur RM. 2.50, in Leinwand geb. RM. 3.—. Inhalts-Verzeichnis: . Geleitwort. I. Die große Abrechnung: a) Bekenntnis, b). Selbstanklage,, c) Wer gibt die,.Parole, d) Um die Heimat, e) Erwachen. m : .: •.! II. M'essianismus : a) Sehnsucht nach Eden, b) Zwei; Kulturen, c) G'tt und; ' der Nationalismus. . . '!; III. Assimilation; a) Kulturproblem, b) Lernbewegung, c) Unser Vortrupp. Das Buch wird zu lebhaften Auseinandersetzungen in der jüdischen Öffentlichkeit Anlaß geben und sollte von jedem gelesen werden, der sich für die innere Weiterentwicklung der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland wahrhaft interessiert. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, sowie direkt vom Verlag gegen Nachnahme. Frankfurt a. M., Rechneigrabenstraße 7 HERMON-VERLAG. Nächste Woche erscheint: □□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ Ei □ □ □ □ □ El El El □ □ □ El □ □ El El El □ □ Das Bildungsideal S- R- Hirschs und die Gegenwart Sonderdruck aus dem ISRAELIT : - Inhalt; ., . 1. ZeitgeschichtlicheVoraussetzungen,' '2. Religionsgesefzhche Voraussetzungen,. 3.-•Thora und Wissenschaft, 4 Kritik von links, 5. Kritik von rechts, 6. S. R. Hirsch und die Kabbalä. , Preis RM. 0.60. Die Broschüre eignet sich besonders als Unterlage zu Diskussionen und Arbeitsgemeinschaften in Jugendvereinen. 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